1820

Burckhard, Johann L.: Johann Ludwig Burckhard's Reisen in Nubien und Arabien.., 1820. [S.a. Herzer 75. Kein relevanter Beitrag gefunden. Aufnahme in diese Bibliographie nur wegen dem Herzer-Eintrag. Hier allg. Infos zu Johann Ludwig Burckhard bzw. Jean Louis Burckhardt (1784-1817)].

Creuzer, Friedrich / Mone, Franz J.: Symbolik und Mythologie der alten Völker, besonders der Griechen, 1820. (2. Bd. In einem Beitrag über Amazonen auch über Kastraten und androgyne Götter. Über Männer in Frauenkleidern, die Weibliches litten. Geschlechterwechsel ist auch in Handlungen ausgeartet S. 171-176, insb. S. 173-175). [Schlagwort: Travestie. Hier allg. Infos zu  dem Philologen Friedrich Creuzer (1771-1858) und Franz Josef Mone (1796-1871)].

Eberhard, Johann A. / Ehrenreich Maass, Johann G.: Versuch einer allgemeinen deutschen Synonymik.., 1820. (10. Bd.: Schänden ist im Vergleich zu Entehren ein stärkerer Ausdruck. Ein Beispiel ist Knabenschänden S. 209-210). [Schlagwort: Sprache. Hier allg. Infos zu Johann August Eberhard (1739-1809) und Johann Gebhard Ehrenreich Maass (1766-1823)].

Feiler, Johann N.: Über angeborne menschliche Mißbildungen im Allgemeinen und Hermaphroditen, 1820. (Schrift über Monstrositäten und Mißbildungen u.a. über Menschen, die ohne Kopf geboren werden S. 1. In der 2. Hälfte über Hermaphroditen ab S. 72. Hinweis auf die Schrift Ackermann: Infantis Androgyni S. 74. Der Fall von Maria Christiane K., die zu Männern neigt S. 77. Die Mähre von den Tribaden. So war die 1798 gestorbene Madame Adelaide Pre'ville mit einem Mann verheiratet und selbst ein Mann. Über Tribaden und Hermaphroditen, die denn doch alle am Ende Männer waren. Bei Basel: Das Mädchen Anna, das später als Mann diagnostiziert wurde, schläft mit Mädchen. Er wurde verurteilt und in Anna Jakob umbenannt S. 84-89. In Leyden hat eine Frau Waisenmädchen geschwängert. In Leuwarden hat eine Frau Kinder bekommen, aber auch eine Magd geschwängert S. 90. Maria Katharina Ulmerinn [?] bei Steinbach war ein Mann und schwängerte eine Frau S. 105. Alle Hermaphroditen müssen ab sofort zum männlichen Geschlecht gezählt werden S. 111. Die vermeintliche Norwegerin hat das Dienstmädchen geheiratet S. 119. Über den Fall von Dr. Schneider aus Fulda S. 128). [Schlagwort: Lesben. Hier allg. Infos zu dem Gynäkologen Johann Nepomuk Feiler (1768-1822). Zum Fall von Adelaide Pre'ville siehe auch die Erwähnung bei Osiander. Zum Fall von Dr. Schneider siehe oben Jahrbuch.., 1808].

Griechisch-deutsches Handwörterbuch.., 1820. (Erklärung eines griechischen Wortes: ein von Leder nachgemachtes männliches Glied [Dildo] für Tribaden S. 246. In der griechischen Sprache gibt es nur einen Begriff für ich übe die Knaben in der Ringekunst und treibe Päderastie S. 327). [Schlagwort: Sprache, lesbisch].

Haase, Wilhelm A.: Ueber die Erkenntniss und Cur der chronischen Krankheiten.., 1820. (3. Bd.: Wegen dem Satz, dass für Hämorrhoiden neben Würmern und Klistiren auch die Päderastie zu wichtigen, örtlichen, erregenden Momenten wird S. 61). [Hier allg. Infos zu Wilhelm Andreas Haase (1784-1837). Identische Formulierung in Johann F. Sondernheim: Die medicinische Praxis der bewährtesten Ärzte. 1841. S. 161)].

Hanhart, Rudolph: Erzählungen aus der Schweizergeschichte nach den Chroniken, 1820. (2. Bd.: Ein Gottesurteil durch einen Zweikampf zwischen zwei Männern von 1423. Es geht um den Vorwurf einer unchristlichen Tat S. 86-87). [Zu diesem Fall s. oben Hottinger: Helvetische Kirchengeschichten, 1708. 3. Bd., wo von Männerwollust und sodomitischen Greuels die Rede ist. Hier allg. Infos zu Rudolf Hanhart (1780-1856).

Harnisch, J. C.: Handwörterbuch der deutschen Sprache, 1820. (Der Knabenschänder, eine Person, männlichen Geschlechts, welche Knaben oder übh. andere Mannspersonen zur Befriedigung der Wollust missbraucht S. 388).

Hermes oder kritisches Jahrbuch der Literatur, 1820 (Knabenliebe in der Antike und bei William Shakespeare S. 156-157).

Jenaische allgemeine Literatur-Zeitung, Jan. 1820. (Kritik, dass in dem Entwurf eines Criminal-Gesetzbuches für Russland u.a. Sodomiterey […] ins Polizeyrecht verwiesen wird S. 46). [S. oben Jakob, 1818].

Meissner, Friedrich L.: Über die Unfruchtbarkeit des männlichen und weiblichen Geschlechts, 1820. (Sodomiterey bei den Römern mit Verweis auf Martial. Bei Frauen ist die Folge Unfruchtbarkeit S. 108-109). [Schlagwort: lesbisch].

Nell, Franz M. von / Bock, Johann C. / Kandelhardt C.: Baphomet: Aktenstücke zu Jos. v. Hammer's […] wieder angeregten Prozesse gegen die Tempelherren; zur Ehrenrettung eines christlichen Ordens, 1820. (Die Formulierung von Hr. Werner in dem Epilog Söhne des Thals von der hohen Männerliebe wurde als vermeintlicher Beweis des unnatürlichsten Lasters benutzt. Kritik, dass Hammer versucht, die Schuld der Templer zu beweisen S. VI-VIII, s. S. XII. Sodomiten S. 99-100). [Schlagwort: Templer, Tempel-Herren. Hier allg. Infos zu Franz Maria von Nell (1795-1852) und dem Kupferstecher Johann C. Bock (1752-?). Zu H. C. Kandelhardt liegen keine weiteren Angaben vor].

Pindar / Thiersch, Friedrich W. (Übers.): Werke, Urschrift, Übersetzung in den Pindarischen Versmaaßen, 1820. (2. Teil: Unter Nr. 4 drei Beiträge über Theoxenos: Über das Verlangen bei Theoxenos. Er schmilzt, wenn er den Reiz Neublühender Knaben erblickt S. 225). [Hier allg. Infos über den griech. Dichter Pindar (520-nach 446), der der Legende nach im Schoß des in einem erotischen Lied von ihm besungenen Theoxenos von Tenedos starb. Hier allg. Infos zu Friedrich Wilhelm Thiersch (1784-1860). S.a. L’amour bleu, S. 20 mit einer Übersetzung desselben Gedichtes nach Franz Dornseiff, wie es auch in neu gesetzter Form auf der Homepage von Schwule.Kunst.Geschichte angeboten wird].

Plautus: Poenulus [OF:] / Die Karthager / Der Carthager / Der junge Karthager / Der kleine Karthager. [Zum Inhalt: Zwei relevante Textstellen. Eine Komödie, in der es u.a. um Prostitution geht, bei der Sklaven nach Kot riechen. In Verbindung mit einem Wortspiel um eine Trommel wird jemand (im Original) als Cinaedus bezeichnet. Im Folgenden sind drei unterschiedliche Übersetzungen aufgeführt]. (1820: Übers.: Georg G. Köpke. U.d.T.: Der Katharger. Zeile 264: Adelphasion über den Tempel: Jetzt ist noch Gedräng am Altar. Oder willst du dort Verkehr mit Sklaven, die nach dem Stuhl riechen S. 495-496. Anthimonidas zu Agorastocles: Was nahmst Du nicht die Trommel, als Du dieses sprachst? Dass Du mehr Stutzer [Cinaedus] bist als Mann, das merk' ich wohl. Kommentar: Die entmannten Priester der Cybele bedienten sich der Trommel, die damit zum Symbol der Unmännlichkeit und Feigheit und zum Schimpfwort wurde. Der mit Stutzer übersetzte Cinaedus bezeichnet ein Mann, der sich zu fremder Wohllust missbrauchen lässt, aber eben deswegen mehr nach einer weibischen Weiblichkeit in Gestalt, Haltung und Benehmen strebt:; als nach männlicher Kraft und Tüchtigkeit S. 592). (1836: Übers.: Friedrich W. Rost und Karl H. Lipsius. U.d.T.: Poenulus oder der Karthager. Adelphasion über den Venustempel: Willst du dich umtreiben dort mit kothigen Sklavendirnen S. 363. Anthimonidas zu Agorastocles: Was schlägst du nicht zudem die Trommel, was Du sagst? Denn mehr für einen Wüstling [Cinaedus] halt' ich Dich, als Mann S. 403). (1867: Übers.: Wilhelm Binder. Ud.T.: Der junge Karthager. 11. Bd. des Werkes bzw. 2. Bd. auf diesem Scan mit separater Seitenzählung. Sklavenmenschen, an denen sich Leibstuhl, Stühlchen riechen lässt S. 24. Anthimonides zu Agorastocles: Warum nahmst du zu Deiner Rede die Trommel nicht? Du gleichst ja einem Halbmann [Cinaedus] mehr, als einem Mann S. 112. Kommentar: Cinaedus wurde mit Halbmann übersetzt, auch wenn damit kein Kastrat, sondern ein männliches Werkzeug unnatürlicher Lust gemeint war. Diese Subjekte sind durch Schminken, Salben und Entfernen der Haare bemüht, sich ein weibliches Aussehen zu geben S. 124). [S.a. Panormita, S. 239, wo Forberg die erste Textpassage aus der Ausgabe von 1820 und 1836 im Sinne einer Anspielung von Knaben als Vornsitzende bzw. Lockvögel im Bereich Prostitution interpretiert. Hier allg. Infos zu Titus Maccius Plautus (254-184 v.Chr.), seinem Werk Poenulus und den Übersetzern Georg Gustav Samuel Köpke (1773-1837), Friedrich Wilhelm Ehrenfried Rost (1768-1835) und Karl Heinrich Adelbert Lipsius (1805-1861). Zu Wilhelm Binder liegen keine weiteren Infos vor].

Weber, Karl J.: Die Möncherey oder die geschichtliche Darstellung der Kosterwelt und ihres Geistes, 1820 (3. Bd. 1. Abtheilung: 1. Teil: Am allernachsichtigsten waren die Jesuiten gegen widernatürlichste Lüste S. 314-315. 2. Teil: Ein Lieblingsspiel unter Mönchen in Klöstern war das Hochzeit halten. Es mag unschuldig zugegangen sein, […] aber unvergesslich sind die Faunenblicke, die Mönche, vorzüglich Italiener, auf schöne Jünglinge warfen S. 119. Erwähnung von Diderot: Die Nonne S. 145. Der Kuss auf den Mund unter Mönchen und anderen Männern S. 168-169). (Gleicher Scan der BSB). [S.a. Herzer 76. Hier allg. Infos zu Karl Julius Weber (1767-1832)].

Zeitung für die elegante Welt, 1820. (In Portugal war ein Graf, Namens Villa Franca, der sich der Sodomiterei schuldig gemacht, von dem dortigen Inqusitionsgericht eingekerkert worden. Mit Geld und der Unterstützung von Mascabruni sollte er dem strengen portugisischen Tribunal entgehen Spalte 267-268). [Hier allg. Infos zu Pedro de Villafranca y Malagón (1615-1684). Zum gleichen Fall siehe unten Le Bret, 1771 und Denkwürdigkeiten.., 1839].

1821

Aristophanes: Die Ritter. [Zum Inhalt: In dieser antiken Komödie aus dem Jahr 424 v. Chr. wird der reale Staatsmann Kleon als hinterlistiger und machthungriger Politiker dargestellt. Gryttos, ein wohl nicht unbedeutender Athener, wird von Kleon homosexueller Handlungen bezichtigt und verliert daraufhin seine Bürgerrechte. Im Folgenden werden unten fünf verschiedene Übersetzungen mit Kommentaren aufgeführt]. (1821: Übers.: Johann H. Voss. 1. Bd. Kleon: Gryttos wurde abgewischt. Ihm wird eine Afterschau vorgeworfen S. 157. Kommentar: Gryttos, ein wohl nicht unbedeutender Athener, ward von Kleon, der ihn fürchtete, unnatürlicher Büberei angeklagt, und aus der Zahl der edelen Bürger gewischt. Ein Kinäde verlor das Bürgerrecht. S. 157). (1837: Übers.: Johann G. Droysen. Paphlagonier betont, dass er den Gryttos streichen ließ S. 387. Kommentar: Gryttos ward von Kleon unnatürlicher Büberei angeklagt und in dem Bürgerbuche gestrichen S. 388). (1844: Übers.: Hieronymus Müller. 2. Bd. Paphlagonier: Indem ich den Wollustlingen Einhalt that. Der Wursthändler: Kritik, daß Du so überwachst die Geilen, und Wollustlingen Einhalt thust S. 77. Kommentar, dass damit ein Gesetz geltend gemacht wurde, welches diejenigen, die von Männern sich mißbrauchen ließen, ihrer Bürgerrechte beraubte S. 77). (1845: Übers.: Ludwig Seeger. 1. Bd.  [Der 1.-3. Bd. dieses Werkes aus den Jahren 1845-1848 behandelt diverse Werke von Aristophanes, die auch noch bei anderen Stellen aufgeführt wird]. Dort heißt es: Ich hab […] im Buch den Gryttos durchgestrichen! Kritik, dass er sich für das Bubenpack als Hinternvisitator betätigt hat S. 315. Kommentar über die Gesetze gegen die Knabenschänderei. Ein gewisser Gryttos wohl nicht lange zuvor auf Kleons Antrag aus dem Bürgerbuch gestrichen S. 356). (1853: Übers.: Theodor Kock. Kommentar über die Denuncierung des Gryttos, ein Hinternvisitator und Gesetze, die nur dazu dienten, um den politischen Gegner zu beseitigen. Aufgrund der zum Teil griechischen Erklärungen bleiben die Fußnoten zum Teil unklar. S. 133). (1867: Übers.: W. Ribbeck. Wursthändler: Ist’s nicht zu arg, dass also du die Steisse controliiert hast / und die Freudenknaben abgeschafft Zeile 866-867 [sic] S. 157). [Hier allg. Infos zu Aristophanes (um 450-380 v.Chr.), seinem Werk Die Ritter, und zu den Übersetzern Johann Heinrich Voss (1751-1826), und Johann Gustav Droysen (1808-1884), Theodor Kock (1820-1901) und Woldemar Ribbeck (1830-1909). Zu Ludwig Seeger liegen keine weiteren Angaben vor

Aristophanes: Die Wespen. [Zum Inhalt: Antike Komödie aus dem Jahre 422 v.Chr. über das Justizwesen in Athen. Es enthält drei relevante Textpassagen: Durch ein Wortspiel bezeichnet Sofias bzw. Sosiass den Gästeliebhaber Philoxenos als einen Knabenschänder bzw. Päderasten. Der Chor verweist auf das umhertreiben in Ringschulen, was sich offenbar auf den Knabenliebhaber Eupolis bezieht und sich in ähnlicher Form auch in Aristophanes: Der Frieden wiederfindet. Kleobold bzw. Philokleon deutet auf lesbische Spiele. Im Folgenden werden fünf verschiedene Übersetzungen aufgeführt]. (1821: Übers. Johann H. Voss. Sosias: Filoxenos ist schönen Gästen hold S. 321. Kommentar: Gästehold (Filoxenos) hieß ein Knabenbeäugler S. 321. Chor: Auch schwärmet er nicht in Palästren umher auf Fang S. 390. Kommentar, dass sich dies auf den Knabenbeäugler Eupolis bezieht und Verweis auf die Komödie Frieden. Da du schon den Gästen lesbisches Spiel bereitetest S. 412). (1837: Übers.: Johann G. Droysen. Sofias: Der da sich die Gäste fässt und büsst, ist Philoxenos S. 34. Kommentar: Philoxenos soll ein ausschweifender Mann gewesen sein S. 34. Chor: Noch trieb er sich so in Palästren umher auf den Fang. Über Verliebter und Liebchen S. 112. Kommentar, dass sich dies auf den Knabenliebhaber Eupolis bezieht und sich eine ähnliche Formulierung auch in der Komödie Frieden findet S. 112. Kleobold: Da schon an den Andern dein Mäulchen sich lesbisch rührete! S. 139. Kommentar: Der Deutsche Leser mag mir erlassen, dies Lesbische Spiel zu erklären, das den Franzosen durch Berangers [?] Lieder geläufig ist S. 139). (1846: Übers. Hieronymus Müller. Sofias:  Gibt er sich, wie Philoxenus, den Gästen preis? S. 135. Chor: Ringschulen auch, sagt' er, umschwärmet' er nicht ein Lüsterner. Über Verliebte und Liebling S. 196. Kommentar: Verweis auf Der Frieden S. 196 Philokleon: Als dort zu lesbischem Scherz Du schon Dich rüstetest S. 216). (1862: Übers.: Johann J. Donner. Sofias: Denn, traun, ein Knabenschänder ist Philoxenos S. 9. Chor: Noch trieb er sich frech zur Verführung herum in der Ringbahn. Über Verliebter und Liebchen S. 65. Dein Mäulchen lesbisch mit den Gästen züngelte S. 83. Kommentar: Philoxenos bezeichnet einen ausschweifenden Menschen, der auch von anderen Komikern durchgezogen ward S. 96. Philokleon: Als dort bereits Dein Mäulchen lesbisch mit den Gästen züngelte S. 83). (Ca. 1871: Übers.: J. E. Wessely. Sofias: Der Gästesüchtling, Philoxenos ist – Päderast S. 76. Kommentar: Philoxenos war ein Knabenliebhaber, der auch von anderen Komikern so dargestellt wird. Es ist aber auch ein unübersetzbares Wortspiel mit Gästesüchtling, d.i. eine Person, die gerne Gäste empfängt und freihält S. 167-168. Parabase: Noch schweift in Palästren er lüstern umher. Über Verliebter und Buhlknäbchen S. 132-133. Kommentar, dass sich dies auf den Knabenbeäugler Eupolis bezieht und Verweis auf die Komödie Frieden. [sehr ähnlicher Kommentar wie Voss, 1821] S. 196. Mit den Zechgenossen solltest lesbisch züngeln gar! S. 150). [Hier allg. Infos zu Aristophanes (um 450-380 v.Chr.), Die Wespen, Pierre-Jean de Béranger (1780-1857) und den Übersetzern Übersetzern Johann Heinrich Voss (1751-1826), und Johann Gustav Droysen (1808-1884), Hieronymus Müller (1785-1861), Johann Jakob Christian Donner (1799-1875) und Joseph Eduard Wessely (1826-1895)].

Ewers, Johann P.: Des Herzogsthums Ehsten Ritter- und Land-Rechte.. 1821. (Urteil von 13.03.1708 wegen Sodomiae S. 565. Urteil vom 14.03.1667 wegen angeblicher, aber nicht erwiesener Sodomiterey S. 566. Oberlandgerichts-Prot. vom 13.07.1669, dass auf Tortur gegen einen Sodomiten erkennt S. 570). [Alle drei Fälle evt. Tierkontakte. Hier allg. Infos zu Johann Philipp Gustav Ewers (1781-1830)].

Gärtner, Corbinian: Neue Chronik von Salzburg, 1821. (Über die mögliche Päderastie von Leopold Anton und sein Verhältnis zu Domestiken S. 637). [Hier allg. Infos zu Corbinian Gärtner (1751-1828) und Leopold Anton von Firmian (1679-1744), dem Erzbischof von Salzburg].

Gemeiner, Carl T.: Die Regensburgische Chronik.., 1821. (3. Bd.: Fall: Der Rath der Stadt Regensburg brachte im 15. Jahrhundert vier Bürger, die Sodomiten oder vielmehr Knabenschänder gewesen waren, zum Tode. Es war für sie alles zum Brande vorbereitet; doch waren sie erbeten und mit dem Schwerd hingerichtet worden S. 493). [S.a. Mann für Mann, S. 711. Dieser berichtet, dass am 2.9.1471 in Regensburg Anndre Vetter, Georg bzw. Jorig Semler, Fritz Röttel bzw. Fritze Rotel und Stefan Karl hingerichtet wurden. Hier allg. Infos zu Carl Theodor Gemeiner (1756-1823)].

Gottfried (von Strassburg) / Ulrich (von Türheim) / E. von Groote: Tristan mit der fortsetzung des Meisters Ulrich von Turheim, 1821. (Mit dem Zitat: Nv soln ovch wir gesellen sin S. 65). [Nach diesem Zitat hat Albrecht Diem seinen Aufsatz über Schönheit, Freundschaft und mann-männliche Liebe in Gottfried von Straßburgs Tristan benannt. S.a. Die sünde, S. 91-121. Hier allg. Infos zu Gottfried von Strassburg († um 1215), sein Werk Tristan (um 1210), Ulrich von Türheim (1195-1250)].

Hamann, Johann G.: Hamanns Schriften.  (1821: 1. Bd.: In dem Beitrag Gedanken über meinen Lebenslauf heißt es: Vor dieser Heimsuchung Gottes hatte mein Vater einen Bösewicht zum Lehrjungen in Diensten, der mich lehrte es an meinem eignen Leibe zu werden. S. 165 [S.a. Derks, S. 62, der die ersten Sätze in diesem Absatz so interpretiert, dass Hamann in seiner Kindheit das Opfer eines Verführers geworden ist]. Innerhalb der Briefe heißt es in einen Brief von Johann G. Hamann an Immanuel Kant vom 27.07.1759: Sind sie Socrates und will ihr Freund Alcibiades seyn S. 429 [S.a. Derks, S. 67, der den Brief als Beispiel dafür zitiert, wie sich Hamann gegenüber Kant lebenslang eines provokanten sokratisch-päderastischen Tons befleißigte. S.a. Mann für Mann, S. 404-405]). (1821: 1. Bd.: s.o. gleicher Bd. von archive.org). (1821: Gedanken über meinen Lebenslauf [Neu gesetzt]). (1821: 2. Bd.: In dem Beitrag Sokratische Denkwürdigkeiten [sic] S. 13-50 das Zitat: Man kann keine lebhafte Freundschaft ohne Sinnlicheit fühlen S. 25. Danach Wolken. Ein Nachspiel Sokratischer Denkwürdigkeiten S. 51-102. [S.a. Derks, S. 70. S.a. Lieblingminne, S. 206]. In einem Beitrag über Fünf Hirtenbriefe S. 413-442 das Zitat über Die Schande der heiligen Päderastie! S. 434 [Siehe oben Briefe.., 1763. S.a. Derks, S. 65-66]. (1821: 2. Bd.: Ident. mit vorigen Eintrag). (1823: 4. Bd.: In Des Ritters von Rosencreuz letzte Willensmeynung heißt es Jene warmen Brüder S. 28. In Neue Apologie des Buchstaben H… heißt es warmen Brüder im Geist S. 130). [Schlagwort: Sprache. Zu Hamann allgemein s.a. Mann für Mann, S. 319-321. S.a. Derks, S. 90-92 zur Dechiffrierung diverser homosexueller Anspielungen, die sich u.a. auf Friedrich II. beziehen. Hier allg. Infos zu Johann G. Hamann (1730-1788)].

Historisch-kritische Zeitschrift der neuesten deutschen Medizin und Chirurgie, 1821. (1. Bd.: Die Folgen von passiver Sodomiterey S. 311).

Journal für Chemie und Physik, 1821. (31. Bd.: I. S. C. Schweigger über mannweibliche Naturgottheiten wie Aphrodite, Venus, Baccus und Männer, die bei Riten Frauenkleider tragen S. 237-239). [Schlagwort: Travestie. Hier allg. Infos zu Johann Salomo Christoph Schweigger (1779-1857)].

Livius, Titus: Römische Geschichte. [Zum Inhalt: Livius berichtet über die Ausschweifungen u.a. unter Männern auf der Feier der Bacchanalien – einem Kult um den Gott Bacchus – bis zur Abschaffung der Feir im Zusammenhang mit dem Bachanalienskandal im Jahre 186 v.Chr.  Im Folgenden werden zwei Übersetzungen aufgeführt, die sich trotz unterschiedlicher Bandangaben auf die gleichen Texte beziehen]. (1821: Übers.: Konrad Heusinger. 5. Bd.: 39. Buch. 8.-20. Kap.: S. 12-29. Im 13. Kap.: Die Männer begingen mehr Unzucht unter sich, als mit Weibern. Litten Einige die Entehrung nicht willig genug, oder wären sie zu bedenklich, sie an Andern zu üben, so würden sie als Schlachtvieh geopfert S. 18-19. 15. Kap.: Mannspersonen, die nicht besser als Weiber sind, Geschändete und Schänder S. 22. 16. Kap.: Männer, wenn sie durch Entehrungen bloß verweibet wären S. 23. 42. Kap.: Der Consular [der römischen Republik] Lucius Quinctius Flamininus [3.-2. Jh.v.Chr.] wurde mit sechs anderen Männern [184 v.Chr.] aus dem Senat verstoßen. Man warf ihm u.a. vor, er habe seinen geliebten und bekannten Schandbuben, den Punier Philippus, durch die Hoffnung großer Geschenke vermocht, ihm von Rom nach Gallien, seinem Standorte, zu folgen. Dieser Bube habe dem Consul […] oft einen Vorwurf daraus gemacht, daß er sich, um mit seinen Gefälligkeiten immer für den Liebhaber bereit zu sein, wegführen ließ. Nr. 42. Kurz danach berichtet Livius davon, dass Valerius von Antium davon schreibt, dass Lucius eine Geliebte hat [Nur um dieser weiblichen Liebschaft zu beindrucken, nahm Lucius eine Exekution vor] S. 63). (1821: ident. Ausg. Neu gesetzt). (1844: Übers.: Oertel. 7. Bd.; 39. Buch, Kap. 8-20 (S. 180-192) U.a. 13. Kap.: Die Männer begingen mehr Unzucht unter sich als mit Weibern S. 185. 15. Kap.: weibliche Mannspersonen, Geschändete und Schänder. 16. Kap. Männer, die durch Schandtaten verweiblicht werden S. 187. 42. Kap.: Der Skandal um Consular Lucius Quinctius Flamininus. S. 216-217). (Rene Pfeilschifter geht 2005 in seiner Schrift Titus Quinctius Flamininus auf die oben genannten Geschichten von Luciusein und betont, dass Cicero sich nicht auf das Geschlecht von Lucius’ Liebschaft festlegt und Plutarch von einem Geliebten redet S. 361). [Hier allg. Infos zu Titus Livius (um 59 v.Chr. – 17 n. Chr.) und Lucius Quinctius Flamininus (…) der 184 v.Chr.wegen Verletzung der Sitten aus dem Senat ausgestoßen wurde. Hier allg. Infos zu den Übersetzern Conrad Heusinger (1752-1820) und Eucharius Ferdinand Christian Oertel (1765-1850). Zum Bachanalienskandal siehe unten Archiv der Deutschen Gesellschaft, S. 33-36]. 

Meckel, August A.: Lehrbuch der gerichtlichen Medicin, 1821. (Fabeln von sodomistischen Begattungen mit dem Teufel S. 390. Sodomie und die Verletzungen der zeugenden und empfangenen Theile. Definition von Tribaden und Hermaphroditen S. 461-462). [Schlagwort: lesbisch. Hier allg. Infos zu August Albrecht Meckel (1790-1829)].

Neues Archiv des Criminalrechts, 1821. (5. Bd.: Der Verf. klagt über die in Frankreich gewöhnliche leider zur unnatürlichen Wollust so leicht reizenden Sitte, daß immer zwei Gefangene in einem Bette zusammen schlafen S. 180). [Schlagwort: Gefängnis].

Ochs, Peter: Geschichte der Stadt und Landschaft Basel, 1821. (6. Bd.: Im Oktober 1605 wurde ein Landtag zu Höllstein über einen Sodomiten gehalten. Durch Gnade wurde 1608 statt des Feuers, das Haupt von ihm genommen S. 764-765. Unlängst vor dem 15.11.1637 wurde vor dem Steinenthor [offenbar in Basel] ein Sodomit verbrannt. Kurz danach unter 1638: Die verfluchte sodomiterey wurde mit dem Pranger, den Ruthen und der Verweisung gestraft S. 775-776). [Alle drei Fälle evt. Tierkontakte? Hier allg. Infos zu dem Schweizer Juristen Peter Ochs (1752-1821)].

Rosshirt, Conrad F.: Lehrbuch des Criminalrechts, 1821. (Kap. Von der widernatürlichen Wollust. Es ist schauderhaft und unbelohnend solche Triebe kennen zu lernen. Dem Richter sollte es nicht um Vertilgung, sondern um Correktion und Unschädlichmachung gehen S. 494-495). [Keine Nennung der Gesetze, sondern nur persönliche Meinung des Verfassers. S.a. Herzer 79, der sich auf die Ausgabe 1822 bezieht, die nicht als Scan angeobten wird. Hier allg. Infos zu dem Juristen des Reichstages Conrad Franz Roßhirt (1820-1887)].

Vollständiges Handbuch der neuesten Erdbeschreibung.., 1821. (4. Bd. Ein Satz: Unter den Einwohnern [der Insel Unalaska, südwestlich von Alaska] ist Griechische Liebe sehr gemein. S. 638).  

Wiener-Moden-Zeitung und Zeitschrift für Kunst schöne Literatur und Theater, 1821. (Eros läuft mit glühender Sehnsucht auf Anteros zu und streichelt seine Wange. Anteros hält sich mit mädchenhafter Schüchternheit von dem stürmischen kleinen Gespielen zurück, zu dem ihn das Herze doch mächtig hinzieht S. 964). [Zum Teil homoerotische Darstellung von Eros und seinem Bruder Anteros aus der griechischen Mythologie].

1822

Der aufrichtige und wohlerfahrne Schweizer-Bote, 1822. (19. Bd.: Ein Satz: Ein aus Basel eingesandter Artikel wegen dort entdeckter sodomitischer Gräuel [evt. Tierkontakt] wird nicht aufgenommen / weil der Verfasser sich nicht genannt hat S. 320).

Bucher, Anton von / von Klessing, Joseph: Sämmtliche früher gedruckte Schriften, humoristischen und satyrischen Inhalts, 1822. (Wie die Teufel bei sodomitischen Sünden mit glühenden Brenneisen frisieren und Nägel in den s. v. Hintern schlagen S. 235, s. S. 116). [S. oben Bucher, 1782. Hier allg. Infos zu Anton von Bucher (1746-1817). Zu Joseph von Klessing liegen keine weiteren Angaben vor].

Lesetipp! Casanova: Memoiren / Erinnerungen / Denkwürdigkeiten. [Zum Inhalt: Casanovas autobiographische Aufzeichnungen, die unter unterschiedlichen Titeln veröffentlicht wurden, zählen zur Weltliteratur und wurden in zwanzig Sprachen übersetzt. An mind. neun Stellen hat er sich dabei auch über Homosexualität geäußert. Im Folgenden wird die zum Teil zensierte Übersetzung von 1822-1828 den Übersetzungen von 1856 und 1911 gegenübergestellt. Die Übersetzungen haben unterschiedliche Band- und Kapiteleinteilungen und liegen nicht alle vollständig als Scans vor]. (1822-1828: Übers.: Wilhelm von Schütze. U.d.T. Aus den Memoiren des Venetianers Jacob Casanova…in 12 Bänden). Der 3. Bd. wird nicht als Scan angeboten. Der 1., 2.6.8., 9. und 12. Bd. sind offenbar ohne Relevanz). (4. Bd.: 4/8: Er liest Kriminalakten. Vor dem Satz Unter den Geräthen.. sind im Vergleich zu anderen Ausg. zwei Sätze zensiert S. 410). (5. Bd.: 5/10: Frau zum Herzog von d'Ubeuf: Einer der Günstlinge seines achzigjährigen Herren; unzertrennlicher von ihm; als er seyn sollte S. 391. Zensur von zwei Sätzen). (7. Bd.: 7/4: Eine Mutter führt ihren Sohn der Prostitution zu, der Casanova sein Geschlecht zeigte. Späße, die mich empören und ihm eine Ohrfeige zuziehen. Aufstehend, frage ich die Signore Laura, in welcher Absicht sie diesen Schandbuben zu mir geführt habe Ihr Antwort war: Ist er nicht ein sehr hübscher Junge? S. 123. 7/7: Ein schöner Kastrat war der Favorit des Kardinals Borghese. Als Frau auf der Bühne konnte er Begierden entflammen. […] Man musste sich in ihn verlieben. Er wollte auch den Männern gefallen, denen ein Mann keine zärtlichen Gefühle einzuflößen vermag S. 264-265. Zensur von mehrere Absätzen. 7/8: Über Turin: Deshalb feiert hier die Pederastie ihre Triumphe S. 290). (10. Bd.: 10/2: Der jüngere Lunin, ein blonder und schöner Mann, war der Geliebte des Cabinetssekretairs Teploff. Neugierig zu wissen, ob ich mich bei seiner Schönheit gleichgültig erhalten würde, ergriff er mich, und überzeugt, wie er war, daß er mir Interesse eingeflösst habe, schickt er sich an, sein und mein Glück zu machen. Und dies würde ohne weiteres Geschehen sein, wenn die L Riveire nicht böse darüber geworden wäre S. 57-59. 10/4: Abbé Bastiani:  Er war nicht nur ein Verehrer des schönen Geschlechtes, vielmehr pflegte er von Zeit zu Zeit junge Freunde vorzuziehen [...] Seine Leidenschaft wurde klar. es war ein junger Abbé, Graf von Cavalcano, von dem er keine Auge verwandte. S. 237-238. 10/8:  Mocenigo war in Paris, seiner unnatürlichen Neigung wegen, zum Gegenstand des öffentlichen Gesprächs geworden. Er war beliebt, obwohl er zu den sogenannten Manschetten gehörte S. 458-459). (11. Bd. Mit einem relevanten Beitrag. Wird nicht als Scan angeboten). (1856: Übers.: Unbekannt. U.d.T.: Denkwürdigkeiten von Jakob Casanova...In 12 Bänden. Hier alles in der 2. Auflage. Der 2., 7., 9. und 11. Bd. wird nicht als Scan angeboten. Der 1., 3., 6., 8. und 12. Bd. sind offenbar nicht relevant). (4. Bd.: 4/11: Er liest Kriminalakten: Fälle von Beichtigern, welche ihre Beichtkinder gemissbraucht hatten, von Schulmeistern, welcher der Päderastie gegen ihre Zöglinge überführt worden waren S. 195). (5. Bd.: 5/11: Frau zum Herzog: Er ist einer der schändlichen Lieblinge des Herzogs, ein wahres Ungeheuer, welches bei seine Herrn schläft. - Wie? hat der Herzog solche Neigungen - Er [...] glaubt, eine Frau geworden zu sein und müsse einen Mann haben  S. 291).  (10. Bd.: 10/8:  Der jüngere Lunin, ein blonder und hübscher Mann, war der Geliebte des Kabinetssekretairs Teplof. Er reizte mich während des Essens und versetzte sich in die Stellung, um sich und mich glücklich zu machen, wie man zu sagen pflegt. Ich gestehe zu meiner Schande, daß dieser Fall vielleicht eingetreten sein würde, wenn nicht die la riviere verärgert gewesen wäre S. 187. 10/10: Abbé Bastiani: Er war Freund auch der griechischen Liebe und schien in Breslau den Graf Calvacano bis zur Anbetung zu lieben S. 277-278). (1911: Übers.:. Heinrich Conrad. U.d.T.: Erinnerungen. In 6 Bänden. Alle Bände werden nur in neu gesetzter Form ohne Seitenzahlen angeboten. 2. Bd.: 2/30: Er liest Kriminalakten: Verfehlungen von Beichtvätern gegen ihre Beichtkinder, päderastischen Verkehr von Schullehrern mit ihren Zöglingen). (3. Bd.: 3/12: Eine Frau zum Herzog von Elboeuf: Einer von den niederträchtigen Lustknaben des Herzogs, ein wahres Ungeheuer, das bei seinem Herrn schläft. [...] In der ersten Ausgabe fehlen zwei Zitate, u.a. folgendes: Der Herzog glaubt eine Frau geworden zu sein; er behauptet, er brauche einen Gatten). (4. Bd.: 4/10: Eine Mutter führt ihren Sohn der Prostitution zu, der Casanova sein Geschlecht zeigte. Ich stand auf, gab dem unverschämten Lustknaben eine Ohrfeige und fragte die Mutter, in welcher Absicht sie mir diesen Burschen zugeführt habe. Die niederträchtige Mutter antwortete darauf nur: Ist er nicht ein hübscher Junge?). (4. Bd.: 4/13: Ein schöner Kastrat war der Favorit des Kardinals Borghese. Er entflammte. [...] man war wahnsinnig verliebt, [...] Offenbar wollte er die Liebe derjenigen nähren, die ihn als Mann liebten. [...] [Ab dem folgenden Zitat fehlen im Vergleich zuersten Ausgabe sieben Absätze über Päderastie] Das heilige Rom, das auf diese Weise alle Männer nötigt, Päderasten zu werden). (4. Bd.: 4/14: Über Turin: welch leichtes Spiel infolgedessen die Päderastie hat). (5. Bd.: 5/22: Der jüngere Lunin, ein blonder und hübscher Mann, war Liebling des Kabinettssekretärs Teploff. Um zu wissen, ob ich bei dem Anblick seiner Schönheit kalt bleiben könnte, bemächtigte er sich meiner und nahm, in der festen Überzeugung, daß er mir gefalle, eine geeignete Stellung ein, um, wie er sagte, ihn und mich glücklich zu machen. Ich gestehe zu meiner Schande, daß es vielleicht dazu gekommen wäre, wenn die Rivière sich nicht geärgert hätte..). (6. Bd.: 6/3: Abbés Bastiani: Er war nicht nur ein Verehrer des schönen Geschlechtes, sondern auch ein Freund der griechischen Liebe. Seine Leidenschaft für einen jungen Abbé entging mir nicht. [...] Dieser junge Abbé war ein Graf Cavalcano; er schien ihn geradezu anzubeten, denn er wandte die Augen nicht von ihm ab, und seine Blicke sprühten Feuer). (6. Bd.: 6/7: Mocenigo ist der, der in Paris durch seinen unglückseligen Hang zur Päderastie eine so traurige Berühmtheit erlangte. Trotz seinem Ruf als Päderast war er beliebt). (6. Bd.: 6/16: Albergoni frönte der Päderastie). [Hier allg. Infos zu Giacomo Casanova (1725-1798) und seinen Memoiren Die Geschichte meines Lebens. Hier allg. Infos zu den Übersetzern Wilhelm von Schütz (1776-1847) und Heinrich Conrad (1866-1919). Zum Herzog von Elboef bzw. Elboeuf bzw. d'Ubeuf, Teplof / Teploff (Kabinettsekretär), Abbés Bastiani (Domherr in Breslau), Mocenigo und Albergoni (Edelmann aus Padua) liegen keine weiteren Angaben vor. Wikipedia verweist darauf, dass Anrüchige sexuelle Praktiken und dunkle Punkte der Biographie von Casanova wie Homoerotik und Päderastie bei den ersten Veröffentlichungen getilgt wurden und der Originaltext erstmals 1960 veröffentlicht wurde].

 

Siehe voriger Eintrag

Casanova äußert sich in seinen autobiographischen Aufzeichnungen an mehreren Stellen über Homosexualität. Er benennt homosexuelle Männer (wie den Herzog von Elboef und Abbés Bastiani),  kritisiert einen sich prostituierenden Jugendlichen, erzählt von Anmachversuchen und gibt offen zu, dass es einen Frauendarsteller gab, in den man sich auch als Mann verlieben musste.

Weiter mit 1822

Cullerier, Michel J.: Ueber die Lustseuche, ihre Zufälle und Heilmittel, 1822. (Feigwarzen sind nicht die Folge schändlicher und unnatürlicher Genüsse. Bei einem entehrenden Umgange erweitert sich der After trichterartig S. 93-94). [Siehe unten Bloch, 1911, S. 419. Hier allg. Infos zu dem franz. Chrirurgen Michel J. Cullerier (1758-1827)

Conversations-Lexikon / Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände / Brockhaus. [Zum Inhalt: Diverse mehrbändiges deutsche Nachschlagewerke, die im Brockhaus-Verlag erschienen sind und später als Brockhaus Enzyklopädie bekannt wurden]. (1822: Als Werk in zwei Bänden. Die Inschriften des Baphomet, [Götzenfigur der Templer] sind als Symbol unnatürlicher Wollust und Prinzip der Sinnlichkeit mannweiblich dargestellt S. 245). (1827: 7. Aufl.: 1. Bd. Ähnlicher Artikel über Baphomet S. 648). (1827: 7. Aufl.: 11. Bd. Die Templer und die griechische Liebe S. 96). (1830: nach der 7. Aufl. gedruckt; 1. Bd. Artikel über Baphomet wie 1827. S. 648). (1833; 8. Aufl., 1. Bd.; Artikel über Baphomet wie 1827. S. 641). (1835: 8. Aufl.; 7. Bd. Misologie [Misogynie bzw. Frauenfeindlichkeit] im Kontext von Päderasten S. 416-417). (1894-1896; 14. Aufl.; u.d.T. Brockhaus; Päderastie. Neu gesetzt von RetroBib). (1911; 5. Aufl.; u.d.T. Brockhaus. Neu gesetzt von Zeno. Kleinere Beiträge zu PäderastieSodomie und Homosexuell). [Hier allg. Infos zur Brockhaus Enzyclopädie (1808-2006).

Gagern, Hans C. von: Die Resultate der Sittengeschichte, 1822. (Männerliebe vom rohen Candier bis zum feinen Athener. Aber von diesem bösen Stoff der Sittengeschichte eilt selbst mein Gedanke hinweg! S. 85). [S.a. Herzer 78. Hier allg. Infos zu dem politischen Schriftsteller Hans Christoph von Gagern (1766-1852)].

Goethe, Johann W. von: Briefe aus der Schweiz. (1822: U.d.T.: Goethe's Werke. 22. Bd. Goethe beschreibt den Eindruck, den die Nacktheit seines Freundes Ferdinand auf ihn machte: Ich veranlaßte Ferdinanden zu baden im See; wie herrlich ist mein junger Freund gebildet! S. 50). (1960: Neu gesetzt u.d.T. Poetische Werke. 12. Bd. ident. Text S. 478-493). [S.a. L’amour bleu, S. 146. S.a. Derks, S. 259-265, der die Szene im Kontext mit Werther und Wilhelm Meisters Wanderjahre aufgreift. Hier allg. Infos zu  Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)].

Hammer-Purgstall, Joseph: Constantinopolus und der Bosporos. (1822: 1. Bd.: Ein Satz über Tänzerknaben (Kötschek) in Konstantinopel [Istanbul] als Werkzeuge der niedrigsten und verkehrtesten Wollust S. 527). (1822: 2. Bd.: Schandbuben (Haisan) gehören unter polizeilicher Aufsicht S. 402. Ausführliche Beschreibung der Tänzerknaben und Schandbuben mit Schmuck, Bekleidung und Erkennungszeichen S. 516-517). [Schlagwort: Türkei, Sprache, Prostitution. ier allg. Infos zu Joseph von Hammer-Purgstall (1774-1856)].

Heeren, Arnold H.: Historische Werke.., 1822. (5. Bd.: Der römische Kaiser Heliogabalus [Elagabal] besetzte den Senat mit Schandbuben S. 508). [Hier allg. Infos zu Arnold Hermann Ludwig Heeren (1760-1842)].

Hutten, Ulrich von: Gesprächsbüchlein. [Zum Inhalt: Die diversen Schriften im Gesprächbüchlin bestehen aus diversen Dialogen, die Hutten in lateinischer Sprache verfasste: Febris prima, Febris secunda, Inspicientes und Vadiscus sive Trias Romana. Sie sind erstmals 1521 erschienen und Ausdruck der Kritik von Hutten an dem weltlichen Auftreten des Papstes. Das Werk muss noch inhaltlich ausführlich erschlossen werden. Es ist noch unklar, warum die Beiträge in den jeweils anderen ausgaben nicht gefunden wurden]. (1822: U.d.T.: Auserlesene Werke. 2. Bd.: Papst Julius II. erzählt Petrus an der Himmelspforte, dass ihm vom Herzog von Ferrara u.a. Knabenliebe vorgeworfen wurde S. 405-465, hier S. 425). (1905: Übers.: Richard Zoozmann. Neu gesetzt von Projekt Gutenberg. U.d.T.: Gesprächbüchlein Ulrichs von Hutten. Neu gesetzt und ohne Seitenzahlen. Kaiser Tiberius und seine Lustknaben, die man spintriae nennt mit einer Fußnote, die auf Tacitus verweist). (1972: U.d.T.: Deutsche Schriften. 1. Bd. Neu gesetzt von Zeno.org. S. 1–188. Textstellen müssen noch erschlossen werden). [Hier allg. Infos zu Ulrich von Hutten (1488-1523)].

Lipwsky, Felix J.: Materialien zur baierischen Strafgesetzgebung, 1822. (Sodomie und stumme Sünde mit der Todesstrafe nach dem Strafgesetzbuch von 1751 S. 214-215). [Hier ohne Hinweis auf das neue Strafgesetzbuch von Bayern von 1913. [In Bayern gab es eine Straffreiheit von Homosexualität zwischen 1813-Ende 1871. Hier allg. Infos zu Felix Joseph Lipowsky (1764-1842)].

Medicinisch-chirurgische Zeitung, 1822. (3. Bd.: Der Autor fasst das französische Buch Des prisons telles qu´ elles sont… zusammen, wo im 11. Kap. angegeben wird, das in Gefängnissen das Laster der Onanie und Päderastie häufig vorkommt S. 220).

Schaden, Adolph von: Berlins Licht- und Schattenseiten, 1822. (Kap. Die Warmen. Autor will für diese psychische Pest eine strenge Strafe S. 72-73, s. S. 34). [S.a. Herzer 80. Hier allg. Infos zu Adolf von Schaden (1791-?)].

Schlegel, Friedrich von: Sämmtliche Werke: Studien des classischen Altertums, 1822. (4. Bd.: Männerliebe bei den Griechen S. 117. Einstellung in der Antike, dass Liebe nur zwischen Männern statt findet. Gesetze von Solon und Einstellung von Plato S. 149-150). [Hier allg. Infos zu Friedrich von Schlegel (1772-1829)].

Schön, Alfred: Geschichtsforschungen über die kirchlichen Gebräuche, 1822. (Justinian ließ die thrakischen Bischöfe Jesaias und Alexander verstümmeln [kastrieren] und durch die Stadt führen S. 410). [Wikipedia: Die einzigen namentlich bekannten Opfer der Sodomiterverfolgung von Justinian I. (482-565) sind Isaiah von Rhodos und Alexander von Diospolis in Thrakien. Zu Alfred Schön liegen keine weiteren Angaben vor. Dies ist der erste von mehreren Beiträgen zu diesem Fall. Zum gleichen Fall siehe unten Stolberg, 1824; Gibbon, 1837 und Langenschwarz, 1848. Quelle für diese u.a. Berichte ist offenbar Malalas und vor allem Theophanes. Die Werke beider Autoren werden nicht als Scan in deutscher Sprache angeboten. Regesten der Kaiserurkunden (2005) nennt als Quelle für die Bestrafung beider Männer wegen Päderastie Malalas 364,42-49 und Theophanes 177,1 1-15].

Steinbüchel, Anton: Sappho und Alkaios: ein altgriechisches Vasengemählde, 1822. (Über den Spott gegenüber Sappho mit einem Verweis auf Welcker S. 28). [Siehe oben Welcker, 1816. Hier allg. Infos zu Anton von Steinbüchel (1790-1883)].

Der Volksfreund, 1822. (Der Verdacht unreiner griechischer Liebe zwischen Sokrates und Alcibiades S. 98).

Wachler, Ludwig: Handbuch der Geschichte der Litteratur, 1822. (Alanus ab Insulis [1120-1202] eiferte in in seinem Gedicht Planctus naturae [De planctu naturae] gegen die Verderbtheit, besonders gegen Sodomiterei S. 200-201). Hier allg. Infos zu dem Literaturhistoriker Ludwig Wachler (1767-1838)].

Weyand, Johann C.: Johann Carl Weyands Reisen durch Europa, Asien und Afrika.., 1822. (1. Bd.: In Constantinopel [Istanbul] bieten 12-19-Jährige Schandbuben, in Weiberrröcke gehüllt, öffentlich ihren Leib zur Befriedigung hündischer Wollust feil S. 58). [Zu Johann Carl Weyand liegen keine weiteren angaben vor].

Wörterbuch der englischen Sprache, 1822 (Bei to bugger=Knaben schänden kommentiert der Verfasser die Sprache bzw. sprachliche Nähe zwischen den griechischen Wörtern für Cinade, Steiß und unzüchtig tanzen mit Wie leicht war der Übergang! S. 123).

Zeitschrift für die Staatsarzneikunde.., 1822. (2. Jg.: Erstes Vierteljahrsheft. Gutachten über eine Geisteszerrrütung als medizinische Fallbeschreibung einer Tribade mit dem Kommentar, dass man mit einer Todesstrafe in Deutschland von solchen Fällen ungleich seltener hören würde. Ein Bruder des Vaters war Päderast S. 398-414, insb. S. 404-405). [Trotz unterschiedlicher Überschrift und leicht veränderten Text ident. mit siehe unten Vis reperta.., 1837. Schlagwort: lesbisch].

1823

Eros oder Wörterbuch über die Physiologie und über die Natur- und Cultur-Geschichte des Menschen in Hinsicht auf seine Sexualität. (1823: 2. Bd.: Platonische Liebe u.a. mit dem Gastmahl S. 89-96, Tribaden S. 180-181. Der Orden Vestalin mit lesbischen Andeutungen S. 207-212). (1849: Neue Aufl. mit dem 1. und 2. Bd.: 1. Bd.: Knabenliebe S. 657-662, lesbische Liebe S. 669-671. 2. Bd.: Platonische Liebe S. 176-190. Tribaden S. 354-355. Vestalin S. 411-413). [S.a. Herzer 80a. Nach Herzer behandelt der 1. Bd. von 1823 Knabenliebe S. 330-333 und lesbische Liebe S. 336-337. Der Band wird nicht als Scan angeboten, dürfte sich aber im Wesentlichen nicht von der Aufl. 1849 unterscheiden, der allerdings div. Scanfehlern enthält].

Euripides: Der Kyklops / Der Cyklop / zum Teil mit dem Untertitel Ein Satyrspiel des Euripides. [Zum Inhalt: Der Zyklop von Euripides ist das einzige vollständig erhaltene antike Satyrspiel. Euripides orientierte sich dabei an Homers Odysee und verfasste es wohl zwischen 411 und 408 v. Chr. Mindestens drei Textstellen stehen in einem gleichgeschlechtlichen Zusammenhang. Die ersten beiden bestehen nur aus einem Satz. Die erste Textstelle ist unklar und ich vermute aufgrund des Kommentars von 1852 einen homosexuelle Andeutung, die mit Schlauch, Pfeife und Spritze offenbar in einer Phallus-Metapher besteht. In der dritten Textpassage geht es etwas ausführlicher um das gleichgeschlechtliche Begehren des Cyclopen Polyphem, das im alkoholisierten Zustand deutlich wird und sich auf den Silenus bzw. Silen [einem Satyr] bezieht. Eine Szene über das Küssen und das Lieben in Bezug auf Wein in Zeile 550f. wurde nicht weiter berücksichtigt. Im Folgenden werden acht Ausgaben von sechs Übersetzern aufgeführt]. (1823: Übers.: Friederich Heinrich Bothe. U.d.T.: Der Cyclop. Chor der Satyrn: Denn lange hab' ich schon den Weinschlauch nicht gesehen S. 211. Chor: Oh es liebt, es liebt mich jemand! S. 214. Cyclop will, dass Silen sein Ganymed wird: ich lieb' ein schönes Kind Mit einem Bart mehr als ein anderes ohne Bart S. 219-220.). (1836: Übers.: Wilhelm Genthe. U.d.T.: Der Kyklops. Kommentar: Das Stück ist, nicht zu Unrecht, wegen der verschiedenen schlüpfrigen und obscönen Stellen kritisiert worden  S. 11. Kommentar: In der Szene mit dem Alkohol war die Knabenlust, welcher die Griechen so sehr ergeben waren, erwartbar. Warum der Cyclop sich den Silen ergreift, bedarf keiner Erwähnung S. 34. Vergleich mit Platons Gastmahl und Virgils Eklogen S. 50. Chor der Satyrn: Efeu uns [...] umlaubte S. 122. Chor: ein schöner Jüngling liebt mich S. 125. Der Kyklop will, dass Silen sein Ganymed wird: Knabenlust auch mehr als Weiber S. 130-131). (1836: Übers.: Genthe von Archive.org. Ident mit vorigen Eintrag). (1851: Übers.: Adolf Schöll. U.d.T.: Der Cyklop. Chor der Satyrn: Es quält Wittwensehnsucht nach dem geliebtesten Weinheber S. 24. Chor: Wir erfreu'n uns hoch des Freundes S. 28. Der Cyclop will, dass Silen sein Ganymed wird: Immer war der Knabenliebe mehr als der Weiber mein Geschmack S. 33-34). (1852: Übers.: Johann Adam Hartung. U.d.T.: Euripides' Kyklop. Chor der Satyrn: Die traute Spritze ist verwittwet S. 63. Chor: Ein geliebter Buhle liebt uns S. 69. Der Cyclop will, dass Silen sein Ganymed wird: Ich hab' so an Bürschchen mehr als an dem Weibsen meine Lust S. 80-81. Kommentar, dass die traute Spritze aus Zeile 439 einen obszöne[n] Sinn hat S. 109). (1857: Übers.: Johannes Minckwitz. Chor der Satyrn: Unsere liebe Pfeife S. 52. Chor: O Geliebter Freund, Du liebst uns! S. 56. Der Kyklops will, dass Silen sein Ganymed wird: Schätz' ich stets ein Bübchen doch Mit einem Bart weit höher als ein Mädchenkinn S. 62-63). (1864: Übers.: Johannes Minckwitz. siehe vorigen Eintrag). (1871: Übers.: Valentin Hintner. Chor der Satyrn: Wir sind verwittwet und verwaist S. 26. Chor: Welch ein hübsches Liebchen liebt uns S. 28. Cyclop will, dass Silen sein Ganymed wird: Denn mir machen stets Die Knaben mehr Vergnügen als das Weibervolk S. 30-31. Kommentar über Ganymed S. 48). [Hier allg. Infos zu Euripides [ca. 480-406 v. Chr.) und seinem Werk Kyklops. Anhand mehrer Quellen zeigt Gottlieb Regis (S. 754-755) den Weiberhass von Euripides auf, der nach einer von mehreren Sagen von Frauen zerissen worden sein soll, weil sich diese für seine Knabenliebe an ihm rächen wollten].

Eversmann, Eduard F. von: Reise von Orenburg nach Buchara, 1823. (Päderastie im Orient. Die Scham hält den Autor davor zurück, Einzelheiten zu berichten. Der Umgang mit Päderastie ist offen und die Geliebten werden als Mächschuck, Dschuan, Künti, Kirchur mal edler und unedler genannt. Der zu dieser Zeit regierende Chan [?] hatte selbst hat 40-60 Knaben. Neben Mädchen und Knaben geht es auch auch um Sex mit Tieren. Der Aktive und der Passive, wenn dieses ein Knab war, werden halb zu Tode geprügelt S. 83-85). [Hier allg. Infos zu Eduard Friedrich von Eversmann (1794-1860) und Buxoro bzw. Buchara, die heute eine der bedeutendsten Städte in Usbekistan ist.

Gossner, Johannes: Geist des Lebens und der Lehre Jesu Christi im N. T., 1823. (Sodomiterey in Bezug auf 2 Petrus 2/8 S. 329). [Schlagwort: Bibel. Hier allg. Infos zu Johannes Evangelista Goßner (1773-1858)].

Haupt, Karl G.: Sammlung königl. Preußischer Gesetze, 1823. (Über Zuchthausstrafe mit Willkommen und Abschied [Prügel] S. 503-504). [HIer allg. Infos zu Karl Gerhard Haupt (1778-1833)].

Henke, Eduard: Handbuch des Criminalrechts und der Criminalpolitik, ab 1823). (1823: 1. Bd.: Nebenmemerkung, dass sich ein Sodomit nicht damit rausreden kann, dass ihm die Strafbarkeit der Handlung nicht bewusst war. S. 358). (1826: 2. Bd.: Großer Beitrag im Kap. Von den Angriffen auf die Sittlichkeit. Auch über Handlungen unter Frauen, wobei bei ihnen weniger Verderbnis vorliegt S. 163-165. Verführung, Abhängigkeitsverhältnisse und über Strafen wie Polizeistrafen ohne körperliche Züchtigungen S. 152-172 [Schlagwort: lesbisch]). (1830: 3. Bd.: Im Kap. Von der Selbstbefleckung und der Bestialität wird bei gleichgeschlechtlicher Sexualität auf den 2. Bd. verwiesen, auch wenn einzelne Aspekte wie Art. 116 auch auf diese zutreffen S. 618-623. S. S. 689). [S. oben Henke, 1812. S.a. Herzer 92, der sich auf Ausgabe von 1830 bezieht. S.a. Bleibtreu-Ehrenberg, S. 327, 333, 347-348. Hier allg. Infos zu Eduard Henke (1783-1869)].

Hoeck, Karl: Kreta: Ein Versuch zur Aufhellung der Mythologie. (Zum Inhalt: Ein Werk, dass von 1923-1929 in drei Bänden erschienen ist].  (1923: 1. Bd: ohne relevante Fundstellen). (1928: 2. Bd.: Nach der griechischen Mythologie wurde der Knabe Miletos von den beiden Zeus Söhnen Sarpedon und Minos geliebt. Als sich Miletos für Sarpedon entscheidet, fängt Minos einen Krieg an und Sarpedon muss mit Miletos fliehen. Hoeck geht hier auf Knabenliebe ein S. 306). (1929: 3. Bd.: Großer Beitrag über Knabenraub und Liebesverbrüderung Knabenraub nach Ephoros, Männerliebe nach Platon und Xenophon. Die Tendenz der Liebe war rein und edel S. 106-119). [Hier allg. Infos zu Karl Hoeck (1794-1877). S.a. Herzer 81].

Jahrbücher der Literatur, 1823. (24. Bd.; Arnaldo Daniello als Sodomit bei Dante Die Göttliche Komödie S. 160-161). [S. oben Dante, 1767].

Johann Gottlob Schneiders Handwörterbuch der griechischen Sprache, 1823. (2. Bd.: Eine Begrifferklärung in der griechischen Sprache für Lehrer der Knaben in der Ringkunst und in unsittlicher Beziehung, Knabenschänder S. 333).

Korai, Adamantios: Vom alten und neues Hellas, 1823. (Päderastie von Zeus. Wegen Ganymed wurde Päderastie zum Hauptgegenstand der bürgerlichen Gesetze S. 30). [Hier allg. Infos zu Adamantios Korai (1748-1833)].

Neander, August: Denkwürdigkeiten. (1823: 1. Bd. [1. Aufl.]: Die Beschuldigungen gegenüber Sokrates und Plato sind zu verwerfen. Über Xenophon und Cicero. S. 164-167, 170-171). (1825: 1. Bd.: 2. verb. Aufl.: Text mit 1823 offenbar identisch, aber S. 147-148, 151-152). [Hier allg. Infos zu August Neander (1789-1850)].

Ørsted, Anders S.: Ausführliche Prüfung des neuen Entwurfs zu einem Strafgesetzbuch für das Königreich Bayern, erschienen in München 1823, 1823 (2. Bd. von Abhandlungen... Widernatürliche Unzucht wird ganz weggelassen, jedoch bei gröbern Arten Arrest von einer Woche bis drei Monate. Kommentar, dass es empörend ist, dass nur wenige Tage Arrest drauf stehen, und dass man es besser ganz gestrichen hätte S. 31, 62-64). [Hier allg. Infos zu Anders Sandøe Ørsted (1778-1860). In Bayern gab es eine Straffreiheit von Homosexualität zwischen 1813-Ende 1871].

Otto, Johann M.: Biblisches Spruch-Register.., 1823. (Alpabetisches sortierte Bibelzitate mit vier Sodom-Sprüchen und einem Sodomiterey-Spruch, wie Sodomiterey wird verboten nach Lev. 18/22 [2. Mose] S. 450). [Zu Johann Michael Otto liegen keine weiteren Angaben vor].

Polemisch-religiöser Licht und Wahrheit verbreitender Federkampf. (1823; [1. Aufl.]: Der [Gegen-] Papst Johannes XXIII. wird [im Jahre 1419] u.a. der Sodomie beschuldigt. S. 565. Clemens VII. ein Sodomit; Joh. von Florenz, Erzbischof von Benevent [Giovanni Della Casa, 1503-1556], der angeblich der Sodomiterei das Wort spricht und ihr auch ergeben sei S. 579. [Zu Casa s.a. Invertito 4.2002, S. 117-139]). (1824, 2. vermehrte Auflage, in den relevanten Passagen ident. mit Aufl. von 1823). 

Reise von Orenburg nach Buchara, 1823. (Päderastie in muhamedanische Religon und Konstantinopel [Istanbul] S. 83-84). [Schlagwort: Türkei].

Rost, Valentin C. / Spitzner, Franz: Griechisch-Deutsches Schulwörterbuch, 1823. (In der griechischen Sprache gibt es jeweils nur ein Wort für Ich liebe Knaben/treibe Knabenliebe und der Knaben liebt/Knabenschänder S. 189).

Schreger, Christian H.: Handbuch der Pastoral-Medicin für christliche Seelsorger, 1823. (Der Fall eines eingebildeten Sodomiten nach D. Elwert S. 454). [S. oben Mezler, 1794].

Sieber, F. W.: Reise nach der Insel Kreta.. (1823: 1. Bd.: Knabenliebe ist unter den Türken erlaubt. Eine Klage kommt nie vor Gericht. Sie würde den Gemißhandelten nur lächerlich machen, und da es fast immer ein Grieche ist, ihm auch kein Recht verschaffen S. 500). (1823: 2. Bd.: Knabenliebe bei Sokrates und Alcibiades. S. 252-253). [Hier allg. Infos zu dem botanischen Reisenden Franz Wilhelm Sieber (1789-1844)].

Weber, Karl J.: Das Ritterwesen und die Templer, Johanniter und Marianer … (1823; [1. Aufl.]; 2. Bd., Kap. XIX Der Prozess gegen die Templer der scheußlichste Justizmord in der Geschichte. Die Nr. 4-7. 4. Unnatürliche Lust, 5. Unanständige Küsse, 6. Die Gürtel der Ritter und 7. Die geheimen Capitel bei Nacht S. 373-377). (1836; 2. Aufl., 2. Bd., Die Kap. Nr. 4-7 nahezu identisch mit 1823, aber S. 295-298). [S.a. Herzer 81a. Hier allg. Infos zu Karl Julius Weber (1767-1832)].

Zeitschrift für die Anthropologie, 1823. (Ein Absatz über die Gemeinsamkeit zwischen Päderasten und Kastraten im weiblichen Körperbau S. 266).  

1824

Allgemeine Literatur-Zeitung, Nov. 1824. (3. Bd.: Kritik an dem Entwurf des baierischen Strafgesetzbuches, dass selbst die Verleitung eines 15-jährigen Pfleglings zur widernatürlichen Unzucht nur noch eine Polizeyübertretung ist Spalte 525). [In Bayern gab es eine Straffreiheit von Homosexualität zwischen 1813-Ende 1871].].

Amtsblatt, 1824. (Der wegen Sodomiterei zur Untersuchung gezogene Dienstknecht Hans (Heinrich) Grigoleit ist auf dem Transport 1819 entkommen S. 658).

Biener, Friedrich A.: Geschichte der Novellen Justitians, 1824 (Gesetze gegen Knabenschänder in der Antike S. 45-46). [Hier allg. Infos zu Friedrich August Biener (1787-1861)].

Binder, Jakob F.: Bemerkungen zum Entwurfe des Strafgesetzbuchs München, 1824. (Das Hochsetzen des Schutzalters bei Jungen von 12 auf 15 Jahre S. 88). [Hier allg. Infos zu Jakob Friedrich Binder (1787-1856)].

Canisius, Petrus: Kurzer Inbegriff der christlichen Lehre.., 1824/1826. (1824: 2. Aufl.: Die Sodomitsche als eine der vier himmelsschreienden Sünden S. 188-189). (1826: 3. Aufl.: nicht satzgleich, aber vermutlich inhaltlich identischer Text S. 188-189). (1846: Nur hier mit der Nennung von Herenäus Haid als Übersetzer. Vermutlich inhaltlich identischer Text S. 188-189). [Hier allg. Infos zu Petrus Canisius (1521-1597), der von der kath. Kirche als Heiliger verehrt wird, und zu Herenäus Haid (1784-1873)].

Cicero: De re publica / Über den Staat / Der Staat / Sechs Bücher vom Staat / Vom Staate. [Zum Inhalt: Mit diesem Werk schrieb Cicero eine philosophische Abhandlung über einen Idealstaat und beschäftigt sich im vierten Buch in zwei aufeinander folgenden Stellen mit dem Umgang mit der Knabenliebe. Im folgenden werden vier Übersetzungen aufgeführt, mit zum Teil abweichenden Unterteilungen]. (1824: Übers. Friedrich von Kobbe. U.d.T. Der Staat: Nr. 4/3-4: Knabenliebe S. 115-117). (1828: Übers. Georg H. Moser. 2. Bd. U.d.T.: Sechs Bücher vom Staat. Nr. 4/4-5 Knabenliebe S. 1225-1227). (1828: Übers. Georg H. Moser. U.d.T. Vom Staat. Neu gesetzt von Gutenberg. 5. Kap.: Nr. 4/4-5 Knabenliebe8. Kap.: Nr. 4/4-5 Knabenliebe o.S.. Die Texte sind bei Gutenberg richtig wiedergegeben. Es ist jedoch ein Fehler, dass sich das 5. und 8. Kap. hier wiederholen). (1841: Von Friedrich von Kobbe. Die Formulierung lässt keinen Schluss auf den Übersetzer zu, die Übersetzung  weicht von der Ausgabe von 1824 ab. U.d.T.: Cicero's Bücher vom Staate. Nr. 4-5: Knabenliebe S. 584-586). (1861: Übers. Raphael Kühner.  U.d.T. Cicero’s fünf Bücher. Zwei Kommentare des Übersetzers in der Einleitung zur Knabenliebe, dass diese zu verwerfen ist S. 28, S. 31. Die Kap. 33 und 34 von Cicero über Knabenliebe S. 195-197. Diese Texte passen inhaltlich nicht zu den anderen Übersetzungen). [Hier allg. Infos zu Cicero (106-43 v.Chr.) und den Übersetzern Georg H. Moser  (1780-1758) und Raphael Kühner (1802-1878). Zu Friedrich von Kobbe liegen keine weiteren Angaben vor].

Fessler, Ignazius A.: Dr. Fessler’s Rückblicke auf seine siebzigjährige Pilgerschaft, ab 1824. (1824. [1. Aufl.]. Er war unerbittlich streng gegenüber Päderasten und Tribaden und verweigerte ihnen durch mehrere Monate die Absolution S. 74). (1851. 2. Aufl. Ident. Text, aber S. 45-46). [Hier allg. Infos zu Ignatius Aurelius Fessler (1756-1839)].

Fuchs, Emmanuel F.: Polemisch-religiöser, Licht und Vahrheit verbreitender Federkampf.., 1824. (Sixtus soll erlaubt haben, in den heissesten drei Sommermonaten widernatürliche Unzucht zu treiben. Quelle. Wesselli Gronigensis. Ecel. Indulg. mit bezug auf Cardinal St. Lucia S. 571). [Ausführliche Hinweise zu Sixtus IV. siehe oben Fischart, 1576. Zu Emmanuel Friedrich Fuchs liegen keine weiteren Angaben vor].

Kinder-Bibel enthaltend auserlesene Erzählungen.., 1824. (Sodom und Gomorrah S. 24-25).

Lenhossek: Darstellung des menschlichen Gemüts, 1824. [S.a. Herzer 98, der sich auf 2. Aufl. von 1834 bezieht. Herzer-Eintrag wohl wegen der Nennung im JfsZ 1.1899 S. 228. Kontext mit Homosexualität bleibt unklar].

Lehr und Exempelbuch: Katechismus oder die Christkatolische.., 1825. (Stumme Sünde S. 357-358).

Lessing, Gotthold E.: Sämmtliche Schriften, 1824/1853. [Zum Inhalt: Hier die in Karlsruhe gedruckte Ausgabe. Für die Berliner Ausgabe siehe Lessing: Sämmtliche Schriften, 1825. Für die Leipziger Ausgabe siehe Lessing: Sämmtliche Schriften, 1854]. (1824: 22. Bd.: Über das Küssen bei den Griechen, Plutarch, Sprache und den Begriff florenzen und Lessing. S. 43-44). (1853: 2. Bd.: Alcibiades S. 464-494. Alcibiades in Persien über die sokratische Liebe S. 494-495). [Zu beiden Theaterstücken s.a. Andere Liebe, S. 105-106. Der Text von 1824 ist identisch mit dem 15. Bd. der Berliner Ausgabe von 1825/1826. Scan beinhaltet zwei Dokumente mit separater Seitenzählung. Hier allg. Infos zu Gotthold E. Lessing (1729-1781)].

Müller, Karl O.: Die Dorier, 1824. (1824: 1. Bd.: Dorische Knabenliebe und lesbische Dichterfrauen S. 290-298). (1824: 2. Bd.: Dorische Knabenliebe S. 293-298). [Die Bände erschienen in der Reihe Geschichten hellenischer Stämme und Städte als vier Bücher in 2 Bänden. S.a. Herzer 82.  Hier allg. Infos zu Karl Otfried Müller (1797-1840)].

Neues Archiv des Criminalrechts, 1824. (Spangenberg: Ueber das neue Criminalgesetzbuch des Staats von Louisiana S. 69-96, insb. S. 74-96. Die Päderastie wird nicht bestraft, weil die natürliche Abscheu das Laster nicht aufkommen lässt, die Definition die Sittlichkeit vergiften würde und eine Untersuchung nie öffentlich vorgenommen werden könnte S. 74). [Hier allg. Infos zu dem Juristen Ernst Peter Johann Spangenberg (1784-1833)].

Neues vollständiges Wörterbuch, 1824. (Päderast: Knabenschänder S. 107. Sodomiterei: Sünde, welche Pers. desselben Geschlechts mit eina. treiben; Geschlechtsschänderei S. 289).

Stolberg-Stolberg, Friedrich L.: Geschichte der Religion Jesu Christi, 1824. (Die Folterung der Bischöfe Esaias von Rhodus und der Bischof Alexander von Diospolis unter Justitian S. 195). [Hier allg. Infos zu Friedrich Leopold Stolberg-Stolberg (1750-1819)].

Voss, Johann H.. Antisymbolik, 1824. (Über Pelops als Schandbube von Poseidon S. 451). [Hier allg. Infos über Pelops aus der griechischen Mythologie, der zeitweise Poseidons Geliebter gewesen sein soll und über Johann Heinrich Voß (1751-1826)].

Welcker, Friedrich G.: Aeschylische Trilogie Prometheus…, 1824. (Knabenliebe in Lydien. S. 356-357). [Hier allg. Infos zu Friedrich Gottlieb Welcker (1784-1868)].

Wildberg, Christian F.: Lehrbuch der gerichtlichen Arzneywissenschaft.., 1824. (Sodomie mit äußeren Erkennungszeichen S. 75-78). [Hier allg. Infos zu Christian Friedrich Ludwig Wildberg (1765-1850)].

1825

Lesetipp! Amalthea oder Museum der Kunstmythologie und bildlichen Alterthumskunde, 1825. (3. Bd.: Der Autor geht auf das von Suedas kolportierte Sprichwort: Hüte Dich vor dem Mann mit dem behaarten Hintern ein. Nach der Meinung des Verfassers lag dies an den Erfahrungen, die die sich oft nackt zeigenden Griechen gemacht haben. Nach dieser Erfahrung stand der Mann mit stark- und schwarzbeharrten Gesäß als tapfer und mannhaft, dem mit weißem und glattem Hintern, dem weibischen Weichling, schnurstracks entgegen. Die Namen der zwei Kerkopen wurden verändert. Sie heißen Passalus und Akmon, deutungsvolle Namen in Beziehung auf das Theil des Körpers, der im Melampygus [wörtlich: Schwarzsteiss, Beiname von Herakles] die Hauptrolle spielt S. 326-328). [Mit dem letzten Satz bezieht sich der Autor auf den Hintern und meint damit eine sexuelle Rolenverteilung in passiv und aktiv. Das anfangs erwähnte Sprichwort geht zurück auf die griechische Mythologie und bezieht sich auf den behaarten Hintern von Herakles. Die Kerkopen, die beiden Söhne von Theia und Okeanus, wurden nach der Sage in zwei Schmeißfliegen verwandelt und so kopfunter über den Rücken von Herakles aufgehängt, dass sie seinen schwarz-behaarten Hintern zu sehen bekommen].

Siehe voriger Beitrag

Nach der griechischen Mythologie wurden die beiden Söhne von Theia und Okeanus in zwei Schmeißfliegen verwandelt und so kopfunter über den Rücken von Herakles aufgehängt, dass sie seinen schwarz-behaarten Hintern zu sehen bekommen.

Nach der Meinung des Verfassers stand der Mann mit stark- und schwarzbeharrten Gesäß als tapfer und mannhaft, dem mit weißem und glattem Hintern, dem weibischen Weichling, entgegen. Die Namen der zwei Kerkopen wurden verändert. Sie heißen Passalus und Akmon, deutungsvolle Namen in Beziehung auf das Theil des Körpers, der im Melampygus [wörtlich: Schwarzsteiss, Beiname von Herakles] die Hauptrolle spielt. [Die Illustration ist nicht auf dem Scan abgebildet sondern entstammt dem Wikipedia-Beitrag]

Weiter mit 1825

Cervantes, Miguel de: Der großmüthige LiebhaberDer edelmütige Liebhaber / Der großmütige Freier / El amante liberal. [Zum Inhalt: Diese Novelle ist Teil einer Novellensamlung bzw. der Novelas ejemplares. Nach Wikipedia werden hier die homosexuellen Liebschaften der Araber verspottet. Es wurde nur eine Textpassage gefunden, die sich darauf beziehen lässt]. (1825: Übers.: Leberecht Günther Forster. U.d.T.: Der großmüthige Liebhaber S.130-212. Im Gespräch mit dem Türken Mahamut berichtet der Sklave Ricardo von seiner Wut und Eifersucht, als er den jungen Cornelio vertraut mit dem Mädchen Leonissa sah. Zu Leonissa provozierend: Kräusele und locke die Haare Deines neuen Ganymed. Er macht Anspielungen auf Achilles. Zu Cornelio in Form einer Schmährede: Geh, und spiele mit den Mädchen Deiner Mutter; dort trage Sorge für Deine Haare und nimm Deine Hände in Acht, welche mehr dazu geeignet sind, Seide zu winden, als ein hartes Schwert zu fassen S. 140-142). [Hier allg. Infos zu Miguel de Cervantes (1547-1616) und Leberecht Günther Forster (1788-1846)].

Criminalistische Beiträge. Eine Zeitschrift in zwanglosen Heften, 1825. (Nach dem Bayerischen Stragesetzbuch bezieht sich Nothzucht [Vergewaltigung] auch auf Männer S. 529. Vergleich von Nothzucht bei Frauen mit Päderastie bei Männern, wo erzwungene Päderastie seltener zum Tod führt S. 534). [In Bayern gab es eine Straffreiheit von Homosexualität zwischen 1813-Ende 1871].

Etnographisches Archiv, 1825. (28. Bd. Im Staatsgefängnis Greenwich bei New York werden Sodomiten [evt. Tierkontakt] lebenslänglich eingesperrt S. 402). [Schlagwort: USA].

Heinroth, Johann C.: System der psychisch-gerichtlichen Medizin, 1825. [S.a. Herzer 83. Eintrag erfolgte offenbar wegen der Nennung im 19. und 20 Jg. vom JfsZ. Aufnahme in diese Bibliographie nur wegen dem Herzer-Eintrag. Hier allg. Infos zu Johann Christian August Heinroth (1773-1843)].

Hermes, Karl H.: Brittania oder neue englische Miszellen, 1825. (4. Bd. Okt.-Dez.: Die britischen Prozesse wegen Päderastie im August 1825 gegen den Bischof von Clogher [=Percy Jocelyn] und John Grosset Muirhead S. 91). [Hier allg. Infos zu Percy Jocelyn (1764-1843). Er war der höchststehende Geistliche der anglikanischen Kirche, der im 19. Jahrhundert in einen öffentlichen Sexskandal verwickelt war. Das Verfahren gegen Muirhead wegen päderastischer Vergehen wird u.a. von Iwan Bloch erwähnt. Hier allg. Infos zu Karl Heinrich Hermes (1800-1856)].

Hutten, Ulrich von: Sämmtliche Werke, 1825. (Den Aussagen von Jesus Christus werden [als Kritik an der katholischen Amtskirche] Aussagen von Papst engegengesetzt, u.a. Mein Clerici und Priester sollen […] Sodomei treiben, - das wehr’ ich ihn nit S. 138). [Hier allg. Infos zu Ulrich von Hutten (1488-1523)].

Journal der Chirurgie und Augenheilkunde, 1825. (8. Bd.: Dr. Mayer: Über Hermaphroditische Bildungen mit Beobachtungen an einem Ziegenbock, einem Hund, an Friedrich Margaretha Bergold und Heinrich N. S. 194-213). [Schlagwort: Transsexualität. Zu Bergold siehe oben Henke, 1812 und siehe unten Neugebauer, 1908).

Lessing, Gotthold E.: Sämmtliche Schriften.., (Hier die in Berlin gedruckte Ausgabe vom Hrsg. Karl Lachmann. Zur Karlsruher Ausg. siehe Lessing: Sämmtliche Schriften, 1824). (1825: 4. Bd.: Knabenliebe S. 224. Scan beinhaltet zwei Dokumente mit separater Seitenzählung). (1826: 15. Bd.: Über das Küssen bei den Griechen, Plutarch, Sprache und den Begriff florenzen S. 189-191). (1838: 2. Bd.: Alcibiades S. 464-470 und Alcibiades in Persien S. 470-471 über die sokratische Liebe). [Zu beiden Theaterstücken s.a. Andere Lieben, S. 105-106. Zu dem 15. Band siehe oben Kollektaneen.., 1790 und Vermischte Schriften.., 1793].

Medicinisch chirurgische Zeitung, 28.02.1825. (Rez. von L. J. L. Mende: Ausführliches Handbuch der gerichtlichen Medicin …., dass auch Unzucht wider die Natur behandelt S. 316). [Schlagwort: Anno, Österreich. Zum rezensierten Buch siehe oben Mende, 1819].

Morgenblatt für gebildete Stände, 12.9.1825, Nr. 218. (28 Bd.: Abdruck des Gedichts von August Graf von Platen: Wer die Schönheit angeschaut mit Augen.., dessen Titel mit Tristan und Isolde angegeben wird S. 869). [Das Gedicht heißt eigentlich Tristan, ist an die mittelalterliche Erzählung Tristan und Isolde angelehnt und Platens wohl bekanntestes Gedicht. Wegen der Formulierung aus ungedruckten Dramen handelt es sich wohl um die Erstveröffentlichung. S.a. Die Bibliothek von Sodom, S. 185-187. Hier allg. Infos zu August Graf von Platen (1796-1835). S.a. Mann für Mann, S. 556-557].            

 

Siehe voriger Beitrag

 

August Graf von Platen

Weiter mit 1825

Neues Archiv des Criminalrechts, 1825/1826. (1825: 8. Bd.: G. Lauk: Über die sittliche Beziehung der Strafgesetze: Bayerisches Strafrecht: Nicht mit Unrecht spricht sich Ørsted dagegen aus, dass Handlungen wie widernatürliche Unzucht mit wenigen Tagen Arrest abgebüßt werden können S. 90). (1826: 8. Bd: ident. Text mit gleichem Satz). [Zum rezensierten Buch siehe oben Ørsted, 1823, woraus sich eine z.T. falsche Wiedergabe ergibt. In Bayern gab es eine Straffreiheit von Homosexualität zwischen 1813-Ende 1871].

Platner, Eduard: Der Process und die Klagen bei den Attikern, 1825 (Scan beinhaltet 1. und 2. Bd. mit separater Seitenzählung. 2. Bd.: Klagen wegen Knabenschändung mit allen rechtlichen Aspekten zur Knabenliebe bei den Griechen S. 217-224). [Schlagwort: Prostitution. Hier allg. Infos zu Eduard Platner (1786-1818)].

Ryd, Valerius A. / Stierlin, Emanuel / Wyss, Johann R.: Berner-Chronik von Anfang der Stadt Bern bis 1526, 1825. (1. Bd. Von Hochenburg wird zusammen mit Antoni Schärer verbrannt S. 303-304). [Zur Zeichnung der Verbrennung von Ritter Richard Puller von Hohenburg 1482 und weiteren Texten siehe oben Stettler, 1626].

Vollständiges Handbuch der neuesten Erdbeschreibung, 1825. (23. Bd.: Über die Marrus in Australien, die der griechischen Liebe fröhnen und weibliche Kleidung tragen S. 721).

Wagenseil, Christian J.: Die Jesuiten und ihr Benehmen, 1825. (Fälle von Missbrauch an Knaben durch den Jesuiten-Pater Jakob Marell, P. Dietrich Beck, P. Ehinger, P. Herler, M. Schlegel und viele andere S. 318-320). [Hier allg. Infos zu Christian Jakob Wagenseil (1756-1839)].

Winckelmann, Johann J. / Eiselein, Joseph (Hrsg.): Sämtliche Werke: Einzige vollständige Ausgabe: dabei Porträt, Facsimile.., 1825. (Ein Brief vom 15.12.1760: Winckelmann schwärmt von einem Gemälde, auf dem Jupiter Ganymed küsst. Ja der Bardasso ist in der Größe eines schönen wohlgebildeten jungen Menschen von 18 Jahren S. 457-458). Hier allg. Infos zu Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) und Joseph Eselein bzw. Josua Eiselein (1781-1856).

1826

Abeken, Bernhard R.: Beiträge für das Studium der Göttlichen Comödie Dante Alighieri's, 1826. (Über die Seelen in Dantes Göttliche Komödie, die unnatürlicher Wollust gefrönt haben, wie u.a. Dantes Lehrer Brunetto S. 274-275). [Hier allg. Infos zu Bernhard Rudolf Abeken (1780-1866)].

Abegg, Julius, F.: System der Criminal-Rechts-Wissenschaft.. (1826: Sodomie S. 252). (1836: Neuauflage. Sodomie mit verändertem Text S. 698-701). [Hier allg. Infos zu Julius Friedrich Heinrich Abegg (1796-1869). Reprint erschien 1996].

Ammon, Christoph F. von: Handbuch der christlichen Sittenlehre. (1826: 2. Bd.: Ein Auseinanderhalten der Geschlechter in der Pubertät bildet nur Faune und Tribaden. S. 262. ). (1832: 2. Bd.: ident. mit 1826, aber S. 206). (1838: 2. Bd.: ident. mit 1826, aber S. 476). [Schlagwort: Sprache. Hier allg. Infos zu Christoph Ammon (1766-1850)].

Conversations-Lexicon, 1826. (Sprache: Sodomiterei und andere Sünden werden auch als die sogenannten schreienden Sünden bezeichnet S. 379).

Fuhrmann, Wilhelm D.: Handwörterbuch der christlichen Religions- und Kirchengeschichte, 1826. (1. Bd.: Ein Satz, dass Bonifatius VIII. [um 1236-1303] u.a. wegen Sodomie angeklagt wurde S. 330). [S.a. Randgruppen, S. 322. Hier allg. Infos zu Wilhelm David Fuhrmann (1764-1838)].

Die Geschlechtsausschweifungen unter den Völkern der alten und neuen Welt, 1826. (Loblied auf Knabenliebe durch Kardinal Casa S. 90-91). [S.a. Herzer 85. Zu Giovanni Della Casa (1503-1556) s.a. Invertito 4.2002, S. 117-139].

Hermes oder kritisches Jahrbuch der Literatur, 1826. (Rez. von Müller: Die Dorier in Bezug auf die dort genannte Knabenliebe S. 165). [Zum rezensierten Werk siehe oben Müller, 1824].

Jahrbücher für Philologie und Paedagogik.., 1826. (1. Bd.: Vergleich der lesbischen Mädchenliebe mit der männlichen Päderastie mit Verweis auf Welcker S. 400).

Karamzin, Nikolaj M. / von Hauenschild, Fr.: Geschichte des Russischen Reiches, 1826. (8. Bd.: Der Fürst Demetrius Obolensky sagte um 1560 zu Theodor Basmanow, dem jungen Liebling des Zaren Johanns des Schrecklichen [Iwan, der Schreckliche =Iwan IV., 1530-1584]: Wir dienen dem Zaren durch nützliche Thaten, du aber durch die schmuzigen Werke der Sodomiten S. 16, 303 zu einem Brief von 1577). [Siehe unten Biographien, 1842. Andere Quellen bezeichnen Theodor Basmanow bzw. Basmanov als Der geliebteste Günstling von Iwan IV. Hier allg. Infos zu Nikolaj Michailowitsch Karamzin (1766-1826). Zu Dimitri bzw. Demetrius Obolensky und Fr. von Hauenschild liegen keine weiteren Angaben vor].

Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon, 1826. (Chamaetypus ist ein zur Päderastie sich missbrauchender lassender, eine männliche Hure. S. 192). [Schlagwort: Sprache].

Neues Lausitzerisches Magazin, 1826. (5. Bd.: Edle Knabenliebe und Knabenschänderei bei den Griechen S. 88-89).

Pelz, Eduard / Lumignon, P.: Hephata oder Denkwüdigkeiten.., 1826/1828. (1826: Vorwürfe in Bezug auf Päderastie und das, was in der Salzsäulengegend geschah, treffen, von Ausnahmen abgesehen, nicht auf die Freimaurer zu. Die Schwestern der Loge de la Candeur sollen jedoch Tribaden sein S. 244). (1836: ident. mit 1826). [Schlagwort: lesbisch, Sprache. Hier allg. Infos zu Eduard Pelz (1800-1876). Zu P. Lumignon liegen keine weiteren Angaben vor].

Savigny, Friedrich K. von: Geschichte des Römischen Rechts im Mittelalter, 1826. ([Der mittelalterliche Übersetzer] Benvenutus von Imola [Benvenutus da Imola, 1338-1388] über die Verleumdung von Francesco d’Accorso [Franz von Accorso, 1225-1293] als Sodomit in Dante Die Göttliche Komödie S. 286). [Hier allg. Infos zu Friedrich Carl von Savigny (1779-1861)].

Spittler, Ludwig T.: Geschichte des Papstthums, 1826. (Über die verbreitete Päderastie bei Päpsten und Cardinälen im 16. Jahrhundert S. 219). [Hier allg. Infos zu Ludwig Timotheus Spittler (1751-1810)].

Suevern, Johann W.: Ueber Aristophanes Wolken, 1826. (Komm. über Alcibiades und Knabenliebe. S. 65). [Die Wolken sind hier nicht abgedruckt. Dafür siehe oben Aristophanes: Die Wolken, 1772. Hier allg. Infos zu Johann Wilhelm Süvern (1775-1829)].

Theiner, Augustin: Die katholische Kirche.., 1826. (Knabenschändung auf einem Concil im 7. Jahrhundert mit Literaturangabe und nach einer Vorschrift aus dem 8. Jh. S. 67). [Hier allg. Infos zu Augustin Theiner (1804-1874)].

Voß, Johann, H.: Antisymbolik, 1826. (2. Bd.: Unnatürliche bzw. Unreine Jünglingsliebe bei den Griechen S. 440, 450). [Hier allg. Infos zu Johann Heinrich Voß (1751-1826)].

Wächter, Karl G. von: Lehrbuch des römisch-teutschen Strafrechts, 1826. (2. Bd.: Sodomie S. 574-580). [S.a. Herzer 87. Hier allg. Infos zu Karl Georg von Wächter (1797-1880)].

Wilcke, Ferdinand: Geschichte des Tempelherrenordens, 1826/1835/1860. [Zum Inhalt: Gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen im Templerorden, einem geistlichen Ritterordens des 11.-13. Jh.]. (1826/1827: [1. Aufl.]: Zwei Bände mit separater Seitenzählung. 1. Bd.: Nichts gefunden. 2. Bd.: Sodomie unter Brüdern S. 15. Knabenschänder S. 270. Sodomie S. 294-295. Kammerdiener George  als Fall eines als Knabenschänder bekannten Priesters 313-315). (1835: [1. Aufl.]: 3. Bd.: Jakob von Molay [1298-1314] wird der Sodomie bezüchtigt S. 511). (1860: 2. Aufl.: Nun in insgesamt zwei statt in drei Bänden mit separater Seitenzählung und mit dem abweichenden Titel: Geschichte des Ordens der Tempelherren.., Hier 1. und 2. Band. 1. Bd.: Nichts gefunden. Im 2. Bd.: Päderastie bei den Templern. Großmeister Jakob, sein Kammerdiener Georg und Ritter Sicard von Roche waren dafür berüchtigt S. 280-284, 296). [Hier allg. Infos zu Ferdinand Wilcke (1800-1861), der zwar Wilhelm Ferdinand Wilcke heißt, aber allgemein als Ferdinand Wilcke angesetzt wird. Trotz inhaltlicher Unterschiede wird das Werk hier gemeinsam mit der Geschichte des Ordens der Tempelherren von 1860 verzeichnet, weil Wilcke es selbst als eine 2. Aufl. seiner ersten Publikation bezeichnet].

Wildberg, Christian F.: Versuch eines Lehrbuchs der medizinischen Rechtsgelahrtheit.., 1826. (Sodomie mit äußeren Erkennungszeichen S. 109-110). [Hier allg. Infos zu Christian Friedrich Ludwig Wildberg (1765-1850). S. oben Wildberg, 1824].

Lesetipp! Zeitschrift für die Anthropologie, 1826. (Aus dem Beitrag von W. Gratarolo über Physiognomik: Die Nasenlöcher entsprechen in der Größe den Hoden, außer bei sodomitischen Handlungen. Durch Gebrauch wird der Hoden vergrößert; der rechte Hoden wird mehr gebraucht S. 283). [Hier allg. Infos zu dem Sprichwort: Wie die Nase des Mannes, so sein Johannes. Zu Gratarolo liegen keine weiteren Angaben vor].

1827

Abend-Zeitung, 14.06.1827. (Die heilige Schar, Plato und die Männerliebe S. 567). [Schlagwort: Anno, Österreich].

Baerisches Wörterbuch [Zum Inhalt: Eine Sammlung von Wörtern und Ausdrücken, die nicht mehr oder anders verwendet werden]. (1827: 1. Bd.: Ein sprachliches Beispiel für das Wort verbalmunden bzw. verpalmunden = jemanden in üblen Ruf bringen: Die mundern prüder haben den Kayser Fridich verpalmundet, do si auf ihn sagten, er wär ain sodomita, oder daz er Vich verungeraint [=Vieh verunreinigt im Sinne von sexuellen Handlungen] oder er sey ain ketzer S. 167). (1827: 1. Bd.: Identisch mit dem vorigen Eintrag: verbalmunden S. 167. Im Abweichung zum vorigen Eintrag: Ketzerei in seiner Bedeutung von widernatürlicher Unzucht S. 346). (1836: 3. Bd.: Mit dem gleichen Satz über Kaiser Friedrich wird das Wort verungeraint [verunreinigt] erklärt S. 93). [Schlagwort: Sprache, Bayern].

Bauer, Anton: Lehrbuch der Strafrechtswissenschaft, 1827. (Sodomie S. 398-401). [Hier alg. Infos zu dem Strafrechtler Anton Bauer (1772-1843). Siehe unten Bauer: Lehrbuch des Strafrechtes, 1833].

Bonstetten, Karl V. von: Brief von Bonstetten an Matthisson, 1827. (Im Brief vom 12.09.1802: Liebe und Wauwau S. 16. Im Brief vom 28.08.1821: Empfindungen innige Liebe zu Müller [Johannes Müller] und Trembley und Freundschaftsplanen mit ihnen zu leben und zu sterben S. 84). [S.a. Mann für Mann, S. 140-142, 493-494. Hier allg. Infos zu Karl Viktor von Bonstetten (1745-1832)].

Brentano, Dominikus von / Scholz, Johann M. / Dereser, Thaddaeus A.: Die heilige Schrift des Neuen Testaments, 1827. (4. Bd.: Knabenbordelle in Bezug auf 1. Buch der Könige 14/24 auf S. 85 und 1. Buch der Könige 22/47 auf S. 128). [Schlagwort: Prostitution].

Chamisso, Adelbert von: Peter Schlemihl’s wundersame Geschichte, 1827. (2. Aufl.. Parabel über Maske und Entlarvung). (1813/1994: Neu gesetzt). [Der Beitrag muss inhaltlich noch ausgewertet werden. S.a. Guldin, S. 13-17. S.a. Detering, S. 157-174].

Lesetipp! [Desgouttes, Franz]: Lebens- und Bekehrungs-Geschichte des Doctors der Rechte F. D…, 1827. [Zum Inhalt: Franz Des Gouttes bzw. Desgouttes wurde 1817 wegen der Ermordung seines Geliebten Daniel Hemmeler hingerichtet. Dies wird zum Schlüsselerlebnis für den schweizerischen Hutmacher Heinrich Hoessli]. (1827: Desgouttes: Im Jahre 1800 empfand ich die ersten Regungen jenes geheimen Triebes, welchen die Natur uns gab S. 6). (1827: Gleicher Scan der BSB München). (1826. Zeitschrift für die Criminal-Rechts-Pflege in den preussischen Staaten. 3. Jg. mit einer Kurzfassung des Buches S. 335-396). [S.a. Mann für Mann, S. 185-186. S.a. Guldin, S. 133-142. Hinweise auf Franz Desgouttes finden sich auch auf der Seite von Heinrich Hoessli (1784-1864)].

Lesetipp: Diodorus / Wurm, Julius F. (Übers.): Historische Bibliothek. [Zum Inhalt: Der antike Schriftsteller und Historiker Diodor bzw. Diodorus aus dem 1. Jh. v.Chr. verfasste ein umfangreiches Geschichtswerk, dessen Bedeutung heute unterschiedlich bewertet wird. Weil homosexuelle Hintergründe im Zusammenhang mit der Ermordung des makedonischen Königs Philipp II. nur von ihm in seinem 16. Buch überliefert sind, beziehen sich spätere Buch- und Zeitschriftenbeiträge offenbar ungenannt auf ihn als Quelle. Andere deutsche Übersetzungen, die es seit den 1990er Jahren gibt, werden nicht als Scan angeboten]. (1827: 1. Bd.: 5. Buch: Über die Kelten: Ihre Weiber, die übrigens nicht hässlich sind, achten sie sehr wenig, vielmehr haben sie eine rasende Lust, Unzucht mit Männern zu treiben. Sie sind gewohnt, mit ihren Beischläfern auf einem Lager von Thierfellen sich nach beiden Seiten auf dem Boden herumzuwälzen. Das Allerunbegreiflichste ist aber, dass sie, unbekümmert um ihre eigene Ehre, die Blüthe ihrer Jugend willig Andern aufopfern, und das sie das nicht für Schande halten, sondern viel mehr Den als ehrlos betrachten, der die angebotenene Gunstbezeugungen nicht annimmt S. 531). (1838: 3. Bd.: 16. Buch:  Pausanius [der nach anderen Quellen zur Leibwache des Königs gehörte] war wegen seiner Schönheit der Freund von Philipp II. geworden. Als er mitbekam, dass der König einen anderen Mann liebte, der ebenfalls Pausanius hieß, erlaubte er sich Schmähreden gegen diesen Mann und bezeichnete ihn als Mannweib. Dieser bekam das mit und stiftete Attalus, einem der Hofleute, zu einem Attentat gegen ihn an. Attalus lud daraufhin Pausanius zu einem Essen ein und überließ ihn, als dieser betrunken war, den Stallknechten, um Hohn und schändlichen Mutwillen mit ihm zu treiben. [Dies wurde in der späteren Geschichtsschreibung bzw. in anderen Übersetzungen als Vergewaltigung interpretiert]. Pausanius beschwerte sich beim König, der über diese ruchlose Handlung zwar aufgebracht war, gegen Attalus jedoch nichts weiter unternehmen wollte, denn dieser war nicht nur ein Vertrauter, sondern auch ein Verwandter von ihm. Mit Geschenken und einer neuen Stelle wollte er Pausanius besänftigen, doch dieser wollte sowohl an Attalus, als auch nun an dem Köníg Rache nehmen. Er erstach den König mit einem Schwert und wurde daraufhin selbst umgebracht S. 1559-1561). (Hier als Scan von Intenet.Archive). (Hier als Scan der BSB). [Hier allg. Infos zu Johann Friedrich Wurm (1760-1833), Pausanius (+336 v.Chr.), Philipp II. (382-336 v.Chr.), Attalos (+ 336 v.Chr.) und Diodor (1. Jh. v.Chr.). Hier eine Zeichnung von Pausanius bei der Ermordung. Zum Zitat aus dem 5. Buch s.a. Bleibtreu-Ehrenberg, S. 33. Ihr Zitat weicht ab, obwohl sie sich auf den gleichen Übersetzer und das gleiche Jahr bezieht. Zum Zitat aus dem 16. Buch s.a. L’amour bleu, S. 15].

 

Siehe voriger Eintrag

Der König war über die Vergewaltigung von Pausanius zwar aufgebracht, wollte gegen Attalus jedoch nichts weiter unternehmen, denn dieser war nicht nur ein ein Vertrauter, sondern auch ein Verwandter von ihm. Er wollte Pausanius besänftigen, doch dieser wollte sowohl an Attalus, als auch an dem Köníg Rache nehmen. Er erstach den König mit einem Schwert und wurde daraufhin selbst umgebracht. (Der Scan ist nicht Teil des Dokumentes)

Weiter mit 1827

Esser, Wilhelm: Moralphilosophie, 1827. (Beispiele von Unzucht, die wir früher widernatürliche Unzucht genannt haben S. 197-200).

Goethe, Johann W. von: Goethe's Werke, 1827. (Aus Römische Elegien: X: Alexander und Cäsar und Heinrich und Friedrich, die Großen…S. 208. Nr. XIX: Ein Streit zwischen Amor und Fama: Wer Mädchen verschmäht, Muß erst grimmige Pfeile von seinem Bogen erdulden S. 215-217, 216). (1846: In August W. Schlegel: Sämmtliche Werke von 1846 rezensiert Schlegel diese Buch von Goethe und kritisiert ihn für die 10. Elegie: Friedrich der Große wäre von Goethe vielleicht schicklicher nicht genannt worden S. 70). [Zu Goethes Äußerung s.a. Derks, S. 267-271. Hier allg. Infos zu Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) und Friedrich von Schlegel (1772-1829)].

Göttingische gelehrte Anzeigen, 1827. (Rez. von Welcker: Sappho in Bezug auf Unsittlichkeit S. 35). [Zum rezensierten Werk siehe oben Welcker, 1816].

Hammer-Purgstall, Joseph von: Geschichte des osmanischen Reiches [Zum Inhalt: Hammer-Purgstall gilt als der Begründer der wissenschaftlichen Osmanistik und veröffentlichte dieses Werk in 10 Bänden]. (1827: 1. Bd.: Der Tyrannenmord [514 v. Chr.] geschah nach Thucydides [Thukidides] aus Leidenschaft und aus Nebenbuhlerschaft in Knabenliebe S. 213. Persische Sitte der Knabenliebe 231-233). (1828: 2. Bd.: Die Verwendung des Wortes Lotterbuben in seiner schändlichen Bedeutung und das persische Wort Luti dafür S. 70. Vier Schandbuben wurden Opfer des Liebhabers S. 409). (1828: 3. Bd.: Ishak Tschelebi lief auf der Straße den Knaben und in seinen Versen den Witzen nach S. 179). (1830: 6. Bd.: Der Türke Ahmed, Lotterbuben und die läßliche Übertretung der Knabenschänderey S. 7-8). (1834: 2. Aufl.; 1. Bd. Vier Schandbuben wurden Opfer des Liebhabers. S. 574. Identisch mit dem 2. Bd. von 1828 auf S. 409). (1834: 2. Aufl.: 2. Bd.: Knabenliebe S. 136. Identisch mit dem 3. Bd. von 1828 auf S. 179). (1835: [2. Aufl.]: 10. Bd.: Das Register verweist auf den 1. Band auf S. 231 [der nicht gefunden wurde], S. 558). (1835: 2. Aufl.: 3. Bd.: Der Oberstlandrichter Tschiwisade war berüchtigt wegen Knabenschänderey S. 372. Der Türke Ahmed, Lotterbuben und die läßliche Übertretung der Knabenschänderey S. 468. Offenbar identisch mit dem 6. Band von 1830 auf S. 7-8). [Schlagwort: Sprache. S.a. Herzer 88. Hier allg. Infos zu Joseph von Hammer-Purgstall (1774-1856), zu Ishak Tschelebi bzw. Çelebi Ben Ishak bzw. Tschelebi Ben Ishak (†1542) und zu den Tyrannenmördern Harmodios und Aristogeiton, die 514 v. Chr. Hipparch töteten].

Heidelberger Jahrbücher der Literatur, 1827. (Jahrbuch Nr. 30: Der ungenannte Autor widerspricht Prof. Welcker, der meint, wenn Theognis [Theognis von Megara] ein Päderast gewesen wäre, würde dies nicht verborgen geblieben seyn, da man es über Solon bei Plutarch sorgfältig angemerkt finde. Weitere Angaben über Knabenliebe bei den Griechen S. 469-470). [Es handelt sich um eine Rez. des nur in latainischer Sprache vorliegenden Buches Theognidis Reliquiae (1826) von Friedrich Gottlieb Welcker (1784-1868). Hier allg. Infos über Theognis von Megara (2. Hälfte des 6. Jh. v.Chr.)].

Hortig, Johann N. / von Döllinger, Ignaz: Handbuch der christlichen Kirchengeschichte, 1827. (1. Bd.: Ein Satz über das antike Rom: Die Herren der Welt waren nicht nur durch griechische Kultur und Kunst (worunter widernatürliche Unzucht) verfeinert, sondern auch durch asiatische Lüste verweichlicht S. 19). [Hier allg. Infos zu Johann Nepomuk Hortig (1774-1847), Ignaz Döllinger (1799-1890)].

Lesetipp! Journal der practischen Arzneikunde.., 1827. (22. Stück, Februar. Dr. Krimer in Aachen: Beitrag zur Pathologie und Therapie der Herzkrankheiten, besonders in Beziehung zur Onanie.. S. 33-76. In diesem Beitrag handelt der 1., 3. und 4. Fall von homosexuellen Handlungen 1. Fall: Ein 22-jähriger Mann hatte Kopfschmerzen und Herzklopfen. Dr. Krimer vermutete eine Zusammenhang mit Onanie und bekam mit, dass er weiblichen Umgang vermied. Der Patient gestand Onanie im Alter von 14 Jahren mit fast 60 Mitschülern. Der Arzt nahm ihn daraufhin auch Nachts unter seine Aufsicht und brachte ihn mit Frauen zusammen. Der Patient musste sich die Genitalien mit kalten Wasser waschen. Als dies nicht hilft, verursachte Dr. Krimer auf seiner Vorhaut durch Betupfen mit Aetzstein ein Geschwür, dass er anschließend durch Salben absichtlich sechs Wochen lang eitern liess, um durch die Schmerzen Onanie zu verhindern. Nach dieser Behandlung wurde der Mann gesund und interessierte sich für Frauen S. 38-48. 3. Fall: Ein 19-jähriger Gymnasiast hatte das Laster der Onanie durch einen Bettgenossen kennen gelernt, ohne das Abscheuliche, Unnatürliche und Schädliche desselben zu ahnen. Beide trieben das Laster Nachts und auch bei Tage. Dr. Krimer behandelte ihn mit kalten Umschläge und steckte ihn zur Unterbindung von Onanie sechs Wochen lang in eine Zwangsjacke. In seiner Stube fand der Arzt Bücher schmutzigen Inhalts, auch Tissot’s Werk über Onanie, woraufhin der Mann Onanie mit hundert Knaben an seinem Gymnasium gestand. Nach fünf Wochen kehrte der Mann wieder blühend und kräftig an seine Hochschule zurück S. 56-60. 4. Fall Über einen medizinischen Fall von zwei 19 und 21 Jahre alten Schwestern. Sie wollten unbedingt weiterhin in einem Bett miteinander schlafen und hatten eine Abneigung gegen männliche Gesellschaft. Der Arzt behandelte sie zunächst mit Chinapulver [als Hausmittel auch gegen Gicht bekannt], auch wenn er durch verschiedene Umstände zu der Einsicht gekommen war, dass es keine organischen Probleme gab, sondern dass das Laster der Tribaden die eigentliche Krankheitsursache sei. Er riet ihnen zu einem Beichtvater und zur Ehe. Während ihrer Abwesenheit durchsuchte der Arzt ihre Schlafstube und fand einen Priap [Dildo] mit einer Bandage vor. Dieses schmutzige Instrument benutzt er zum Erzwingen des Geständnisses. Die Frauen weinten und gaben zu es mehrmals pro Nacht zu verwenden. Nach einer derben Strafpredigt und dem Versprechen nie wieder das frühere Laster zu begehen, sah der Arzt einen Grund zu ihrer Heilung gelegt. Die anschließende Behandlung bestand u.a. in lauen und kalten Bädern und Einspritzungen in die Vagina von rothen Wein. Die beiden Schwestern wurden getrennt und vom Artzt als geheilt angesehen. Drei Jahre später war eine der beiden Schwestern eine glückliche Gattin, und gesunde Mutter zweier Kinder S. 60-70 insb. S. 64-69. Nach den vier beschriebenen Fällen schreibt Dr. Krimer, dass er von seinen bisher 20 Patienten noch keinen verloren hatte, um an diesem auch eine Section vorzunehmen zu können). [Schlagwort: lesbisch. Hier allg. Infos zu Johann Franz Wenzeslaus Krimer  (1795-1834)].

Lingard, John / C. A. Freiherr von Salis (Übers.): Geschichte von England.., 1827. (3. Bd.: Kap. Über den König Edward II. und seinen Günstling Gaveston S. 327-343). [Hier allg. Infos zu Eduard II. (1284-1327) und dem englischen Historiker John Lingard (1771-1851). Zu C. A. Freiherr von Salis liegen keine weiteren Angaben vor].

Medicinisch-chirurgische Zeitung, 09.08.1827. (Mit Quellenangaben über die Skythenkrankheit, die einige Ärzte als widernatürliche Geschlechtsbefriedigung deuten. Sauvages meinte, die weibliche Krankheit der Skythen sey eine Form der Melancholie gewesen, bey welcher die Kranken sich einbildeten, Weiber zu seyn. Der Verfasser glaubt an eine Umwandlung des körperlichen und psychischen Charakters der Männer in die weibliche Natur S. 207-208). (1827: Gleiche Zeitung als Scan von Anno). [Schlagwort: Anno, Österreich. Zu der Skythenkrankheit gibt es zwei historische Quellen, siehe oben Herodot, 1783 und siehe unten Hippokrates, 1837].

Minerva, 1827. (4. Bd.: Absatz über Knabenliebe bei den Muselmännern [Muslime]. Ein Mann wurde vom Minarett gestoßen S. 425).  [Hier allg. Infos zu der Zeitschrift Miverva (1792-1858)].

Jean Paul: Sämmtliche Werke: Vorschule der Aesthetik, 1827. (Platonische Liebe in Griechenland S. 117-118). [Hier allg. Infos zu Jean Paul Richter (1763-1825)].

Schwenck, Johann K.: Etymologisches Wörterbuch der latainischen Sprache, 1827 (In der lat. Sprache gibt es ein Wort, dass für Entmanner und für Knabenschänder steht S. 418). [Hier allg. Infos zu Johann Konrad Schwenck (1793-1864)].

Sophokles / Thudichum, Georg: Die Tragödien des Sophokles: König Oedipus. Oedipus in Kolonos. Antigone, 1827. (Oedipus: Warst du sonst bei Laios? S. 54. Kommentar: Suche nach dem ersten Beispiel von Knabenliebe. Laios und Thamyris als erste Päderasten S. 310). [Hier allg. Infos zu Sophokles ( um 497 v.Chr.-406 v.Chr.) und Georg Thudichum (1794-1873)]

Verhandlungen der Zweyten Kammer der Ständeversammlung [in Bayern].., 1827. (8. Bd.: Strafbarkeit nur i.V.m. öffentlichen Aufsehen S. 74). [In Bayern gab es eine Straffreiheit von Homosexualität zwischen 1813-Ende 1871].

Valenti, Ernst J. de: System der höhern Heilkunde für Aerzte, Prediger und Erzieher.., 1827. (2. Bd.: Allgemeine Gesundheit von Sodomiten S. 66-67). [Hier allg. Infos zu Ernst Josef Gustav de Valenti (1794-1871)].

Lesetipp! Xenophon: Memorabilien / Erinnerungen an Sokrates / Sokratische Gespräche / Sokratische Denkwürdigkeiten. [Zum Inhalt: Xenophons Schriften über Sokrates sind vor allem durch die Übersetzungen von Wieland ab 1799 bekannt geworden. Im Folgenden werden zwei Textpassagen aus vier Übersetzungen aufgeführt]. (1827: Übers.: Christoph E. Finckh. U.d.T.: Erinnerungen an Sokrates. Zum ersten Textpassus: Gespräch zwischen Xenophon und Sokrates über Kritobulos, der den Sohn von Alcibiades geküsst hat. Man wird zum Sklaven der Sinne und muss später große Summen aufwenden, um eine schädliche Leidenschaft zu befriedigen S. 441-443. Zum 2. Texpassus: Sokrates: Wenn Jemand seine Reize Jedermann ohne Unterschied um's Geld verkauft, so heißt man ihn einen Lohnhurer; wenn Einer hingegen einen ihm als edel und rechtschaffen bekannten Liebhaber sich zum Freunde gewinnt, so gilt Dieß für ehrbar S. 455). (1857: Moritz Seyffert, der das Werk nicht übersetzt, aber ausführlich kommentiert. 2. Aufl. Kommentar: Das Gespräch veranschaulicht die Gefahren der Knabenliebe auf anmuthige Weise S. 31). (1869: Übers.: Seyffert. 3. Aufl. Offenbar identisch mit 1857). (1883: Übers.: Otto Güthling. Neu gesetzt. U.d.T.: Xenophon's Erinnerungen an Sokrates. Zum ersten Textpassus: Im 3. bzw. 4. Kap. im 8.-14. Absatz: Gespräch zwischen Xenophon und Sokrates über Kritobulos, der den Sohn von Alcibiades geküsst hat. Man wird zum Sklaven der Sinne und man hat später einem großen Aufwand für verderbliche Freuden o.S. Zum 2. Texpassus: Im 6. bzw. 7. Kap.: im 13. Absatz: Sokrates: Wenn einer seine Schönheit jedem Beliebigen für Geld verkauft, so nennt man ihn einen Hurenbock; wenn aber einer einen solchen, von dem er weiß, daß er ein rechtschaffener Liebhaber ist, sich zum Freunde macht, so halten wir den für ehrbar. o.S.). (1998: Übers.: Wielandt. Neu gesetzt. U.d.T.: Sokratische Gespräche aus Xenofons denkwürdigen Nachrichten von Sokrates. Der erste Textpassus wurde nicht gefunden. Zum zweiten Textpassus: Sokrates: Einem Jüngling, der seine Schönheit irgend einem Kauflustigen um Geld überläßt, geben wir – einen garstigen Namen; hat er hingegen einen edeln und wohlgesitteten Mann zum Liebhaber, und weiß ihn zu seinem Freunde zu machen, so nennen wir ihn sittsam und verständig. Ausführlicher Kommentar von Wieland, der Levesque kritisiert, der den Jüngling der Urschrift in ein Frauenzimmer verwandelt hat. Nur wegen einem zweckwidrigen Zartgefühlt wollte Wieland diesen Aspekt nicht verbergen und sah dies sogar als seine Pflicht an o.S.). [Hier allg. Infos zum antiken griechischen Schrifsteller Xenophon aus Athen (um 430-um 355 v.Chr.) und den Übersetzern Christoph E. Finckh (?), Moritz Ludwig Seyffert (1809-1872), Otto Güthling (1853-1931) und Christoph Martin Wieland (1733-1813). Die erste Textstelle ist auch in einer anderen Fassung bekannt. Socrates: Wer seine Reize Jedermann ohne Unterschied ums Geld verkauft, den heisst man einen Lohnhurer; wer seine Weisheit an Jedermann ohne Unterschied ums Geld verkauft, den nennt man einen Sophisten. Siehe hierzu das Buch Wahrheit aus Ruinen (1873. S. 147), das nur in neu gesetzter Form angeboten wird].

Xenophon: Symposium / Das Gastmahl / Xenophons Gastmahl. [Zum Inhalt: Im Kontext von Homosexualität sind von den neun Kapiteln folgende von Interesse: 1. Kap.: Kallias veranstaltet für den von ihm geliebten Autolykos ein Gastmahl. 2. Kap. Das salben von Männern für andere Männer. 4. Kap. Kritobulos preist seine eigene Schönheit. Kritubolus und seine Liebe zu Klinias, die sich vermutlich schon geküsst haben. Gespräch zwischen Charmides und einem Syrakuser über  Knabenliebe. Sokrates verkuppelte Männer, die sich ineinander verliebten. 5. Kap. Wettstreit um Schönheit. 6. Kap: Die Sieger bekommen Küsse von anderen. 8. Kap. Ausführlich über Knabenliebe: Über die Liebhaber von Charmides und Kritobulos. Antisthenes liebt Sokrates, Kallias liebt Autolykos. Über die Männerpaare: Ganymed/Zeus, Achilles /Patroklos, Orestes/Pylades, Theseus/Peirithoos, Pausanius/Agathon. Verbot der Knabenliebe bei den Lakedämoniern. Stellvertretend für andere Übersetzungen wurde nur die Zeising-Übersetzung der Xenophon-Text ausführlich ausgewertet und bei den anderen Übersetzern vor allem auf deren Kommentare geachtet. Im Folgenden werden fünf Übersetzungen aufgeführt]. (1827: Übers.: Christoph E. Finckh S. 644-649, 649-707. Kommentare Knabenliebe S. 674, 693, 701-702). (1865: Übers.: A. Zeising. U.d.T.: Xenophons Gastmahl. S. 1-15, 16-58 von der zweiten separaten Seitenzählung. Knabenliebe im Xenophons Text: S. 20, 22, 24, 31-34, 39-41, 43, 48-56. Kommentar: Sokrates und unreine Liebesverhältnisse S. 4. Kritubolus und Kallias S. 7-8. Über widrigste Unsitte der Griechen und die Liebe des Kallias zu Autolykos S. 9-10. Knabenliebe mit sinnlichen Gelüsten war durch Lykurgische Gesetzgebung verpönt S. 54). (1865: Übers.: Christian H. Dörner. U.d.T.: Xenophons Gastmahl. Auf der letzten von mehreren separaten Seitenzählungen. Xenophon: Liebhaber von Charmides und leibliche Schönheit von Sokrates S. 48. Der Geliebte von Kallias S. 49. Knabenliebe und Freundschaft. Die Lakedämonier huldigten der Ansicht, dass man nichts Edles und Tüchtiges erreichen kann, wenn man nach einem Leibe lüsten gewesen ist. Mehrere Kommentar auf den gleichen Seiten S. 48-55). (1881 [sic]: Hrsg.: Georg Ferd. Rettig. Übersetzter wird nicht genannt. Zweite separate Seitenzählung. U.d.T.: Gastmahl S. 1-93, 94-173, 174-273. Kommentare: Theognis ist ein Verherrlicher der edlen dorischen Knabenliebe S. 10. Die naturwidrige Knabenliebe wird verworfen. Die Szene ist ein Correktiv der gerügten Knabenliebe S. 80-81. Ein Vergleich der Liebe zwischen Alkibiades und Sokrates im Gastmahl von Platon und in dem von Xenophon S. 90-91. Knabenliebe S. 212). (1998: Übers.: Christoph M. Wieland. O.S. Mit zehn Kommentaren von Wieland im Kontext von Knabenliebe. Nach der neuen Kap.-Einteilung vom Projekt Gutenberg sind dies: 1. Fußnote im 4. Kapitel; 6., 9. und 10. Fußnote im 6. Kapitel, 2. und 3. und 4. Fußnote im 11. Kapitel und die 1., 3. und 5. Fußnote im 12. Kapitel). [Hier allg. Infos zu dem antiken griechischen Schrifsteller Xenophon (um 430-um 355 v.Chr.) und den Übersetzern Christoph E. Finckh (?), Adolf Zeising (1810-1876), Christian Heinrich Dörner (1793-1878), Georg Ferdinand Rettig (1803-1897) und Christoph Martin Wieland (1733-1813). Hier allg. Infos zu Kallias III. (um 450-371 v.Chr.), bei dem das Gastmahl stattfand].

1828

A dictionary of the English and German language, 1828 (1. Bd.: Ein Satz zur Sprache. To keep the backdoor open = sich den Leib offen erhalten; Backdoor’s man or gentleman (auch Backgammoner) = der Knabenschänder, Päderast S. 55).

Allgemeines Handwörterbuch der philosophischen Wissenschaften nebst ihrer Literatur und Geschichte [Zum Inhalt: Wörterbuch des Hrsg. Wilhelm T. Krug. Ein Reprint erschien 1970 und 2011/2012. Der 2. Bd. der ersten Aufl. wird nicht als Scan angeboten, ist aber wohl ident. mit 2. Aufl.). (1828: [1. Aufl.]: 3. Bd.: Päderastie= Knabenliebe, aber gewöhnlich im bösen Sinn, wo sie auch Knabenschänderei heißt S. 126. Philandrie = Männerliebe S. 180. Sokratische Liebe = soll ebensoviel bedeuten als Männerliebe. Der Vorwurf ist aber wahrscheinlich unbegründet S. 721). (1829: [1. Aufl.]: 5. Bd.: Männerliebe S. 166). (1833: 2. Aufl.: 2. Bd.: Beitrag Männerliebe in Bezug auf Knabenliebe, Sokrates und Alcibiades S. 792-793. Verweis: Knabenliebe s. Männerliebe S. 627). (1833: 2. Aufl.: 3. Bd.: Von der Seitenzahl abgesehen wohl identisch mit 1. Aufl. Päderastie S. 141. Philandrie S. 202. Sokratische Liebe S. 801). (1838: 2. Aufl.: 5. Bd.: [Neuer] Zusatz zu Pathetisch: Manche sagen für pathetisch auch pathisch, was jedoch wegen Pathici bzw. cinaedi, dass sind besonders solche, die sich zur unnatürlichen Wollust missbrauchen lassen, nicht mehr zeitgemäss ist. S. 126). [Schlagwort: Sprache. Hier allg. Infos über Wilhelm Traugott Krug (1770-1842)].

Allgemeines Repertorium der gesammten deutschen medizinischen-chirurgischen Journalistik, 1828. (2. Bd.: Kurzdarstellung von einem Fall bzw. einer Untersuchung aus dem Jahre 1819 S. 59-60). [Bei C. C. zu B. handelt es sich um Conrad Cleve aus Bishausen bei Göttingen, dessen Fall in nicht anonymisierter Form 1841 geschildert wird, s. unten Annalen, 1841. Zu den genauen Hintergründen s. unten Beobachtungen, 1828]).

Annalen der […] Kriminal-Rechtspflege, 1828. (Großbritannien: Bei Sodomiterei wird der Thatbestand einer innerlichen Verletzung, als hinreichender Beweis angenommen S. 264).

Lesetipp! Beobachtungen und Bemerkungen aus der Geburtshülfe.., 1828. (5. Bd.: Mit dem Beitrag Relation in Untersuchungssachen wider den Pensionair C. C. zu B. Inculpaten, wegen Sodomie und anderer Bestialitäten. Ein Fall bzw. eine Untersuchung aus dem Jahre 1819. Dabei wird ausführlicher und ungewöhnlich deutlich auf Rimming, Oralverkehr, Analverkehr und Verzehr von Kot eingegangen S. 161-176). [S. oben die kurze Zusammenfassung des Beitrages in Allgemeines Repertorium.., 1928.. Der Artikel wurde 13 Jahre später – in nicht mehr anonymisierter Form – 1841 erneut abgedruckt. S. unten Annalen, 1841. Dadurch ist bekannt, dass es sich bei C. C. zu B. um Conrad Cleve aus Bishausen bei Göttingen handelt].

Berends, Sunderlin: Vorlesungen über praktische Arzneiwissenschaft, 1828. (Die blinden Hämorrhoiden als Folge der Päderastie S. 484).

Englische Reichs- und Rechtsgeschichte, 1828. (3. Bd.: Sodomie bei den Angelsachsen S. 304). [Schlagwort: England].

Geist aus Luthers Schriften, 1828. (Luther: Die Carthäusermönche sind die ersten (denen man darum feind sein soll), die solche gräuliche Schande (Sodomiterei) aus den italienischen Klöstern in Deutschland gebracht haben S. 390). [Zu Luther s.a. Puff].

Hammer-Purgstall, Joseph: Die Osmanen, Constantinopel und der türkische Staat, 1828 (1. Bd.: Knabenliebe und lesbische Sünde. Dieses lesbische Verbrechen verdankt der Blumensprache ihr Entstehen. Wer hätte diese Schlange unter Blumen vermutet! S. 93-94). [Hier allg. Infos zu Joseph von Hammer-Purgstall (1774-1856)].

Handwörterbuch der griechischen Sprache, 1828. (1828: 1. Bd.: Cinaedus = 1. der männliche Hurerey treibt od. mit sich treiben lässt, Mannhure, überh. Unzüchtiger Mensch 2. Seefisch S. 909). (1828: 2. Bd.: 1. Nach Art der Lesbierinnen leben, d.i. unnatürliche Unzucht treiben; 2. Ein unnatürlich unzüchtiges Weib, […] weil die Lesbierinnen als solche berüchtigt waren S. 24). [Dabei handelt es sich um zwei frühe Begriffserklärungen für Lesbierinnen in Bezug auf sexuelle Orientierung und nicht als Ortsangabe. Schlagwort: lesbisch].

Hartitzsch, Adolph K. von: Handbuch des in Deutschland geltenden Eherechts.., 1828. (Sodomiterey steht dem Ehebruch gleich S. 332. s. 340). [Zu Adolph Karl Heinrich von Hartitzsch sind keine weiteren Angaben bekannt].

Hase, Heinrich: Classische Alterthumskunde, 1828. (Knabenliebe in Griechenland S. 153). [Hier allg. Infos zu Heinrich Hase (1789-1842)].

Hinterberger, Franz: Handbuch der Pastoraltheologie, 1828. (Ursache und Einschätzung von Sodomiterey S. 155). [Zu Franz Hinterberger sind keine weiteren Angaben bekannt].

Jäger, Carl: Geschichte der Stadt Heilbronn.., 1828. (2. Bd.: Ein Satz zum 17. Jh.: Sodomiten werden entweder enthauptet, und ihr Leib verbrannt, oder der Stadt verwiesen und ihres Vermögens für verlustig erklärt S. 250-251). [Hier allg. Infos zu dem Heilbronner Historiker Karl Friedrich Jaeger (1794-1842)].

Jaksch, Peter K.: Gesetzlexikon im geistlichen, Religions- und Toleranzfache, […] für das Königreich Böhmen von 1601 bis Ende 1800, 1828. (5. Bd.: Sodomie nach Josephinische H.G.O. von 1707 [sic, gemeint ist wohl das Josephinisches Strafgesetz von 1787] und Theresianische H.G.O. vom 31.12.1768 [Constitutio Criminalis Theresiana] und Strafgesetz S. 356-357). [Hier allg. Infos zu dem Österreichischen Schriftsteller Peter Karl Jaksch (Schaffensperiode 1800-1820)].

Julius, Nicolaus H.: Vorlesungen über die Gefängniskunde.. [Zum Inhalt: Die beiden nachfolgenden Links führen zum selben Buch. Wegen den fehlenden Seitennummerierung vereinfacht dies die Auffindung der beiden aufgeführten Textstellen]. (1828: Statistiken über Verurteilungen bei Sodomiterei [evt. Tierkontakt] auf vier Seiten mit je einer Nennung S. LXXXII. Tabelle hinter LXXXIV; XCII und XCIII). (1828: Statistiken 1822-1826 mit 11 bzw. 48 Sodomiten [evt. Tierkontakt] auf Tabelle zwischen S. XX u. XXI). [Hier allg. Infos zu Nicolaus Heinrich Julius (1783-1862)].

Marcet de la Roche-Arnaud, Martial: Memoiren eines jungen Jesuiten oder die Verschwörung von Mont-Rouge, 1828. (Sokratische Liebe bei Plato und seine Zärtlichkeit für Aster, in französischen Seminaren und bei jungen Zöglingen wie in Saint Acheul S. 198-204). [Zu Martial Marcet de la Roche-Arnaud liegen kaum weitere Angaben vor].

Mythologische Bibliothek, 1828. (Griechische Mythologie und Knabenliebe mit Apoll und Hyazinth S. 31-32).

Die Offenbarung Johannes, 1828 (Erklärung zu 5. Buch Mose 23/19: Die Hunde, d. h. die Knabenschänder und die Knabenschande mit sich treiben lassen S. 211. [Schlagwort: Bibel, Sprache].

Platen, August Graf von: Ghaselen, 1828. (Liebesgedichte, die zum Teil neutral, zum Teil an einen Mann gerichtet sind S. 1-38). [Im Jahr 1828 machte Heinrich Heine, in der sogenannten Platen-Affäre, seine Homosexualität öffentlich. S. unten Heine 1834 und Heine, 1856. Zu den Gasehlen s.a. Andere Lieben, S. 163-166. Zu Platen s.a. Mann für Mann, S. 556-557. S.a. Detering, S. 79-116. Hier allg. Infos zu August Graf von Platen (1796-1835)].

Platen, August Graf von: Gedichte. (Liebesgedichte an ein männliches Gegenüber. [Im Jahr 1828 machte Heinrich Heine, in der sogenannten Platen-Affäre, seine Homosexualität öffentlich. S. unten Heine 1834 und Heine, 1856. S.a. Andere Lieben, S. 173-177. Zu Platen s.a. Mann für Mann, S. 556-557]). (1828: [1. Aufl.]: u.a. Ich bin wie Weib dem Mann, wie Mann dem Weibe dir S. 96.). (1834: 2. Aufl.: u.a. mit Tristan: Wer die Schönheit angeschaut mit Augen S. 88). (1968: u.a. mit Ich bin wie Weib dem Mann, wie Mann dem Weibe dir). [Hier allg. Infos zu August Graf von Platen (1796-1835)].

Poellnitz (Landrichter): Acht und fünfzig kritische Bemerkungen über den Entwurf des Strafgesetzbuches (München 1822), 1828. (Gesetzestext und kurzer Kommentar, dass eine Woche bis drei Monate Arrest nicht ausreicht S. 56). [Zum Autor liegen keine weiteren Informationen vor. In Bayern gab es eine Straffreiheit von Homosexualität zwischen 1813-Ende 1871].

Reigersberg, Heinrich A. von: Präliminar-Vortrag des Herrn Reichsraths Grafen von Reigersberg.., [über den Entwurf des Bayerisches Strafgesetzbuch] 1828. (Verfasser will schon im ersten Straffall eine Polizeiaufsicht S. 301). [Hier allg. Infos zu Heinrich Alois Graf von Reigersberg (1770-1865). In Bayern gab es eine Straffreiheit von Homosexualität zwischen 1813-Ende 1871].

Schiller, Friedrich von: Spiel des Schicksals / Vorrede zur Geschichte des Malteserordens. [Zum Inhalt: Schiller trug sich mehr als zehn Jahre lang mit dem Gedanken mit Die Malteser ein Drama zu schreiben, in dem das leidenschaftliche Gefühl eines Mannes für einen anderen das zentrale Motiv sein sollte. Nach dem Spiegel kam das Projekt jedoch über Handlungsskizzen und wenige Dialogverse nicht hinaus. Im Folgenden werden zwei Dokumente um das Projekt und das Fragment aufgeführt]. (1828: Mit Spiel des Schicksals S. 82-92 [Zu Spiel des Schicksals s.a. Derks, S. 371-372, über die erotische Beziehung der beiden männlichen Protagonisten, über die er zwei Textstellen zitiert: Ab Den Wert dieser Eigenschaften S. 82 und ab Da ihm sehr gut bewusst war S. 84. Die Erzählung setzt er in Zusammenhang mit dem geplanten Malteser-Dramas]. (1828: Mit der Vorrede zur Geschichte des Malteserordens aus dem Jahr 1792, der die homoerotische Richtung von Die Malteser andeutet S. 144-153). (1840: Die Malteser als Fragment). [Zu Die Malteser s.a. Lieblingminne, S. 126-128. S.a. Andere Lieben, S. 151-153. S.a. Derks, S. 370-378. Hier allg. Infos zu Friedrich Schiller (1759-1805)].

Schlosser, Friedrich C.: Universel historische Uebersicht der Geschichte der alten ..., Band 2,Teil 1, 1828. (u.a. die Geschichte von Plutarch: Damokles stürzt sich ins kochende bzw. siedende Wasser, um sich vor den sexuellen Übergriffen von Demetrius zu schützen S. 131). [Zu den sexuellen Hintergründe siehe oben Plutarch, 1747 und siehe unten Hans Licht in Liebe und Ehe in Griechenland auf S. 146. Hier allg. Infos zu Demetrios von Phaleron bzw. Demetrios Phalereus (um 350-um 280 v.Chr.) und Friedrich Christoph Schlosser (1776-1861)].

Städtwesen des Mittelalters, 1828. (4. Bd.: Das Klima in Paris, dass, wenn einer die verworfnen Dirnen zurückgewiesen, die auf den Strassen die vorübergehende Männer anfielen, und mit in ihre Wohnungen zu gehn lockten, die Rachsüchtigen ihm nachgerufen: »Sodomit! S. 261). [Schlagwort: Frankreich]

Theiner, Johann A. / Theiner A.: Die Einführung der erzwungenen Ehelosigkeit. [Zum Inhalt: Nach Wikipedia ist es ein materialreiches zölibatskritisches Buch von lange bleibender Bedeutung. Weitere Aufl. erschienen 1892/93 und 1932]. (1828: 1. Bd.: Für Sodomiterei soll ein Priester 15 Jahre, ein Diakon 10 Jahre Buße tun S. 423). (1828. 2. Bd.: 1. Teil: Der Beschluss vom Concilium in London 1102, jeden Sonntag gegen die sodomitischen Sünder den Bann zu verkünden, wirkte als Anreiz zur Sünde S. 306). (1828: 2. Bd.: 2. Teil: Über das Gedicht von Johannes de la Casa zum Lobe der Knabenliebe S. 861-862. In einer Verordnung vom 01.04.1566 befahl Papst Pius V. die Degradierung der geistlichen Sodomiten S. 936 auch S. 23, 333). (1845: 1. Bd.: Ident. mit 1. Bd. von 1828. S. 423, s. S. 442). (1845: 3. Bd.: Ident. mit 2. Bd. von 1828. S. 861-862). [Hier allg. Infos zu Augustin Theiner (1804-1874), Johann Anton Theiner (1799-1860) und Giovanni Della Casa (1503-1556). Zu Casa s.a. Invertito 4.2002, S. 117-139].

Vollgraff, Karl: Die systeme der praktischen Politik im Abendlande, 1828. (3. Bd.: Die britischen Prozesse wegen Päderastie im August 1825 gegen den Bischof von Clogher [Percy Jocelyn, 1764-1843] und John Grosset Muirhead). [Siehe oben Hermes, 1825 mit fast ident. Text. Hier allg. Infos zu Karl Friedrich Vollgraff (1794-1863)].

Wahl, Samuel F.: Der Koran, oder, Das Gesetz der Moslemen durch Muhammed, den Sohn Abdallahs, 1828. (Sodomie nach Sure IV S. 66). [Hier allg. Infos zu Samuel Friedrich Günther Wahl (1760-1834)].

1829

Allgemeine Literatur-Zeitung, Nr. 41 von März 1829. (Nach dem Buch von Wilcke: Geschichte des Tempelherrenordens  wurden unter dem Großmeister Thomas Bérard [†1273] drei Ritter wegen Sodomie in den Kerker geworfen. Der König griff in das Recht ein und ließ 1310 zuerst 54 und später noch mal 13 Templer verbrennen S. 327). [Siehe oben Wilcke, 1826].

Binterim, Anton J.: Die vorzüglichsten Denkwürdigkeiten der Christ-Katholischen Kirche, 1829. (5. Bd.: Theodulf von Orleons bestimmte als öffentliche Buße für einen sodomitischen Priester 15 Jahre und für einen sodomitischen Diakon zehn Jahre S. 31. s. S. 138. Heiliger Basilius über Sodomie und Knabenschändung S. 376-377. Nach den Bußbriefen von Gregor von Nissa muss ein Sodomit 18 Jahre büßen S. 382). [Hier allg. Infos zu Anton Joseph Binterim (1779-1855), Theodulf von Orléans (um 750-821), Basilius der Große (330-379) und Gregor von Nyssa (um 335-394)].

Encyklopädisches Wörterbuch. (1829: 11. Bd.: Klitirismus: widernatürliche Vergrößerung dieses Theils, oder auch Mißbrauch desselben zu unnatürlicher und der Gesundheit höchst schädlicher Befriedigung des Geschlechtstriebes S. 397). (1846: 35. Bd.: Zusammenhang von großer Klitoris mit Tribaden S. 333-334). [Im 11. Bd. wird auf den Eintrag Tribaden in einem Band aufmerksam gemacht, der jedoch nicht als Scan angeboten wird. Schlagwort: lesbisch, Klitoris]

Geschichte der italienischen Staaten, 1829. (Hildebrand war der Päderastie ergeben mit Lit.-Hinweis S. 440). [Hier allg. Infos zu Hidlebrand von Soana (1073-1085), dem späteren Papst Gregor VII.]

Goethe, Johann W.: Goethes Werke, 1829 (27. Bd. In dem Kap.: Polygnots Gemälde in der Lesche zu Delphi heißt es u.a.: Unter ihnen Chloris und Thyia, zärtliche Freundinnen, eine der anderen im Schoße liegend S. 107). [Dazu s.a. Derks, S. 47-49. Hier allg. Infos zu Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)]

Goethe, Johann W. von: Wilhelm Meisters Wanderjahre. [Zum Inhalt: Der Roman erschien 1821 in der ersten und 1829 in der ersten vollständigen Fassung und schließt an Wilhelm Meisters Lehrjahre von 1795 an. Im Folgenden werden diverse Ausgaben mit zwei Textpassagen aufgeführt]. (1829: In einem Kap. schwimmt der Protagonist Wilhelm nackt mit einem anderen Jungen und ist von seinem Körper beeindruckt. Unser Gemüther zogen sich an und unter den feurigsten Küssen schwuren wir eine ewige Freundschaft. Der andere Junge ertrinkt wenige später beim baden. In dem Saal, wo sein nackter Körper aufgebahrt ist, will Wilhelm ihm Atem einblasen, aber sein Mund war fest umschlossen. Die Lippen, auf denen der Abschiedskuß noch zu ruhen schien, versagten auch das leisteste Zeichen der Erwiderung S. 194-196, 201). (1829: Scan der BSB. Gleicher Text S. 194-196, 201). (1830:  Gleicher Text. S. 195-197, 201-202). (1948: Neu gesetzt. Gleicher Text. S. 271, 275). (1982: Neu gesetzt. Gleicher Text). [S.a. Andere Lieben, S. 146-148. S.a. Lieblingminne, S. 120-122. Siehe unten einige Sätze in JfsZ 3.1901 S. 511, 512. Hier allg. Infos zu Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) und zu Wilhelm Meisters Wanderjahre].

Graeser, Adolph H.: Die römisch-katholische Liturgie…, 1829. (1. Bd. Seneca [1-65] beklagt sich über die Weichlichkeit der Männer, welche in Frauenkleidern gingen mit dem Originaltext: contra naturam S. 230). [Schlagwort: Travestie. Hier allg. infos zu Adolph Heinrich Graeser (1801-1879)].

Haubold, Christian G. / Günther, Carl F.: Lehrbuch des königlich-sächsischen Privatrechts, 1829. (Sodomiterey als Scheidungsgrund S. 60-61). [Schlagwort: Sachsen. Hier allg. Infos zu Christian G. Haubold (1766-1824) und Carl Friedrich Günther (1786-1864)].

Hecker, Justus F.: Geschichte der Heilkunde, 1829. (2. Bd.: Zwei Sätze über Gesetze gegen Knabenschänderei und Verfolgung durch Justitian, mit Lit.-Angabe S. 23). [Hier allg. infos zu Justus Hecker (1795-1850)]

Huber, Therese: Die Ehelosen, 1829. (2. Bd.) [Schlagwort: lesbisch. Der 2. Band wurde noch nicht ausgewertet. Der 1. Bd. wird nicht als Scan angeboten. S.a. Steidele, S. 231-241. Hier allg. Infos zu Therese Huber (1764-1829)].

Jacobs, Friedrich C.: Vermischte Schriften. (1829: 3 Bd.: Großer Beitrag Ueber die Erziehung der Hellenen zur Sittlichkeit S. 1-60 mit Hinweisen zur Jünglingsliebe S. 20-22. Lesetipp! Großer Beitrag über Männerliebe der Griechen S. 212-254). (1830: 4. Bd.: Plato verwirft unkeusche Männerliebe S. 182. Knabenliebe S. 207, 223-224). [S. unten Menzel, 1859 mit einer Äußerung über Jacobs. S.a. Herzer 900. S.a. Derks, S. 83-84, 130-131. Hier allg. Infos über den Philologen Friedrich Jacobs (1764-1847)].

Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon.., 1829. (Cinaedisma = ein einzelner Fall von Knabenschändung; Cinaedus = 1) ein Knabenschänder, Päderast; 2) einer der dergl. mit sich treiben lässt, eine Mannhure, Pathicus S. 215).

Magazin für philosophische, medizinische und gerichtliche Seelenkunde, 1829. (Skythische Krankheit, die u.a. in Verbindung mit Päderastie gesehen wird S. 72). [Zu der Skythenkrankheit gibt es zwei historische Quellen, siehe oben Herodot, 1783 und siehe unten Hippokrates, 1837].

Martin, [Dr.]: Lehrbuch des Teutschen gemeinen Criminal-Rechts, 1829. (widernatürlichen Unzucht S. 688-692). (1829: Dasselbe Buch der BSB) [Herzer 84. Zu diesem Christoph Martin aus Jena liegen keine weiteren Angaben vor].

Pahl, Joh. G.: Geschichte von Wirtemberg für das wirtembergische Volk, 1829. (4. Bd.: Einige Männer wurden in Ulm wegen Sodomiterey [evt. Tierkontakt] zum Tode verdammt S. 231. [Schlagwort: Würtemberg. Hier allg. Infos zu Johann Gottfried Pahl (1768-1839)].

Pfister, Johann C.: Geschichte der Teutschen, 1829. (6. Bd.: Bei den West-Gothen stand Entmannung auf Sodomiterei und Knabenschänderei S. 304). [Hier allg. Infos zu Johann Christian Pfister (1772-1835)].

Puchelt, Friedrich A.: Das System der Medicin, 1829. (3. Bd.: Ein Satz, dass Päderastie die Ursache von Krankheiten ist, weil sie den Andrang von Blut nach dem After befördern S. 457). [Hier allg. Infos zu Friedrich August Benjamin Puchelt (1784-1856)].

Rauscher, Joseph O. von: Geschichte der christlichen Kirche, 1829. (1. Bd. Knabenliebe S. 331-332). [Hier allg. Infos zu Joseph Othmar von Rauscher (1797-1875)].

Schwarz, Friedrich H.: Geschichte der Erziehung, 1829. (1. Bd.: Reihe Erziehungslehre. Knabenliebe bei Plutarch S. 291-292 [Schlagwort: Pädagogik. Hier allg. Infos zu Plutarch (45-125) Friedrich Heinrich Christian Schwarz (1766-1837).

Strombeck, Friedrich K. von: Entwurf eines Strafgesetzbuches für ein norddeutsches Staatsgebiet.. (1829: [1. Aufl.]: Welches Recht verletzt der Sodomit? Er wirkt verderblich durch sein Beispiel, und verleugnet die Würde der Menschheit zum Schaden der Menschheit. S. XLVI-XLVII. Gesetzestext Von der widernatürlichen Wollust Art. 447 S. 185-186). (1834: 2. hin und wieder verbesserte Aufl.: Trotz des abweichenden zweiten Teil des Buchtitels …für Staatsgebiete des Deutschen Bundes offenbar identisch mit 1829). [Hier allg. Infos zu Friedrich Karl von Strombeck (1771-1848)].

Virey, Julien-Joseph: Die Ausschweifung in der Liebe und ihre Folgen für Geist und Körper, 1829. (Großer Beitrag: Von den Ausschweifungen und ihren verschiedenen Arten bei den alten Griechen und Römern. Über Knabenliebe und Sappho, die durch das lesbische Laster berühmt wurde. Cäsar als Frau aller Männer S. 20-37). [S.a. Derks, S. 44. Hier allg. Infos zu Julien-Joseph Virey (1775-1846)].

Vorlesungen über praktische Arzneiwissenschaft, 1829. (6. Bd.: Ein Satz, dass es durch die Krankheit Nymphomanie zu einer Erhöhung der Wärme und Empfindlichkeit der Genitalien kommt, wobei sich die Weiber der Onanie hingeben oder Tribaden werden S. 246). [Schlagwort: lesbisch].

Wachsmuth, Wilhelm: Hellenische Alterthumskunde aus dem Gesichtspunkte des Staates. (1829: Gesetze gegen die Sodomie S. 48-49). (1830: Ident. mit 1829). (1846: 2. Aufl.: Die Knabenliebe S. 380-384). [Hier allg. Infos zu Wilhelm Wachsmuth (1784-1866)].  

1830

Aletheia: Zeitschrift für Geschichte, Staats- und Kirchenrecht, 1830. (4. Bd.: Flaggelanten als Ursache für Sünde wider die Natur [hier evt. nur im Sinne von Onanie] S. 290-291).

Csaplovics, Joh. v: Ungarn's Vorzeit und Gegenwart verglichen mit jener des Auslandes, 1830. (Das  Speierische Stadtrecht und Fränkische Landrecht: Wer von jemanden sagt, er sei ein Sodomit, oder habe das Vieh verunreinigt, ode er sei ein Ketzer, und dieses nicht beweisen kann, den soll man radebrechen S. 94). [Hier allg. Infos zum ungarischen Juristen János Csaplovics bzw. Johann von Csaplovics, Edler von Jeszenova (1780-1847). Er nimmt Bezug auf Speyer im heutigen Rheinland Pfalz und auf Franken im heutigen Bayern bzw. Baden Würtemberg].

de Valenti, Ernst J.: Sokrates und Christopherus, 1830. (Großer Beitrag über den Gott Eros und ein Dialog zwischen Zelot und Neolog über die Knabenliebe S. 101-116. Unnatürliche Männerliebe in Platons Phädrus S. 121, Erfindung der Männerliebe S. 155). Hier allg. Infos zu Ernst Joseph Gustav de Valenti (1794-1871). Siehe oben Platon: Phaedros, 1783]

Fezer, Johann J.: Teutschland und Rom seit der Reformation Dr. Luthers, 1830. (Papst Johannes [Gegenpapst Johannes XXIII., 1370-1419] wurde u.a. wegen Sodomie 1415 abgesetzt S. 187-188). [Hier allg. Infos zu Johann Jacob Fezer (1760-1844)].

Frank, Joseph / Voigt, Georg C. (Übers.): Die Hautkrankheiten: Ein Handbuch für Lehrer und für Lernende, 1830. (3. Bd.: Martial hat sich im 7. Buch Nr. 71 über Feigwarzen bei Sodomiten geäußert S. 207). [Zu dem Text siehe unten Martial, 1864. Hier allg. Infos zu dem Arzt Josef Frank (1771-1842). Zu Georg Christian Gotthilf Voigt liegen keine weiteren Angaben vor].

Lesetipp für den 3. Bd.! Heine, Heinrich: Reisebilder. [Zum Inhalt: Vor allem der 3. Bd. ist ausschlaggebend für die sogenannte Platen-Affäre, eine der heftigsten Kontroversen in der deutschen Literaturgeschichte zwischen dem homophoben Juden Heine und dem schwulen Antisemiten August Graf von Platen. Heines 3. Teil der Reisebilder trägt den Titel Die Bäder von Lukka und enthält viel Schmähungen von Heine an der Homosexualität von August Graf von Platen]. (1830: Dritter Teil: [1. Aufl.]:  Ein Gedichtband von Platen hatte auf dem Hinterblatte die Widmung in Warmer brüderlicher Freundschaft. Es roch nach seltsamen Parfum S. 343. Eine Gleichgültigkeit gegen die Weiber war bei anderen die Folge des Lesens S. 344. Platen, der in warmer Freundschaft nur für Männer glüht S. 345. Er bat bei jüngeren Männern um die Erlaubnis zu ihnen aufs Zimmer kommen zu dürfen S. 364. Bei Platen blieb es nicht bei dem Vorbilde Tiecks und des Aristophanes, sondern er ahmte auch den Goethe nach im Liede, dann den Horaz in der Ode, dann den Petrarcha in Sonetten, dann den Dichter Hafis in persischen Gaselen S. 369. In den Gedichten von Platen findet man Sitzfleisch, jedoch nicht aus Ausdruck der mühsam erarbeiteten Form, sondern als Betreff des Inhalts S. 375. Sünden, die kein Vergnügen machen würden 376. Platen macht es wie Vogel Strauß, so dass nur der Steiß sichtbar bleibt. In der That, er ist mehr ein Mann von Steiß, als ein Mann von Kopf. Sein Charakter ist passiv und in seinen Gedichten ist er ein Pathikus. Er ist eine männliche Tribade S. 379. Platen vergleicht sich mit Shakespeare S. 387. Das sich Platen ihm als Feind gegenüberstellt ist Heine auf jeden Fall angenehmer, als hätte man mir nachgesagt, dass mich der Graf Platen hinter meinem Rücken liebe S. 393. Platen hätte wenigstens das Geschlecht in uns ehren sollen, da wir keine Weiber sind, sondern Männer S. 400. Insgesamt S. 343-352, 358-410). (1834: Dritter Teil: 2. Aufl.: offenbar identisch mit 1. Aufl. von 1830). (1856: Erster Teil: 2. Aufl.: [Die 1. Aufl. des 1. Teils von 1826 wird nicht als Scan angeboten.] Als Teil der Heine-Platen-Affäre schreibt Heine in Bezug auf August Graf von Platen: unser Dichter, der die zarte griechische Knabenliebe besingt und unseren griechischen After-Dichter zu den zartesten Gaselen begeistern konnte S. 233). (1965: Zweiter Theil: 5. Aufl.: [Die 1. Aufl. des 1. Teils von 1826 wird nicht als Scan angeboten. In dem Gedicht Oestliche Poeten auf S. 156 verspottet Heine die Orientsucht in der Poesie. August Graf von Platen bezog diese Kritik später auf sich und griff Heine in seinem Theaterstück Der romantische Ödipus, 1828, an]. (1861: Reisebilder Erster Teil als Teil von Sämmtliche Werke. Identisch mit Text oben S. 18-20). (1969: griechische Knabenliebe [Neu gesetzt]). Hier allg. Info zur Heine-Platen-Affäre, zu Heinrich Heine (1797-1856) und zu August Graf von Platen (1796-1835). Weitere Bände werden als Scan angeboten, sind jedoch weniger bzw. nicht relevant. Schlagwort: Belletristik. S.a. Andere Lieben, S. 165-166, 178-180. S.a. Derks, S. 94, 479-613. S.a. Steidele, S. 46. Heines Sämtliche Schriften werden nicht als Scan angeboten. Im 3. Bd. Äußert sich Heine, dass ihm Zwiebeln lieber sind als der schönste Schönheitsfreund].

 

Siehe voriger Beitrag

Bei den Angriffen von Heinrich Heine in Bezug auf die Homosexualität von August Graf von Platen verwendete Heine mehrere Andeutungen in Bezug auf Analverkehr: In den Gedichten von Platen findet man Sitzfleisch, jedoch nicht aus Ausdruck der mühsam erarbeiteten Form, sondern als Betreff des Inhalts. Für Heine war Platen mehr ein Mann von Steiß, als ein Mann von Kopf. Das sich Platen ihm als Feind gegenüberstellt, war Heine auf jeden Fall angenehmer, als hätte man mir nachgesagt, dass mich der Graf Platen hinter meinem Rücken liebe.

Weiter mit 1830

Jarcke, Carl E.: Handbuch des gemeinen deutschen Strafrechts…, 1830. (3. Bd.: Großer Beitrag zur Rechtsgeschichte. Über Schwabenspiegel und Sachsenspiegel. Neun Fälle: In Nürnberg sind im 15. Jh. zwei, im 16. Jh. sieben Sodomiten hingerichtet worden S. 170-182). [S.a. Herzer 93. Hier allg. Infos zu dem Juristen Carl Ernst Jarcke (1801-1852)].

Josephii, Flavii: Die natürliche Geburt Jesu von Nazareth, 1830. (Bei dem später hingerichteten Eunuchen Bagoas und seinem Liebling Charus handelt sich um einen verabscheuten heidnischen Eunuchen und einen jungen Wollüstlinge S. 29-30. Bagoas gab dem zukünftigen König die Kraft des Beischlafs S. 33-34. Die Bibel Prophet Jesaja 56/3-5 über Verschnittene wird auf Bagoas bezogen S. 35. Bagoas und Charus sind fremdartige Menschen S. 38. Sie können nicht die Auserwählten sein S. 43-45. Engelserscheinung in Verbindung mit Charus und Bagoas, in dessen Abhängigkeit er stand S. 50. Ermordung beider Männer, weil sie die Macht von Herodes bedrohten S. 65). (1830: Gleicher Band). [Hier allg. Infos zu Flavius Josephus (um 37-100). Aufgrund der Lebensdaten kann es sich nicht um den Eunuchen Bagoas († nach 324 v. Chr.) handeln. Dieser war nach anderen Quellen der Geliebte von Alexander, der Große].

Lomler, Friedrich W.: Geist aus Luther's Schriften, oder Concordanz der Ansichten, 1830. (3. Bd. Nr. 6044: Um die Würde des Geschlechtes zu erhalten, dürfen Männer nur in Ausnahmesituationen die Kleidung des anderen Geschlechtes tragen, z.B. wegen einem Scherz oder um einen Feind zu täuschen S. 227. [Schlagwort: Travestie. Hier allg. Infos zu dem lutherischen Theologen Friedrich Wilhelm Lomler (1774-1845)].

Luther, Martin / Irmischer, Johann K. (Bearb.): Sämmtliche Werke: Reformations-historische und polemische deutsche Schriften.  (1830: 25. Bd.: Luther: über das schändliche Leben der Hurn und Buben. Über die gemeinen geistlichen Keuscheit, und heißt auf Welsch, Puseronen, nämlich die Sodomitische und Gomorrische Keuschheit. Das Schänden des eigenen Leibes und Personen durch sich selbst S. 32. Luther: kein Cardinal sollte hinfurt so viel Schandbuben halten. Wie der Papst und die Cardinäl Sodomam zu Rom hielten S. 33). (1830: 26. Bd.: Luther: Da redet abermal der verzweifelte Spitzbube mit seinem hermaphroditen sein Rothwelch S. 129. Luther: denn die Cardinäl und deines hofes puseron und hermaphroditen führen ein solch greulich wesen, daß Himmel und Erden dafür beben und zittern S. 134). (1854: 60. Bd.: Luther: Das find wälsche Hochzeit [Welsche Hochzeiten] und stumme Sünden, die in Himmel schreien S. 280). [Zu Luther s.a. Puff. Zum Luther-Zitat aus dem 25. Band siehe oben Luther, 1531. Bei dem Luther-Zitat aus dem 26. Bd. geht es nach dem Buch Im Bett mit der Macht von S. 102 um die weithin bekannten homosexuellen Neigungen von Pierre Luigi Farnese (1503-1547), dem Herzog von Parma. Zum Luther-Zitat aus dem 60. Bd. siehe oben Luther 1569. Hier allg. Infos zu Martin Luther (1483-1546) und dem Bearbeiter Johann Konrad Irmischer (1797-1857)].

Menzel, Karl A.: Neuere Geschichte der Deutschen. (1830: [1. Aufl.]: 3. Bd.: Ferdinand I. will 1547 in Saatz übernachten und kündigt beim Bürgermeister seine Ankunft an. Dieser antwortet ihm, dass er den König aufnimmt, er aber wegen der vielen sodomitischen Spanier und Welschen nicht mit mehr als 30-40 Reitern in die Stadt kommen soll. Der König übernachtet daraufhin auswärts S. 98, auch S. 90). (1854: 2. Aufl.: 2. Bd.: vom Text ident. mit 1830, aber S. 48). [Hier allg. Infos zu Ferdinand I. (1503-1564), dem König von Böhmen, und Karl Adolf Menzel (1784-1855)].

Richter, Wilhelm L.: Handbuch des Straf-Verfahrens in den königl. Preußischen Staaten.., 1830. (2. Bd. Der verstorbene Großherr von Konstantinopel zog, nach einer unbestimmten Quelle von Pouqueville [François Pouqueville, 1770-1838], die griechische Liebe seinem Harem vor. Die Frauen wurden Liebende ihrer Gespielinnen S. 351. Verführung zur widernatürlichen Unzucht. Über Frauen u.a.: Weib mit Weib kann sich nur sehr unvollkommen die Freuden des Beischlafs verschaffen. Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem Verführer und dem Verführten S. 602-606). [Schlagwort: lesbisch. Das Pouqueville-Zitat kann nicht aus der Pouqueville: Histoire de la régénération de la Grèce von 1824 stammen, obwohl er hier auf Sodomy eingeht, weil das Zitat bereits von Osiander  im Jahre 1815 verwendet wird. Siehe oben Osiander, 1815. Hier allg. Infos zu dem Juristen Optatus Wilhelm Leopold Richter (?). Zu Pouqueville siehe unten Zyro, 1837. Die hier als Quelle angegebene Augabe der Zeitschrift Minerva von 1805 wird offenbar nicht als Scan angeboten].

Ritter, Heinrich: Geschichte der Philosophie alter Zeit, 1830. (Knabenliebe der Griechen S. 37-39).  [Hier allg. Infos zu dem Philosophen Heinrich Ritter (1791-1869)].

Roß, Christian: Unterricht über die wichtigsten Strafgesetze.., 1830. (widernatürliche Unzucht im Kontext der Bibel. S. 87-88). [Hier allg. Infos zu dem Juristen Christian Roß (?)].

Sammlung historischer Volkslieder und Gedichte der Deutschen, 1830. (Zusammengetragen von Oskar Ludwig Bernhard Wolff. Die Liedzeile: Solt ich die Sodomitisch sünd, der Welschen Hochzeit grausam schand Erzelen, jr würdet al sand, Ein Greuel han, erschrocken drob… Aus: Gottes Wort bleibt ewig S. 94. Der Reim von Achim von Arnim auf den Papst und seine Büberey: Dadurch sein gros Abgötterey, Sein Diebstahl, schand und Sodomey, Durch dich mag sicher bleiben Und er hernach die reine Lehr Aus Deudschland mög vertreiben. Aus: Ein Lied für die Landsknecht.. S. 191). [Schlagwort: Belletristik. Siehe unten Historische Volkslieder, 1840].

Uebersicht der Strafrechtspflege im Großherzogthum Baden während des Jahres… [Zum Inhalt: Statistiken über Untersuchungen u.a. wegen Widernatürlicher Unzucht. Das genaue Delikt bleibt unklar und kann sich z.B. auch auf Tierkontakte beziehen. Bei der Nennung des Deliktes an mehreren Stellen wird auch nach Region, Alter und anderen Kriterien unterschieden. Die jeweiligen Treffer sind an der blauen Markierung auf der rechten Seite zu erkennen und können jeweils angeklickt werden. Nur vereinzelte Jahrgänge werden als Scan angeboten]. (1830: mit Zahlen von 1829 an mehr als 20 Stellen). (1836: mit Zahlen von 1834 an mehr als 20 Stellen). (1840: mit Zahlen von 1836 an vier Stellen). (1841: mit Zahlen von 1839 an mehr als 20 Stellen). (1844: mit Zahlen von 1842). (1847: mit Zahlen von 1845 an mehr als 20 Stellen). (1848: mit Zahlen von 1846). (1848: mit Zahlen von 1847 an mehr als 20 Stellen). (1856: mit Zahlen von 1852. Widernatürliche Unzucht S. 31). [Zur Statistik in Baden s. unten Großherzoglich Badisches.., 1832; Geographisch.., 1833 und Jahrbücher.., 1841. Die Dissertation: Kriminalität in Baden im 19. Jahrhundert. Die 'Übersicht der Strafrechtspflege' als Quelle der historischen Kriminologie erschien 2006 auch als Buch. Danach verzeichnet die ab 1830 erschienene Kriminalstatistik für den Zeitraum 1829-1878 über 420.000 Verfahren und sollte u.a. der Effizienzkontrolle der badischen Justiz dienen].

Vollständiges Wörterbuch der deutschen Sprache, 1830. (3. Bd.: Schwulität = In einer großen Schwüle S. 972). [Hier ohne homosexuelle Bedeutung und nur von ethymologischem Interesse. Spätestens ab 1845 ist das Wort auch im homosexuellen Kontext bekannt, siehe unten Butler, 1845].

Weisse, Christian H.: System der Aesthetik.., 1830. (2. Bd.: Griechische Knabenliebe S. 492-495). [Hier allg. Infos zu Christian Hermann Weisse (1801-1866)].

Xenophon: Lakedaimonion politeia / Das Staatswesen der LakedämonierVon der Staatsverfassung der Lacedämonier. [Zum Inhalt: Im Folgenden zwei Übersetzungen]. (1830: Das Buchcover mit Übersetzerangabe fehlt. U.d.T. Von der Staatsverfassung der Lacedämonier S. 1253-1297. Xenophon glaubt, von der Knabenliebe sprechen zu müssen. Sie wird in vielen Staaten durch Gesetze nicht verhindert S. 1273-1274). (1831: Cover fehlt. Identisch mit 1830). (1843: Cover fehlt. Identisch mit 1830). [Hier allg. Infos zu dem antiken griechischen Schrifsteller Xenophon (um 430-um 355 v.Chr.)].

Zellweger, Johann C.: Geschichte des Appenzellischen Volkes, 1830. (Todesstrafe für Verleumder nach dem Preßgesetz jener Zeit S. 234). [Schlagwort: Schweiz. Hier allg. Infos zu Johann Caspar Zellweger (1768-1855)].

Lesetipp! Zschokke, Heinrich: Der Eros, oder über die Liebe. [Zum Inhalt bzw. Hintergrund: Franz Desgouttes gesteht seinen Geliebten Daniel Hemmeler erstochen zu haben und wird 1817 hingerichtet. Dieser Fall wird zum Schlüsselerlebnis für den schweizerischen Hutmacher Heinrich Hössli, der einen Aufsatz verfasst und ihn an den erfolgreichen Schriftsteller Heinrich Zschokke schickt. Dieser verfasst und veröffentlicht daraufhin 1821 Der Eros, oder über die Liebe bei dem sich drei Männer über das Wesen des mann-männlichen Eros austauschen. Hinter diesen Männern sind Desgouttes, Hemmeler und Zschokke zu erkennen. Zschokkes Schrift kann man in dieser Form als eine Verteidigung der Männerliebe sehen. In ihr kommt u.a. das Zitat vor: Denket an Jakob I. von England und seinen Liebling Bukingham, an Heinrich III., Ludwig XIII. von Frankreich und Papst Julius II.! Heinrich Hoessli ist über diese Publikation enttäuscht und veröffentlicht später seine bedeutende Schrift Eros oder die Männerliebe der Griechen]. (1825: 10. Bd. S. 110-200). (1830: 2. Bd. S. 66-141). (1830: 2. Aufl. in einem Band. S. 376-397).  (1841: 5. Aufl.. 1. Bd.. S. 189-238). (1845: 7. Aufl. 1. Bd. S. 231-292). (1851: 1.-2. Bd. S. 225-287). (1863: 1. Bd. S. 184-234). (1865: 1. Bd. 227-289). [Hier allg. Infos zu Heinrich Zschokke (1771-1848), Jakob I. (1566-1625) einschl. mögliche homosexuelle Neigungen und zu Heinrich III. (1551-1589) einschl. seiner Homosexualität. Zu Hoessli siehe unten Hoessli, 1840. Zu Zschokke s.a. Andere Lieben, S. 167-170. S.a. Derks, S. 454-479. S.a. Guldin, S. 133-142. Zu Heinrich III. s.a. Andere Lieben S. 81]

1831

Baum, Johann-Wilhelm: Theodor Beza.., 1831. (Ein Satz über das dem Cardinal della Casa [Giovanni Della Casa, 1503-1556] zugeschriebene Schandgedicht zum Lobe der Sodomiterei S. 421). [Zu Casa s.a. Invertito 4.2002, S. 117-139. Hier allg. Infos zu Johann-Wilhelm Baum (1809-1887)].

de Valenti, Ernst J.: Medicina clerica, od Handbuch der Pastoral-Medizin.., 1831. (Am Ende des 1. Bandes wird u.a. auf die Kap. Päderastie und Tribadismus im 2. Band aufmerksam gemacht. Der 2. Bd. wird nicht als Scan angeboten o.S.). [Hier allg. Infos zu Ernst Josef Gustav de Valenti (1794-1871)].

Lesetipp! Hannibal oder Beyträge gegen den neu aufstrebenden Obskurantismus, 1831. (6. Heft mit separater Seitenzählung. Im Kap. über das widernatürliche Zölibat als Ursache von Sodomiterei, was sich bei einem Mann, der 1827 in München starb, auch auf die Grabinschrift auswirkte: Wer die Politik nicht erfaßt – Betrachte hier den Päderast. Für alles gibt’s ein Surrogat [sexuellen Ersatz]– auch für den heil’gen Zölibat. S. 70).

 

Siehe voriger Eintrag

Weiter mit 1831

Hinsberg, Joseph von: Ueber den revidirten Entwurf eines Strafgesetzbuchs für das Königreich Bayern vom Jahr 1827.., 1831. (Kritik an den Fassungen zur widernatürlichen Unzucht S. 130-132). [Hier allg. Infos zu Joseph von Hinsberg (1764-1836). In Bayern gab es eine Straffreiheit von Homosexualität zwischen 1813-Ende 1871].

Kritisch-etymologisches medicinisches Lexikon, 1831. (Cinaedus = 1. Knabenschänder, 2. einer der dergl. mit sich treiben lässt, eine Mannhure, Pathicus S. 203). [Schlagwort: Sprache].

Schwäbisches Wörterbuch. (1831: Ethymologisches zu Ketzerei i.V.m. Sodomiterei. Ableitung evt. von Cazzo =männliches Glied. Nach dem Ratsprotokoll von 1521 wurden in Ulm zwei Männer verbrannt S. 312). (1844: 2. Ausgabe, offenbar ident. mit 1831). [Schlagwort: Sprache, Schwaben].

Vallentin, Berthold: Winckelmann, 1831. (Widmung: Dem Gedächtnis meines Freundes Friedrich Wolters). [S.a. Mann für Mann, S. 705-706. Hier allg. Infos zu Berthold Vallentin (1877-1933) mit einem Foto der beiden Männer in ungewöhnlicher körperlicher Nähe].

1832

Bechstein, Ludwig: Novellen und Phantasiegemälde, 1832. (2. Bd.: In der Novelle Meister Wolfram und seine Thürme geht es um den Feuertod der Sodomiter S. 135-136). [Schlagwort: Belletristik. Hier allg. Infos zu Ludwig Bechstein (1801-1860)].

Cramer, Friedrich: Geschichte der Erziehung, ab 1832. (1832: 1. Bd.: Knabenliebe S. 180, 194-200, 255-257). (1838: 2. Bd.: Freundschaften und Knabenliebe der Griechen S. 465-466). [Hier allg. Infos zu Friedrich Cramer (1752-1807)].

Grässe, Johann G.: Lehrbuch einer allgemeinen Literärgeschichte.., 1838. (Das Drama Edward II. [von 1593] von Christopher Marlowe ist eine wahrhaft erhabene historische Schicksalstragödie S. 549). [Siehe unten Marlowe, 1914. Hier allg. Infos zu Johann Georg Theodor Grässe (1814-1885)].

Großherzoglich Badisches Staats- und Regierungs-Blatt / Gesetz- und Verordnungsblatt von Baden. (1832: 30. Jg.: Statistik wegen widernatürliche Unzucht mit Zahlen von 1830 o.S.). (1834: 32. Jg.: Statistik mit Zahlen von 1833 o.S.). [Das Delikt kann sich auch auf Tierkontakte beziehen]

Hormayr, Joseph von: Taschenbuch für die vaterländische Geschichte, 1832. (3. Bd.: Ein Satz: Das erste Beispiel strenger Gerechtigkeit übte Christoph von Stadion an dem Abte zum H. Kreutz in Donauwörth Franz Reauer, den er wegen unsinniger Verschwendung und sodomitischen Unwesens seines Amtes entsetzte und zur ewigen Haft nach Dillingen abführen ließ S. 396). Hier allg. Infos zu Christoph von Stadion (1478-1543), Joseph von Hormayr (um 1781-1848) und Franz Reauer (?)].

Jacob, Karl G.: Charakteristik Lucians von Samosata, 1832. (Allgemein über unsittliches bei Lukian und seine Hetärengespräche S. 169-183. Wieland, der das 5. der Hetärengespräche [wegen seinem lesbischen Inhalt] nicht übersetzt hat, wird recht gegeben, ihm wird aber auch Inkonsequenz in Bezug auf die sonstige Darstellung von unnatürlicher Wollust vorgeworfen S. 183. Verirrungen und Ausschweifungen S. 183-188. Männerliebe S. 188-193). [S. oben Lukian, 1788. Hier allg. Infos zu Karl Georg Jacob (1796-1849)]

Literarischer Anzeiger [als Beilage für] Blätter für literarische Unterhaltung, 1832. (Leihbibliotheken bzw. das sächsische Publikum wird mit einer Anzeige auf den [homoerotischen] kleinen Roman Don Petrasto aufmerksam gemacht o.S.). [Gleiche Anzeige auch im Intelligenzblatt Nr. 20 von 1832 auf S. 79). [Die Novelle ist somit auch separat erschienen. S. unten Abdruck in dem Sammelband Getroffene Bilder .., 1833].

Neues Archiv des Criminalrechts, 1832. (12. Bd.: Im Entwurf für die Strafgesetzgebung in Zürich steht auf unnatürliche Wollust (Art. 322) 6-12 Jahre Zuchthaus S. 199). [Schlagwort: Schweiz].

Plass, Hermann G.: Geschichte des alten Griechenlands, 1832. (Knabenliebe wurde oft zu Unrecht mit Schändlichkeiten bedacht, Unzüchtigkeiten wurden bestraft S. 128).

Preuss, Johann D.: Friedrich der Große: Eine Lebensgeschichte.., 1832. (1. Bd.: Über die griechische Liebe bei Friedrich der Große mit Äußerungen über Baron Diebitsch, den Pagen von Sydow, Ritter Zimmermann und Büsching. Johann Matthias Gesner – in seinem Socrates sanctus paederasta – und Friedrich Jacobs haben die griechische Liebe verteidigt. Der große König hat einen so gelehrten Verteidiger noch nicht gefunden S. 363-367). [S. oben Jacobs, 1829. Das Werk ist in mind. vier Bänden erschienen. Der 2. und 4. Bd. wird als Scan angeboten, hat aber offenbar keinen homosexuellen Bezug. Gesner: Socrates sanctus paederasta liegt nicht in deutscher Sprache vor. S.a. Herzer 94. S.a. Derks, S. 59-62. Hier als Scan die zitierte latain. Schrift Socrates sanctus paederasta (1769) und allg. Infos zu Johann David Erdmann Preuß (1785-1868) und Friedrich II. (1712-1786)].

Rabelais, François: Gargantua und Pantagruel. [Zum Inhalt: Der humoristische Ritterroman in fünf Büchern erschien zwischen 1532 und 1564 und war sehr erfolgreich. Der Autor Rabelais gilt heute, obwohl er aufgrund seiner archaisch gewordenen Sprache und seiner kaum noch zu verstehenden Wortspiele als größter französischer Autor des 16. Jahrhunderts. Im Folgenden werden die Übersetzungen von Gottlob Regis aufgeführt. Es gibt zwar auch eine als Scan vorliegende Übersetzung von Sander / Fischart / Eckstein in drei Bänden aus den Jahren 1785-1787. Wegen abweichender Struktur konnten die unten angegebenen Szenen diesen Texten jedoch nicht zugeordnet werden]. (1832: 1. Bd.: Mit Abbildung von Regelais. Alle fünf Büchern ohne Kommentare. Die Texte sind meistens nur durch die ergänzenden Kommentare im 2. Bd. von 1839 bzw. 1841 verständlich. Im 1. Buch: Prolog: Alcibiades vergleicht Sokrates mit Silenen und bezeichnet ihn als hässlich S. 3. Im 1. Buch: 20. Kap.: Verbrennen von Buker, Ketzer […], Leutverführer u.a. S. 64. Im 2. Buch: 14. Kap.: Anrede mit Messer Bougrino S. 245. Im 2. Buch: 17. Kap.: Papst Sixtus wurde vom Chlanker-Schlier geheilt IV. S. 261. Im 3. Buch: 25. Kap.: laß Dich einen Albaner laternen S. 442. Im 3. Buch: 49. Kap.: Alcibiadion von Alcibiades S. 535. Im 4. Buch: 31. Kap.: Der Körper des Halbriesen Fastnacht wird beschrieben: Das Arßloch, wie ein krystallener Spiegel S. 678. Im: 4. Buch: 65. Kap.: Euripides ist nach Aristophanes von Hunden gefressen worden S. 779). (1839: 2. Bd.: 1. Abt. [sic]. Kommentare zu den fünf Büchern mit durchgehender Seitenzählung. Zum 1. Buch auf S. 3: Alkibiades und sein Vergleich von Sokrates mit Silenen [älterer Satyr mit Bauch und Glatze] mit Verweis auf Platos Gastmahl und Winkelmann S. 6-7. Zum 1. Buch auf S. 64: Buker waren u.a. Sodomiten. [Buker ist offenbar eine Eindeutschung des französischen bougre, dem Synonym für Sodomit]. Besonders aber im Verdacht der Päderastie hatte man die Universitätsverwandten und Sorbonnisten S. 95 [Das Gebäude der Sorbonne war früher Teil der Pariser Universität und wurde als eine klosterähnliche Männergemeinschaft gesehen]. Zum 2. Buch auf S. 245: Messer Bougrino wird kommentiert mit Herr Bougre, Sodomit; Französisch-welsches Kompliment S. 267 [Das italienische Wort messer war im 15. und 16. Jahrhundert eine Anrede für höherstehende Männer und bedeutete so viel wie mein Herr. Das Wort Bougrino ist eine italianisierende Ableitung von bougre. Damit heißt der Text so viel wie Herr Sodomit]. Zum 2. Buch auf S. 261 wird ergänzt, dass Papst Sixtus IV. drei Monate lang die Sodomie zugelassen hat S. 277 [Der Sprecher behauptet, er habe Papst Sixtus von der Geschlechtskrankheit Schanker geheilt, was auf seinen sittenlosen Lebenswandel hinweisen soll. Es wird nicht gesagt, bei welchem Geschlecht er sich angesteckt hat und um welchen Sixtus es sich handelt. Der Herausgebers verweist jedoch auf Papst Sixtus IV. und den auf ihn bezogenen Vorwurf der Sodomie. Ausführliche Hinweise zu Sixtus IV. siehe oben Fischart, 1576]. Zum 3. Buch auf S. 442: Die Äußerung laß Dich einen Albaner laternen, ist ein obszöner Seitenhieb auf die sodomistischen Gewohnheiten, entweder der Sorbonnisten oder der Albigenser- (Waldenser-) Sekte verbinden, weil diese als Bougres [Päderasten] bzeichnet wurden. Der Sinn ist offenbar: Wer sich mit Sodomiten einlässt, wird zum Richtplatz geführt S. 418. Zum 3. Buch auf S. 535: Alcibiadion wird mit Art Ochsenzunge erklärt S. 486. Der Tod von Euripides [ca. 480-406 v. Chr.]: Er ist von Hunden oder von Weibern zerrissen worden, die sich für seine Knabenliebe an ihm rächen wollten S. 754-755). (1841: 2. Bd.: 2. Abt. [sic]. Kommentar zum 46. Kap. Er scheint mit den Worten „Geh, und laß dich einen Albaner (d.i. von einem Albigenser oder Waldenser, damals gleichbedeutend mit bougre) laternen“, auf die Neigung anzuspielen, die man den italienischen Cardinälen vorwirft S. 1148 [Mit Albaner sind also nicht die heute bekannten Albaner aus der Balkanhalbinsel, sondern eine religiös-sozialen (Protest-)Bewegung des 12. und 13. Jahrhunderts aus ganz Europa gemeint. laternen ist hier offenbar unausgesprochen phallisch gemeint]. (1841: 2. Bd.: Kom. zum 31. Kap.: Die Vergleichung des Afters mit einem krystallenen Spiegel, spielt auf die böse Krankheit Crystalline, eine Folge unnatürlicher Wollust an S. 1219). (1911. Alle Bücher neu gesetzt und ohne Kommentare. Durch die oben kursiv gesetzten Begriffe und der Angabe der Kap. sind sie mit Word-Suche leicht zu finden). [Schlagwort: Belletristik. Hier allg. Infos zu François Rabelais (1494/1483?-1553), seinem Roman Gargantua und Pantagruel, dem Übersetzer Gottlob Regis (1791-1854) und zu der Geschlechtskrankheit Crystalline bzw. Vesiculae crystallinae, die sich durch Bläschen auf der Eichel auswirkt und vermutlich auch über Analverkehr übertragbar ist. Eine nicht als Scan verfügbare Ausgabe von 1955 enthält Illustrationen von Paul Gustave Doré u.a. eine auf S. 541 zu dem Halbriesen Fastnacht mit dem Archloch wie ein Kristallspiegel].

 

Siehe voriger Eintrag

Dieser Sodomit hat ein Arschloch wie ein Kristallspiegel. Solche Wortspielereien von François Rabelais sind nicht einfach zu verstehen und beziehen sich wohl auf die Geschlechtskrankheit Crystalline. Die Zeichnung von Paul Gustave Doré ist in einer Ausgabe des Romans von 1955 abgedruckt, die nicht als Scan angeboten wird.

Weiter mit 1832

Rosenkranz, Karl: Handbuch einer allgemeinen Geschichte der Poesie.., 1832. (2. Bd.: Der Dichter und Mönch Analus ab Insulis [1120-1202] ereiferte sich in seinem Gedicht Planctus naturae gegen die Sodomiterei S. 22). [Siehe unten Rosenkranz, 1855. Hier allg. Infos zu Karl Rosenkranz (1805-1879)].

Ruge, Arnold: Die philosophische Aesthetik, 1832. (Knabenliebe und die Arten der Liebe S. 73-80). [Hier allg. Infos zu dem Schriftsteller Arnold Ruge (1802-1880)].

Schweppe, Albrecht / Gründler, Carl. A.: Römische Rechtsgeschichte und Rechtsalterthümer.., 1832. (Gesetze gegen das Laster der Männerliebe wie aus dem Jahr 526 die Lex Scantinia S. 34, 1046-1047). [Hier allg. Infos zu Albrecht Schweppe (1783-1829), Carl August Gründler (1769-1843)].

Theologisches Literaturblatt. Zur Allgemeinen Kirchenzeitung, 8.2.1832 bzw. Nr. 17. (11. Bd.: Auf der zweiten separaten Seitenzählung des Scans. Übersetzungsprobleme bei Flavii Josephii: Die natürliche Geburt Jesu von Nazareth: Über den Eunuchen Bagoas Spalte 138-139. Als Eunuch war Bagoas wollüstigen Versprechungen zugänglich Spalte 140. Lustknaben Spalte 140-141). [Hier allg. Infos zu Flavius Josephus (um 37-100). Zum rezens. Werk siehe oben Die natürliche Geburt.., 1830].

Tittmann, Karl A.: Geschichte der deutschen Strafgesetze, 1832. (Sodomiterei ahndete der Schwabenspiegel mit der Todesstrafe S. 113, Artikel 116 ahndet es mit Verbrennen S. 260). [Hier allg. Infos zu Karl August Tittmann (1775-1834)].

1833

Archiv des Criminalrechts, 1835. (Mittermaier: Ueber die Bestrafung der Fleischesverbrechen anhand des königlich-sächsischen Gesetzes von 8.2.1834 und zur Frage, ob widernatürliche Unzucht strafbar sein sollte S. 257-259). [Schlagwort: Sachsen. Möglicherweise handelt es sich bei dem Autor um den Juristen Carl Joseph Anton Mittermaier (1787-1867)].

Der aufrichtige und wohlerfahrene Schweizer-Bote, 1833. (30. Bd.: Im Rahmen aktueller Meldungen: Ein gewisser Stutz, Strehlmacher von Liestal, welcher wegen begangenen sodomitischen Gräueln lange Zeit in Basel im Gefängnisse saß [evt. wegen Tierkontakt] S. 125).

Bauer, Anton: Lehrbuch des Strafrechtes, 1833. (Sodomie S. 468). [Hier allg. Infos zu dem Strafrechtler Anton Bauer (1772-1843). Siehe oben Bauer: Lehrbuch der Strafrechtswissenschaft, 1827].

Das Corpus iuris civilis [Corpus Juris Civilis; =Codex Iustinianus, =Codex Justinianus], 1833. (7. Bd.: Übers. u. hrsg. von Carl Ed. Otto u.a. Zur 77. Novelle über Ausschweifungen, die der Natur zuwider sind S. 380-382. Zur 141. Novelle über die, welche ausschweifend leben S. 699-701). (Gleiches Buch als Scan, bei dem jedoch die S. 614-723 und damit der 2. Beitrag fehlt). (1988: Auszug nach Brigitte Spreitzer Die Stumme Sünde. Homosexualität im Mittelalter, wonach seit 559 die Bezeichnungen Sodomiter und Sodomie üblich wurde). [Hier allg. Infos zum Codex Iustinianus. Strafbestimmungen aus den Jahren 326 bis 559. S.a. Andere Lieben, S. 37-39. S.a. Die sünde, S. 18-19. S.a. Spreitzer, S. 17-19. S.a. Bleibtreu-Ehrenberg, S. 191-194, 242].

Döllinger, Johann J.: Geschichte der christlichen Kirche.., 1833. (1. Bd.: Hadrian und das antike Rom. S. 131). [Hier allg. Infos zu Johann Joseph Ignaz von Döllinger (1799-1890)].

Eichhorn, Karl F.: Grundsätze des Kirchenrechts der katholischen und der evangelischen Religionspartei.., 1833. (2. Bd.: Sächsisches Kirchenrecht und Preußisches Landrecht S. 484). [Schlagwort: Sachsen, Preußen. Hier allg. Infos zu Karl Friedrich Eichhorn (1781-1854)].

Falkenstein, Constantin K.: Geschichte des Tempelherrenordens, 1833 (52 Ritter sagten über Erlaubnis zur Sodomie aus. Kuss auf das Ende des Rückgrats [Hintern] S. 105. Zwei Absätze über Unnatürliche Lust und Unanständige Küsse S. 123-125). [Hier allg. Infos zu Konstantin Karl Falkenstein (1801-1855)].

Fassbind, Thomas: Geschichte des Kantons Schwyz, 1833. (3. Bd.: Ein Satz: Rudolf Gwaltherr, Prädikant von Zürich, hat in einer Lästerschrift die Katholiken alle ohne Ausnahme [als] die Kupler des Papstes in der sodomitischen Sünde betittelt S. 8). [Schlagwort: Schweiz. Hier allg. Infos zu Rudolf Gwalther (1519-1586) und Thomas Fassbind (1755-1824). Gemeint ist möglicherweise Gwalthers lateinische Schrift Antichristus von 1546].

Geographisch-statistisch-topographische Beschreibung des Grossherzogthums Baden, 1833. (1810 wurden zwei, 1821 vier und 1831 fünf Personen wegen widernatürlicher Unzucht [evt. Tierkontakt] in Untersuchung genommen S. 171).

Goethe, Johann W. von: Faust Teil 2. [Zum Inhalt: Der zweite Teil, in dem der Teufel als männlich begehrend dargestellt wird, erschien erstmals 1832 posthum] (1833: Neu gesetzt. Relevant ist u.a. die Textpassage von Mephistoteles: Auch könntet ihr anständig-nackter gehen, Das lange Faltenhemd ist übersittlich Sie wenden sich — Von hinten anzusehen! – Die Racker sind doch gar zu appetitlich). (1960: 5. Bd.: Identischer Text S. 576). [Hier allg. Infos zu Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). Zu Faust II s. unten Weber, 1836; Düntzer, 1857 und Kühne, 1864. Zu der Person, auf dem die Faust-Geschichte beruht s. unten Halle, 1790 und Blätter.., 1852. S.a. Andere Lieben, S. 143-146. S.a. L’amour bleu, S. 146-147. S.a. Derks, S. 281-294].

Goethe, Johann W. von / Zelter, Carl F.: Briefwechsel zwischen Goethe und Zelter in den Jahren 1796 bis 1832, 1833. (2. Bd. Zelter an Goethe am 14.09.1812 über die Anhänger der Griechischen Liebe S. 30). [S.a. Derks, S. 424. Zelter hatte in den Wahlverwandschaften offenbar eine entsprechende Liebe herausgelesen]).

Lesetipp! Getroffene Bilder aus dem Leben vornehmer Knabenschänder und andere Szenen aus unserer Zeit und Herrlichkeit, 1833. (Die homoerotische Novelle Don Petrasto ist an den griechischen Schönheitskult angelehnt und spielt in Madrid. Vor dieser Novelle ist eine homoerotische Zeichnung abgedruckt S. 1-48). (1833: Gleicher Scan der BSB). [Schlagwort: Belletristik. Der Verfasser wird nicht genannt. Siehe oben Literarischer Anzeiger, 1832. Ohne näher auf die Novelle einzugehen, wurde die Zeichnung auf dem Cover von Capri Heft [5 bzw.] 3/1988 abgedruckt].

 

 

Siehe voriger Eintrag

In dem Sammelband Getroffene Bilder aus dem Leben vornehmer Knabenschänder und andere Szenen.. findet sich die homoerotische Novelle Don Petrasto. Sie ist an den griechischen Schönheitskult angeleht und spielt in Madrid.

Weiter mit 1833

Grauert, Wilhelm H.: Historische und philologische Analekten, 1833. (Der Phalerer Demetrius hatte sich früher selbst der Knabenliebe hingegeben. Später waren weder Frauen noch Knaben vor ihm sicher S. 319-320). [Hier allg. Infos zu Wilhelm Heinrich Grauert (1804-1852) und zu Demetrius von Phaleron (350-280 v. Chr.)].

Hugo, Victor: Lucrezia Borgia: Drama, 1833. [Zum Inhalt: Zwei Szenen im Drama über das Verhältnis von Maffio zu seinem Freund Gennaro legen ein homosexuelles Verhältnis nah]. (1833: Übers.: P. H. Külb. Maffio sagt zu seinem Freund Gennaro Wir haben geschworen, uns nie einander zu verlassen, unzertrennlich Brüder zu sein S. 87. In einem späteren Gespräch mit Negroni er über Gennaro: Wir leben zusammen und trennen uns nie. Auf die Frage, ob er ihn liebt: So sehr als ein Mann den andern lieben kann S. 95). ([1833?:]. Übers.: Georg Büchner. Maffio sagt zu seinem Freund Gennaro: Wir haben uns geschworen, uns nie zu verlassen, uns nie zu trennen, Brüder zu sein. 3. Handlung, 1. Szene: In einem späteren Gespräch mit Negroni sagt er über Gennaro: Wir trennen uns nie; wir leben zusammen. Auf die Frage, ob er ihn liebt: So sehr, als ein Mann den ändern [sic] lieben kann). [Das Drama war Grundlage der Oper Lucrezia Borgia. Hier allg. Infos zu Victor Hugo (1802-1885) und den Übersetzern Georg Büchner (1813-1837) und Philipp Hedwig Külp (1806-1869).

Hurter, Christian G.: Geschichte des letzten Jahres meiner Amtsführung.., 1833. (Der Pfarrer von Zürich beschreibt, wie er einen Mann namens Rudelis, der wegen Knabenschänderey verbannt worden war, in der Gemeinde mit Stillschweigen überging S. 37). [Schlagwort: Schweiz. Zu Christian G. Hurter liegen keine weiteren angaben vor].

Intelligenzblatt der Allgemeine Literaturzeitung, Nr. 77, Okt. 1833. (Titelgeschichte von Amathes: Zur Vertheidigung Platons in Bezug auf Knabenliebe. Über die Einleitung von Schleiermacher im Werk Der Staat Spalte 625-628). [Siehe oben Platon: Der Staat, 1785. Zu Amathes liegen keine weiteren Angaben vor].

Jean Paul [Jean Paul Richter]: Wahrheit aus Jean Paul's Leben, 1833. (Rez. von Herzog August von Gotha: Ein Jahr in Arkadien. In Arkadien bewundern Gelehrte den geheimen griechischen Schatz darin S. 60). [S.a. Derks, S. 425. Zum rez. Werk siehe oben Sachsen, 1805. Hier allg. Infos zu Jean Paul Richter (1763-1825)].

Journal für rationale Politik, Juni 1833. (Ein Satz: Wie im Griechenland suchten und fanden die Vitellius, die Heliogabalus, die Cinäden und Tribaden Frankreichs im 18ten Jahrhundert neuen Kitzel in der Verspottung alles Heiligen S. 501). [Schlagwort: Sprache]).

Kapp, Alexander: Platon’s Erziehungslehre.., 1833. (Gymnastik führte zur Verkehrung der Liebesneigung bei den Griechen S. 62-64. Großer Beitrag: Kapitel über die Männerliebe S. 334-343 und über Verirrungen des Geschlechtstriebes S. 343-358). [Der Text enthält einige hs. Ergänzungen, u.a. zum Wort Männerliebe. S. 343. Von Alexander Kapp sind nur wenige weitere angaben bekannt].

Klenze, Clemens A.: Lehrbuch des gemeinen Strafrechts, 1833. (1. Bd.: Widernatürliche Unzucht S. 212-214). [S.a. Herzer 96. Hier allg. Infos zu Clemens August Carl Klenze (1795-1838)].

Landtags-Acten [aus Sachsen], 1833. (2. Bd.: Diskussion um § 29 zur widernatürlichen Unzucht S. 280-281).

Morgenblatt für gebildete Leser, 04.03.1833. (Hans Christian Andersen mit dem Gedicht: Der Soldat u.a. mit Ich hab in der Welt nur ihn geliebt S. 213). [S.a. Derks, S. 617-618. Hans Christian Andersen (1805-1875). Siehe unten Andersen, 1850].

Oppenheim, Friedrich W. von: Über den Zustand der Heilkunde.., 1833. (In dem Kap. Die Knabenliebe der Fall von einem Knaben, der acht Männer mit Aftergeschwüren angesteckt hat S. 82-83. Siehe S. 83-89). [S.a. Herzer 97. Hier allg. Infos zu Friedrich Wilhelm von Oppenheim (1799-1852)].

Das Papstbüchlein, 1833. (Papst Johannes [Gegenpapst Johannes XIII.; 1410-1415] wurde u.a. der Sodomiterei angeklagt und am 29. Mai 1418 [sic] in der sechsten Sitzung des Conciliums abgesetzt. S. 55).

Paldamus, Hermann: Römische Erotik, 1833. (Martial mit seinen Szenen mit Analogieen von Männern. Über Petronius: Im Schmutz gefällt er sich, aber er weiß, dass es Schmutz ist, und bewegt sich frei und keck in ihm S. 85-86). [Siehe unten Bloch, 1911, S. 557, aber im anderen Kontext. Hier allg. Infos zu Hermann Paldamus (1805-1854)].

Reiche, Johann G.: Versuch einer ausführlichen Erklärung des Briefes Pauli an die Römer.., 1833. (1. Bd.: Kommentar zu Brief Paulus an die Römer 26-27 - S. 165-167).

Repertorium der classischen Alterthumswissenschaft, 1833. (Literaturhinweis: In der Hall. L. Z. Nr. 89. S. 720 erschien ein Artikel über Böotische bzw. Eleische Gefrässigkeit und Knabenliebe S. 230).

Rheinischen Museum für Philologie, 1833. (1. Bd.: Über die sokratische Liebe von Kallias zu Autolykos S. 593). [Zum Verhältnis von Kallias III. (um 450-371 v.Chr.) zum Athleten Autolykos (um 435-403 v.Chr.) siehe oben Xenophon: Das Gastmahl, 1827].

Rotteck, Carl von: Allgemeine Geschichte vom Anfang der historischen Kenntnis.., 1833. (2. Bd.; Über die griechische Liebe und die Schönheit der griechischen Männer S. 309). [Hier allg. Infos zu Carl von Rotteck (1775-1840)].

Winer, Georg B.: Biblisches Realwörterbuch zum Handgebrauch für Studirende, Kandidaten, Gymnasiallehrer und Prediger.. [Der 2. Bd. der 1. und 2. Aufl. wird nicht als Scan angeboten]. (1820: 1. Bd.: [1. Aufl.]: Unter Gelübde: Das Bibelzitat über Hurenlohn [z.Tl. auch als Hundegeld bekannt] ist wahrscheinlich Lohn für einen feilen Knaben, Cinaedus. Die Erklärung Lohn für einen verkauften Hund ist weder passend noch angemessen S. 241). (1833:  1. Bd.: 2. Aufl.: Unter Gelübde wie 1820, S. 476-477. Unter Kleidung: Verbot, die Kleidung des andern Geschlechtes zu tragen. Bei ausländischen Gottheiten wurden Männer in Frauenkleidern und umgekehrt geopfert S. 780). (1847/1848:  1. und 2 Bd.: 3. Aufl.: Mit sep. Seitenzählung. Im 1. Bd.: Gelübde [wie 1833], S. 406. Kleidung [wie 1833], S. 661. Im 2. Bd. Unter Steinigung: Unnatürliche Wollust der Weiber S. 522). [Schlagwort: lesbisch, Transvestitismus. Hier allg. Infos über Georg Benedixct Winer (1789-1858)].

Wochenschrift für die gesammte Heilkunde, 1833. (1. Bd.: Robert Froriep: Beschreibung eines Zwitters nebst Abbildung der Geschlechtstheile desselben über Maria Rosina Göttlich, 1798 geboren und für ein Mädchen gehalten. Wird später als Mann eingeschätzt und hat Neigung zu Männern S. 61-70). [Schlagwort: Hermaphroditen. Die Zeichnung auf dem Scan ist bis zur Unkenntlichkeit geknickt. Hier allg. Infos zu dem Mediziner Robert Friedrich Froriep (1804-1861)].

1834

Bäurle, Philippine D.: Reisen in den Mond, in mehrere Sterne und in die Sonne.., 1834. (Sodomitsche Sünden und stumme Sünden S. 50. Sodomitische Sünder nehmen in der andern Welt [der Hölle] zum Theil thierische Gestalten an S. 299-300). [Zu Philippine Demuth Bäurle sind keine weiteren Angaben bekannt].

Bernt, Joseph: Systematisches Handbuch der gerichtlichen Arzeikunde.., 1834. (Äußere Kennzeichen von passiver und aktiver Päderastie. Die Befriedigung der Geilheit durch Tribaden mit einer langen Klitoris lässt sich nur durch die Ueberraschung auf der Tat entdecken S. 101-102). [Schlagwort: lesbisch. Hier allg. Infos zu dem österreichischen Rechtsmediziner Joseph Bernt (1770-1842)].

Das corpus juris canonici in seinen wichtigsten.., 1834. (1. Bd.: Wegen dem Satz nach dem Kirchenrecht: So lange der Mann lebt, und sei er ein Ehebrecher, ein Sodomit, oder bedeckt mit allen Schandthaten, und von seiner Frau wegen dieser Verbrechen verlassen worden, er wird dennoch für ihren Mann erachtet, und sie darf keinen andern nehmen S. 106). [Hier allg. Infos über das Kirchenrecht nach dem mittelalterlichen CIC].

Drumann, Wilhelm K.: Geschichte Roms in seinem Uebergange. [Zum Hintergrund: Die 1. Aufl. erschien 1834-1844, die 2. Aufl. 1899-1929 und ein Reprint: 1964]. (1834: 1. Bd.: Über Antonius [Marcus Antonius bzw. Mark Anton] und seine Lustknaben S. 71, 511, 516-517). (1835: 2. Bd.: Cicero und Männerliebe S. 369. Sulla [Lucius Cornelius Sulla Felix] und die Lustknaben S. 502). (1837: 3. Bd.: Von einem bartlosen Kinn schloss man auf unnatürliche Wollust S. 737. Lustknaben S. 740-741). (1838: 4. Bd.: Oktavian [dem späteren Kaiser Augustus] als Lustknabe S. 295-296). (1841: 5. Bd.: Lustknaben S. 115, 117). (1844: 6. und letzter Bd.: Lustknaben S. 415, 606. Männerliebe in Rom S. 749). [Hier allg. Infos zu Wilhelm Drumann (1786-1861)].

Enk, M.: Briefe über Goethe's Faust, 1834. (In einer Rez. zu Faust II über den Teufel: Das gemeine Gelüst, die absurde Liebschaft betreffenden Versen […] wünscht wohl jeder Verehrer des grossen Dichters […] das er sie gestrichen haben möchte S. 62). [S.a. Derks, S. 289. Hier allg. Infos zu Michael Leopold Enk von der Burg (1788-1843)].

Die Fackel. Literaturblatt, 1834. (2. Bd. Wegen dem Satz, dass der Jesuit Ribera der Knabenschändung beschuldigt wurde S. 214). [Hier allg. Infos zu Juan Battista Ribera (1525-1594). Zu Ribera s. oben Wolf, 1789].

Frusta, Giovani [=Fetzer, Carl A.]: Der Flagellantismus und die Jesuitenbeichten, 1834. (Griechische Männer und Jünglinge, Alcibiades S. 4. Sappho S. 5. Petronis im Satyricon S. 6. Tribaden S. 265). [Schlagwort: lesbisch. Hier allg. Infos zu Carl August Fetzer (1809-1885)].

Jahrbücher der in- und ausländischen gesammten Medicin. (1834: 1. Bd.: [sic] Kritik an der französischen Veröffentlichung von A. Constallat: Essais sur un nouveau im Zusammenhang von Sodomiterei und Analverletzung S. 288). (1834: 2. Bd. [sic] Medizinische Fallbeschreibung. Ein junges Mädchen, das zur lesbischen Liebe verführt worden war, litt (wahrscheinlich in Folge davon) an Hypochondrie,…S. 272).

Jenaische allgemeine Literatur-Zeitung Nr. 67 April 1834. (Erwähnung, dass Friedrich der Große [Friedrich II.] keinen absoluten Widerwillen gegen die Ehe hatte, auch wenn ihn andere griechischer Liebe beschuldigten Spalte 54).

Justinus [Marcus Iunianus Iustinus]: Auszug aus des Trogus Pompejus Philippischer Geschichte. [Zum Inhalt: Das Werk von Justinus umfasst 44 Bücher. Im 7. und 9. Buch geht es u.a. um gleichgeschlechtliche Sexualität. Der Beitrag im 7. Buch ist undeutlich: Im Jahre 507 v.Chr. wollten sich bei einem Gastmahl Perser mit Frauen vergnügen. Das erregte den Unwillen von Alexander, dem Sohn des Königs von Makedonien, der die Feier ausrichtete. Alexander schickte die Frauen weg und brachte Jünglinge in Frauenkleidern mit versteckten Dolchen herein. Offenbar kam es zu versuchten Liebkosungen dieser Jünglinge und diese hatten nun einen - inszenierten - Grund, um die Perser nieder zu stechen. Im Beitrag im 9. Buch wird Pausanias 336 v.Chr. von Attalus und dessen Freunden zuerst betrunken gemacht und danach offenbar vergewaltigt. Darüber beklagte er sich bei Philipp II., dem König von Makedonien. Weil dieser nicht gegen Attalus vorgehen wollte, wurde Pausanias so wütend, dass er den König ermordete]. (1834: Übers.: Christian Wilhelm Schwarz. 2. Bd. Im 7. Buch/3. Kap.: Der Frechheit der Gesandten wurde Einhalt geboten S. 200. Im 9. Buch/6. Kap.: Pausanias hatte eine gewaltsame Schändung erlitten. Er wurde betrunken gemacht und zum Werkzeug der Wollust von Attalus und dessen Freunden S. 231). (1866: Übers.: Albert Forbiger. 1. Bd. Im 7. Buch/3. Kap.: Statt den Frauen stellte er ihnen mit Weiberkleidern herausgeputzte Jünglinge gegenüber und befiehlt diesen, die Frechheit der Gesandten mit dem Dolche [...] Einhalt zu tun S. 143. Im 9. Buch/6. Kap.: Pausanias hat eine gewaltsame Schändung erlitten. Er wurde betrunken gemacht und von Attalus und dessen Freunden wie ein Lustknabe dienstbar gemacht S. 164-165). (1866: Gleicher Band von der BSB).  [Zur Ermordung der Perser im 7. Buch siehe oben Schütz, 1811 und als weitere wichtige historische Quelle Herodot, 1783. Hier allg. Infos zu Attalos (+ 336 v.Chr.) und Pausanias (+ 336 v.Chr.), wo von einer Beleidigung die Rede ist. Zur Schändung von Pausanias siehe oben Diodorus, 1827 als weitere wichtige Quelle einschließlich der Zeichnung. S.a. Panormitae, S. 231. Hier allg. Infos zu Justinus bzw. Marcus Iunianus Iustinus (2.-4. Jh.)].

Kaltschmidt, Jakob H.: Kurzgefasstes […] Gesammt-Wörterbuch der deutschen Sprache, 1834. (Cynädus = Knabenschänder, Schandbube, Weichling; Cynädie = Knabenschänderei, Selbstbefleckung S. 140. Sodomit = Knabenschänder, Päderast S. 886. Der warmer = ein Päderast, ein Knabenschänder, Unzüchter S. 1049). [Hier allg. Infos zu Jakob Heinrich Kaltschmidt (1799-1872)].

Köllner, Wilhelm H.: Commentar zu dem Briefe des Apostels Paulus an die Römer, 1834. (Zu der unnatürlichen Wollust in der Bibel Brief Paulus an die Römer 1/26-27 - S. 64). [Hier allg. Infos zu Wilhelm Heinrich Dorotheus Eduard Köllner (1806-1894)].

Marter, Christian L.: Fünf Marter-Jahre, 1834. (Italien: Sodomiterei in Sizilien wird häufiger getrieben als mit dem zweiten Geschlecht S. 82-83). [Zu Christian Ludwig Marter sind kaum weitere Angaben bekannt].

Menzel, Wolfgang: Geschichte der Deutschen, 1834. (1. Bd.: [Gegen-]Papst Johannes XXIII. wird der Sodomiterei beschuldigt. S. 421). [Hier allg. Infos zu Wolfgang Menzel (1798-1873)].

Meyer von Kronau, Gerold: Der Kanton Zürich.., 1834. (Ein Satz: 1658 ward ein junger Knabe von Hauptikon, Gemeinde Cappel, der Sodomit war, [evt. Tierkontakt] hingerichtet S. 236) [Hier allg. Infos zu dem Schweizer Historiker Gerold Meyer von Kronau (1804-1858)].

Neue Jahrbücher für Philologie und Paedagogik, 1834. (A. Cincerus: Rez. von Wachsmuth bzw. Cramer: Geschichte der Erziehung über Knabenliebe bei den Griechen S. 277-278). [Zum rez. Werk siehe oben Wachsmuth, 1829. Zu A. Cincerus liegen keine weiteren Angaben vor].

Raumer, Friedrich von: Geschichte Europas seit dem Ende des funfzehnten Jahrhunderts.., 1834. (4. Bd.: Gaston von Orléans ist ein den Ausschweifungen ergebener Mensch. Seine Verhaftung von Marschall Ornamo, den Herzog von Vendome und den Großmeister der Kleiderkammer Chalais wird mit den Worten kommentiert von unwürdigen Lieblingen beherrscht, ein Päderast S. 80-81). [Hier allg. Infos zu Friedrich von Raumer (1781-1873) und zum Prinz bzw. Herzog Gaston von Orléans (1608-1660)].

Rheinisches Museum für Philologie, 1834. (Knabenliebe und Gesang S. 230-231).

Richter, Heinrich: Erklärte Haus-Bibel oder Auslegung der ganzen heiligen Schrift.., 1834. (1. Bd.: Schandbuben treiben, wie männliche Hunde, mit andern Männlichen Wollustgräuel. Umgang mit Hundegeld S. 869). [Schlagwort: Prostitution. Hier allg. Infos zu Heinrich Richter (1799-1847)].

Saxony: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen, 1834. (Nach § 28 wird widernatürliche Unzucht mit 1-12 Monaten Gefängnis bestraft S. 53).

Ungern-Sternberg, Alexander von: Moliere, 1834. [S.a. Mann für Mann, S. 701-702, der auf die Behandlung dieses Romans im lexikon homosexuelle Belletristik verweist. In diesem lexikon.. werden auch Galathee, Saint-Sylvan mit Teil 1 und Teil 2 und Braune Märchen behandelt. Eine genaue Erschließung des Werkes steht noch aus].

Die Volkslieder der Deutschen, 1834. (Hrsg. Friedrich K. von Erlach. Ein Lied mit der Strophe: Dadurch sein gros Abgötterey, Sein Diebstahl, schand und Sodomey S. 204).

Vollständige Sammlung der Großherzoglich-Badischen Regierungsblätter, 1834. (2. Bd.: Verurteilungsstatistiken über widernatürliche Unzucht vor den großherzöglichen Hofgerichten. Im Jahr 1825: Je ein Verfahren vor dem Hofgericht Meersburg und Freiburg S. 26. Im Jahr 1826: Zwei Verfahren vor dem Hofgericht Rastatt S. 88. Im Jahr 1831 fünf Freisprüche S. 577).

Wachsmann, Karl A. von: Der Marquis von Ronceval, 1834. (6. Bd.: Die Novelle Die Reise nach Algier S. 139-253. Es gibt mehrere Hinweise auf die sodomitischen Gedichte von Anselm, Lord Byron und Hirschel Henne u.a. S. 151-152, 160, 185, 192-194). [Von einigen Wissenschaftlern wird hier eine Anspielung auf den Heine und Platen-Streit gesehen. Anselm in der Rolle des homosexuellen August Graf von Platen und Hirschel Henne als Heinrich Heine. Schlagwort: Belletristik. Hier allg. Infos zu Karl Adolf von Wachsmann (1787-1862)].

Winkelhofer, Sebastian / Dietl, Maurus: Zusammenhängende Predigten: Über die christliche Gerechtigkeit.., 1834. (Kap. Von der stummen oder sodomitischen Sünde S. 125-136). [Hier allg. Infos zu Sebastian Winkelhofer (1743-1806) und Maurus Dietl (1775-1846)].

Wörterbuch der Sittenlehre.., 1834. (Hrsg. Herbig, Johann C. Unter: Knabenschänderei = unnatürliche Verirrung des Geschlechtstriebes S. 141. Unter: Männerliebe =unnatürliche Geschlechtsverirrung S. 156. Mit einem Register, dass bei Päderastie, Unzucht und ähnlichen Schlagwörtern auf Bibelstellen verweist).

Lesetipp! Zeitschrift für philosophie und katholische Theologie, 1834. (Kritik, dass zwei Gedichte über Knabenliebe von Simonides auf Anakreon und ein Gedicht von Sappho für ein Gymnasium zu Heiligenstadt auf deutsch veröffentlicht werden S. 186-188). [Schlagwort: Pädagogik].     

1835

Allgemeine Literatur-Zeitung, 1835. (Rez. von Cramer: Geschichte der Erziehung mit einem Absatz über die Knabenliebe. Spalte 63). [Siehe oben Cramer, 1832].

Allgemeines Repertorium bzw. Wochenschrift für die gesamte Heilkunde, 1835. (Medizinische Fallbeschreibung über ein junges zur lesbischen Liebe verführtes Mädchen S. 71). [Siehe oben Jahrbücher, 1834).

Die Alterthumswissenschaft, 1835. (Knabenliebe in Verbindung mit Plutarch und einer Rez. von Jacobs S. 468). [S. oben Jacobs, 1829].

Archiv des Criminalrechts, 1835. (Fall von 1831: Der Mörder Jacob Leonhard Koller aus der Schweiz wurde mit 18 Jahren zum Laster der Geilheit verleitet und ist dem sodomitischen Leben ergeben [evt. Onanie, Tierkontakt] S. 109-121. Strafrechtsdiskussion um Beleidigung im Kontext Sodomiterei, S. 226).

Arnim, Bettina von / Goethe, Johann W. von: Goethes Briefwechsel mit einem Kinde, 1835. [Das Werk ist noch nicht inhaltlich erschlossen. S.a. Steidele S. 262-280. Schlagwort: lesbisch. Hier allg. Infos zu Bettina von Arnim (1785-1859)].

Das Ausland. Wochenschrift., 1835. (Knabenliebe bei afrikanischen Stämmen im Kontext von Mord und Raub. Die Männer bedienen sich der Söhne, um sich an ihren Frauen zu rächen S. 1043).

Bauer, Georg L. / Rosenmueller; Ernst F.: Georg Lorenz Bauer's ... Kurzgefasstes Lehrbuch der hebräischen Alterthümer, 1835. (Nach den Mosaischen Kleidergesetzen dürfen zur Verhütung der Unkeuschheit weder Manner noch Frauen die Kleidung des anderen Geschlechtes tragen S. 106-107). [Schlagwort: Travestie. Georg Lorenz Bauer (1755-1806), Ernst Friedrich Carl Rosenmueller (1768-1835)].

Beleuchtung der Vorurtheile wider die katholische Kirche, 1835. (Das Laster und die Brandmarkung von Johannes Calvin. Thomas Stapleton und Conr. Schlüsselberg betonen Sodomie-Hintergrund. Theod. von Beza verschweigt dies in seiner Calvin-Biographie, weil ihm gleicher Fehler zur Last gelegt wird. S. 89-91. [Zu Calvin siehe oben Bolsek, 1581 und siehe unten JfsZ 1905, S. 289-306. Zur Verfasserangabe: Im Buch gedruckt steht Von einem protestantischen Laier, hs. notiert ist David Kitt und Google schreibt von Philalethes].

Blätter für literarische Unterhaltung, Nr. 77, 18.3.1835. (Innerhalb einer Rez. der 2. Aufl. der Gedichte von August Graf von Platen von 1834 auch Abdruck von Tristan: Wer die Schönheit angeschaut mit Augen S. 313). [Hier allg. Infos zu August Graf von Platen (1796-1835)].

Bülau, Friedrich: Handbuch der Staatswirthschaftslehre, 1835 (Der Päderast ist wegen der Verführung unreifer Knaben zu bestrafen; der Sodomit in Gemäßheit seines, präsumptiv grobsinnlichen Gemüthszustandes disciplinarisch zu bessern S. 178. Dazu ausführliche Fußnote Nr. 21 zur Bestrafung von Päderastie S. 181). [Hier allg. Infos zu Friedrich Bülau (1805-1859)].

Entwurf eines Straf-Gesetz-Buches für das Königreich Württemberg, 1835. (Strafverfolgung nur bei Klage und öffentlichen Ärgernis S. 106).

Fortlage, Carl: Philosophische Meditationen über Plato's Symposion, 1835. (Pausanius juristische Rede u.a. über Gesetze gegen Knabenliebe S. 67-69. uranischen Liebhaber S. 67. Kommentare u.a. S. 70-75, 76-78. Aristophanes mythologische Scherzrunde über die Kugelmenschen S. 117-118. Kommentare dazu u.a. S. 119-122, 132-143. Alcibiades Lob des Socrates, dass er seinen Reizen widerstand S. 218-219. Kommentare u.a. S. 220-226). [Dies ist ein Beitrag über das Werk. Zum besprochenen Werk siehe oben Plato: Symposion, 1782. Hier allg. Infos zu Karl Fortlage (1806-1881)].

Frey, Ludwig: Entwurf zu einem republikanischen Strafgesetzbuch, 1835. (Schrift aus Bern über Gesetzestext über Missbrauch von Jungen unter 12 Jahren S. 139). [Zu Ludwig Frey liegen kaum weitere Angaben vor]

Friedreich, Johannes B.: Systematisches Handbuch der gerichtlichen psychologie, 1835. [S.a. Herzer 100. Aufnahme in dieser Bibliographie nur wegen Herzer. Ein konkreter Zusammenhang mit Homosexualität ist nicht erkennbar. S.a. Bleibtreu-Ehrenberg, S. 334, 348, die in Bezug auf die Strafmilderung wegen Unzurechnungsfähigkeit auch nur allg. auf die S. 225-227 eingeht. Hier allg. Infos zu Johann Baptist Friedreich (1796-1862)].

Hammer-Purgstall, Joseph: Bericht über den zu Kairo im Jahre d.H. 1251 (1835) […] erschienen Türkischen Commentar des Mesnewi dschelaleddin rumi’s.., 1835. (Geschichte von einem Hermaphroditen und einem Sodomiten S. 93). [Schlagwort: Persien, Gedichte, Belletristik. Hier allg. Infos zu Joseph von Hammer-Purgstall (1774-1856), zu Dschalal ad-Din Muhammad Rumi (1207-1273) und zur Dichtkunst mesnevi].

Henry, Paul E.: Das Leben Johann Calvins, 1835. (1. Bd.: Im 16. Jh. widerlegte Calvin den Bolsec, der ihn der Sodomiterei anklagte S. 6). [Zu Calvin siehe oben Bolsek, 1581 und siehe unten JfsZ 1905, S. 289-306. Hier allg. Infos zu Hieronymus Bolsec (?-1584) und zu Johannes Calvin (1509-1564) und zu Paul Emil Henry (1792-1853)].

Hormayr, Joseph von: Taschenbuch für die vaterländische Geschichte, 1835. (6. Bd.: 1409 in Augsburg: Ein Gerber wurde verbrannt. Vier Geistliche, ein Priester namens Weralach, Ulrich Frey von Gersthofen, Jokob Kieß und ein Dominikaner, ließ man in einem Käfig verhungern S. 247-248). [S.a. Mann für Mann, S. 722-723. S.a. Die sünde, S. 72. S.a. Brall, S. 369-370. Hier allg. Infos zu Joseph von Hormayr (1781-1848)].

Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft.., 1835. (45 Bd.: Widernatürliche Unzucht S. 625).

Leo, Heinrich: Zwölf Bücher niederländischer Geschichten.., 1835. (2. Bd.: Um 1446 wurde der Präsident von Holland, Gozwyn de Wilde, angeklagt, wie es scheint wegen sodomitischer oder päderastischer Laster S. 104). [Schlagwort: Niederlande. Siehe oben Bibliothek, 1800. Hier allg. Infos zu Leo Heinrich (1799-1878)].

Maurer, Georg L.: Das griechische Volk in öffentlicher, kirchlicher.., 1835. (3. Bd: Bestrafung nicht unter einem Jahr und polizeiliche Aufsicht S. 413). [Hier allg. Infos zu Georg Ludwig von Maurer (1790-1872)].

Neue Jahrbücher für Philologie und Paedagogik, 1835. (14. Bd.: In einer Besprechung einer fremdspr. Ausg. von Platos Symposium bzw. Gastmahl von Hommel S. 49-75 geht es um die Knabenliebe bei den Griechen mit Hinweisen auf Pausanius, Aristophanes' Mythos über die Kugelmenschen und die Veröffentlichungen von Welcker und Jacobs S. 55-56). (Hier das rez. Werk: Plato / Hommel, Alexander: Platons Convivium, 1834). [Zur dt. Ausg. siehe oben Plato: Symposion/Gastmahl, 1782].

Preussische Provinzial-Blätter. (1835: 13. Bd.: Am 1.4.1634 wird Jacob Cunnt wegen sodomitischen Sünden gehängt. S. 588). (1835: 14. Bd.: Platonische Liebe unter Männern S. 214). [Der erste Hinweis bezieht sich evt. auf Tierkontakt].

Rust, Johann N.: Theoretisch-praktisches Handbuch der Chirurgie.., 1835. (15. Bd.: Bezüglich des Rectums ist die Hingebung zu unnatürlicher Wollust und mechanische Reizung durch fremde Körper medizinisch von Wichtigkeit S. 367). [Hier allg. Infos zu Johann Nepomuck Rust (1775-1840)].

Schlegel, Friedrich von: Lucinde, 1835. (Im Kap. Julius an Antonio, auch zur Frage ob zwei Männer zu zart gegen einander in ihrem Umgange sein können und über den Geliebten S. 140-147, hier S. 145-146). (1962: Neu gesetzt von Zeno.org). (1985: Neu gesetzt von Gutenberg.de). [S.a. Andere Lieben, S. 133. Danach lässt der Autor in diesem Werk seine Helden auch mit leidenschaftlichen Freundschaften zu Jünglingen experimentieren. Nach dem Hrsg. Joachim Campe kommt hier Schlegel zu dem Schluß, dass der Mann auf homoerotische Beziehungen verzichten soll. Hier allg. Infos zu Friedrich von Schlegel (1772-1829) und seinem 1799 erstmals erschienenem Werk Lucinde].

Schütz, F. K.: Christian Gottfried Schütz. Darstellung seines Lebens, 1835. (2. Bd. Am 24.06.1795 schreibt Wilhelm Basilius von Ramdohr einen langen Brief an Schütz über die Knabenliebe bei den Griechen, Xenophon und Platos Gastmahl. S. 359-363). [Hier allg. Infos zu Christian Gottfried Schütz (1747-1832) und zu Wilhelm Basilius von Ramdohr (1757-1822)].

Taschenbuch für die vaterländische Geschichte, 1835. (Fünf Fälle. Im März 1409 wurde in Augsburg ein Gerber lebendig verbrannt. Auch Hintergründe zu den Tötungen von Priester Weralach, Ulrich Frey, Jakob Kieß und einem Dominikaner S. 247-248). [S.a. Mann für Mann, S. 722-723. S.a. Die sünde, S. 72. S.a. Brall, S. 369-370].

Ulrici, Hermann: Geschichte der hellenischen Dichtkunst, 1835. (Über den Zweifel, ob man Mimnermos [ca. 600 v.Chr.] den Vorwurf der Knabenliebe machen kann. S. 426). [Hier allg. Infos zu Hermann Ulrici (1806-1884)].

Vaterländisches Archiv für Wissenschaft, Kunst, Industrie.., 1835. (13. Bd.: Am 1. April 1634 wird Jacob Cunnt wegen sodomitischen Sünden gehängt S. 584). [Einziger Hinweis mit diesem Namen. Verurteilung evt. wegen Tierkontakt].

Vorlesungen über die Alterthumswissenschaft, 1835. (Knabenliebe in Griechenland S. 327-328).

Wächter, Carl J.: bd. Die Verbrechen der Entführung und der Nothzucht.., 1835. (Sexuelle Handlungen unter Männern unter dem römischen Recht mit Lex Julia und Lex Scatinia S. 173-176. Sodomie in der Carolina [CCC] S. 187-189. Über die sächsischen Gesetze zur widernatürlichen Unzucht, ohne gleichgeschlechtlichen Sex konkret zu benennen S. 202-204. Entführung zum Zwecke der Unzucht, die sich auch auf männliche Opfer bezieht S. 315-327. Strafmaß für Päderastie S. 369-370). [Hier allg. Infos zu dem Juristen Carl Georg von Wächter (1797-1880)].

Wächter, Carl J.: Abhandlungen aus dem Strafrechte, 1835. (1. Bd. Kritik am preussischen Landrecht wegen seiner Ungenauigkeit in der Formulierung bei Sodomiterei S. 177, 368-370. S. S. 188-189, 306, 324, 368-370, 385). [S.a. Steidele S. 43, deren indirektes Zitat aus diesen Abhandlungen.. nicht gefunden wurde. Hier allg. Infos zu dem Juristen Carl Georg von Wächter (1797-1880)].

Lesetipp! Wander, Karl F.: Scheidemünze, oder, Neue deütsche Sprichwörter, biblischen […] Inhalts, 1835. (Acht Sprichwörter und Redensarten zu 1 Mose 19 der Bibel und damit über Engel und Sodomiten, wie z.B. Wenn Dir ein Engel begegnet, so bücke dich! [?!] oder Wer dem Feuer will entrinnen, muss sich rasch besinnen S. 8-9). [Hier allg. Infos zu Karl Friedrich Wilhelm Wander (1803-1879)].

Weber, Karl J.: Das Ritter-Wesen und die Templer, Johanniter und Marianer.., 1835. (Vergleich der Männerliebe bei den Griechen und bei Rittern. So wie man nur eine Freundin haben kann, kann man auch nur einen Freund haben S. 133-135). [Hier allg. Infos zu Karl Julius Weber (1767-1832)].

Wehrer, Johann F.: Vollständige Sammlung der […] Verordnungen ..., 1835. (1. Bd. Offenbar für Baden. Über die Strafe; für die unkluge und sittenverderbliche Untersuchung über physische Verletzungen wird kein Raum gelassen S. 49). [Zu Johann Friedrich Wehrer liegen keine weiteren angaben vor].

Woerlein, Johann W.: Die baierische Vaterlands-Geschichte für Schule und Haus, 1835. (Der Fall von 1409, als man in Augsburg vier Geistliche in einem Käfig verhungern ließ S. 144. [Schlagwort: Bayern. S.a. Mann für Mann, S. 722-723. S.a. Die sünde, S. 72. S.a. Brall, S. 369-370. Zu Johann Wolfgang Woerlein liegen keine weiteren angaben vor].

Wolf, Friedrich A.: Vorlesungen über die Alterthumswissenschaft.., 1835. (4. Bd. Männerliebe bei den Griechen mit Verweis auf Meiners S. 277-278. Verweis auf Jacobs S. 326-327). [S. oben Meiners, 1775 und Jacobs, 1829. Hier allg. Infos zu Friedrich August Wolf (1759-1824)].

1836

Abegg, Julius F.: Lehrbuch der Strafrechtswissenschaft, 1836. (Von der naturwidrigen Unzucht über Rechtsgeschichte, Tatbestand und Strafe S. 698-701). [S.a. Herzer 102. Hier allg. Infos zu Julius Friedrich Heinrich Abegg (1796-1869)].

Allioli, Joseph F.: Allgemeines Wôrterbuch der heiligen Schrift. (1836: [1. Aufl.]: Kap. Sodomslaster S. 256). (1846: 2. Aufl.: 2. Bd. Identisch, aber S. 173). [Hier allg. Infos zu Joseph Franz Allioli (1793-1873)].

Aristophanes: Weibervolksversammlung. [Zum Inhalt: Eine klassische griechische Komödie, die Aristophanes um 392 v. Chr. schrieb und indem die Frauen, wie auch in Lysistrate, eine revolutionäre Kraft darstellen. In dem Stück geht es u.a. um Blepyros, der an Verstopfung leidet. Er sucht Hilfe bei den beiden Päderasten Amynon, bzw. Amymon, und Antisthenes aufgrund der jeweiligen Erfahrungen mit Analverkehr. Zudem verweisen die Übersetzer Glypheus und Schnitzer auf die Mannhure Kinesias. Im Folgenden werden fünf Übersetzungen aufgeführt]. (1836: Übers.: Dr. Glyphevs [Glypheus]. Kommentar: Kinesias ist hier, wie auch schon in Die Frösche, eine Mannhure S. 77. Blepyros: Wer wenns den Hintern angeht, ist der geschickteste? Ja doch Amymon Danach lässt er Antisthenes rufen. Antisthenes der gute Mann, [...] Muss wissen was ein Arsch in der Klemme sagen will. Kommentar: Antisthenes ist ein weibischer Arzt, der Päderastie verdächtig S. 78-79). (1846: Übers. Hieronymus Müller. Blepyros ist wegen seiner Verstopfung in Schwulitäten und ruft: Wer von den Steißbeinbefliss'nen ist doch so geschickt? Versteht's Amynon etwa? Danach lässt er Antisthenes rufen. Denn dieser Mann [...] weiß, was der Notdrang sagen will S. 375. Kommentar: Amynon ist der Knabenliebe ergeben, und sonach mit dem leidenden Teile sehr wohl bekannt. Antisthenes ist ein desselben Lasters bezüchtigter Arzt S. 375). (1848: Übers.: Ludwig Seeger. Blepyros: Wer ist a posteriori [auf der Basis von Erfahrung] recht geschickt? Amynon? Danach lässt er Antisthenes rufen. Der weiß [...] was ein beklemmter After sagen will S. 341. Kommentar: Antisthenes, activer und passiver Päderast, vielleicht deßhalb an Verstopfung leidend S. 398). (1854: Übers.: C. F. Schnitzer. Blepyros: Wer ist in Sachen des Hintertheils ein Meister wohl? Ich hab's Amynon Danach lässt er Antisthenes rufen. Der gute Mann [...] Muß wissen, was ein After in der Klemme will. S. 1298-1299. Kommentar: Kinesias ist hier, wie auch schon in Die Frösche, eine Mannhure und Antisthenes ein weibischer Arzt, der Päderastie verdächtig S. 1363). (1865: Übers. Johannes Minckwitz und J. E. Wessely. 2. bzw. 8. Bd. mit separater Seitenzählung. Wer hat in Afterkuren bewährte Meisterschaft? Ich weiß, Amynon? Danach lässt er Antisthenes rufen.  Denn dieser Mann [...] Weiß, wessen der Hintertheil bedarf im Stuhlgeschäft S. 68-69. Kommentar: Kineas ist der Dichter weichlicher Lieder S. 133. Kommentar: Amynon ist kein Arzt, sondern ein unzüchtiger Volksredner. Er schlägt die Hilfe vielleicht deshalb ab, weil er nicht seine verfängliche Kenntnis und Praxis in der Sphäre, in welcher Blepyrus seine Hilfe brauchte, verrathen will. Antisthenes, ein Arzt, aber zugleich aktiver und passiver Päderast, und an Hartleibigkeit leidend. Der Vers 392 ist eine Parodie auf Aechylos [bzw. Aichylos]: Myrmidonen [bzw. Myrmidones] und das dortige Männerpaar Achilles und Patroklos. S. 134). [Kinesias ist ein Mann, der auch schon bei Lysistrate und Die Frösche vorkommt. Hier allg. Infos zu Aristophanes (um 450-380 v.Chr.), seinem Werk Die Weibervolksversammlung und zu den Übersetzern Hieronymus Müller (1785-1861), Carl Friedrich Schnitzer (?-?), Johannes Minckwitz (1843-1901) und Joseph Eduard Wessely (1826-1895). Zu Glypheus und Ludwig Seeger liegen keine weiteren Angaben vor].

Das Ausland. Wochenschrift, 1836 (Erpressungen auf Basis von Sodomiterei in Paris. S. 1083). [Schlagwort: Frankreich]

Böttiger, Karl A. / Sillig Julius: Ideen zur Kunst-Mythologie, 1836. (2. Bd.: Griechische Mythologie, Ganymed und Zeus S. 35-39). [Hier allg. Infos zu Karl August Böttiger (1760-1835) und Julius Sillig (1801-1855)].

Coelln, Daniel G. / Schulz, David: Biblische theologen, 1836. (1. Bd.: Kommentar, dass sich nach dem Brief Judas 6/7 auch die Engel wie die Sodomiten, durch Hurerei vergangen hätten S. 422). [Hier allg. Infos zu Daniel Georg Conrad Coelln (1788-1833) und David Schulz (1779-1854)].

Encyclopädie.., 1836. (Wegen dem Satz zur Erklärung von Klitorismus: Unter den Alten sind die Tribaden oder Fricatrices bekannt, welche mit ihrer grossen Clitoris bei Frauen Unzucht trieben, indem sie die Stelle der Männer vertraten S. 420). [Schlagwort: lesbisch].

Entwurf eines Straf-Gesetz-Buches für das Königreich Württemberg.., 1836. (Gesetzestext, der Strafe nur bei öffentlichem Ärgernis oder bei Klage vorsieht S. 98. Kommentar S. 388-389).

Gross-Hoffinger, Anton J.: Oesterreich im Jahre 1835, 1836. (Über die griechische Liebe, die Deutschland in Österreich einzuführen trachtet, mit Bezug auf Menzel, Gutzkow und Rousseau. S. 254-261). [Hier allg. Infos zu Anton Johann Gross-Hoffinger (1808-1875)].

Gross-Hoffinger, Anton J.: Empfindsame Reise eines expatriirten Schwärmers durch Teutschland.., 1836. (In England hält man Männer, die sich küssen, für Sodomiten S. 76). [Hier allg. Infos zu Anton Johann Gross-Hoffinger (1808-1875)].

Lesetipp! Hoessli, Heinrich: Eros. Die Männerliebe der Griechen [Zum Inhalt: Bedeutende Emanzipationsschrift. Der 2. Bd. wird weder von der 1. Aufl. von 1836 noch von der 2. Aufl. von 1840 angeboten. Die 2. Auflage ist massiv gekürzt bzw. verunstaltet und kann mit der 1. Aufl. kaum in Beziehung gesetzt werden]. (1836: 1. Aufl.; 1. Bd. mit 304 Seiten). (1840: 2. Aufl.; 1. Bd. mit 125 Seiten). [Hier allg. Infos über Heinrich Hoessli (1784-1864). S.a. Herzer 103. S.a. Andere Lieben, S. 166. S.a. Die Bibliothek von Sodom, S. 106-107. S.a. Goodbye to Berlin?, S. 27. S.a. Derks, S. 454-479. S.a. Müller, S. 188-191. S.a. Mann für Mann, S. 366-367. S.a. Guldin, S. 133-142. 1996 ist die 1. Auflage mit mehr als 650 Seiten in zwei Bänden vollst. als Reprint erschienen. Wikipedia: 1836: In der Schweiz verfasst Heinrich Hoessli die erste Ausgabe von Eros: Die Männerliebe der Griechen, eine historische Studie und Verteidigung der gleichgeschlechtlichen Liebe und eines der ersten Bücher, die zu sozialer Toleranz für die betroffenen Personen aufrufen].

 

Siehe voriger Eintrag

Heinrich Hoesslis Eros: Die Männerliebe der Griechen ist eine historische Studie, eine Verteidigung der gleichgeschlechtlichen Liebe und eines der ersten Bücher, die zu sozialer Toleranz aufrufen.

Weiter mit 1836

Keller, Adelbert von: Li Romans des sept sages: nach der Pariser Handschrift, 1836. (Eine Übersetzung von einem Werk, dass von einem König in Ägypten handelt, der für einen Sodomiten gehalten wurde. S. CCXVIII. [Schlagwort: Belletristik. Hier allg. Infos zu Adelbert von Keller (1812-1883)].

Kobbe, Peter von: Geschichte und Landesbeschreibung des Herzogthums Lauenburg, 1836. (2. Bd. Adam Schammer wurde 1582 als Zöllner zu Lauenburg seines Amtes entsetzt. Sein Schwager Tham von Sebottendorf hatte bei Herzog Franz II. [1547-1619] auf sein sodomitisches Leben hingewiesen. S. 316 [Evt. kein gleichgeschlechtlicher Zusammenhang. Der Mann hatte 1575 ein zweites mal geheiratet. Hir allg. Infos zu Peter von Kobbe (1793-1844)

Ledderhose, Karl F.: Martin Luther, nach seinem äußern und innern Leben, 1836. (Zitat von Pomeranus: Hingegen übertrifft des Antichrists gottloses Wesen, Lästerung und Sodomiterei diese Mängel alle S. 213). (Dieses Zitat findet sich auch in leicht veränderter Fassung auch in Moritz Meurer: Der Tag zu Schmalkalden und die Schmalkaldischen von 1837 auf S. 140; bei Moritz Meurer: Luthers Leben: Aus den Quellen erzählt von 1846 im 3. Bd. auf S. 144 und in Christian Franz G: Martin Luther: sein Leben und Wirken von 1839 auf S. 800). [Zu Luther s.a. Puff. Hier allg. Infos zu dem Luther-Vertrauten Pomeranus bzw. Johannes Bugenhagen (1485-1558) und zu Moritz Meurer (1806-1877). Zu Christian Franz Gottlieb Stang liegen keine weiteren Angaben vor].

Luden, Heinrich: Abhandlungen aus dem gemeinen teutschen Strafrechte, 1836. (1. Bd.: Widernatürliche Unzucht S. 251. Verleumdung als Sodomit ist im Schwabenspiegel besonders erwähnt S. 365). [S. unten Schwabenspiegel, 1473. Hier allg. Infos zu Heinrich Luden (1778-1847)].

Manuel, Niklaus: Des venners der stadt Bern Niklaus Manuel fastnachtspiele.., 1836. (Ein Papst-kritischen Gedicht von 1540 mit einer Zeile über Buben und Sodomiten nach einer Handschrift S. 39). [Schlagwort: Schweiz. Hier allg. Infos zu Niklaus Manuel (1484-1530)].

Martin (von Cochem) / Bruckbräu, Friedrich W. (Hrsg.): Die vier letzten Dinge: Tod, Gericht, Hölle, Himmelreich, 1836. (23. Aufl. In einem Bereich der Hölle, wo vor allem die sodomitischen Sünder gepeinigt werden und wo sie von schrecklichen Untieren gezwungen werden, sich mit ihnen zu vermischen S. 366). [Hier allg. Infos zu Martin von Cochem (1634-1712) und Friedrich Wilhelm Bruckbräu (1792-1774)].

Menzel, Wolfgang: Deutsche Literatur, 1836. (2. Bd.: Johannes Müller ist verächtlich S. 108-109. Den Schurken erkennt man an der nassen Kothwärme des Styls S. 113). [S.a. Derks, S. 369. Hier allg. Infos zu Johannes von Müller (1752-1809), einschl. seiner gleichgeschlechtlichen Veranlagung und Wolfgang Menzel (1798-1873)].

Naumann, Moritz E.: Handbuch der medicinischen Klinik, 1836. (6. Bd.: Krankheiten der Antike, u.a. über die Entstellung der Stimme, an welcher Tribaden, Kinäden und Päderasten […] häufig gelitten haben sollen S. 93. Die Skythenkrankheit geht mit physischer und psychischer Effemination einher S. 449-450). [Schlagwort: Sprache. Zu der Skythenkrankheit gibt es zwei historische Quellen, siehe oben Herodot, 1783 und siehe unten Hippokrates, 1837. Hier allg. Infos zu Moritz Ernst Adolf Naumann (1798-1871)].

Neues elegantestes Conversations-Lexicon für Gebildete aus allen Ständen. (1836: 3. Bd.: Über Männerliebe: Verweis auf Päderastie S. 84. Über Päderastie: Knabenschänderei, griechische Liebe, ist das sehr alte Laster, wo das männliche Geschlecht unter sich den Geschlechtstrieb befriedigt. Der sie übt, heißt Päderast S. 396). (1837: 4. Bd.: Über Sodomie: u.a. Man rechnet dazu die Päderastie).

Pritts, Joseph: Abenteuerliche Ereignisse aus dem Leben der ersten Ansiedler, 1836. (In einem Gerichtsgefängnis saßen ein weißer Mann, der wegen Sodomiterey überführt worden war, und ein junger Indianer wegen Diebstahls ein. Der weiße Mann bat den Indianer, dass dieser ihn ermordet, um der Schande des Hängens zu entgehen. Der Indianer weigerte sich jedoch, weil er schon genug weiße Männer ermordet habe S. 170). [Schlagwort: USA. Zu Joseph Pritts liegen keine weiteren Angaben vor].

Pückler-Muskau, Hermann von: Briefe eines Verstorbenen: Ein fragmentarisches Tagebuch.., 1836. (3. Bd.: Ein Kreuz zeigt die Stelle, wo Gaveston, der berüchtigte Liebling von König Edward II., hingerichtet wurde. S. 243). [Hier allg. Infos zu Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871)].

Savonarola, Girolamo: Girolamo Savonarola: aus grossen Theils handschriftlichen Quellen, 1836. (Kritik an Sodomie S. 88). [Hier allg. Infos zu Girolamo Savonarola (1452-1498). Dazu auch Wikipedia: November 1494: Girolamo Savonarola kritisiert die florentinische Bevölkerung aufs Schärfste wegen ihrer „abscheulichen Sünden“ (vor allem gleichgeschlechtliche Sexualität und Kartenspiel) und fordert von ihnen, auf ihre Mätressen und „bartlosen Jünglinge“ zu verzichten].

Schäfer, Heinrich: Geschichte von Portugal.., 1836. (1. Bd.: Wegen einem Satz über die ersten Jahrhunderte des Staates: Der Klosterbruder, der einen andern einen Sodomit (fodidincul) […] schalt, musste 5 Solidi an die Brüderschaft zahlen und erhielt Schläge – mit Quellenangabe. S. 293). [Zu Heinrich Schäfer liegen keine weiteren angaben vor].

Schuler, Johann M.. Geschichte des Landes Glarus, 1836. (Ein Gottesurteil durch einen Zweikampf zwischen zwei Männern. Es geht um den Vorwurf einer Schandthat S. 86-87). [Schlagwort: Schweiz. Zu diesem Fall s. oben Hottinger: Helvetische Kirchengeschichten, 1708. 3. Bd. Nur dort wird mit Männerwollust und sodomitischen Greuels deutlich der homosexuelle Hintergrund benannt. Hier allg. Infos zu Johann Melchior Schuler (1779-1859)].

Spittler, Ludwig T.: Sämmtliche Werke, 1836. (9. Bd. Clemens VII. übertrug [1524?] auf Karls Bitte den Aragonischen Inquisitoren die Untersuchung Sodomitischer Schandtharen. Diese war ursprünglich für Spanien bestimmt, wurde aber auf die Nebenländer der spanischen Monarchie ausgedeht S. 34). [Hier allg. Infos zu dem Freiherrn Ludwig Timotheus Spittler (1752-1810)]

Uschold, Johann: Geschichte des trojanischen Krieges, 1836. (Knabenliebe und Ganymed S. 286-287). [Zu Johann Uschold liegen kaum weitere Infos vor].

Schopenhauer, Arthur: Ueber den Willen in der Natur, 1836. (Päderastie ist ein Vergehen gegen die Spezies, aber bei der Begründung der Ethik hat er die widernatürlichen Geschlechtsvergehen ganz außer Acht gelassen S. 128-129). [Hier allg. Infos zu Arthur Schopenhauer (1788-1860)].

Tietz, Friedrich von: Erinnerungs-Skizzen.., 1836. (2. Bd.: In Griechenland darf man während der Fastenzeit nicht mit seiner Frau schlafen, sich aber eines Surrogats, der Knabenliebe, bedienen und danach für ein paar Drachmen beichten S. 236). [Hier allg. Infos zu Friedrich von Tietz (1803-1879)].

Lesetipp! Visa reperta und gerichtlich-medicinische Gutachten.., 1836 (2. Aufl. Ausführliches Gutachten über eine blödsinnige Weibsperson als medizinische Fallbeschreibung einer Tribade mit dem Kommentar, dass man mit einer Todesstrafe in Deutschland von solchen Fällen ungleich seltener hören würde. Ein Bruder des Vaters war Päderast S. 188-201, insb. 193-194). [Trotz unterschiedlicher Überschrift und leicht verändertem Text identisch mit siehe oben Zeitschrift für die Staatsarzneikunde.., 1822. Schlagwort: lesbisch].

Weber, Wilhelm E.: Goethe's Faust: uebersichtliche Beleuchtung beyder Theile.., 1836. (Zu dem päderastischen Kitzel und die unnatürliche Wollust von Mephistoteles in Faust II. S. 152-153 Philosopheme von Mephisto S. 225). [S.a. Derks, S. 290, der offensichtlich nur die weniger bedeutende zweite Textstelle kennt. Hier allg. Infos zu Wilhelm Ernst Weber (1790-1850)].

Wiese, Sigismund: Drei Dramen, 1838. (Im Drama Die Freunde sind vor allem in der ersten Hälfte  diverse homoerotischen Textpassagen zu finden S. 1-86, hier S. 7-44). [Siehe unten JfsZ 2.1900, S. 445, wonach es sich um ein Drama mit homosexuellen Andeutungen handelt. Heinrich Hoessli zitiert in seinem 2. Bd. von Eros von 1840 - der nicht als Scan angeboten wird - auf S. 327-332, 337 ausführlich aus den S. 7-44 des Werkes. Hier allg. Infos zu Sigismund Wiese (1800-1864)].

1837

Lesetipp! Éon De Beaumont, Charles-Geneviève-Louis: Memoiren des Chevalier von Eon, 1837. (Biographie von Chevalier von Eon mit den Gerüchten, dass er eine Frau ist und seine Reisen nach Russland in Frauenkleidern S. 77-83. [Schlagwort: Travestie. Hier allg. Infos über Chevalier d’Eon (1728-1810), der berühmt wurde, weil er weite Teile seines Lebens als Frau lebte].

 

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Chevalier d’Eon (1728-1810) wurde berühmt, weil er weite Teile seines Lebens als Frau lebte.

Weiter mit 1837

Francke, Heinrich: Zur Geschichte Trajans und seiner Zeitgenossen. (1837: [1. Aufl.]: Über die Liebe von Trajan zu Männern und die Jünglingsliebe in Griechenland S. 638-645). (1840: 2. Ausgabe: ident. mit 1837). (Hier Rez. des Buches in: Allgemeine Literatur-Zeitung März 1841, die auch auf die griechische Liebe eingeht Spalte 155). [Hier allg. Infos zu dem römischen Kaiser Trajan (53-117). Weitere Angaben zum Autor, einem Lehrer aus Wismar, liegen nicht vor. Es handelt es sich nicht um den bekannten Juristen Heinrich Gottlieb Francke (1705-1781)].

Gibbon, Edward / Sporschil, Johann (Übers.): Gibbon's Geschichte des Verfalles und Unterganges des römischen Weltreiches.., 1837. (Jünglinge, die durch Mahomet II. [?] geschändet wurden Spalte 2507. Folterung von Esaias von Rhodus und der Bischof Alexander von Diospolis Spalte 1575-1576). [Hier allg. Infos zu Edward Gibbon (1737-1894) und Johann Sporschil (1800-1863)].

Goethe, Johann W. von: Poetische und prosaische Werke, 1837. (2. Bd.: Mit zwei unterschiedlichen Textstellen. Aus: Wilhelm Meisters Wanderjahre eine Szene über das gemeinsame Nacktbaden von zwei Jungen S. 394. Goethe im Jahre 1808 über August Herzog von Sachsen-Gotha, der sich, als problematisch darzustellen und, unter einer gewissen weichlichen Form, angenehm und widerwärtig zu seyn beliebte S. 593). [Zur ersten Szene s.a. Derks, S. 262-265, der es mit Goethes eigenem Erlebnis verbindet, dass er in Briefe aus der Schweiz beschreibt. Siehe dazu oben Goethe, 1822. Zur zweiten Szene s.a. Derks, S. 412. Hier allg. Infos zu Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)].

Göttingische gelehrte Anzeigen, 1837. (1. Bd.: Rez. zu Pieter van Limburg Brouwer: Histoire de la civilisation morale et religieuse des Grecs 1837/1838, das im 10. Kap. die Männerliebe behandelt, die der Autor als sittliches Gebrechen wahrnimmt S. 534 [Schlagwort: Frankreich. Hier das rezensierte franz. Werk Histoire de la civilisation, wo sich das 10. Kap. auf S. 38-123 befindet).

Hammer-Purgstall, Josef: Geschichte der osmanischen Dichtkunst.., 1837. (2. Bd.: Osmanische Dichter über die Knabenliebe und Männerliebe zur Zeit von Selim II. [1524-1574] S. 3. Männerliebe S. 91. Ishak Tschelebi war der Knabenliebe sehr ergeben S. 218. Homoerotisches Gedicht Ghasele S. 219. Rihali II. [1542], mit Ishak Tschelebi persönlich bekannt, hatte einen Hang zu Wein und Knaben. Zwei Gedichte von ihm zur Knabenliebe S. 236-237. Von der Schändlichkeit der Tribaden S. 268. Die Rose steht im Orient für Jünglinge, wie in der griechischen und römischen Kultur die Narzisse und die Hyazinthe S. 310. Mahmud aus Konstantinopel [Semini, d.i. der Erdige?], war der Geliebte des Dichters Ishak Tschelebi S. 426). (In einer Rezension Jahrbücher der Literatur, 1840. Bände 91-92 wird die Männerliebe aufgegriffen). [Schlagwort: Türkei, lesbisch. Hier allg. Infos zu Joseph von Hammer-Purgstall (1774-1856) und zu Ishak Tschelebi bzw. Çelebi Ben Ishak bzw. Tschelebi Ben Ishak (†1542). Zu Tschelebi siehe oben Eichhorn, 1710].

Lesetipp! Hippocrates: Über Winde, Wasser und Ortslagen, 1837/1848/1895. [Zum Inhalt: Hippokrates gilt als Begründer der Medizin als Wissenschaft. Im Folgenden werden drei unterschiedliche Übersetzungen zu seinen Ausführungen über die sogenannte Skythenkrankheit aufgeführt, die später im Kontext homosexueller Handlungen diskutiert wurden]. (1837: Übers: Grimm / Lilienhein. U.d.T.: Hippokrates Buch von der Luft, den Wassern und den Gegenden. Hippokrates: Einige Männer haben wenig Neigung zum Beischlafe mit ihren Frauen. Sie sind wie die Verschnittenen bzw. wie die Weiber und werden Zwitter genannt S. 209-211. Kommentare: S. 208-211). (1848: Übers.: Joseph Ruder. U.d.T. Des Hippokrates Schrift über Winde, Wasser und Ortslagen. Hippokrates: Kap. 103-113: Die Männer haben kein großes Verlangen nach dem Beischlafe. Sie sind wie die Verschnittenen bzw. wie die Weiber und werden Zwitter genannt S. 109-121. Kommentare von Ruder: S. 110-121). (1895: Übers. Robert Fuchs. U.d.T.: Ueber Luft, Wasser und Oertlichkeit. Hippokrates: Einige Männer haben nur selten den Trieb zu Coitus. Viele Skythen sind Eunuchen, wie die Weiber und werden als Die Weibischen bezeichnet S. 399-401. Kommentar S. 399). [Siehe oben Rosenbaum, 1839. S. 207-219. Hier allg. Infos zu Hippokrates von Kos (um 460-um 370 v.Chr.). Zu der Skythenkrankheit im Kontext homosexueller Handlungen gibt es zwei historische Quellen: Herodot und diese von Hippocrates. Zu Herodot siehe oben Herodot, 1783. Zu Joseph Ruder sind keine weiteren Angaben bekannt. Infos zur Skythenkrankheit bei Hippokrates auch bei Werner Golder S. 29-30].

Hoffmann, Karl F. u.a. Hrsg.: Europa und seine Bewohner.., 1837. (7. Bd.: Wegen dem Halbsatz: Das viel wärmere Klima reift alle Sinne früher und befördert bei beiden Geschlechtern Ausartungen natürlicher Triebe, so daß man sowohl Tribaden findet, als auch Männer, welche der griechischen Liebe huldigen S. 388). [Schlagwort: lesbisch. Hier allg. Infos zu Karl Friedrich Vollrath Hoffmann (1796-1842)].

Hoeninghaus, Julius V.: Das Resultat meiner Wanderungen durch das Gebiet der protestantischen.., 1837. (Luther bezeichnet den Papst als Sodomiten-Papst S. 343). [Zu Luther s.a. Puff. Das indirekte Zitat kann sich mind. auf zwei Veröffentlichungen von Luther beziehen. Siehe oben Luther, 1545 und Luther, 1816. Hier allg. Infos zu Julius Vincenz Hoeninghaus (?), der wegen Sittlichkeitsvergehen sich auf der Flucht befand].

Historisches Taschenbuch, 1837. (9. Bd.: Martin Luther hat u.a. sodomitische Greuel aufgedeckt S. 408, s.S. 400. Gedicht bzw. Lied von Georg von Frundsberg [1473-1528] u.a. mit 4 Zeilen über Der Wälschen Hochzeit grausam Schand S. 500). [Schlagwort: Welsche Hochzeit. S. unten Die historischen Volkslieder der Deutschen vom 13.-16. Jahrhundert, 1869. Zu Luther s.a. Puff. Das indirekte Zitat kann sich auf viele Äußerungen von Luther beziehen].  

Jäger, Carl: Geschichte der Stadt Augsburg.., 1837. (Ein Sodomit wurde verbrannt und vier Pfaffen ließ man 1409 in einem Käfig verhungern S. 171). [S.a. Mann für Mann, S. 722-723. S.a. Die sünde, S. 72. S.a. Brall, S. 369-370. Hier allg. Infos zu Carl Jäger (1794-1842)].

Jahrbücher der in- und ausländischen gesammten Medicin, 1837. (16. Bd.: Fallbeschreibung von einem Päderasten mit Nasenproblemen und Geschwüren im Mastdarm S. 141).

Kapp, Alexander: Aristoteles' Staatspädagogik als Erziehungslehre für den Staat und die Einzelnen, 1837. (Zitat über die Begünstigung der unnatürlichen Triebe in Kreta aus dem Werk Politik, Hinweis auf Krankheit oder Gewohnheit als Ursache und eine Fußnote über Männerliebe im Werk Nicomachische Ethik und bei Platon S. 58. Männerliebe im Werk Politik S. 69. Männerliebe im Werk Nicomachische Ethik mit Bezug auf Platon S. 218-219). [Zu Alexander Kapp liegen kaum weitere Infos vor].

Lateinisch-deutsches und deutsch-lateinisches Handwörterbuch, 1837. (1. Bd. Cinaedus = der männliche Hureri treibt od. mit sich treiben lässt, Mannhure 2. der einen wollüstigen Tanz aufführt 3. Name eines Seefisches).

Lindelof, Friedrich von: Vortrag über den Entwurf eines Strafgesetzbuches für das Großherzogthum Hessen, 1837. (Kritik, dass die widernatürliche Unzucht keine Erwähnung findet S. 79). [Hier allg. Infos zu Friedrich von Lindelof (1794-1882)].

Maaß, Johann G.: Geschichte und Beschreibung der St.-Marien-Dom-Kirche zu Colberg, 1837. (Ein Satz zu einem Strafrechtsfall: Am 17. März 1655 wurde ein Geistlicher, der ein Sodomit war enthauptet und nachher verbrannt S. 42). [Hier allg. Infos zu Johann Gottlieb Wilhelm Maaß (Schaffenspperiode: 1837-1847)].

Medicinisch-chirurgische Zeitung, 20.03.1837. (Register mit einem Verweis bei Krankheit der Skythen auf Band XXXIX von 1837, S. 343). [Schlagwort: Anno, Österreich. Zu der Skythenkrankheit gibt es zwei historische Quellen, siehe oben Herodot, 1783 und siehe oben Hippokrates, 1837].

Osten, Anton P. von / Münch, Ernst H.: Denkwürdigkeiten und Erinnerungen, 1837. (Gastmahl des Xenophon, Sokrates. Persönliche ablehnende Meinung des Autors zur Knabenliebe S. 632-634). [Hier allg. Infos zu Anton Prokesch von Osten (1795-1876) und Ernst Hermann Joseph Münch (1798-1841). Zu Xenophons Gastmahl siehe oben Xenophon, 1827].

Parent-Duchâtelet, Alexandre-Jean-Baptiste: Sittenverderbniß (la Prostitution) des weiblichen Geschlechts in Paris. (1837: 1. Bd.: Tribaden, die sich prostituieren S. 72-76). (1837: 2. Bd.: Über die liederlichen Männer S 180-182). [Schlagwort: lesbisch. Hier allg. Infos zu Alexandre Parent du Châtelet (1790-1836)].

Real-Encyclopädie der classischen Alterthumswissenschaft. [Zum Inhalt: Die von August Friedrich Pauly begründete Encyclopädie wird heute auch als Ur-Pauly bezeichnet]. (1837: 1. Bd.: Artikel: Amor mit Verweis auf Knabenliebe S. 417-419). (1844: 3. Bd.: Über Thesmotheten [Rechtsgelehrte bzw. Richter] über die, die sich anderen Männern hingeben bzw. vermiethet werden S. 1290). (1846: 4. Bd.: Begriff Infamie in Bezug auf unnatürliche Wollust und rechtliche und kirchenrechtliche Konsequenzen S. 152. Lustknabe von Julius Alexander S. 495. Lesbos und der Ruf unnatürlicher Wollust S. 939). (1848: 5. Bd.: Artikel: Knabenliebe bei den Griechen und im alten Rom. Rolle der Kirche S. 1060-1066). (1852 [sic]: 6. Bd.: 1. Teil: Sardanapal kleidete sich, schminkte sich, sprach wie ein Weib lebte in [..] unnatürlicher Wollust S. 757). (1852 [sic]: 6. Bd.: 2. Teil: Artikel: Stuprum cum masculis bzw. Knabenliebe S. 1466). (1864: 2. Aufl.: 1. Bd.: Artikel: Amor über Eros-Altar mit Charmos als Erastes des Hippias S. 877). [S.a. Herzer 1443, der einen im Vergleich zum 5. Bd. etwa gleich langen Artikel zur Knabenliebe für diese Enzyklopadie für das Jahr 1921 verzeichnet, der jedoch nicht als Scan angeboten wird. Hier allg. Infos über die Real-Encyclopädie.. (1837-1864) und ihre Nachfolger].

Rosenkranz, Karl: Psychologie, oder, die Wissenschaft vom subjectiven Geist. (1837: [1. Aufl.]: Über die unnatürliche Wollust von Huren, besonders in Gefängnissen mit Bezug auf das Buch von Parent du Châtelet: De la Prostitution.. S. 334). (1843: 2. Aufl.: Ident. mit 1837, aber S. 355). (1863: 3. Aufl.: mit einem zusätzlichen Satz S. 440). [Schlagwort: lesbisch. Hier allg. Infos zu Karl Rosenkranz (1805-1879)]. Zum besprochenen Werk siehe oben Parent-Duchâtelet, 1837].

Die Sprichwörter der Deutschen, 1837. (Wegen dem Sprichwort/Reim: Adam sündigt im Paradies’, Lucifer im Himmel. Loth dagegen bleibt fromm, mitten unter den Sodomiten S. 3).

Tieck, Ludwig: Sämmtliche Werke, 1837. (2. Bd.: Vor 30 Jahren war ich zum Malen hübsch, und wenn ich mal auf Carneval in Weibskleidern ging, so lief mir alles junge Mannsvolk nach S. 806). [Schlagwort: Travestie, Karneval. Hier allg. Infos zu Ludwig Tieck (1773-1853)].

Wachsmuth, Wilhelm: Europäische Sittengeschichte.., 1837. (4. Bd.: Die Fortschleppung von Knaben bei türkischen Herrfahrten unter Bajazet I. S. 832). [Schlagwort: Türkei. Hier allg. Infos zu Wilhelm Wachsmuth (1784-1866) und zu Bayezid I. (1360-1403), dem Sultan des osmanischen Reiches].

Weckstimme Gottes und seiner Heiligen auf alle Tage im Jahre für alle.., 1837. (Religiöse Kalendersprüche für jeden Tag. Am 28. Oktober ein Zitat von Judas Thaddäus [einem der 12 Apostel] über Sodom und Gomorrha S. 166).

Weisse, Christian H.: Kritik und Erläuterung des Goethe'schen Faust, 1837. (Im Rahmen der Rez. zu Faust II ein längerer Absatz über den Teufel und die ekle Sinnlichkeit, die ihn bei ihrem [der Engel] Anblick überfällt, S. 285-287. Wer wagt noch zu behaupten, dass die so leicht in widrige Unnatur ausgeartete Männerliebe der Griechen etwas Höheres ist als das, was wir heute Liebe nennen? S. 380). [Zur ersten Textstelle s.a. Derks, S. 290. Zu Faust II siehe oben Goethe, 1833. Hier allg. Infos zu Christian Hermann Weisse (1801-1866)].

Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte.., 1837. (Wegen diesem Satz: Beachtung verdient das Wort Ketzer in seiner ursprünglichen, im Munde des Volks noch vorkommenden Bedeutung: Sodomit, woraus die wenig bekannte, aber gewiß richtige Ableitung des vielbesprochenen Wortes sich ergiebt; aus der Hauptbeschuldigung, womit die Diener der verfolgenden Kirche die Waldenser schmähten, ist der Name hervorgegangen S. 287). [Schlagwort: Sprache].

Zeitschrift für die gesammte Medicin, 1837. (5. Bd. Fallbeschreibung von einem Päderasten mit Nasenproblemen und Geschwüren im Mastdarm S. 249-250. Gleicher Fall mit ähnlicher Beschreibung wie s.o. Jahrbücher, 1837).

Zyro, Ferdinand F.: Wissenschaftlich-praktische Beurtheilung des Selbstmords …, 1837. (Pouqueville erzählt, dass die Weiber im Harem des Großsultans, welcher die griechische Liebe der natürlichen vorzog, Liebende ihrer Gespielinnen wurde S. 128). (1839: Eine fast gleiche Formulierung findet sich in Johannes B. Friedreich: Handbuch der allgemeinen Pathologie der psychischen Krankheiten, S. 328). [S.a. Herzer 106. Hier allg. Infos zu Ferdinand Friedrich Zyro (1802-1878) und François Pouqueville (1770-1838). Die als Quelle angegebene Augabe der Zeitschrift Minerva von 1805 offenbar nicht als Scan angeboten].

1838

Allgemeines Fremdwörter-Handbuch für Teutsche, 1838. (Philander = 1. Männerfreund, 2. Beuteltier, brasilianische Ratte. Philandrie = Männerliebe, Männersucht S. 809). [Schlagwort: Sprache].

Annalen des deutschen und ausländischen Criminal-Rechtspflege. (1838: 3. Bd.: Strafrechtsfall von 1837: Päderastie – heutige Anwendung des Arti. 116 der peinlichen Gerichtsordnung Carls V. auf 16-19-Jährige im Gefängnis des Aegidien-Klosters zu Braunschweig S. 127-135). (1838: 4. Bd.: Kritik an dem Entwurf eines Strafgesetzbuches für das Königreich Würtemberg zu der beabsichtigten Legalisierung S. 60-61). [In einem Extraheft zum 4. Bd. mit eigener Seitenzählung].

Aristophanes: Thesmophoriazusai [OF] / Die Thesmophoriazusen / Die Thesmophorienfeier / Die Weiber am Thesmophorienfeste / Frauen am Thesmophorenfest. [Zum Inhalt: Über das mysteriöse Fest der Thesmophorien, bei denen die Männer ausgeschlossen waren. Männer verkleiden sich daraufhin als Frauen. Offenbar keine Szenen im homosexuellen Kontext. Hier nur wegen den Kommentaren von Schnitzer und Rosenbaum. Im Folgenden werden vier Übersetzungen aufgeführt]. (1838: Übers.: Droysen, Johann G. U.d.T.: Die Thesmophoriazusen S. 225-306). (1846: Übers. Hieronymus Müller. U.d.T.: Die Thesmophorienfeier S. 229-330). (1854: Übers.: Carl F. Schnitzer. U.d.T.: Die Weiber am Thesmophorienfeste. Kommentar: Agathon wird als Mannhure und männl. Kokette bezeichnet S. 1242). (1865: Übers.: Klein Julius L. / Ebner, Theodor. Ein Mann in Frauenkleidern wird von Frauen für eine Frau gehalten S. 186). [Schlagwort: Travestie. In der Art, wie in diesem Drama ein Mann auf seinen Bart verzichtet, liegt nach Rosenbaum gewiss eine tiefe Ironie auf die Pathici zum Grunde. Siehe unten: Julius Rosenbaum: Geschichte der Lustseuchen im Alterthume, 1839, S. 173. Hier allg. Infos zu Aristophanes (um 450-380 v.Chr.), seinem Werk Die Thesmophoriazusen, zum Fest der Thesmophorien und zu den Übersetzern Johann Gustav Droysen (1808-1884), Hieronymus Müller (1785-1861), Carl Friedrich Schnitzer (?-?), Julius L. Klein (1810-1876). Zu Theodor Ebner liegen keine weiteren Angaben vor].

Ausführliche Encyclopädie.., 1838. (1. Bd.: Unter Fleischesverbrechen eine Begrüdung, warum Sodomie und lesbische Liebe strafrechtlich verfolgt werden: S. 491).

Bibliothek der gesammten deutschen national-literatur.., 1838. (3. Teil: 1. Bd.: Ketzer = der widernatürliche Unzucht, sodomiterei treibt S. 182. Ungeselle = böser Geselle, Päderast S. 510). [Schlagwort: Sprache].

Böttiger, Karl A.: C. A. Böttiger's Kleine Schriften archäologischen und antiquarischen.., 1838. (3. Bd.: Das Gastmahl von Platos und Xenophon, Ramdohr: Venus Urania und die griechische Liebe S. 395). [Hier allg. Infos zu Karl August Böttiger (1760-1835)].

Braun, Godehard: System der christkatholischen Moral.., 1838. (2. Bd.: Von der widernatürlichen Unzucht auch unter Frauen S. 165, s.S. 161). [Schlagwort: lesbisch. Hier allg. Infos zu Godehard Braun (1798-1861)].

Delitzsch, Franz: Wissenschaft, Kunst, Judenthum: Schilderungen und Kritiken.., 1838. (Die griechische Liebe in den Sonetten von William Shakespeare, den Gaselen [von August Graf von Platen], [Torquato] Tasso und Petrarcha [Petrarca] S. 68-69). [Schlagwort: Belletristik. Hier allg. Infos zu Franz Delitzsch (1813-1890) und zu Torquato Tasso (1544-1595) und same-sex love affair].

Diaz del Castillo, Bernal / Ph. J. von Rehfues (Übers.): Denkwürdigkeiten des Hauptmanns Bernal Diaz del Castillo, oder wahrhafte Geschichte der Entdeckung und Eroberung von Neu-Spanien 1838. (1838: 1. Bd.: Über die unnatürliche Lust der Indianer S. 9, 157, 160, 163, 191). (1838: 3. Bd.: Unnatürliche Laster. Die Einwohner von Mexiko sind der Sodomiterei und der Völlerei so ergeben, daß sie, wenn sie keinen Wein mehr in die Kehle gießen können, die Beine aufheben und sich denselben vermittelst eines Rohrs von Hinten beibringen lassen S. 301-302, 310). (1838: 4. Bd.: S. 10, 102, 260). [Schlagwort: Spanien. S.a. Herzer 107. Der 2. Bd. wird nicht als Scan angeboten. Hier allg. Infos zu Bernal Díaz del Castillo (um 1492-1681) und dem Übersetzer Philipp Joseph von Rehfues (1779-1843)].

Esquirol, Jean É. / Bernhard, W. (Übers.): Die Geisteskrankheiten: in Beziehung zur Medizin und Staatsarzneikunde, 1838. (1. Bd.: Hippokrates und die Krankheit der Skythen. Zwei Patienten: Eine Frau hält sich für einen Mann und ein Mann hält sich über eine Frau S. 304-305). [Schlagwort: Travestie. Zur Skythenkrankheit gibt es zwei historische Quellen, siehe oben Herodot, 1783 und siehe oben Hippokrates, 1837. Hier allg. Infos zu Jean Étienne Dominique Esquirol (1772-1840). Zu Dr. W. Bernhard liegen keine weiteren Angaben vor].

Etzel, Franz A. von: Beschreibung der Säkular-Feier der Aufnahme Friedrich des Grossen.., 1838. (Kritik, dass Freimaurer als Sodomiten angegriffen werden, wobei diese im Gegensatz zu Sodomiten den Staat mit guten Familienvätern bevölkern können. Brief aus Potsdam vom 07.02.1778 von Friedrich S. 130-131). [Hier allg. Infos zu und Friedrich II. (1712-1786) und zu Franz August O’Etzel (1784-1850)].

Fezer, Johann J.: Das Papstthum, 1838. (Battus von Parma [?] beschuldigt in einem Brief von 13.01.1523 den Papst [Hadrian VI., 1459-1523] der sodomitischen Unzucht S. 42. Der Erzbischof von Benevent, [Giovanni Della Casa, 1503-1556] verteidigte in einem Buch die Sodomiterei S. 75, 138. Der Jesuit und Kardinal Bellarmin [Robert Bellarmino, 1542-1621] trieb Sodomiterei S. 191. [Hier allg. Infos zu Johann Jacob Fezer (1760-1844). Zu Casa s.a. Invertito 4.2002, S. 117-139. Zu Battus von Parma s. oben Unparteiische, 1779].

Gedrängtes Handwörterbuch, 1838. (Knabenschänder bezieht sich nicht nur auf Knaben S. 316). [Ident. mit siehe oben Harnisch, 1820].

Griechische Anthologie, 1838. (1. Bd.: Rez. von von Welcker: Sappho S. 121-122). [Schlagwort: lesbisch. Zum rezensierten Werk siehe oben Welcker, 1816].

Gross: Criminalgesetzbuch für das Königreich Sachsen.., 1838. (1. Bd.: Strafandrohung: Gefängnis bis zu einem Jahr S. 89). [Die Gesetzbücher von Oldenburg und Thüringen werden nicht als Scan angeboten. Nach Hans-Georg Stümke: Homosexuelle in Deutschland S. 11 ist die Strafandrohung für homosexuelle Handlungen in diesen beiden Ländern wie in Sachsen mit einer Höchstsstrafe von einem Jahr Gefängnis geregelt. Zu dem Justizrath Gross liegen keine weiteren Angaben vor. Es kann sich nicht um den Tierarzt Dr. Johann C. Gross (1791-1751) handeln].

Günther, Carl F.: Die neuen Criminalgesetze für das Königreich Sachsen.., 1838. (Strafandrohung: Gefängnis bis zu einem Jahr S. 157). [Hier allg. Infos zu dem Rechtswissenschaftler Karl Friedrich Günther (1786-1864)].

Gumpelzhaimer, Christian G.: Regensburg's Geschichte, Sagen und Merkwürdigkeiten.., 1838. (3. Bd.: ohne Hinweis auf Sodomie S. 1647). (4. Bd: Register verweist bei Strafe für Sodomiterei u.a. auf die S. 1647 des 3. Bandes S. 2003). [Der Verweis auf Sodomiterei auf S. 1292 bezieht sich auf ein Pferd. Hier allg. Infos zu Christian Gottlieb Gumpelzhaimer (1766-1841)].

Halbjahrsverzeichnis der Neuerscheinungen.. / Verzeichnis der Bücher...., 1838. (Über Heinrich Hoessli: Eros S. 99). [Zum rez. Werk siehe oben Hoessli, 1836].

Hannoverschen Annalen, 1838. (3. Bd.: Erkennungsanzeichen von sich prostituierenden Tribaden u.a. im Analbereich S. 123-124). [Schlagwort: lesbisch].

Hergenröther, Johann B.: Predigten auf die Sonn- und Festtage des katholischen Kirchenjahres, 1838. (3. Bd.: Sodom und Gomorrha als kräftiges Mittel um Söhne vor unnatürlicher Wollust abzuschrecken S. 32). [Hier allg. Infos zu Johann Baptist Hergenröther (1780-1835)].

Hurter, Friedrich von: Geschichte Papst Innozenz des Dritten…, 1838. (3. Bd.: Wegen einem Fall von Knabenschänder sieht auch der Bischof Stephan von Tourney im 11. Jahrhundert seinen Ruf verdunkelt. Mit Literaturangabe S. 609). [Hier allg. Infos zu Friedrich von Hurter (1787-1865) und zu Stephan von Tournai bzw. Stephen of Tournai (1128-1203)].

Lesetipp für den 2. Bd.! Jagemann, Ludwig von: Handbuch der gerichtlichen Untersuchungskunde. [Nach der ADB von 1881 wurde in diesem Buch erstmals die Kunst des Inquirirens wissenschaftlich behandelt.]. (1838: 1. Bd.: Eine S. über Pädrastie, Sodomie u.a. S. 17. Unzucht von Männern im Gefängnis S. 270). (1841: 2. Bd.: In fünf Stellen werden im Buch insgesamt vier Fälle von Homosexualität aus den Jahren 1838-1839 geschildert, die alle in Heidelberg stattfanden. Der Fall 10: In dem Kap. Falsche Anzeige eines Schuldigen… wird der Tathergang einer mann-männlichen Annäherung von 1838 beschrieben S. 37-40, insb. S. 39-40 [Siehe unten Fall 183]. Der Fall 56: Ein 14-jähriger Lehrling wird 1838 zusammen mit einem Gesellen in einem Bett erwischt und gibt zu seit Einem Vierteljahre von hinten durch den Gesellen des S. missbraucht worden zu sein. Der Geselle wird entlassen. Der Lehrling wird vernommen und und teilte u.a. mit, dass der Geselle mit ihm Unzucht von hinten trieb S. 170-171. Der Fall 93: Der Chirurg T. kam 1838 wegen Knabenschänderei in Untersuchungshaft. Er wurde wegen Homosexualität auch erpresst S. 269-273. Der Fall 137: Im Gefängnis beschweren sich 1839 zwei Männer über Johann Adam, weil dieser sie mit unzüchtigen Griffen plagt S. 416-417. Der Fall 183: Unter der Überschrift Sittenloser und moralisch abgestumpfter Inculpat geht es nun um die Vernehmung der beiden Männer aus dem oben genannten Fall 10. Philipp C. behauptet, dass ihm Philipp K. zugemuthet hättet, sein männliches Glied in den After zu bringen. Es liegen zudem vier Zeugenaussagen aus den vergangenen 13 Jahren vor, die Philipp K. zusätzlich belasten S. 522-523). Hier allg. Infos zu Ludwig von Jagemann (1805-1853) nach der ADB.

Kappler, Friedrich: Handbuch der Literatur des Criminalrechts.., 1838. (Von der Sodomie mit Literaturhinweisen S. 936-937). [S.a. Herzer 108. Zu Friedrich Kappler liegen keine weiteren Angaben vor].

Lessing, Gotthold E. / Lachmann, Karl / Mylius, Christlob: Gotthold Ephraim Lessings sämmtliche Schriften.., 1838. (2. Bd.: Alcibiades in Persien und sokratische Liebe S. 464-471). [Hier allg. Infos zu Gotthold E. Lessing (1729-1781)], Karl Lachmann (1793-1851) und Christlob Mylius (1722-1754)].

Minckwitz, Johannes: Graf von Platen als Mensch und Dichter.., 1838. (Platen hat den Kelch unglücklicher Liebe gekostet und die volle Wärme seines Herzens auf die Freundschaft übertragen. S. 86, auch S. 88-92, 168-169). [S.a. Derks, S. 585-592. Hier allg. Infos zu Johannes Minckwitz (1843-1901)].

Neuestes Fremdwörterbuch zur Verteutschung und Erklärung.., 1838. (Incubus, Mehrzahl Incuben = u.a. Päderast S. 556). [Im Christentum wurden als sündhaft angesehene Träume bzw. Ejakulationen häufig durch den Besuch des nachtaktiven Dämon Incubus erklärt, für die man nicht verantwortlich gemacht werden darf. Dies ist die erste Stelle, die einen Zusammenhang mit Päderastie aufgreift. Siehe unten Ulrichs, 1869].

Neumann, Karl G.: Von den Krankheiten des Menschen, 1838. (4. Bd.: Körperliche Folgen der unnatürlichen Wollust im Allgemeinen S. 309-310). [Hier allg. Infos zu dem Psychiater Karl Georg Neumann (1774-1850)].

Die Physiologie, 1838. (Ein Halbsatz: ..die Päderastie aber, sowie die lesbische Liebe pflegt vorzüglich Haß gegen das andere Geschlecht zu erwecken S. 342).

Die römische Elegie, 1838. (1. und 2. Bd. mit separater Seitenzählung. Übers.: Otto F. Gruppe. Bei  Tibull wird betont, dass die [hier nicht abgedruckte] 4., 8. und 9. Elegie von Tibull die Knabenliebe zum Gegenstand haben und sich auf seinen Geliebten Marathus beziehen S. 167, 199-206, 213). [Diese römische Textsammlung u.a. von Tibull bezieht sich meisten auf Liebe zu Frauen und ist nicht mit Goethes Römische Elegien zu verwechseln. Hier allg. Infos zu Tibull (55 v.Chr.-19/18 v.Chr.).  Zu den Gedichten von Tibull siehe oben Tibullus, 1783]. 

Rötscher, Heinrich T.: Das platonische Gastmahl dargestellt als ein philosophisches Kunstwerk, 1838. (Es ist keine Übersetzung, sondern ein Beitrag über das Werk. Der Mythos vom Kugelmenschen S. 11-13. Männerliebe S. 12). [Hier allg. Infos zu Heinrich Theodor Rötscher (1803-1871)].

Schiller, Friedrich von: Sammtliche Werke, 1838. (10 Bd. Schillers Brief über Don Carlos, dass leidenschaftliche Freundschaft ein eben so rührender Gegenstand für die Tragödie seyn könne, als leidenschaftliche Liebe S. 315). [S.a. Derks, S. 372-373. Hier allg. Infos zu Friedrich Schiller (1759-1805)].

Venator, Carl: Die in unserer Sprache gebräuchlichen Fremdwörter.., 1838. (Päderast auch Pädraßt; Päderastie auch Päderastih). [Zu Carl Venator liegen kaum weitere Angaben vor].

[Weber, Karl J.]: Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen. [Zum Inhalt: Dieses 12-bändige Werk, erstmals 1832-1840 erschienen, ist die bekanntestes Publikation von Weber. Wegen den vielen unterschiedlich gesetzten Auflagen wurde noch nicht in jedem Fall geprüft, ob sich jede Formulierung in jeder Auflage findet]. (1838: 20. Bd. Männerliebe S. 30. Über griechische Knabenliebe, Ganymed und Cornelius Nepus. Sokrates war kein Freund der Bohnen. Die Unnatur der warmen Brüder (Sprache Berlins). Männer geraten zu den Nachbarn posteriora (Hintertheile), Amerikanerinnen führen Ringe von Federharz. Männer kaufen sich in der Hand aufschwellende elastische Früchte. Kein braver Mann – fällt einen von hinten an. Friedrich der Große bzw. Friedrich II., Klemmt den Hintern ein, wenn ihr durch Florenz geht. Der Eingang ist von – hinten. Rochester S. 138-145). (1839: [1. Aufl.:] 9. Bd.: Griechische Liebe nennt man florenzen S 60). (1840: [1. Aufl.?] 9. Bd.: Griechische Liebe nennt man florenzen S. 72). (1853: 4. Aufl.: 5. Bd.: griechische Liebe S. 28-29, 129-130. Die warmen Brüder von Berlin: Kein braver Mann Fällt Einen – von hinten an! S. 131. Der Eingang ist von – hinten S. 133). (1858: 6. Aufl.: 5. Bd.: griechische Liebe S. 122-123, 226). (1862: 7. Aufl.: 5. Bd.: Auf dem höchsten Schimpfwort [nach den salischen Gesetzen] hundsfott (von Cynaedus) Chienfoutre (jetzt veredelt in Jean Foudre) standen sechhundert Denarien S. 54). (1868: 8. Aufl.: 5. Bd.: griechische Liebe S. 92, 168. Die warmen Brüder von Berlin: Kein braver Mann Fällt Einen – von hinten an! 169-170. Der Eingang ist von – hinten S. 171). (1868: 8. Aufl.: 6. Bd.: Blumen sind die Sprache der Blumen und der lesbischen Sappho. Man könnte daher in der eleganten Sprache der Flora das Stigma nennen, was man nicht gerne beim rechten Namen nennt S. 311). (1868: 8. Aufl.: 9. Bd.: Griechische Liebe nennt man florenzen S. 197). [Schlagwort: Sprache. S.a. Derks, S. 44, 93. Hier allg. Infos zu Karl Julius Weber (1767-1832)].

Zeitschrift für die Staatsarzneikunde.., 1838. (111. Bd.: Erkennungszeichen von unnatürlichem Beischlaf und Sperma-Untersuchung im allgemeinen S. 13-17).

Zellweger, Johann C.: Geschichte des Appenzellischen Volkes.., 1838. (1838: 3. Bd.: Mit einem Text in Mundart als Zitat aus den Akten: In Appenzell werden drei Personen im Zusammenhang mit Sodomie an einem Knaben vernommen: Kunrat Keelen, bzw. Cunradt Keel, zu Rebstein aus dem Rinthal, Mathias Irvidinger und Anthonj Loewen, bzw. Antony Löw bzw. Thonj. 1584 wird Löw zum Tod durch das Schwert verurteilt, weil er einen Geistlichen belastet hat S. 208-209). (1840: [sic]. 3. Bd.: Bezogen auf die zweite separate Seitenzählung: Der gleiche Fall von Sodomiterei aus Appenzell von 1584 über drei Männer und einen Knaben. Ein Priester trieb Sodomiterei mit einem Knaben. Der katholische Bauer von Rebstein schlief im Zimmer, bekam jedoch nicht mit. Löw wird wegen der Belastung eines Geistlichen verhaftet und verurteilt. Der Priester und der Junge konnten fliehen. Grundlage sind unvollständige Akten aus Appenzell. S. 29-35, insb. S. 31). [Schlagwort: Gonten, Schweiz. Zu diesem Fall siehe unten Osenbrüggen, 1860. Der Fall ist nicht in Mann für Mann verzeichnet. Hier allg. Infos zu Johann Caspar Zellweger (1768-1855)].

1839

Allgemeines Repertorium der gesammten deutschen medizinisch.., 1839. (13. Bd.: Carolus Musitanus [Carlo Musitano 1635-1714] sieht als Priester und Arzt in Klistieren ein sodomitisches, der Strafe des Scheiterhaufens würdiges Verbrechen S. 139). [Zu Musitani und Klistiere siehe Musitani, 1715; Jöcher, 1751; Kaempf, 1784 und Allgemeines, 1839].

Amtsblatt der preussischen Regierung zu Königsberg, 1839. (29. Bd.: Ausschreibung nach dem flüchtigen 23-jährigen Knecht Gottfried Freudenreich, der in Abwesenheit seines Brodherrn im März 1839 Sodomiterei trieb S. 143). [Ähnliche Ausschreibung wie siehe unten in Amtsblatt.., 1842].

Anmerkungen der Gesetzgebungscommission zum Entwurf eines Strafgesetzbuchs, 1839. (Es ist geplant, in Baden zwar unnatürliche Unzucht mit dem gleichen Geschlecht, nicht aber alle sodomitischen Sünden zu bestrafen S. 92-93).

Archiv des Criminalrechts, 1839. (Es ist unpassend, durch eine Generalisierung bei einem Verbrechen wie der widernatürlichen Unzucht von einem Complott [=Verschwörung bzw. Intrige] zu sprechen S. 553-554).

Archiv für die neueste Gesetzgebung aller deutschen Staaten.., 1839. (9. Bd.: Gesetzestext Widernatürliche Wollust Art. 276 S. 310-311).

Arnim, Achim von: Ludwig Achim's von Arnim Sämmtliche Werke, 1839. (2. Bd.: Aus: Die Verkleidungen des französichen Hofmeisters..: Auf meinem Bette ist ein fremder Jüngling […] hingesunken. Lieblichere Züge sah ich nie S. 170). [S.a. Derks, S. 453. Hier allg. Infos zu Achim von Arnim (1781-1831)].

Briefe an Johann von Müller, 1839. (3. Bd.: Hrsg. Maurer-Constant. Brief von Carl Joseph Windischmann vom 04.06.1807: Wohl Geliebter, quillt wie Blut und Leben…. S. 434-436). [S.a. Mann für Mann, S. 742-743. Hier allg. Infos zu Karl Joseph Hieronymus Windischmann (1775-1839)  und Johannes von Müller (1752-1809)].

Cervantes, Miguel de / Friedrich Notter (Übers.): Die Prüfungen des Persiles und der Sigismunda. Eine noridsche Geschichte, 1839. (12. Bd.: Ein Mann und eine Frau tauschen ihre Kleidung S. 93). [Schlagwort: Travestie. Hier allg. Infos zu Miguel de Cervantes (1547-1616)].

Crabb, George / Schäffner, Wilhelm (Übers.): Geschichte des Englischen Rechts, 1839. (Wegen dem Satz: Sodomiten wurden entweder verbrannt, oder lebendig begraben S. 305). [Text aus dem Kapitel über Eduard III., d.h. über dem Zeitraum von 1327 bis 1377. Hier allg. Infos zu George Crabb (1778-1851) und Wilhelm Schaeffner (1815-1897)].

Denkwürdigkeiten zur politischen, Reformations- und Sitten-Geschichte, 1839. (Graf de Villa Franca war wegen des Verbrechens, wofür der Engländer keinen Pragraphen in seinem peinlichen Gesetzbuche hat, von der Inquisition in Lissabon in Untersuchung gezogen worden. Durch Unterstützung von Giuseppe Brignardelle [?] und Mascabruni [Franz Canonici, Unterdarius vom Papst] wurde er begünstigt. Papst Innozenz X. wurde getäuscht  S. 262-263). [Zu diesem Fall siehe oben Zeitung, 1820 und Le Brek, 1771]

Deutsches Schimpfwörterbuch, 1839. (u.a. Darmfeger S. 12. Hinternsprenger S. 29. Päderast S. 48. Sodomit S. 64. Zwitter S. 81). [Schlagwort Sprache].

Dräxler, Carl F.: Herz und Ehre: Novellen und Schilderungen, 1839. (2. Bd.: Ein Satz [zur Platen-Heine-Affäre von 1827-1830]: Soll ich Euch an seine [Heinrich Heines] prästigatorische Introduktion Platen's an seine köstlichen sodomitischen Spaße über den blutarmen Grafen erinnern? S. 235). [Zur Platen-Affäre s.a. Derks, S. 479-613. Hier allg. Infos zu Carl Ferdinand Dräxler (1806-?)].

Entwurf eines Strafgesetzbuchs für das Grossherzogthum Baden.., 1839. (Ehebruch; Unzüchtige Handlungen, Verführung in den §§ 307-308, 319, 321, 322, 330. S. 91-95).

Entwurf eines Strafgesetzbuchs für das Grossherzogthum Hessen.., 1839. (Gesetzestext: Widernatürliche Unzucht S. 87). [Siehe oben Lindelof, 1837]

Fiedler, Franz: Antike Erotische Bildwerke in Houbens Römischem Antiquarium zu Xanten, 1839. (Päderastie in Griechenland, Rom und Asien S. 22-23). [Hier allg. Infos zu Franz Fiedler (1790-1876)].

Fraenzl, Moritz J.: Statistik, 1839. (2. Bd. Ein Satz: Bei den Strafjustiztabellen finden wir unter den Verbrechen im Jahre 1831 insgesamt 11 sodomitische Sünden S. 609). [Zu Moritz Julius Fraenzl liegen keine weiteren Angaben vor].

Helbig, Carl G.: Die sittlichen Zustände des griechischen Heldenalters.., 1839. (Die Gedichte von Homer enthalten keine Hinweise auf eine entartete Sinnenlust der Freundschaft zwischen Achilles und Patroklos S. 106). [Die Beziehung zwischen Achilles bzw. Achilleus und Patroklos aus der griechischen Mythologie wird nicht von Homer in Ilias, aber von Aischylos und von Platon im Symposion als homosexuell dargestellt. Siehe oben Plato, 1782. Siehe unten Aischylos, 1842. Hier allg. Infos zu Carl Gustav Helbig (1808-1875)].

Jordan, Sylvester: Die Jesuiten und der Jesuitismus, 1839. (Franz Martel, Priester der Gemeinde Etréan bei Dieppe, gestand [wohl um 1625] mit Jacob Guinet und Nicolaus Galeran Sodomiterey ausgeübt und noch an einem weiteren Mann versucht zu haben. Ihm wird zudem auch ein Angriff auf das Leben von Ludwig XIII. vorgeworfen S. 69). [Hier allg. Infos zu Sylvester Jordan (1792-1861)].

Julius, Nicolaus H.: Nordamerikas sittliche Zustände, 1839. (Tabellen mit Verurteilungszahlen aus den USA. Dabei taucht neben Sodomiterei (evt. Tierkontakte) auch mindestens zwei Mal das Delikt Griechische Liebe auf. o.S.). [Hier allg. Infos zu Nicolaus Heinrich Julius (1783-1862)].

Kilian, Hermann F. von: Die Geburtslehre.., 1839. (1. Bd. Die Lehre von den Tribaden, die mit großer Klitoris den Coitus üben, kann auf fabelhaften Boden ruhend betrachtet werden. S. 79. [Schlagwort: lesbisch. Hier allg. Infos zu Hermann Friedrich von Kilian (1800-1863)].

Kollloff, Eduard: Schilderungen aus Paris, 1839. (2. Bd. Parent-Duchâtelet soll sich in der franz. Originalausgabe von Sittenverderbniß in einem eigenen Kap. über griechische Liebe auch über hochgestellte Männer, insb. über einen für die Verbreitung deutscher Literatur verdienten franz. Schriftsteller, geäußert haben S. 184). [Ein entsprechender Passus wurde zumindest in der dt. Übersetzung nicht gefunden. Siehe oben Parent, 1837. Zu Eduard Kolloff liegen keine weiteren Angaben vor].

Nork, F.: Rabbinische quellen und parallelen zu Neutestamentlichen schriftstellen.., 1839. (Aufgaben der zwei Engel in Sodom S. 364). [Hier allg. Infos zu dem Schriftsteller Friedrich Nork (1803-1850)].

Lesetipp! Platen, August Graf von: Gesammelte Werke. [Zum Inhalt: Platens Homosexualität hatte für sein gesamtes dichterisches Werk eine große Bedeutung. Aus diesem Grund werden soweit wie möglich alle Bände angeführt: ein Band von 1839 und jeweils fünf Bänden aus den Jahren 1847, 1848, 1853/54. Die Leipziger Ausgabe von 1910, auf die sich u.a. Mann für Mann für den Beitrag Otto von Bülow bezieht, wird nicht als Scan angeboten]. (1839: u.a. mit An einen Freund 1816 S. 48-49. IV. Ode mit den Zeilen Warm und hell dämmert in Rom die Winternacht.. S. 108.). (1843: 1. Bd.:). (1843: 2. Bd.:). (1843: 3. Bd.:). (1843: 4. Bd.:). (1843: 5. Bd.:). (1847: 1. Bd.:). (1847: 2. Bd.:). (1847: 3. Bd.:). (1847: 5. Bd.:). (1848: 1. Bd.:). (1848: 2. Bd.:). (1848: 3. Bd.:). (1848: 4. Bd.:). (1848: 5. Bd.:). (1853: 1. Bd.: u.a. mit 1820 S. 72). (1853: 2. Bd.: u.a. mit Warm und hell S. 160). (1853: 3. Bd.:). (1854: 4. Bd.:). (1854: 5. Bd.:). [Hier allg. Infos zu August Graf von Platen (1796-1835). S.a. Andere Lieben, S. 173-177, insb. S. 176. S.a. Lieblingminne, S. 137-141. S.a. Mann für Mann, S. 556-557, der auch auf Platens Verbindungen zu Otto von Bülow S. 162-163, August Kopisch S. 442-443, Justus von Liebig S. 467-468 und Nathanael von Schlichtegroll S. 625 eingeht. S.a. Guldin, S. 55]. 

Rommel, Dietrich C.: Neuere Geschichte von Hessen, 1839 (In einer 1682 übergebenen Klageschrift wird dem Abt Heinrich von Aschenbrück u.a. vorgeworfen, ein mit der Darstellung von Sodomiterei angefülltes Schandbuch gekauft und anderen gezeigt zu haben S. 178). (1839: Gleiches Buch mit dem identischem Text, das als Geschichte von Hessen, Band 7, aufgenommen wurde). [Die Handlung steht evt. nicht mit gleichgeschlechtlicher Sexualität in Verbindung. Der Fall ist nur hier dokumentiert. Hier allg. Infos zu dem Historiker Dietrich Christoph Rommel (1781-1859)].

Lesetipp! Rosenbaum, Julius: Geschichte der Lustseuchen im Alterthume. [Zum Inhalt: Ein bedeutendes Werk, das mit zwei insgesamt über 100 Seiten langen Beiträgen über homosexuelle Handlungen bis heute nachgedruckt wird]. (1839: [1. Aufl.:] Zwei große Beiträge: Paederastie u.a. über die Bibel, Juvenal, Martial, Aristophanes, Plutarch, Suidas, lex scantinia S. 116-128. Krankheiten in Folge der Paederastie u.a. über Martial, Feigwarzen, Aeschines [Aischines], Dio Chrysostomus, Herodot, Ausonius, Krankheit der Skythen S. 129-219. Einzelne weitere Hinweise auch in den Kapiteln über Fellare [=Oralverkehr] S. 219-250, insb. S. 226-227, 239-250; Cunnilingus [=Oralverkehr] S. 251-294, insb. S. 252, 253; Epilation [=Enthaarung] S. 358 und Geschwüre des Afters wie die durch die Unzucht des pathicus S. 434). (1845: 2. Aufl.: identisch mit 1839). (1892: 5. Aufl.: identisch mit 1839). (1893: 6. Aufl. identisch mit 1839). (1904: 7. vermehrte Aufl.: Paederastie S. 108-120. Krankheiten in Folge der Paederastie S. 120-204. Weitere Textstellen wurden noch nicht abgeglichen). [Schlagwort: lesbisch. Nur die erste Auflage trug parallel den Titel Die Lustseuche im Alterthume. Auch der Untertitel wie für Ärzte, Philologen und Altertumsforscher varriiert. Die ersten sechs Auflagen sind unverändert. S.a. Herzer 109. S.a. Müller, S. 98. Hier allg. Infos zu dem Arzt Julius Rosenbaum (1807-1874)].

Rückert, Leopold I.: Commentar über den Brief Pauli an die Römer, 1839. (1. Bd. Bibel Brief Paulus an die Römer 1/26-27 S. 81-83). [Schlagwort: Bibel. Hier allg. Infos zu Leopold Immanuel Rückert (1797-1871)].

Schoell, Adolph: Beiträge zur Geschichte der griechischen Poesie, 1939. (Plutarch, Athenäus, Achill , Patroklos und der Ausdruck des Kusses, insb. S. 400-408). [Hier allg. Infos zu dem Philologen Adolph Schoell (1805-1882)].

Sprachvergleichendes Wörterbuch, 1839. (Ketzerei, was früher als Bestialität und Sodomiterei verstanden wurde, auch in Abgrenzung zu Schandbube und widernatürlicher Unzucht. Die Situation Bayern S. 483). [Schlagwort: Sprache].

Strafgesetzbuch für das Königreich Württemberg, 1839. (Das Gesetz trat 1839 in Kraft. Nach Art. 296 und 297 waren homosexuelle Handlungen nicht mehr grundsätzlich strafbar S. 95).

Lesetipp! Der Stricker: Kleinere Gedichte, 1839. (Ein Gedicht mit den Anfangszeilen Ich klage über die verkèrten.. Zeile 417-468  auf der S. 67-68).  [S.a. Andere Lieben, S. 69-71. Hier wird dieser Textpassus – nach einer Übertragung aus dem Mittelhochdeutschen von R. Maaß von 1978 – mit Ich klage über die Verkehrten… zitiert. Es wird hier betont, dass der Stricker in seinen Verserzählungen wiederholt auf das Thema Homosexualität zu sprechen kommt. S.a. Die sünde, S. 123-136, insb. S. 130-134, mit einem Aufsatz von Andreas Kraß über Berthold von Regensburg und Der Stricker. S.a. Invertito 3.2001, S. 42-43. S.a. Spreitzer, S. 77-83, 208-233 mit einem Abdruck von Die Klage, Gegen Gleichgeschlechtlichkeit und Die gepfefferte Speise. S.a. Brall, S. 365-367. Hier allg. Infos zum Stricker (1. Hälfte 13. Jh.)].

Universal-Lexicon der practischen Medicin und Chirurgie, 1839. (Über Hermaphroditen im Artikel Hermaphroditus S. 1-5).

Waiblinger, Wilhelm F.: Wilh. Waiblinger's gesammelte Werke. (1839: 1. Bd.: Erinnnerungen aus der Kindheit S. 52-60). (1839: 4. Bd.: Über Platos Gastmahl S. 241-245). [Zum ersten Band s.a. Derks, S. 265, wonach Waiblinger hier seine leidenschaftlichen Liebschaften unter Knaben darstellt, vielleicht schon nach der Begegnung mit Platen und unter dessen Einfluß. Zu Waiblinger allgemein s.a. Mann für Mann, S. 718-720. Hier allg. Infos zu Wilhelm Friedrich Wablinger (1804-1830)].

Wied-Neuwied, Maximilian zu: Reise in das innere Nord-America in den Jahren 1832-34, 1839. (1. Bd.: Über Berdaches und Mannweiber bei Indianern S. 401). (1. Bd. Gleicher Scan der Utah-University). (2. Bd. der Utah-University. Ähnlicher Text S. 132-133). [S.a. Herzer 110. Hier allg. Infos zu Maximilian zu Wied-Neuwied (1782-1867) und seinem Werk Reise in das innere Nord-America].

1840

Abhandlungen der Philosophisch-Philologischen Classe der […] Akademie der Wissenschaften, 1840. (3. Bd.: Johann v. G. Fröhlich: Ueber die Anordnung der Gedichte des Q. Vaerlius Catullus auch über die Drohung in Bezug auf die cinaedi et pathici Furius und Aurelius mit lateinischen Zitaten S. 689-716, insb. S. 705-706). [Siehe oben Catull, 1793. Hier allg. Infos zu Johann F. von Gott Fröhlich bzw. Johann Fröhlich (1780-1849)].

Allgemeine Zeitung München, 1840. (Die Neigung zur unnatürlichen Wollust bei Ibrahim Pascha [1789-1848] S. 1997).

Allgemeines Criminal-Gesetzbuch für das Königreich Hannover, 1840. (Nach dem Art. 276 sind homosexuelle Handlungen nicht mehr grundsätzlich strafbar, sondern nur noch bei Öffentlichen Ärgernis, unter Zwang oder bei Kindern S. 122). [Das Land folgt damit dem Beispiel von Bayern. Wikipedia: 1840: Der deutsche Staat Hannover entkriminalisiert gleichgeschlechtliche Beziehungen].

Allgemeines deutsches Conversationslexikon für die Gebildeten eines jeden Standes. (1840: 8. Bd.: Päderastie bzw. Knabenschänderei bei den Griechen und Römern, dass aber bei uns mit Recht mit den härtesten Strafen belegt ist S. 7). (1841: 10. Bd.: Dem Sänger Thamyris aus der griechischen Mythologie wird die Einführung der sogenannten griechischen Liebe Schuld gegeben S. 104). [Das Lexikon wurde in 10 Bd. herausgegeben. Der 2. Abdruck in beiden Ausgaben entspricht offenbar der 2. Auflage].

Altdeutsche Blätter, 1840. (2. Bd.: Der Ritter Seifried Helbling [*1230] beschrieb in satirischer Dichtform damalige Zustände. Er legt dem Fürsten ans Herz die verschamden sunden zu verhindern: doch sag ich ditz landt wol frei, daz darinne icht Sodomiten sei S. 10).

Annalen der deutschen und ausländischen Criminalrechtspflege, 1840. (12. Bd.: Kap.: Raffinement und Bestialität in unnatürlicher Wollustbefriedigung. Über die Strafanzeige von 1837 gegen des Schumacher Mengka wegen Missbrauch eines 24-jährigen Gesellen und seine spätere Verurteilung. S. 257-262). [Dies ist der einzige Hinweis auf diesen Fall].

Archiv für Philologie und Paedagogik, 1840. (6. Bd.: 2. Heft. Zwei Beiträge. 1. Wilh. S. Teuffel: De Horatii amoribus über die mögliche Knabenliebe des Horaz und die Einschätzung von Lessing insb. S. 329-333, 337-339. 2. N. N.: Probe einer Übersetzung des Salustius, Catilina Nr. 13-15 von 32 über Päderastie in Griechenland S. 601-602). [Zum ersten Beitrag siehe oben Lessing, 1754. Hier allg. Infos zu Wilhelm Sigismund Teuffel (1820-1878) und Sallust (86-um35 v.Chr.). Zum Werk von Sallust siehe oben Sallust, 1771].

Arnim, Bettina von: Die Günderode, 1840. (1. Bd.:). (2. Bd.:). [Das Werk ist noch nicht inhaltlich erschlossen. Schlagwort: lesbisch. S.a. Steidele S. 269-280. Hier allg. Infos zu Bettina von Arnim (1785-1859)].

Lesetipp! Becker, Wilhelm A.: Charikles oder Bilder altgriechischer Sitte, 1840. [S.a. Herzer 111. Neuausgabe der Bände auch 2010-2012.]. (1840: 1. [von 2] Bd.: 1. Aufl.: Männerliebe bei Jacobs S. VIII. Sehr großer Beitrag zur Knabenliebe S. 346-377). (1854: 2. [von 3] Bd.: 2. Aufl.: Kap.: Knabenliebe wie 1840 aber nun im 2. Bd. S. 199-230). [Hier allg. Infos zu Wilhelm Adolf Becker (1796-1846)].

Briefe an Johann von Müller, 1840. (4. Bd.: Hrsg. Johannes H. Maurer-Constant. Brief von Karl Morgenstern sucht u.a. bei Winckelmann Zuflucht für das weiche, warme, wunde Herz S. 212). [S.a. Mann für Mann, S. 517-518].

Das Criminal-Gesetz-Buch für das Herzogthum Braunschweig, 1840. (Erwähnung von widernatürliche Unzucht im § 59 - S. 40. Gesetzestext der §§ 195-197 S. 87). [Danach sind homosexuelle Handlungen nicht mehr perse strafbar. Das Land folgte damit dem Beispiel von Bayern. Siehe unten Gesetz- und Verordnungssammlung.., 1840].

Entwurf eines Strafgesetzbuchs für das Groszherzogthum Baden.., 1840. (Gesetzestext § 330 i.V.m. §§ 319, 321, 322. S. 43-44).

Entwurf eines Strafgesetzbuchs für das Grossherzogthum Baden.., 1840. (1. Bd. Entwurf des Gesetzestextes mit Anträgen der Kommissionen § 330 i.V.m. §§ 319, 321, 322 auch S. 267-268, 270. Kommentar von Welcker zum Gesetzestext S. 10-11 [mit eigener Seitenzählung]).

Ergänzungen und Erläuterungen der Preußischen Rechtsbücher, 1840. (Rechtssprechung und Definition in Bezug die §§ 1069-1071 von ALR = Allgemeines Landrecht und damit auf Sodomiterei S. 251-253. Im Register wird von Sodomiterei auf Unnatürliche Sünden verwiesen S. 327). [Hier allg. Infos Allgemeines Landrecht für die preußischen Staaten, das 1794 erlassen wurde].

Gesetz- und Verordnungssammlung für die Herzoglich Braunschweigischen Lande..., 1840. (27. Bd. Das Criminal-Gesetz-Buch, dass mit dieser Verkündigung am 1.10.1840 in Kraft tritt S. 215. Erwähnung von widernatürliche Unzucht im § 59 - S. 260. Gesetzestext der §§ 195-197 - S. 325). [Danach sind homosexuelle Handlungen nicht mehr perse strafbar. Das Land folgte damit dem Beispiel von Bayern. Siehe oben Das Criminal-Gesetz-Buch.., 1840].

Das große Conversations-Lexicon für die gebildeten Stände. [Zum Inhalt: Dieses Lexikon ist neben dem Brockhaus das zweite bedeutende deutschsprachige enzyklopädische Werk allgemeinen Inhalts und in bewusster Konkurrenz zum Brockhaus angelegt. Unter dem Hrsg. Joseph Meyer erschien die 1. Aufl. von 1840-1855 in 52 Bd. Nach dem Hrsg. wurde es später in Meyers Konversationslexikon umbenannt].  (1840: 1. Bd.: Die 1. Abt. mit A-N: Über Ada, Sodom im Koran S. 302). (1843: 4. Bd.: Die 1. Abt. mit A-N: Charles Coypeau d'Assoucy [1605-1677] war ein wüster sittenloser Mensch (Päderast). […] Das Laster brachte ihn in die Bastille und nachher in das Chatelet S. 1006. [Zu Coypeau s.u.a. oben Flögel, 1794]). (1842: 5. Bd.: Jacob Bonfadio [Jacopo Bonfadio, 1508-1550] wurde wegen unnatürlicher Wollust überwiesen S. 163). (1848: 1. Bd.: Die 2. Abt. mit O-Z: Artikel über Olisbos [Dildo]: aus Leder nachgebildetes männliches Glied. wie es die Tribaden auf Lesbos und andern griech. Inseln zu gegenseitiger unzüchtiger Befriedigung gebraucht haben sollen S. 416-417). (1848: 2. Bd.: Die 2. Abt. O-Z: Artikel über Päderastie: mit einer Unterteilung in Knabenliebe und Knabenschänderei, Geschichte und Literatur S. 183-185. Pedantesca Poesie wurde u.a. durch Camillo Scorfa Garoffani [Camillo Scroffa] ausgebildet, der besonders die Sokratische Liebe des Fidenzio Glottocresio [Fidenzio Glottocrosio?] verspottete, worauf die Gattung auch Fidenzianische Poesie genannt wurde S. 1094. [Schlagwort: Italien. S. oben Sulzer, 1794. S.a. Herzer 129. S.a. Bleibtreu-Ehrenberg, S. 348]). (1850: 5. Bd.: Die 2. Abt. mit O-Z. [Gleicher Text zu dem Knabenschänder Duquesnoy wie s. unten Nagler, 1841]. (1851: 7. Bd.: Die 2. Abt. mit O-Z: Sappho und unnatürliche Ausschweifungen S. 102-103. [S.a. Steidele, S. 109]). (1852: 19. Bd.: Die 2. Abt. mit O-Z: Wegen dem Satz: Der griechische Ausdruck für lesbisch leben diente zur Bezeichnung unnatürlicher Wollust S. 91 [S.a. Steidele, S. 47]). (1853: 12. Bd.: Die 2. Abt. mit O-Z. Tribadie [S.a. Steidele, S. 46]). (1885-1895: 4. Aufl.: u.d.T.: Meyers Konversationslexikon. Neu gesetzt von RetroBib mit den Begriffen: Päderastie und Urningsliebe). (1905-1909: 6. Aufl. U.d.T.: Meyers. Neu gesetzt. Mit großen Beiträgen zu: Päderastie, HomosexualitätSappho einschl. unsittliche Deutung. Kleine Beiträge zu UrningsliebeSaphiste eine HomosexuelleLesbische LiebeGleichgeschlechtliche Liebe und WHK). [Schlagwort: lesbisch. Hier allg. Infos zu Das große Conversations-Lexicon (1796-1856) und zu Joseph Meyer (1796-1856).

Lesetipp! Heine, Heinrich: Ueber Ludwig Börne, 1840. (Über den Verdacht der sokratischen Liebe bei G. Pf., [Gustav Pfizer]: G. Pf. eifert gegen die Immoralität um sich gegen den Verdacht der sokratischen Liebe, der auf ihn lastete, etwas zu decken. Ich würde den Ausdruck „sokratische Liebe" gern umschrieben haben, aber es sind die eigenen Worte des Dr. D… r, der mir diese harmlose Konfidenz machte. Ludwig Börne und das Verhältnis zu seinem Freund Wolfgang Menzel S. 281-282). [Der Schriftsteller Gustav Pfizer ist neben August von Platen und Carl Friedrich von Rumohr damit der dritte Mann, gegen den Heine den indirekten Vorwurf von Homosexualität erhebt. Im Gegensatz zu den anderen beiden Fällen ist der Kontext mit Pfizer in der bisherigen Homo-Forschung unbekannt. Das sich die Andeutung auf Gustav Pfizer bezieht, geht aus einer englischen Übersetzung des Buches hervor: Heine, Heinrich: Ludwig Börne. A Memorial. USA, 2006. S. 93. Diese wird hier ausnahmswiese als Snippet-Ansicht angezeigt. Heines Informant Dr. D.....r wird mit Franz Demmler aufgelöst. Hier allg. Infos zu Wolfgang Menzel (1798-1873), Gustav Pfizer (1807-1890) und Carl Friedrich von Rumohr (1785-1843). Zu Franz Demmler liegen keine weiteren Angaben vor. Zu Heines Angriffen auf Platen siehe oben Heine, 1830; siehe unten Heine, 1863; Bölsche, 1888; Zürcher 1898 und Freud, 1905. Zu Heines Angriffen auf Rumohr siehe unten Heine, 1863].

Henne, Anton: Schweizer Chronik, 1840. (Wegen einem Satz über Spottworte: Der Name „Kühgbyer", gleichbedeutend mit Kezer, Sodomit, scholl zu den Schwizern her S. 640). [Schlagwort: Sprache].

Historische Volkslieder, 1840. (Hrsg. Philipp M. Körner. Als Beispiel eines Liedes aus dem 16.-17. Jh. Ain Lied für die Landsknecht mit den Zeilen: Dadurch sein groß Abgötterey, Sein Diebstahl, schandt vnd sodomey S. 186). [Siehe oben Sammlung, 1830].

Jahrbücher der in- und ausländischen gesammten Medizin, 1840. (Rez. von Choulant über Rosenbaum: Geschichte der Lustseuche mit Hinweis auf Päderastie S. 267). [Zum rezensierten Werk siehe oben Rosenbaum, 1839].

Jahrbücher der Literatur, 1840. (90. Bd.: Über verschiedene Ausgaben sotadischer Bücher, u.a. Die Bücher der Spiele Reisets und Husein des Luti (des Sodomiten) S. 56-57). [Es bleibt unklar, welche Bücher hier gemeint sind. Hier allg. Infos zu dem griech. Dichter Sotades (3. Jh. v.Chr.), deren Werke homoerotische Motive enthalten. Sie werden nicht in dt. Übersetzung als Scan angeboten].

Neue Jahrbücher für Philologie und Pädagogik, 1840. (Rez. von Rosenbaum: Geschichte der Lustseuche. S. 319-324). [Zum rezensierten Werk siehe oben Rosenbaum, 1839].

Pfaff, Karl: Geschichte der Reichsstadt Esslingen, 1840. (Der Fall Georg Schöffel. Er wurde von einem Tyroler verführt, verschrieb sich dem Teufel und wurde 1663 in Straßburg u.a. wegen Sodomiterei verbrannt S. 579). [Einziger Hinweis zu diesem Fall. Schlagwort: Österreich, Frankreich. Die Akten von Georg Schöffel liegen heute im Landesarchiv Baden-Würtemberg. Hier allg. Infos zu Karl Pfaff (1795-1866)].

Ranke, Friedrich H.: Untersuchungen über den Pentateuch aus dem Gebiete der höheren Kritik, 1840. (2. Bd.: In Bezug auf die zehn Gebote gab es nur zwei Bestimmungen zur Unkeuschheit: Der Verführer einer Jungfrau musste dieselbe zum Weibe nehmen und auf sodomitische Schande stand die Todesstrafe. Über Sodomie im Altertum S. 97). [Schlagwort: Judenthum, Thora. Hier allg. Infos zu Friedrich Heinrich Ranke (1798-1876)].

Reiche, K. F.: Friedrich der Große und seine Zeit.., 1840. (Der Page von Sydow [?] zieht seine Kleidung aus und die von Friedrich II. an und bekommt ein Gebutstagsgeschenk zum 28. Juli S. 177-178. Anton Büsching, Hans Diebitsch und Johann H. Formey beschuldigen Friedrich II. der griechischen Liebe S. 426, 434, 443. Sydow ist ein Werkzeug der angeblichen griechischen Liebe von Friedrich II. S. 536). (Die Szene mit dem Pagen wird nahezu identisch auch in Karl Müchler: Friedrich der Große. Zur richtigen Würdigung seines Herzens und Geistes, 1837 auf S. 74-75 wiedergegeben). [Zu Sydow, trotz des Geburtstages, und zu K. F. Reiche liegen keine weiteren Angaben vor].

Repertorium der gesammten deutschen Literatur, 1840. (10. Bd. Heinrich Heine beschuldigt einen G. Pf. [Gustav Pfizer] der sokratischen Liebe S. 182). [S. oben Heine, 1840].

Schleiermacher, Friedrich: Sämmtliche Werke, ab 1840. (1840: 11. Bd.: 1. Abtheilung.: Aus: Die Geschichte der christlichen Kirche: Damiani, der in seinen Schriften alle Geheimnisse der Knabenliebe der Cleriker aufdeckt S. 450-451). (1846: 1. Bd.: 3. Abtheilung.: Aus: Philosophische und vermischte Schriften: Man wird sich begnügen müssen, wenn das, was dem ähnlich in dem Ort von der edleren Knabenliebe vorkommt, auch unvollständig dargestellt und wie die Verkehrtheit der Sache selbst nicht anders erwarten lässt sehr mangelhaft abgeleitet ist S. 277-278). [Hier allg. Infos zu Friedrich Schleiermacher (1768-1834) und Petrus Damiani (um 1006-1072). Zu Damian siehe oben Bayle, 1742].

Schmalz, Karl G.: Gerichtsärztliche Diagnostik, 1840. (Ein Kap. über Knabenschändung und Lesbische Liebe S. 40-41). [Hier allg. Infos zu dem Arzt Carl Gustav Schmalz (1775-1849)].

Semisch, Karl G.: Justin, der Märtyrer, 1840. (Wegen dem Satz: Auch soll Philanis die Erfinderin der weiblichen Selbstentehrung, die Chorführerin der Tribaden gewesen sein S. 122). [Schlagwort: lesbisch. Hier allg. Infos zu Philainis (3. Jh. v.Chr.). Zu Karl Gottlieb Semisch liegen keine weiteren Angaben vor].

Siebenhaar, Friedrich J.: Enzyklopädisches Handbuch der gerichtlichen Arzneikunde für Ärzte, 1840. (2. Bd.: Knabenschändung und die Spuren beim Aktiven und Passiven S. 21-22. Über Lesbische Liebe S. 215-216. Über Sodomie S. 562-563). [Über Friedrich Julius Siebenhaar sind kaum weitere Angaben bekannt].

Die Sprichwörter und Sinnreden…, Hrsg. Josua Eiselein. 1840. (Etliche minnen [verhalten sich wie] die Affen mit Bezug auf Manige minnont diu Afterin als Zitat von Notker [?] und florenzen mit der Quellenangabe: Reinmar v. Zw. [?] S. 12. Man mag zu dieser Zeit mit den Worten 'Was man tut über der Donau', subtil die Art zu lieben über den Alpen, d.h. in Italien, ausgedrückt haben. Mit Hinweis auf Plautus und Eib S. 122. Lat. Sprichwort über Florenzen – Florenzer = Der sich lasst florenzen, und der, so florenzet. (nimm es aktive und passive). Es ist die Sünde, die bei Hieronymo und dem Flaschenmacher 1506 in Straßburg bestraft wurde. Es ist der Tüfel=Teufel. Quellenangabe: Geiler von Keisersberg S. 176. Uno tedesco italiano, diavolo incarnato = Wälsche Hochzeit und stumme sünd’. Sodomitische Buben und glatte Kämmerlinge der Cardinäle, die mit ihnen florenzen). Quellenangabe: Martin Luther S. 625). [Schlagwort: Sprache. Zu der Todesstrafe von 1506 gegen die Straßburger Bürger Hieronymus und Der Flaschenmacher s.a. Mann für Mann, S. 354 und siehe oben Geiler von Keisersberg, 1517. Zu Luther s.a. Puff. Es geht hier nicht um ein direktes Luther-Zitat, sondern um die von ihm verwendeten sprachlichen Begriffe].

Ullmann, L.: Der Koran, 1840. (Das im Koran geschilderte Verbrechen von Sodom stimmt ziemlich mit der Bibel überein S. 121). [Zu L. Ullmann liegen keine weiteren angaben vor]

Wagner, Peter P.: Anleitung zur gerichtlichen Arzneikunde.., 1840. (2. Bd.: Knabenschändung und lesbische Liebe S. 75). [Zu Peter Paul Vincenz Wagner (Schaffensperiode 1833-1840) sind kaum weitere Angaben bekannt].

Zwickenpflug, Kaspar: Vollständige praktische katholische Christenlehren zum Gebrauche.., 1840. (11. Bd.: Stumme Sünde S. 266-273). [Zu Kaspar Zwickenpflug (?-1860) liegen nur wenige weitere Angaben vor].

1841

Abhandlungen der Preussischen Akademie der Wissenschaften, 1841. (Zumpt über Plato, Gesetzgebung und Bevölkerungspolitik S. 14-15). [Siehe unten Zumpt, 1841. Hier allg. Infos zu Karl Gottlob Zumpt (1792-1849)].

Allgemeines Repertorium der gesammten deutschen medizinisch ..., 1841. (5. Jg.: Rez. von Bopp [?]: Beiträge zur Geschichte der gerichtlichen Medizin mit einem Satz über das 17. Jh.: Gutachten der Juristenfacultät zu Giessen wegen Straf- und Tortur-Fähigkeit eines der Sodomie angeklagten blödsinnigen, gelähmten und epileptischen Sodomiten. Er wurde zum Schwerte verurtheilt S. 34). [Das rezensierte Werk wird nicht als Scan angeboten.

Allgemeine Weltgeschichte, 1841. (Im Juni 1303 wurde Papst Bonifacius [Bonifatius VIII., 1235-1303] u.a. der Sodomiterei angeklagt und, was wohl das ärgste Verbrechen war, sogar des Franzosenhasses beschuldigt! S. 267). [S.a. Randgruppen, S. 322].

Ammann, Franz: Oeffnet die Augen ihr Klöstervertheidiger! Oder Blicke in die Abgünde, 1841. (Ein Satz über die Warnung vor einem Knabenschänder S. 5. Sexueller Missbrauch von Jungen u.a. von den Ordenspriestern Berchtold und Joseph S. 26-34. Prof. Schär und Kaplan Eisenring. Sexuelle Handlungen an einem 16-jährigen S. 66-70). (1841: Gleicher Scan der BSB München). [S.a. Herzer 112. S.a. Mann für Mann, S. 120, 608. Zu Franz Ammann sind kaum weitere Angaben bekannt].

Ammann, Franz S.: Das Verhältniß der Jesuiten zum Leben, zu Kirche u. Staat, aus ihren Lehren.., 1841. (Wegen dem Satz, dass der Jesuit Ribera der Knabenschändung beschuldigt wurde S. 133). [Zu Ribera siehe oben Wolf, 1789. Zu Franz Ammann sind kaum weitere Angaben bekannt].

Lesetipp! Annalen der deutschen und ausländischen Criminal-Rechtspflege.., 1841. (16. Bd. Mit drei Beiträgen, davon zwei große Fallbeispiele von Knabenschänderei: Zum 1. Fall: Gegen einen 63-jähriger Mann aus einem nicht genannten Fürstentum liegen viele Anzeigen von Jugendlichen vor. Mit vielen Zeugenaussagen und einer strafrechtlichen Bewertung. Die Namen Eichenberge und Thiergarten fallen einige Male. Der Fall ist deutlich in Bezug auf Analverkehr: und mache ihnen dann hinten etwas hinein S. 6: seinen hereingesteckt und mache ihnen dann hinten etwas herein S. 14. Insgesamt S. 1-19. Zum 2. Fall: Der 52-jährige Militärpensionär Conrad Cleve aus Bishausen aus der Nähe von Göttingen. Mit anderen Männern praktizierte er Anal- und Oralverkehr und aß ihre Exkremente. Auch dieser Fall geht deutlich auf Analverkehr ein. ..sein Glied in seinen Hintern gebracht, ihm mit demselben darin herumgefahren und ihm solches in den Mastdarm zu schieben gesucht. […] Sein Mastdarm habe ihm sehr wehe gethan S. 19-29, insb. S. 20-22. Dritter Beitrag: Gesetzteskommentar der Staatsregierung in Baden, dass mit Ausnahme von Bestialität und Päderastie keine Handlungen mehr mit Strafe bedroht sind, durch die keine Rechte anderer verletzt werden. S. 286-287). [Der zweite hier aufgeführte Fall greift greift fast wortgleich auf den Beitrag in s. oben Beobachtungen, 1828 zurück. Wohl wegen dem Abstand von 13 Jahren wurden mehrere Anonymisierungen aufgelöst und in einigen Fällen sprachliche Anpassungen vorgenommen. Siehe oben die anonymisierte Kurzfassung in Allgemeines Repertorium.., 1828].

Bibliotheca medico-chirurgica et pharmaceutico-chemica, 1841. (Erwähnung von Heinrich Hoessli: Eros S. 49).

Blätter für literarische Unterhaltung. (04.03.1841: Nr. 63: Rez. von Dethier: Weltgeschichte.. Kritik an seiner Darstellung der Knabenliebe S. 255). [Das Buch von Dethier wird nicht als Scan angeboten]. (14.3.1841: Nr. 73: Rez. von Becker: Charikles oder Bilder altgriechischer Sitte geht es auch um Päderastie S. 294) [Siehe oben Becker, 1840]. (05.09.1841: Nr. 248: Nicht minder anstößig ist die Badescene auf Cephalonia, die nur zu sehr nach griechischer Liebe riecht S. 1001). [Siehe unten Pückler-Muskau: Südöstlicher Bildersaal, 1841]. (15.10.1841: Nr. 288: Auf dem gleichen Scan. Der Vorwurf von Ketzerei und Sodomie wurde nicht nur gegen die Templer bzw. Tempelherren, sondern auch von Nogaret [Guillaume de Nogaret, um 1260-1313] gegen Papst Bonifaz [im Jahre 1313] und gegen die für ihre Freiheit kämpfenden Stedinger [Bevölkerung der Region westlich von Bremen] vorgebracht S. 1167). [Zu Bonifatius VIII. s.a. Randgruppen, S. 322].

Lesetipp! Demosthenes: Lobrede auf Epikrates / Die erotische Rede / Die Rede von der Liebe [Zum Inhalt: Ein Werk, dass Demosthenes evt. zu Unrecht zugesprochen wird. Andere Übersetzungen werden nicht als Scan angeboten]. (1841: Übers.: Heinrich A. Pabst. U.d.T.: Werke. 3. Bd.: Die Verwendung des Wortes Triballer, dass vielleicht mit dem Begriff Tribaden verwandt war S. 2039. Einleitung, in der die Lobrede auf Epikrates mit dem Gastmahl und dem Eroticus von Plutarch verglichen werden. Der Männerliebe der Griechen wird hier eine günstige Seite abgewonnen S. 2265-2268. Abdruck der Übersetzung S. 2268-2290). (1842: Übers.: Heinrich A. Pabst. 3. Bd.: Ident. mit 1841, aber S. 2267-2290). [Schlagwort: lesbisch. Hier allg. Infos zu Demosthenes (384-322 v.Chr.). Zu Heinrich August Pabst liegen keine weiteren Angaben vor].

Haid, Herenäus: Die gesammte katholische Lehre in ihrem Zusammenhange.., (1841: [1. Aufl.]: Die Sünden von Sodom S. 32-33. König Demetrius wollte den schönen Knaben Demokles missbrauchen. Der rettete sich durch einen tödlichen Sprung in siedendes Wasser S. 37-38. In dem Kap. Von der Unkeuschheit auch über Widernatürliche Unzucht in einer Aufzählung, Stufen der Sünde über Gedanken, Worte und Werken. St. Benardus – ohne konkreten homosexuellen Bezug – über Sünder, die wie Schweine sind, weil sie sich lieber im Kot wälzen, als sich für ein Bett voller Rosen zu entscheiden S. 113-119. Allzu viel essen und trinken wie die Sodomiten gethan haben S. 174. Das Kap. Von der stummen und sodomitischen Sünde S. 292-297). (1847: 2. vermehrte Aufl.: Nach S. 38 weichen die Seitenzahlen und evt. auch die Formulierungen von der 1. Aufl. ab. Siehe S. 32-33, 37-38, 116-121, 178, 303-308). [Zu den Hintergründen von Demokles siehe oben Plutarch, 1747. Siehe unten Hans Licht in Liebe und Ehe in Griechenland auf S. 146. Hier allg. Infos zu Demetrios von Phaleron bzw. Demetrios Phalereus (um 350-um 280 v.Chr.) und zu Herenäus Haid (1784-1873).].

Hartitzsch, Adolph K.: Das Criminalgesetzbuch für das Königreich: Sachsen.., 1841. (Gesetzestext S. 454. Im Register auf S. 597 wird von Päderastie auf Widernatürliche Unzucht verwiesen). [Hier allg. Infos zu Adolph Karl Heinrich von Hartitzsch (1803-1868)].

Hallische Jahrbücher, 1841, (Ein Satz über die Kritik, dass der Protestantismus der neuesten Philosophie ärger als Sodomiterei und Vatermord angesehen wird. S. 307).

Handwörterbuch der griechischen Sprache, 1841. (Mannhure = der sich zu widernatürlicher Liebe brauchen lässt oder Andere braucht [ohne Hinweis auf Geld] mit Quellen. Nach Plutarch ein Spottname auf Demosthenes S. 496).

Haupt, Friedrich: Deutsche Prosa: Ein christliches Lebensbild, 1841. (Männerliebe der Griechen S. 90-91). [Hier allg. Infos zu Friedrich Haupt (1805-1891)].

Hefele, Karl J.: Kritische Beleuchtung.., 1841. (Eine Seite über Gerüchte und den schrecklichen Vorwurf von Sodomie gegenüber dem Papst Sixtus IV. S. 36). [Ausführliche Hinweise zu Sixtus IV. siehe oben Fischart, 1576. Hier allg. Infos zu Karl Joseph von Hefele (1809-1893)].

Heidelberger Jahrbücher, 1841. (Knabenliebe bei den Griechen. Rez. von Becker: Charikles. S. 114, 116-117). [Siehe oben Becker, 1840].

Hermann, Karl F.: Lehrbuch der griechischen Antiqitäten, 1841. (1. Bd.: Knabenliebe in Kreta S. 58. Dazu Fußnote 3 u.a. über Hoeck und Cramer S. 59. Knabenliebe in Sparta S. 71. Dazu Fußnote 19  u.a. über Xenphon S. 73. Knabenliebe in Böotien bzw. Heilige Schar des Gorgidas S. 418. Dazu Fußnote 2 u.a. über Xenophon S. 419). [Hier allg. Infos zu Karl Friedrich Hermann (1804-1855)].

Hoffmann, Samuel F.: Griechenland und die Griechen, 1841. (1. Bd. Männerliebe bei den Griechen, Xenophon und Plutarch S. 397-402). [Hier allg. Infos zu Samuel Friedrich Wilhelm Hoffmann (1803-1872)].

Humboldt, Wilhelm von: Gesammelte Werke. (1841: 1. Bd.: Humboldt über Dinge, die verderblich an sich sind, der Menschheit aber ein unschätzbares Gut retteten, u.a. Was die edle Liebe zum anderen Geschlecht in den Zeiten der Herabwürdigung dieses Geschlechts bei den Griechen […]? Die Knabenliebe S. 310). (1841: 2. Bd.: Die Gallier werden, sei es mit Recht oder Unrecht, eines grossen Hanges zur Knabenliebe beschuldigt. Bei den Celtiberern ist von unnatürliche Gewohnheit nicht erwähnt S. 166). [Hier allg. Infos zu Wilhelm von Humboldt (1767-1835)].

Jahrbücher des Großherzoglich Badischen Oberhofgerichts:.., 1841. (13. Bd.: Im Verzeichnis der abgeurteilten Strafsachen werden 1839 zwei Fälle widernatürlicher Unzucht genannt S. 151). [Das genaue Delikt bleibt unklar]. 

Kayser, Christian G.: Vollständiges Bücher-Lexicon.., 1841. (7. Bd.: Erwähnung von Heinrich Hoessli: Eros S. 455). [Hier allg. Infos zu Christian Gottlob Kayser (1782-1857)].

Kieler philologische Studien, 1841. (Ibykos [6. Jh. v.Chr.] und die Männerliebe S. 433).  

Klein, Anton: Geschichte des Christenthums in Osterreich und Steiermark, 1841. (3. Bd.: Wegen dem Satz: Die Hinrichtungen in Wien [u.a. wegen widernatürlicher Unzucht durch Verbrennen] geschahen auf einigen Plätzen der Stadt, besonders auf dem Schweinsmarkte, aber auch außer Erdberg an der Donau auf der sogenannten Gänsweide, wo besonders die Hinrichtungen durchs Feuer vorgenommen wurden S. 427). [Hier allg. Infos zu Anton Klein (1746-1810)].

Krause, Johann H.: Hellenika…, 1841. (Einige Bemerkungen […] über die Knabenliebe der Hellenen. Über Päderastie bei Griechen und Römer und seine abweichende Meinung zu W. A. Becker in zwei Excursen S. 943-951. Fußnote 2 auf S. 779). [Zum rez. Werk siehe oben Becker, 1840. Hier allg. Infos zu Johann Heinrich Krause (1800-1882). Identisch mit seiner Publikation im nächsten Eintrag].

Krause, Johann H.: Die Gymnastik und Agonistik der Hellenen…, 1841. (Einige Bemerkungen […] über die Knabenliebe der Hellenen. Über Päderastie bei Griechen und Römer und seine abweichende Meinung zu W. A. Becker in zwei Excursen S. 943-951. Fußnote 2 auf S. 779). [Zum rez. Werk siehe oben Becker, 1840. Hier allg. Infos zu Johann Heinrich Krause (1800-1882). Identisch mit seiner Publikation im nächsten Eintrag].

Liebetrut, Friedrich: Arnold August Sybel […] nach seinem Leben und Wirken, 1841. (Mit einer Zeichnung von Sybel (1804-1831) S. I. Über Knabenliebe in Kreta in Verbindung mit einem längeren Passus von Sybel aus dessen Schulzeit S. 254-255). [Von Friedrich Liebetrut sind kaum weitere Angaben bekannt. Von Arnold August Sybel vor allem durch diese Publikation].

Liguori: Der Beichtvater…, 1841. (Ein Kap. über contra naturam und sodomia ist im Gegensatz zu den meisten anderen Kap. in latainischer Schrift verfasst S. 121-125. [S.a. Herzer 103a, der sich auf Ausgabe von 1836 bezieht]).

Lindner, Friedrich L.: Skythien und die Skythen des Herodot.., 1841. (Zur Frage, ob die Krankheit der Skythen eine Verweiblichung oder die griechische Liebe meint S. 152). [Zu der Skythenkrankheit gibt es zwei historische Quellen, siehe oben Herodot, 1783 und siehe oben Hippokrates, 1837. Lindner bezieht sich auf Herodot. Hier allg. Infos zu Friedrich Ludwig Lindner (1772-1845)].

Marezoll, Theodor: Das gemeine deutsche Criminalrecht. (1841: Von der naturwidrigen Unzucht.. mit Rechtsgeschichte S. 516-518). (1847: identisch, aber S. 615-617). (1856: identisch, aber S. 620-622). [S.a. Herzer 141, der sich auf Ausgabe von 1856 bezieht. Hier allg. Infos zu Theodor Marezoll (1794-1873)].

Medicinisches Schriftsteller-Lexicon der jetzt lebenden Verfasser, 1841. (Heinrich Hoessli: Eros mit bibliogr. Hinweisen S. 8-9). [Schlagwort: Medizin].

Mittermaier, C. J. A.: Die Strafgesetzgebung in ihrer Fortbildung.., 1841. (1. Bd.: Über mögliche Legalisierung und Einstellung der Öffentlichkeit S. 5-6). [Hier allg. Infos zu dem Juristen Carl Joseph Anton Mittermaier (1787-1867)].

Nagler, Georg K.: Neues allgemeines Künstler-Lexicon. (1841: Fall: Hieronymus du Quesnoy wurde 1654 als Knabenschänder öffentlich verbrannt. So erzählt Bellori im Leben des Fiamingho S. 171). ([1936?] 3. Aufl. als Nachdruck der ersten Aufl. 13. Bd. identischer Text, aber S. 395). [Hier allg. Infos zu Hiëronymus Duquesnoy de Jonge (1602-1654) und zu Georg Kaspar Nagler (1801-1866). Siehe oben Hirsching, 1789. Fiamingho wurde sein noch erfolgreicherer Bruder Franz du Quesnoy genannt, über den offenbar eine Biographie herauskam, die jedoch nicht als Scan angeboten wird. Evt. ist dies Giovan Pietro Bellori: Vita di Francesco Fiamingho. Rom, 1672]

Lesetipp für die Badeszene! Pückler-Muskau, Hermann L. von: Südöstlicher Bildersaal, 1841. [Zum Inhalt: Ein Reisebericht aus Griechenland. Wikipedia bezeichnet den Autor als Dandy, dessen Schriften sich durch fehlende Prüderie auszeichnen. Der erste und zweite Band von 1840 werden als Scan angeboten, sind aber offenbar nicht relevant]. (Im 3. Bd. im Kap. Cephalonia geht der Autor auf viele Neigung bzw. eine besondere Vorliebe von Lord Byron für Dr. Muir ein S. 475-477. Als Pückler-Muskau mit seinem Pagen baden ging, bewunderte er nach dem ablegen der Kleider seine vollendete Schönheit und seinen weiblichen Typus, der einem Hermaphroditen glich. Er ergötzte sich an der Gewandtheit seiner Glieder und bezeichnet ihn als capricieus verwirrten Knaben S. 497-501. Ein weiteres unklares Treffen S. 501-505). [Hier allg. Infos zu Fürst Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau (1785-1871), mit dem Hinweis, dass nach ihm das Fürst-Pücker-Eis benannt wurde].

 

Siehe voriger Eintrag

Als Fürst Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau mit seinem Pagen baden ging, bewunderte er nach dem ablegen der Kleider seine vollendete Schönheit und seinen weiblichen Typus, der einem Hermaphroditen glich. Er ergötzte sich an der Gewandtheit seiner Glieder. 

Nach dem Fürst wurde das Fürst-Pückler-Eis benannt - eine Eisspezialität aus drei verschiedenen Eissorten. (Hier ein Symbolbild)

Weiter mit 1841

Repertorium der gesammten deutschen Literatur, 1841. (Therese gehört zu den Frauen, die als ästhetische Tribaden begeistert ihren Geschlechtsgenossen das Wort reden S. 64-65). [Schlagwort: Belletristik, lesbisch. Hier allg. Infos zu Therese von Bacheracht (1804-1852)].

Röhr, Johann F.: Kritische Prediger-Bibliothek, 1841. (22. Bd.: Der Fall des Jesuiten-Paters Marell aus Augsburg mit der Schilderung von Missbrauchsfällen S. 1128-1135). [Hier allg. Infos zu Johann Friedrich Röhr (1777-1848)].

Lesetipp! Sadi: Rosengarten, 1841. [Zum Inhalt: Die Texte sind eine Mischung aus Lebensweisheiten, Geschichten und Gedichten]. (1841: Übers.: Philipp Wolff. Das 5. Kap. Ueber die Liebe und die Jugend beinhaltet fast ausschließlich Texte zur Knabenliebe und homoerotischen Freundschaften S. 203-240, insb. S. 203-222, S. 224-229, 231-240). (1846: Übers.: Karl Heinrich Graf. Das 5. Kap.: Von der Liebe und der Jugend S. 135-161). [Schlagwort: Belletristik. Siehe unten Braun, 1844, wo auf Das Beispiel aus der Gammatik und Schwerer Verlust hingewiesen wird. Es ist bei Wolff auf S. 224-229 abgedruckt. Hier allg. Infos zu dem persichen Dichter Moslicheddin Sadi bzw. Saadi (1190-1283/1291) und Karl Heinrich Graf (1815-1869). Zu Philipp Wolff liegen keine weiteren Angaben vor. S.a. Lieblingminne, S. 78-80 mit Texten aus der Übersetzung von Graf. Siehe Magnus Hirschfeld, 1914. S. 597].

 

Siehe voriger Eintrag

Als Dein Gesicht noch zart war anzusehen, warst Du dem Freund zu gefallen nicht. Jetzt kommst Du, meine Liebe anzuflehen, Wo Du hast Bart und Haare im Gesicht [...]

Das frische Grün im Garten. Das Aug erquickt. Der Milchbart an den Schönen Das Herz beglückt [...]

Du gingest fort von mir als Reh und kamst zurück als Leopard. Ein Sadi liebt das zarte Haar, und nicht den rauhen wilden Bart. S. 216-217

 

Weiter mit 1841

Schaeffner, Wilhelm: Entwicklung des internationalen Privatrechts, 1841. (Unnatürliche Wollust ist u.a. nach dem älteren holländischen Recht ein Scheidungsgrund S. 154). [Schlagwort: Niederlande. Hier allg. Infos zu Wilhelm Schaeffner (1815-1897)].

Schopenhauer, Arthur: Die beiden Grundprobleme der Ethik. (1841: [1. Aufl.]: Über das Verbot widernatürlicher Wollust, also u.a. Päderastie. S. 128-129). (1854: 2. Aufl.: Ident. mit 1841). Hier allg. Infos zu Arthur Schopenhauer (1788-1860).

Staats-Lexikon oder Encyklopädie der Staatswissenschaften, 1841. (11. Bd.: Die Nothzucht [Vergewaltigung] kann juristisch nur gegen Frauen verübt werden. Bei Männern kann die Strafe von Verbrechen der widernatürlichen Unzucht durch Gewalt sehr gesteigert werden S. 687).

Storch, Ludwig: Nepenthes: neueste Novellen und Erwählungen, 1841. (3. Bd.: Aus: Die Wunder der Zöpfe: Ein Mann verkleidet sich als Frau und wird von einem Mann angesprochen, der ihn für eine Frau hält S. 105-135, hier S. 113-114). [Schlagwort: Travestie. Hier allg. Infos zu Ludwig Storch (1803-1881)].

Strafgesetzbuch für das Grossherzogthum Hessen.., 1841. (Gesetzestext Widernatürliche Unzucht S. 106-107).

Studentikoses idiotikon, oder Allgemeine deutsche burschensprache, 1841 (Erklärung der Wörter schwul, Schwulibus, Schwulitäten und Schwuliten S. 41-42). [Diese Wörter standen zu dieser Zeit nicht mit Homosexualität in Verbindung, sind aber von ethymologischem Interesse. Schlagwort: Sprache. Ähnliche bis gleiche Erklärungen auch in Allgemeine deutsche Studentensprache von A. H. aus dem Jahr 1860 auf S. 47].

Syphilidologie: Oder die neuesten Erfahrungen, 1841. (3. Bd.: Hrsg.. Friedrich J. Behrend. Zwei Beiträge: Päderastie, Sodomie und dergl. auch über Unzucht von Lesbierinnen, Oralverkehr S. 109-114. Von der Blennorrhagie des Afters über Analverletzung nach gleichgeschlechtlichen Missbrauch S. 492-494). [Schlagwort: lesbisch].

Thomas, Johann G.: Der Oberhof zu Frankfurt am Main und das fränkische Recht.., 1841. (Im 14. Jh. gab Kaiser Karl IV. der Stadt Ulm, wie auch schon vorher der Stadt Frankfurt, das Recht zu strafen, u.a. einen Ketzer [Fußnote: Ohne Zweifel Sodomiter] zum füre [Feuer] S. 419, 421). [Hier allg. Infos  zu Johann Gerhard Christian Thomas (1785-1838)].

Universal-Lexicon der practischen Medicin und Chirurgie, 1841. (Fallbeschreibung von einem Päderasten mit Nasenproblemen und Geschwüren im Mastdarm S. 562). [Gleicher Fall mit ähnlichen Formulierungen wie siehe oben Jahrbücher, 1837 und Zeitschrift, 1837].

Valenti, E. J. de: Das Mysterium der Bosheit geoffenbart in der Gräuelgeschichte.., 1841. (Über sodomistische Wollust-Gräuel S. 20-21). [Hier allg. Infos zu Ernst Josef Gustav de Valenti (1794-1871)].

Wagner, Moritz: Reisen in der Regentschaft Algier in den Jahren 1836, 1837 und 1838, 1841. (1. Bd.: Missbrauch durch arabische Männern an Fremden und Söhnen S. 36-37). [Hier allg. Infos zu dem Ethnologen Moritz Wagner (1813-1887)].

Wolff, Oskar L.: Allgemeine Geschichte des Romans... (1841: Über den Hirtenroman Daphnis und Chloe wo Gnatho in griechischer Liebe für Daphnis entbrennt S. 37. Über die Päderastie in den Romanen Justine und Juliette im Werk von Marquis de Sade S. 333). (1850: 2. Aufl. identisch und satzgleich, zumindest bis Seite 634).  [Schlagwort: Belletristik. Hier allg. Infos zu Oskar Ludwig Bernhard Wolff (1799-1851). Zum Daphnis und Chloe siehe oben Longus, 1765. Die beiden de Sade-Roman wurden noch nicht erschlossen].

Zumpt, Karl G.: Über den Stand der Bevölkerung und die Volksvermehrung im Alterthum, 1841. (Knabenliebe in Griechenland S. 14-15 bzw. in Rom S. 39-40 und Bevölkerungspolitik). [Hier allg. Infos zu Karl Gottlob Zumpt (1792-1849)].

1842

Abhandlungen der königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, 1842. (Gesetze im alten Griechenland und ihren vortheilhaften Einfluss auf den Stand der Bevölkerung S. 14-16).

Abhandlungen der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften, 1842. (Päderastie bei den keltischen Völkern S. 49).

AischylosLaios. [Zum Inhalt: Laios ist ein Teil der von Aischylos überlieferten Fragmente und nach dem Übersetzer Droyen zudem Teil der Trilogie Oidipodeia bzw. Thebais. Es bleibt unklar, ob der Missbrauch bei Aischylos tatsächlich vorkommt oder Droysen in diesem Kontext nur darauf eingeht. Scans von anderen Übersetzern wurden nicht gefunden]. (1842: Übers.: Droysen. Nach Droysen besteht die Trilogie Oidipodeia aus den Teilen Laios, Spinnx und Oidipus. Droysen berichtet, dass Laios den Knaben Chrysippos mißbraucht haben soll. Pelops, der Vater von Chrysippos, verfluchte den Knabenschänder S. 475-479, hier 475-476). (1868: Übers.: Droysen. Nach Droyen besteht die Trilogie Thebais aus den Teilen Laios, Oidipus und Sieben gegen Theben. Leicht veränderte Zusammenfassung über Missbrauch S. 311). Hier allg. Infos zu Aischylos (525-456 v.Chr.), zu Johann Gustav Droysen (1808-1884) und zu Laios, aus der griechischen Mythologie mit Angaben zum Missbrauch. Auf den Missbrauch durch Laios gehen auch andere Quellen ein: Siehe oben Plutarch, 1747; Plutarch, 1783; Aelianus, 1787 und Sophokles, 1827. Siehe unten Arnobius, 1842].

Aischylos: Achilleis. [Zum Inhalt: Achilleis ist ein Teil der von Aischylos überlieferten Fragmente und nach dem Übersetzer Droyen zudem Teil der Trilogie Die tragische Elias. Es handelt vom homoerotischen Verhältnis zwischen Achilles und Patroklos. Scans von anderen Übersetzern wurden nicht gefunden]. (1842: Übers.: Droysen. U.d.T.: Achilleis als kommentierte Zusammenfassung. Achilles beweint den toten Patroklos, küsst und liebkost ihn. Und deiner Schenkel keusches Paar, ich netze sie Mit Tränen [...] ich küß' ihn, nehme keinen Abscheu dran! S. 494-495). (1868: Übers.: Droysen. Veränderte Kommentierung und gleiches Zitat S. 471-481, hier S. 475). [Hier allg. Infos zu dem antiken Dichter Aischylos (525-456 v.Chr.) und zum Übersetzer Johann Gustav Droysen (1808-1884). Siehe dazu Joachim Latacz (Homers Ilias, 2014, S. 291-292) und Michael Brinkschröder (Sodom als Sympton, 2006. S. 316) zur homosexuellen Beziehung von Achilles und Patroklos bei Aischylos. Nach dem Forum Homosexualität und Literatur (Nr.50/2007, S. 50) sind mehrere Bearbeitungen des Liebesbundes verloren gegangen, wie Aischylos: Myrmidonen und Sophokles: Die Liebhaber des Achilles].

Amtsblatt der preussischen Regierung zu Königsberg, 1842 (32. Bd.: Ausschreibung nach dem flüchtigen 34-jährigen Gottlieb Kohlborn aus Ober-Alkehnen, der der Sodomiterei dringend verdächtig wird und aus der Haft flüchtete S. 171). [Ähnliche Form der Ausschreibung wie im gleichen Amtsblatt drei Jahre zuvor. Siehe oben Amtsblatt.., 1839].

Archiv des Criminalrechts, 1842. (23. Bd.: 4. Heft Aus dem Beitrag Beobachtungen aus der Praxis ab S. 473 die genaue Rechtsauslegung zur widernatürlichen Unzucht S. 481-487, insb. 485).

Lesetipp für den vierten Beitrag! Arnobius [Arnobius, der ältere]: Des Afrikaner's Arnobius sieben Bücher wider die Heiden, 1842. (Übers. Franz Anton von Besnard. Mit sechs gefundenen Beiträgen. [1. Beitrag:] 4. Buch Nr. 7: Wegen dem ersten Satz: Steht nicht auch die Venus Militaris den Lastern des Lagers und der Knabenschändung vor? Erwähnung von Tutunus [=Mutunus Tutunus – das römische Pendant zum griechischen Gott Priapos/Priapus] im heterosexuellen Kontext S. 120-121. Kommentare zu 4/7: Knabenliebe im ersten Absatz S. 473. [2. Beitrag:] 4. Buch Nr. 26: Die letzten fünf Sätze über gleichgeschlechtliche Götterliebe in Bezug auf Hylas [Freund des Herakles], Hyazinth [Hyakinthos, Geliebter des Apollon bzw. Apoll], Pelops [Geliebter des Poseidon], Chrysippos [Sohn von Pelops, der von Laios geschändet wird], Katamitus [Ganymed], Jupiter [oberste Gottheit der römischen Religion], Fabius [?]. Der letzte Satz lautet: Dass man des Jupiters Knabe sage, wird Fabius an den Hinterbacken angebrannt und besiegelt S. 131. Kommentar zu 4/26: Über Ganymed und Knabenliebe mit vielen Literaturhinweisen wie Lukian Göttergespräche 4/5, Plutarch: Eroticos und Rosenbaum. Lustseuche. S. 502-503. [3. Beitrag:] 5. Buch Nr. 17: Dienst an der Gottheit durch Entmannte und die weibischunzüchtigen Galli S. 147-148. Kommentare zu 5/17: Über die als Weiber gekleideten Weichlinge und dass Jupiter den Ganymed schändete. Mit Bezug auf Rosenbaum: Die Lustseuchen wird mitgeteilt, dass Kybelepriester Kinaeden, aber nicht Zwitter bezeichneten. Päderastie als Veranlassung für Kastration S. 531-533. [4. Beitrag:] 5. Buch Nr. 28: Die Geschichte von Bacchus und Prosumnus aus der griechischen Mythologie. Bacchus wollte die Unterwelt besuchen. Prosumnus bot sich unter der Bedingung als Wegweiser an, wenn der Gott seinen Willen thun und weibliche Lust erdulden wolle [sich sexuell passiv hingeben]. Bacchus willigte ein, wollte den Wunsch aber erst nach seiner Rückkehr erfüllen. Während Bacchus fort war, verstarb Prosumnus jedoch. Um bei seiner Rückkehr seinem Versprechen gerecht zu werden bzw. seinem Vertag zu erfüllen, schnitt Bacchus nun von einem Feigenbaum den dicksten Ast ab und gestaltete ihn zu einem männlichen Glied, befestigte dasselbe auf dem Grabhügel, nahte demselben, seinen Hintern entblößt; schob sich unter und saß fest. Dann die Geilheit aber eines in Brunst Seyenden annehmend, drehte er die Hinterbacken, der Meinung, vom Holze zu erleiden, was er vorlängst in Wahrheit zu leisten versprochen hatte S. 154-155. Kommentare zu 5/28: Über den Phallus-Kult S. 551-555, ins. S. 555). [5. Beitrag:] 5. Buch Nr. 44: Erwähnung von Ganymed und Jupiter S. 163. Ohne Kommentar. [6. Beitrag:] 6. Buch Nr. 13: Der Bildhauer Phidias und Pantarces, des von ihn geliebten und zu unreiner Begierde erlesenen Knaben bzw. Weibling S. 171-172. Kommentar über Knabenliebe S. 581). (1842. Des Afrikaner's Arnobius sieben Bücher wider die Heiden. Gleiche Vorlage wie oben. Übers.: Franz Anton von Bernard. [Schreibfehler für Franz Anton von Besnard]. Hier die Beiträge 4/7, 5/17, 5/28, 5/44 und die 6/13 von der Universität Freiburg neu gesetzt). [Beim 4. Beitrag ist in Bezug auf Prosumnus mit Verweis auf Arnobius meistens nur verkürzt von einem Unzüchtigen die Rede, der dem Bacchus den Weg zur Unterwelt zeigte. Als Quelle wird fälschlicherweise oft Arnob. 3,28 statt 5,28 angegeben. S. oben Meiners, 1806. S.a. Sternweiler, S. 102-106, 112-113, 139-142, der u.a. Michelangelos Statue Bacchus homoerotisch interpretiert. Hier allg. Infos zu Arnobius, der Ältere (um 300) mit den Hinweis, dass selbst in einem Buch von 2004 The Seven Books of Arnobius Adversus Gentes auf S. 253 mit einen Rückgriff ins latainische die Derbheit des Textes umgangen wird. Hier allg. Infos zu Franz Anton von Besnard (1796-1854)].

Blätter für literarische Unterhaltung, 1842. (Über Hegel und griechische Knabenliebe S. 872).

Böttiger, K. W.: Die neuere Geschichte in Biographien bzw. Die Weltgeschichte in Biographien, 1842. (5. Bd.: Fürst Demetrius Obolensky sagte um 1560 zu Theodor Basmanow: Wir dienen dem Zar durch nützliche Thaten, du aber durch schmutzige Sodomie. Deswegen bekam er von Iwan ein Messer in die Brust S. 409). [Hier allg. Infos zu Karl Wilhelm Böttiger (1790-1862), Iwan IV. bzw. Iwan der Schreckliche (1530-1584). Zu diesem Zitat siehe oben Hübner, 1700; siehe unten Karamzin, 1826 und Erheiterungen, 1860].

Breidenbach, Moritz W.: Commentar über das Großherzoglich Hessische.., 1842. (1. Bd.: Erwähnungen widernatürlicher Unzucht S. 295, 542). [Hier allg. Infos zu Moritz Breidenbach (1796-1857)].

Buonarroti, Michelangelo: Gedichte. [Zum Inhalt: Neben seinem bedeutenden bildnerischen Werk entstanden eine Reihe von Sonetten, die in vielen Fällen seinem Freund Tommaso Cavalieri gewidmet sind. Im Folgenden werden vier Ausgaben von drei Übersetzer aufgeführt]. (1842: Übers.: Gottlob Regis. U.d.T.: Sämmtliche Gedichte. Viele geschlechtsneutrale Liebesgedichte. Hinweise, dass die Sonett 23, 58, 59 auf S. 47, 129 und 131 an Tommaso Cavalieri gerichtet sind, dem er eine große Zuneigung entgegengebracht hat S. 309, 313. Johann Winckelmann über das Weibliche in der Natur von Michelangelo S. 331-332). (1842: Gleiches Buch der BSB). (1875: Übers.: Sophie Hasenclever. U.d.T.: Sämmtliche Gedichte. Gedicht an Cecchino Bracci S. 7, der ein schöner Jüngling war S. 424. Gedicht an Luigi Del Riccio S. 163, 165). (1896: Übers.: Walter Robert-tornow. U.d.T.: Die Gedichte des Michelangelo Buonarroti. Mit Gedichten u.a. über Tommaso Cavalieri S. 87-133 und Febo di Poggio S. 134-145). [S.a. Lieblingminne, S. 86-89 mit sechs Gedichten, die zu Hälfte von Robert-tornow und zur anderen Hälfte von Elisar von Kupffer übersetzt wurden und u.a. den S. 107 und 135 der Ausg. von 1896 entsprechen. Zu Michelangelo s.a. Sternweiler, S. 102-207. Hier allg. Infos zu Michelangelo Buonarroti (1475-1564) und den Übersetzern Gottlob Regis (1791-1845), Sophie Hasenclever (1824-1892) und Walter Heinrich Robert-tornow (1852-1895). (Die Homepage kunstundkultur.org geht an mehreren Stellen auf Homoerotik bei Michelangelo ein. Hier heißt es u.a.: Aber aus Schutzfunktion gegen die Verdächtigungen, daß Michelangelo homoerotische Beziehungen zu diversen Jünglingen unterhalte, ließ er in sämtlichen Gedichten die männliche Anrede bzw. homoerotisch anklingenden Passagen retuschieren. In Wikipedia ist mit Bezug auf das Jahr 1623 zu lesen: Michelangelos Großneffe veröffentlicht die erste gedruckte Ausgabe der Gedichte des Künstlers; dabei werden im Liebesgedicht die männlichen Begriffe durch weibliche ersetzt; Erst 1863 wird die Originalfassung gedruckt].

Bulwer, E. L.: Die Zeitgenossen.., 1842. (2. Aufl. 2. Bd.: Ein Satz, dass in Schweden des Jahres 1830 auf vier Mio. Menschen elf Sodomiter kommen S. 122). [Hier allg. Infos zu Edward Bulwer-Lytton (1803-1873)].

Cicero: Briefe an Atticus / epistulae ad Atticum. [Zum Inhalt: Zu den erhaltenen Werken des Cicero gehören die Briefe an Atticus. Beide Männer waren eng befreundet, erhalten sind jedoch nur die Briefe von Cicero an Atticus. Hier relevant ist nicht der Text von Cicero, sondern nur der Text des Übersetzers]. (1842: Übers.: Georg H. Moser. 3. Bd. Im 10. Buch berichtet Cicero von Freunden. Der Übersetzer Moser weist darauf hin, dass dies im Sinne von unnatürliche griechische Liebe zu vestehen ist, welcher bekanntlich Antonius ergeben war S. 1285). [Hier allg. Infos zu Cicero (106-43 v.Chr.), Titus Pomponius Atticus (110-32 v.Chr.) und Marcus Antonius (um 85-30 v.Chr.). Cicero hatte ihn wegen seiner sexuellen Beziehung zu Curio öffentlich kritisiert, siehe oben Cicero, 1786].

Codex Saxonicus: […] Sammlung der […] Königlich Sächsischen Gesetze. (Gesetzestext von März 1838 über widernatürliche Unzucht S. 1098). [Schlagwort: Sachsen].

Fuchs, August: Zur Geschichte und Beurtheilung der Fremdwörter im Deutschen, 1842. (Ein Satz: Fremdwörter wie u.a. Päderastie können, auch wenn sie dem Geiste der Deutschen Sprache zuwider sind, beibehalten werden, wenn sie gewisse Laster, Thorheiten, Gebrechen und Krankheiten bezeichnen, denn jedes Volk muss sich Glükk wünschen, wenn seine Sprache keine Wörter für solche Begriffe hat S. 112). [Hier allg. Infos zu August Fuchs (1818-1847)].

Hufnagel, Carl F. von: Commentar über das Strafgesetzbuch in für das Königreich Würtemberg, 1842. (1. Bd.: Erwähnung der widernatürlichen Unzucht S. 325, 333). (2. Bd.: Verführung eines Knaben unter 14 Jahren in Würtemberg S. 240-242. Untersuchungen bei widernatürlicher Unzucht S. 275. Die Bestrafung der widernatürlichen Unzucht ist den Kreisgerichtshöfen vorbehalten S. 283). [Hier allg. Infos zu Carl Friedrich von Hufnagel (1788-1848)].

Jahrbücher der Gefängnisskunde und Besserungsanstalten, 1842. (1. Bd.: Statistische Angaben aus Großbritannien und Irland aus den Jahren 1838-40 über griechische Liebe bzw. Versuch der griechischen Liebe mit mehr als 200 Angeklagten in England und zwei in Schottland S. 264, 268).

Klencke, Herm.: System der organischen Psychologie, 1842. (Von widerwärtigen Verirrungen, Pythagoräische und lesbischer Liebe S. 291). [S.a. Herzer 113. Nach dem JfsZ 2.1900, S. 426 eine der ersten ruhigeren wissenschaftlicheren Auffassungen des Gegenstandes. Hier allg. Infos zu Hermann Klencke (1813-1881)].

Kotzebue, August F.: Ausgewaehlte prosaische Schriften: die Romane.., 1842. (16. Bd.: Von der Liebe unter den Griechen S. 238-246). [S.a. Derks, S. 84-85. Hier allg. Infos zu August von Kotzebue (1761-1819)].

Luden, Heinrich: Geschichte der Teutschen, 1842. (1. Bd.: Ein Satz über Schandbuben, die zu römischen Lastern verführt und im Sumpf versenkt wurden S. 163). [Die Quelle des Verfassers ist offensichtlich Tacitus. Zum Text und zu den homosexuellen Bezügen siehe oben Tacitus: Germania, 1535. Hier allg. Infos zu Heinrich Luden (1778-1847)].

Malten, H. Mr.: Neueste Weltkunde, 1842. (4. Bd.: Der griechischen Liebe haben selbst Sultane gehuldigt. Der berühmte Mürad [?] war in einen armenischen Jüngling verliebt; Muhämmid IV in den berühmten Culoghie [?]. Auch Weiber im Serai fühlen gegenseitige Liebe S. 114). [Schlagwort. lesbisch. Zu H. Mr. Malten liegen keine weiteren Angaben vor. Es gibt vier Herrscher mit dem Namen Muhammad IV.].

Märklin, [?]: Ueber die Stellung und Bedeutung der Freundschaft, 1842. (Knabenliebe bei den Griechen S. 16-28). [Über Prof. Dr. Märklin liegen keine weiteren Angaben vor].

Menzel, Wolfgang: Mythologische Forschungen und Sammlungen, 1842. (Platos Gastmahl und die Kugelmenschen bzw. Symposium und Orpheus, S. 42-43). [Zu Orpheus siehe oben Ovid, 1545. Zum Gastmahl siehe oben Plato: Das Gastmahl, 1782. Hier allg. Infos zu Wolfgang Menzel (1798-1873)].

Müller, Andreas: Lexikon des Kirchenrechts und der römisch-katholischen Liturgie.., 1842. (5. Bd. 15-30-jährige Bußzeit für sodomitische Sünder S. 303). [Über Andreas Müller liegen keine weiteren Angaben vor]

Neue Jahrbücher für Philologie und Paedagogik, 1842. (35. Bd. Der unreine und verkäufliche Mund bei den Griechen bzw. bei Demosthenes S. 132-133). [Schlagwort: Prostitution].

Riffel, Caspar: Christliche Kirchengeschichte der neuesten Zeit, 1842. (Erwähnung von Sodomitische und gomorrische Keuschheit im ironischen Sinn S. 455). [Hier allg. Infos zu Kaspar Riffel (1807-1856)].

Tieck, Ludwig: Gesammelte Novellen, 1842. (Der Dichter und sein Freund S. 111-382). [Nach dem JfsZ 3.1901, S. 518 handelt es sich dabei um eine Novelle über Shakespeare’s Sonette. Hier allg. Infos zu Ludwig Tieck (1773-1853)].

Tholuck, August: Kommentar zum Briefe Pauli an die Römer, 1842. (1. Bd.: Bibelkommentar mit Bezug auf Päderastie in Griechenland, Rom und speziell bei Petronius S. 93-100). [Hier allg. Infos zu August Tholuck (1799-1877)].

Vehse, Carl E.: Die Weltgeschichte aus dem Standpunkte der Cultur.., 1842. (1. Bd.: Knabenliebe im Alterthum mit Hinweis auf Ovid, Petronius und das Werk Der goldene Esel bzw. Der goldne Esel von Apulejus S. 269-270). [Hier allg. Infos zu Carl Eduard Vehse (1802-1870). Siehe oben Apuleius, 1605].

Weigand, Friedrich L.: Wörterbuch der deutschen Synonyme. (1842: 2. Bd. Irrgläubiger/Ketzer: Als älterer Ausdruck u.a. auch für Sodomit als ketzer am liebe [am Leibe] S. 151-153). (1843: ident. mit 1842). (1852: ident. mit 1842). [Schlagwort: Sprache]. Hier allg. Infos zu Friedrich Ludwig Karl Weigand (1804-1878)].

Wernicke, Julius: Geschichte Thorns aus Urkunden, 1842. (In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts gab es in Thorn zwei wegen Sodomiterei Verurteile. Darauf stand auch hier der Feuertod S. 108). [Zu Julius Wernicke liegen keine weiteren Angaben vor].

Wilda, Wilhelm E.: Das Strafrecht der Germanen, 1842. (Mann lässt sich als Weib gebrauchen S. 858-859). [S.a. Herzer 114. Hier allg. Infos zu Wilhelm Eduard Wilda (1800-1856)].

Wildberg, Christian F.: Entwurf eines Codex Medico-Forensis.., 1842. (Geschlechtsschändung S. 14). [Hier allg. Infos zu Christian Friedrich Ludwig Wildberg (1774-1850)].

1843

Allgemein bayerische Landes- und Volkschronik, 1843. (2. Bd.: Fall von Sodomiterei in Augsburg im Jahre 1517 mit Franz Strauer und seinen Kellerer [Beruf auf dem Fronhof eines Gutsherrn] Frater Matthäus, die beide bestraft wurden S. 286). [Es ist der einzige Hinweis zu diesem Fall].

Conversations-Lexicon für bildende Kunst, 1843. (1. Bd.: Aphrodite bzw. Aphroditus als Mann, aber mit Frauenkleidern – auch bekannt als Venus mit dem Barte S. 442). [Schlagwort: Travestie].

Deutsches Museum für Geschichte, Literatur, Kunst.., 1843. (2. Bd.: Gedichte: Vier Zeilen: Durch die sünd sodomiterey, die was kaum also mancherley…. S. 212. Zwei Zeilen S. 264).

de Xerez, Francisco / Ph. H. Külb (Übers.): Geschichte der Entdeckung und Eroberung Peru's, 1843. (Wegen dem Satz. Die Manta [präkolumbisches Reich im heutigen Ecuador] waren auch als Sodomiten bekannt S. 199). [Hier allg. Infos zu dem spanischen Chronisten Francisco de Xerez (1504-1547) und zu Philipp H. Külb (1806-1869)

Düntzer, Heinrich: Kritik und Erklärung der horazischen Gedichte, 1843. (Verteidigung von Horaz in Bezug auf die Veröffentlichungen von Jacobs, Böttiger und Teuffel S. 5). [Zu Teuffel siehe unten Horaz, 1943. Hier allg. Infos zu Heinrich Düntzer (1813-1901)].

Entwurf eines Strafgesetzbuches für das Königreich Ungarn.., 1843. (§ 230 Die höchfte Strafe der widernatürlichen Unzucht (Sodomia, bestialitas) wird dreijähriger Kerker sein S. 77).

Lesetipp! Flittner, Christian G.: Gynäologie [sic] oder das Geschlechtsleben in seinem ganzen Umfange. [Alle aufgeführten Bände entsprechen der 4. Auflage. Beide Scans des 2. Bd. sind lückenhaft, ergänzen sich jedoch in den fehlenden Seiten.]. (1843: 1. und 2. Bd.: Aus dem 2. Bd. mit separater Seitenzählung: Großer Beitrag über Die Männerliebe der Griechen S. 49-59. Die lesbische Dichterin Sappho S. 99-100. Tiberius auf Capri mit jungen Leuten beiderlei Geschlechts S. 117. Die Seiten 119-128 fehlen. Caligula auf Capri mit Ganymeden S. 118, 121. Ruderknechte als Ganymede. Nero vermählte sich als Weib mit dem Griechen Pythagoras und ließ Sporus zum weiblichen Geschlecht verstümmeln. Horaz und die Knabenliebe S. 123-125. Lesbische Frauen bei Juvenal S. 127. Pathiker und Kommodus mit Knaben und in Kleidern. Heliogabalus nimmt Hierokles zum Mann S. 128-129. Sodomie-Erlaubnis von Sixtus IV. in den heißen Sommermonaten S. 139. [Ausführliche Hinweise zu Sixtus IV. siehe oben Fischart, 1576] Loblied auf Sodomie von Casa S. 140. Die zärtliche Liebe von Heinrich III. gegenüber seinen Mignons [Liebchen] mit ihrer weibischen Weiblichkeit. Der Hang kam aus Italien S. 148. Eifersucht der lesbischen Tribaden S. 180 Päderastie in England S. 198. Die Päderastie, das Ungeheuer der Natur auch lesbische Tribaden S. 215-217. Die Strafe für Ehebrecher ist ein Rettich im Hintern mit Juvenal-Hinweis S. 290. Sodomie u.ä. wird nach dem Preußischen Landrecht dem Ehebruch gleichgesetzt S. 335). (1843: 1. und 2. Bd.: Gleicher Scan wie voriger Eintrag, aber von der UB Karlsruhe. Auf dem 2. Bd. ist S. 82/83 doppelt. Die S. 104/105, 110/111, 120/121 fehlen. Hinter S. 125 werden die S. 116-119, 122-125 wiederholt). (1843: 3. und 4. Bd. Aus dem 4. Bd. mit separater Seitenzählung: Platos Gastmahl und die Kugelmenschen, Männer und lesbische Tribaden S. 121-126. Zweiter Absatz über die griechische Liebe bei Homer und Theokrit S. 149). (1843: 3. und 4. Bd.: Gleicher Scan wie voriger Eintrag, aber von der UB Karlsruhe. Identischer Text). Hier allg. Infos zu Christian Gottfried Flittner (1770-1828). Bei Flittner: Der Beischlaf soll es sich um den dritten Teil der Gynäologie/Gynaeologie handeln. In dieser Bibliographie wurden beide Beiträge separat erfasst. Siehe oben Flittner: Der Beischlaf, 1819].

Frandsen, Peter S.: C. Cilnivs Maecenas: Eine historische Untersuchung über dessen Leben und Wirken, 1843. (Man hat Mäcenas für den Mann gehalten, dessen Liebling der schöne Alexis war und hat Martial als Quelle angegeben. Für andere ist Alexis ein Lustsklave von Asinius Pollio. Bezug zu Virgil, Theokrit, Seneca und Bathyllus S. 127-128). [Hier allg. Infos zu Peter Schreiner Frandsen (1797-1881) und Gaius Maecenas bzw. Gaius Cilnius Maecenas (70-8 v.Chr.)

Friedreich, Johann B.: Handbuch der gerichtsärztlichen Praxis, 1843. (1. Bd.: Zwitter wie der 1752 geborenen Louis Hainault S. 244-252. Unzucht zwischen zwei Männern und zwischen zwei Frauen, äußere Anzeichen bei Männern am Aktiven und Passiven, Tribaden, die sich mit Maschinen [Dildos] oder mit großer Klitoris befriedigen, äußere Anzeichen bei Frauen S. 271-276). [Schlagwort: lesbisch. Ähnlicher Text wie siehe unten Friedreich: Compendium, 1853. S.a. Herzer 115. Hier allg. Infos zu Johann Baptist Friedreich (1796-1862)].

Gallois, Léonard / Eichler, Ludwig (Übers.): Die spanische Inquisition, 1843. (Zwei Sätze. Die spanische Inquisition klagte [1575?] den Großmeister des Ordens von Montesa Peter Luigi Borgia [?] wegen Sodomiterei und den Prinzen Farnese, Herzog von Parma, [Pier Luigi II. Farnese?, 1503-1547] an. Beide wurden freigesprochen S. 85, 91, 164. [Schlagwort: Spanien. Hier allg. Infos zu Charles-Léonard Gallois (1774-1851) und Ludwig Eichler (1814-1870)].

Gräße, Johann G.: Lehrbuch einer allgemeinen Literärgeschichte…, 1843. (2. Bd.: Über Giovanni della Casa [Giovanni Della Casa, 1503-1556], der in einem Buch die Knabenliebe gelobt haben soll S. 715. [Zu Casa s.a. Invertito 4.2002, S. 117-139]. Weitere Hinweise in den Fußnoten: Alcibiades als Erotica zum Lobe der Päderastie […] worin ein Lehrer mit seinem Schüler eine besondere Kenntniß aller Details des Beischlafs bei ihm vorraussetzen lässt. Das Werk Sodom aus dem Jahr 1684 von Graf von Rochester alias Fishburne soll noch existieren und in Gegenwart des Königs Carl II. mit nackten Personen aufgeführt worden sein S. 721-723). [Von der gedruckten Ausgabe von Sodom aus dem Jahr 1684 ist heute keines mehr erhalten. Es gibt noch 2-3 Abschriften, u.a. eines aus Hamburg. Nach dem ZVAB sind unter Sodom. Ein Spiel folgende deutsche Ausgaben bekannt: 1909 (Privatdruck), 1924, 1969 (Willing-Verl.), 1975 (105 Seiten als Nachdruck nach dem Hamburger Ex. von 1909), 1980 (Privatdruck), 1981 (Heyne-Verlag), 1983 (Harenberg), 1984 (Heyne-Verlag). Zudem eine englische Ausg. von Sodom, or the gentleman instructed. A comedy von 1725. Die UB Darmstadt hat folgenden zusätzlichen Eintrag: John (Wilmot Earl of): Sodom. Hrsg nach dem Hamburger Manuskript. Hrsg. Von LSAM von Römer, Darmstadt, 1971. In: Kryptadia Vol. 11.). Nach einem alten und mittlerweile digitalisierten Zettelkatalog hat auch die UB ein Exemplar von 1909 nach der in der Hamburger Stadtbibliothek befindlichen Handschrift. Hier allg. Infos zu Johann Georg Theodor Grässe (1814-1885)].

Hebenstreit, Wilhelm: Das Schauspielwesen, 1843. (Über Knabenliebe bei den Griechen u.a. bei Stesichoros S. 6). [Hier allg. Infos zu Wilhelm Hebenstreit (1774-1854)].

Isensee, Emil: Geschichte der Medicin, Chirurgie, Geburtshilfe, Staatsarzneikunde.., 1843. (1. Bd.: Strafe der Kastration bei Römern. S. 175). [Von Emil Isensee sind nur wenige Angaben bekannt].

Jokell, Johann B.: Geschichte der Regierung Ferdinand des Ersten, 1843. (2. Bd.: Ferdinand I., König von Böhmen [1503-1564], will 1547 in Saatz übernachten und kündigt beim Bürgermeister seine Ankunft an. Dieser antwortet ihm, dass er den König aufzunehmen bereit ist. Wegen der vielen sodomitischen Spanier und Welschen soll er jedoch nicht mit mehr als 30-40 Rossen in die Stadt kommen soll. Der König übernachtet daraufhin auswärts S. 177). [Zu Johann B. Jokell (Schaffensperiode 1842-1843) sind keine weiteren Angaben bekannt].

Klemm, Gustav F.: Allgemeine Culturgeschichte der Menschheit.., ab 1843. [Zum Inhalt: Klemms Werk erschien in zehn Bänden zwischen 1843-1852 und ist daher nicht mit der Culturgeschichte der Menschheit von Kolb zu verwechseln. Mindestens im 2., 5., 7. und 9. Bd. geht er mit wenigen Sätzen auf gleichgeschlechtliches Sexualverhalten ein]. (1843: 2. Bd.: Bei den amerikanischen Jägervölkern bzw. den nordamerikanischen Indianerstämmen gibt es Mannweiber, wie die Bardaches der Canadier und die Mihdäcka der Mandans. Väter wollen sie oft davon abbringen. Verweis auf den Artikel Indier bei Ersch Gruber S. 82. Bei den Polarmenschen in Kamdschadka [Dementsprechend ist es nicht Kamtschatka, die Halbinsel im ostasiatischen Teil des heutigen Russland] treiben Weiber mit Weibern und mit Tieren Unzucht. Männer bedienen sich an Männern in Frauenkleidern S. 207). (1843: 2. Bd.: identisch mit vorigen Eintrag). (1847: 5. Bd.: Mit dem Untertitel: Die Staaten von Anahuac und das alte Ägypten. Zu den Azteken: Unnatürliche Laster wurden an gewöhnlichen Leuten mit dem Strang, an Priestern mit dem Feuertode bestraftEin Mann, der Frauenkleider anlegte, und eine Frau, die sich als Mann verkleidet, wurden gehangen [Beides hier nur als Zitat von siehe oben Clavigero, 1789 auf S. 486-487] S. 36. Ein Satz zu einem Fall im Volk Acolhugean [Acolhua] unter König Nezahualcojotl [Nezahualcóyotl 1402-1472] im Jahre 1470 unter den Azteken: Ein Sodomit ward in einem Haufen Asche erstickt und seinen Genossen das Eingeweide aus dem Leibe gerissen und derselbe voll Asche gestopft S. 73). (1847: 5. Bd.: Der gleiche Scan der BSB München). (1849: 7. Bd.: In: Das Morgenland: Viele orientalische Gedichte enthalten für Europäer ungenießbare anstößige, ja ekelhafte Zoten mit einem Verweis auf Saadi: Rosengarten und die Publikation von Eversmann S. 110. Tanzende Knaben in weiblicher Kleidung mit sehr unzüchtigen Bewegungen S. 127). (1851: 9. Bd.: Zum christlichen Westeuropa: Die Sodomiten wurden hart und öffentlich in höchst roher Weise bestraft S. 173. Versenken von Feiglingen im Sumpf - auch bei Nothzüchte S. 347). [Schlagwort: lesbisch, Travestie. Hier allg. Infos zu Gustav Friedrich Klemm (1802-1867) und der Klemm-Gesellschaft. Zum 2. Bd. und dem Hinweis auf Ersch-Gruber ist der 17. Bd. von Allgemeine Encyclopädie von 1840 die S. 375 gemeint. Zum 5. Bd. s.a. Herzer 127. Zum 5. Bd. siehe unten Jahrbücher, 1847. Zum 7. Bd. siehe oben Eversmann, 1823 und Saadi bzw. Sadi, 1841. Zum 7. Bd. mit den tanzenden Knaben wird mit Bezug auf Klemm in Die Prostitution betont: Nach Mitteilung eines genauen Kenners des Orients geschieht das Umherziehen der männlichen Prostituierten nur noch im inneren Asien, in Kleinasien, der Türkei und Nordafrika ist es verboten. Zum 9. Bd.: Hier wird offenbar Tacitus zitiert. Siehe oben Tacitus: Germania, 1535. In den anderen Bänden von Klemm wurden keine relevanten Beiträge gefunden: 1843: 1. Bd.; 1844: 3. Bd.; 1845: 4. Bd.; 1847: 6. Bd. und 1852: 10. Bd. Der 8. Bd. wird nicht als Scan angeobten].

Korn, Selig: Etymologisch-symbolisch-mythologisches Realwörterbuch. (1843: 1. Bd.: Bei den Römern wurden mit Cynaedus als Bibelzitat Feinde des Ehestands bezeichnet S. 361). (1844: 2. Bd.: Artikel Knabenliebe vor allem über Griechenland S. 378-380). [Zu Selig Korn liegen keine weiteren Angaben vor].

Krehl, August L.: Neu-Testamentliches Handwörterbuch.., 1843. (Brunst von brennen im Kontext unnatürliche Wollust nach 1. Korinth. 7/9 und Kol 3/5. S. 101). [Schlagwort: Bibel. Hier allg. Infos zu August Ludwig Gottlob Krehl (1784-1855)].

Lesetipp für die 3. Rede: Lysias: Reden [Zum Inhalt: Die 3. Rede behandelt eine Körperverletzung nach einer homosexuellen Eifersuchtsszene. In der 14. Rede wird Alcibiades wegen seinem Lebenswandel angegriffen. Im Folgenden in zwei Übersetzungen]. (1843: Übers. Alexander Falk. U.d.T.: Die Reden des Lysias. 3. Verteidungsrede gegen Simon: Prügelei von zwei Männern, die sich beide in den Jüngling Theodotus verliebt hatten. Einer klagte den anderen wegen versuchten Mordes an S. 41-52. Fußnote zur Knabenliebe S. 44. 14. Rede gegen Alkibiades: 26. und 27. Absatz: Trieb mit ihm Unzucht, obwohl er schon im Jünglingsalter stand. Archebiades wurde sein Liebhaber S. 188. [2. Textstelle wie bei Baur fehlt]). (1855: Übers.: Ferdinand Baur. U.d.T.: Ausgewählte Reden des Lysias. 3. Verteidungsrede gegen Simon: S. 78-88. 14. Rede gegen Alkibiades. S. 196-208. 26. und 27. Absatz: schändete ihn, obwohl er schon ein reifer Jüngling war [Alkibiades?], der danach gefangen genommen und erpresst wurde. Archebiades, der sich in ihn [?] verliebt hatte, kaufte ihn aus der Gefangenschaft los S. 203-204. 41. Absatz: Haben denn aber nicht die Meisten von ihnen ihren Körper der Schändung preisgegeben S. 207). [Hier allg. Infos zu Lysias (um 445-um 380 v.Chr.). Zu den Übersetzern Alexander Falk und Ferdinand Baur liegen keine weiteren Angaben vor. Nach Rosenbaum soll es in der 14. Rede gegen Alkibiades auch darum gegangen sein, dass die meisten Mitglieder der Familie Lohnhuren gewesen waren. Rosenbaum verwendet dies, um die Angeborenheit einer Anlage zu begründen. Siehe oben Rosenbaum, 1839. S. 152-153. Ein entsprechender Textpassus wurde in der 14. und 15. Rede der beiden Ausgaben nicht gefunden].

Mayer, Bonaventura: Das Judenthum in seinen Gebeten: Gebräuchen, Gesetzen und Ceremonien, 1843. (Jüdische Gelehrte über Himmel und Hölle. Es geht um Sodomiten, einen Todesengel mit einem Giftbecher, Knabenschänderei und um Leute, die zum schminken und parfümieren veranlasst werden S. 484, 486). [Zu Bonaventura Mayer liegen keine weiteren Angaben vor].

Passow, Franz: Vermischte Schriften.., 1843. (Achilles und Knabenliebe der Griechen. S. 91). [Hier allg. Infos zu Franz Passow (1786-1833)].

Quitzmann, Ernst A.: Vorstudien zu einer philosophischen Geschichte der Medizin, 1843. (1. Bd.: Rosenbaum behauptet, dass unter der Skythenkrankheit keine Krankheit, sondern passive Päderasten zu verstehen sind. Im Alterthum war die Päderastie die Rache der beleidigten Venus. Die weibliche Begierde ist vererbbar. Häser hält Skythenkrankheit nach Herodot für einen weiblichen Tripper S. 109-110). [Zu der Skythenkrankheit gibt es zwei historische Quellen, siehe oben Herodot, 1783 und siehe oben Hippokrates, 1837. Hier allg. Infos zu Ernst Anton Quitzmann (1809-1879)].

Rheinisches Museum für Philologie, 1843. (2. Bd.: Gegenüberstellung bei den Griechen: Die Männerliebe bei Ganymed und die Frauenliebe bei Tithonos S. 457).

Schmidt, Carl C.: Encyklopädie der gesammten Medicin, 1843. (Aftersperre als Folge von Päderastie S. 66). [Zu Carl Christian Schmidt liegen keine weiteren Angaben vor].

Schwenck, Konrad: Die Mythologie der Griechen, 1843. (Knabenliebe in der griechischen Mythologie. S. 531). [Hier allg. Infos zu Konrad Schwenck (1793-1864)].

Staats-Lexikon oder Encyklopädie der Staatswissenschaften, 1843. (Hrsg. von Rotteck, Carl von / Welcker, Karl T. 15. Bd.: Das Land Baden will nur noch Handlungen bestrafen, durch die Rechte anderer verletzt werden. Die sodomitischen Unzuchtsfälle gehören zu den Ausnahmen, die das Gesetz vorsieht S. 238-239).

Temme, Jodocus D.: Critik des Entwurfs des Strafgesetzbuches für die Preußischen Staaten. (1843: 2. Bd.: Widernatürliche Unzucht S. 308). (1843: 2. Bd.: Gleicher Scan der BSB München). [S.a. Herzer 117. S.a. Derks, S. 167. Siehe unten Temme: Kritik, 1848. Hier allg. Infos zu Jodocus D. H. Temme (1798-1881)].

Teuffel, Wilhelm S.: Horaz. Eine literaturhistorische Übersicht, 1843. (Knabenliebe bei Horaz S. 15-16). [Zu den Werken von Horaz siehe oben Horaz: Oden, 1756 und Horaz: Satiren, 1818. Hier allg. Infos zu Wilhelm Sigismund Teuffel (1820-1878)].

Trusen, J. P.: Darstellung der biblischen Krankheiten, 1843. (Ein Satz: Päderastie bei den Hebräern und die Todesstrafe durch Moses S. 102). [Hier allg. Infos zu Johann P. Trusen (1797-1857)].

Weiss, Christian E.: Criminalgesetzbuch für das Königreich Sachsen mit erläuternden Bemerkungen.., 1843. (3. Bd. Gesetzestext mit Kommentar S. 440-442). [Zum Autor liegen keine weiteren Angaben vor. Der Geologe Christian Ernst Weiss (1833-1890) kann nicht gemeint sein].

Wochenschrift für die gesammte Heilkunde.. (12. Bd.: Hrsg. ist Johann L. Casper. Gesetzestext über Widernatürliche Unzucht mit der Formulierung Nachteil für die Gesundheit als Aufgabe des Arztes S. 461-463).

1844

Aschaffenburger Zeitung Nr. 280 vom 23.11.1844. (Bei der Bürgermeisterwahl in Griechenland gab es einen Wortwechsel zwischen Th. Grivas und General Buturi: Grivas nannte jenen einen Sodomiten, und dieser den General einen Straßenräuber und Meuchelmörder [S. 3]).

Barth, Anton von: Vorlesungen über sämmtliche Hauptfächer der Staats- und Rechtswissenschaft.., 1844. (Strafgesetzgebungen der Länder: Was bestraft und damit publik werden sollte S. 364-365). [Zu Anton von Barth liegen keine weiteren Angaben vor].

Lesetipp! Borberg, Karl F.: Die Dichter des römischen Alterthums.., 1844. (Gedichte über Knabenliebe von Tibull [55-19/18 v.Chr.] zu Marathus mit Abdruck der [8.] Elegie S. 602-605. [Schlagwort: Belletristik. Hier allg. Infos zu Karl Friedrich Borberg (1800-1850)].

Brandis, Christian A.: Geschichte der griechisch-römischen Philosophie.., 1844. (2. Bd.: Griechische Knabenliebe S. 413-415). [Hier allg. Infos zu Christian August Brandis (1790-1867)].

Braun, J. E.: Friedrich Rückert als Lyriker. (1844: Goethe und die Knabenliebe des Orients im Schenkenbuch und west-östlicher Diwan. Thema auch in Saadis Rosengarten von 1841. Erwähnung des Dichters auch in dem confusem Buche von Heinrich Hoesli. Knabenliebe bei Friedrich Rückert, Heinrich Heine, August Graf von Platen und Winckelmann S. 64-70). (1854: Zweite Ausgabe, Offenbar identisch mit Ausgabe von 1844). [Siehe oben Saadi, 1841. Schlagwort: Belletristik. Sein Werk Golestan wird nicht als Scan angeboten. Zu J. E. Braun liegen keine weiteren Angaben vor].

Brentano, Clemens / Arnim Bettina von: Clemens Brentano's Frühlingskranz: aus Jugendbriefen ihm geflochten, 1844. [Schlagwort: lesbisch. S.a. Steidele S. 281-289. Das Buch wurde noch nicht ausgewertet. Hier allg. Infos zu Bettina von Arnim (1785-1859)].

Gfrörer, August F.: Allgemeine Kirchengeschichte, 1844 (Zwei Sätze mit Literaturangabe über den Fall des Erzbischofs Arnulf zu Rheims aus dem 10. Jahrhundert, der ein Knabenschänder gewesen sein soll S. 1443). [Hier allg. Infos zu Arnulf von Reims (vor 967-1021) und dem Historiker August Friedrich Gfrörer (1803-1861)].

Göttingische gelehrte Anzeigen.., 1844. (2. Bd.: Beza [Théodore de Bèze bzw. Theodor von Beza, 1519-1605] soll aufgrund seiner Juvenilia-Gedichte [Jünglingswerk] ein Päderast gewesen sein. S. 1297-1298).

Heine, Heinrich: Neue Gedichte, 1844. (Gedicht Wechselbalg u.a. über Sodomiter S. 258). [Hier allg. Infos zu Heinrich Heine (1797-1856)].

Jahrbücher der Gefängnisskunde und Besserungsanstalten, 1844. (5. Bd.: Wegen einem Satz über Strafandrohung für Sodomiterei oder Knabenschändung in Pennsylvania in den USA: Nicht weniger als 1 und nicht mehr als 5 Jahre; zweites Vergehen nicht über 10 Jahre S. 57). [Siehe oben Allgemeine.., 1842].

Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft und Gesetzgebung.., 1844. (Mit einem Beitrag von Mittermaier über das neue Criminalgesetzbuch für den Kirchenstaat von 1832, wo widernatürliche Unzucht mit lebenslänglicher Galeere bestraft wird. Dies soll nicht als Muster dargestellt werden S. 90).

Landes-Verordnungen des Fürstenthums Lippe, 1844. (Art. 39: Sodomiterey und andere dergleichen unnatürliche Sünden, [werden] mit ein bis mehrjähriger Festungsstrafe bestraft S. 15). [Hier allg. Infos zum Fürstentum Lippe (1789-1919)].

Malten, H.: Neueste Weltkunde, 1844. (2. Bd.: Reisebeschreibung über das tote Meer wo früher u.a. Sodom lag aus dem 13. Jh. Es stinkt noch nach den Lastern der Sodomitern, ein Gestank, den man lange Zeit nicht abwaschen kann S. 190-192). [Zu Malten H. liegen keine weiteren Angaben vor].

Muchart, Albert von: Geschichte des Herzogthums Steiermark, 1844. (Ein Satz: Mit Recht darf man die Angaben Diodors und des Athenäus [XIII, 298] über Sodomiterei und Päderastie bei den Celten als sehr übertrieben verwerfen S. 110). [Schlagwort: Kelten. Hier allg. Infos zu Albert von Muchart (1786-1849) und zum Herzogtum Steiermark. Siehe oben Diodorus, 1827. Die Werke von Athenaios (2.-3. Jh.) liegen nicht in deutscher Sprache als Scan vor].

Müller, Carl O. / Schneidewin, Friedrich W.: Geschichten hellenischer Stämme, 1843. (Ein Satz: Aber eine ganz andre Frage ist, ob diese […] in die Jugendbildung so tief eingreifende Knabenliebe — das mit demselben Namen benannte Laster gewesen sei S. 290). [Hier allg. Infos zu Karl Otfried Müller (1797-1840) und Friedrich Wilhelm Schneidewin (1810-1856)].

Rein, Wilhelm: Das Criminalrecht der Römer von Romulus bis auf Justinianus, 1844. (Päderastie S. 863-868. Prostitution und Wollust der Frauen S. 867. Vergewaltigung S. 868-869. Kuppelei S. 880-883). [S.a. Herzer 118. Schlagwort: lesbisch. Zum Verfasser liegen keine weiteren angaben vor. Es handelt sich offenbar nicht um den Pädagogen Wilhelm Rein (1747-1829)].

Ruth, Emil: Geschichte der italienischen Poesie, 1844. (1. Bd.: Beispiele unnatürlicher Wollust im 26. Gesang von Dantes Göttliche Komödie: Guido Guinicelli [Guido Guinizelli] und Arnaldo Daniello [Arnaut Daniel]. S. 499-500). [Zu Göttliche Komödie siehe oben Dante, 1767. Hier allg. Infos zu Emil Ruth (1809-1869)]

Schäfer, Heinrich / Schirrmacher, Friedirch W. / von Giesebrecht, Wilhelm: Geschichte von Spanien.., 1844. (2. Bd.; Schrecklich war die Strafe, die Fuero de Soria [das Recht von Soria in Kastilien] verhing. S. 499 [Mit Texten in dt. und spanisch.]).

Shelley, Percy Bysshe: Poetische Werke, 1844. (16. Jahrhundert. Sodomiterei von Francesco Cenci, S. 133). [leicht veränderter Text in siehe unten Shelley, 1866. Über die homosexuellen Ausschweifungen von Francesco Cenci (1549-1598) berichtet auch Wikipedia auf der Seite seiner Tochter Beatrice Cenci (1577-1599). Hier allg. Infos zu dem Schriftsteller Percy Bysshe Shelley (1792-1822).

Strampff, Heinrich L. von: Kritische Briefe über den Entwurf des Strafgesetzbuches für die Preußischen Staaten, 1844 (Kritik an unklaren Formulierungen im Landrecht S. 324-328. Strafbarkeit nur noch in besonderen Fällen S. 335). [Hier allg. Infos zu Heinrich Leopold von Strampff (1800-1879)].

Trummer, Carl: Vorträge über Tortur, Hexenverfolgung, Vehmgericht..., 1844. (1. Bd.: Am 7. September 1657 wurde Tonnies Möhlmann bzw. Thomas Wohlmann wegen Sodomiterei, er hatte Knaben geschändet, lebendig verbrannt. Unnatürlichen Lastern wird eine Gemeinschaft mit dem Teufel zugeschrieben S. 140). [Hier allg. Infos zu dem Rechtsanwalt Carl Trummer (1792-1858). Der Fall wurde auch von Michelsen, 2002. S. 10 und in der Zeitschrift für Sexualforschung und in Geschichte in Wissenschaft und Unterrricht behandelt].

Lesetipp! Ungern-Sternberg, Alexander Freiherr von: Jena und Leipzig: Novelle, 1844. (Die Novelle handelt von zwei preußischen Offizieren während des napoleonischen Krieges. Der homosexuelle Franz v. Selbitz liegt im Sterben und gesteht dem heterosexuellen Andreas Walt seine Liebe S. 69-74). [S.a. Andere Lieben, S. 189-191, wo die Textpassage zitiert und kommentiert wird. Schlagwort: Belletristik. Hier allg. Infos zu Alexander von Ungern-Sternberg (1806-1868)].

Weber, Wilhelm E.: Quintus Horatius Flakkus als Mensch und Dichter, 1844. (Über die Dichtung von Horaz [65-8 v.Chr.] für den schönen Knaben Ligurinus S. 74-75). [Siehe oben Horaz: Oden, 1756 und Horaz: Satiren, 1818. Hier allg. Infos zu Wilhelm Ernst Weber (1790-1850)].

Welcker, Friedrich G.: Kleine Schriften. Zur griechischen Litteraturgeschichte. (1844: 1. Teil: Von der griechischen Liebe S. 238). (1845: 2. Teil: Sappho von einem herrschenden Vorurtheil befreyt über lesbische Liebe S. 80-144). [Den 2. Beitrag gibt es auch als selbstständige Veröffentlichung. Siehe oben Welcker, 1816. Hier allg. Infos zu Friedrich Gottlieb Welcker (1784-1868)].

Zeitschrift für Theologie, 1844. (Über Tribaden, die einen Phallus [Dildo] verwenden und über Päderastie S. 149-151). [Schlagwort: lesbisch].

1845

Allioli, J. F. von: Allgemeines Wörterbuch der heiligen Schrift. (1845: 1. Bd.: Gomorrha: Die Einwohner waren sehr lasterhaft S. 380. Gleichsetzung: Götzendienst und das sodomitische Unwesen der Kedeschim [Die Geheiligten/Hurer] S. 391). (1846: 2. Bd.: Stumme Sünde S. 191). [Hier allg. Infos zu Joseph Franz von Allioli (1793-1873)].

Bunge, Friedrich G. von / von Madai, Karl O.: Theoretisch-practische Erörterungen aus den in Liv-, Esth- und Curland geltenden Rechten, 1845. (4. Bd.: Das Oberlandgerichts-Prot.[okoll] vom 13.07.1669, dass auf Tortur gegen einen Sodomiten erkennt S. 346). [S. oben Ewers, 1821. Hier allg. Infos zu Friedrich Georg von Bunge (1802-1897) und Karl Otto von Madai (1809-1850)].

Bibliographisches Handbuch der philologischen literatur, 1845. (Erwähnung von Heinrich Hoessli: Eros Spalte 148-149). [Zu Hoessli siehe unten Hoessli, 1840]

Corvin, Otto von: Der Pfaffenspiegel, ab 1845. [Zum Inhalt: Dieses in seiner Kirchenkritik eher  oberflächliche Werk ist unter mehreren Bezeichnungen bekannt und wird heute einheitlich als Pfaffenspiegel bezeichnet. Die unten aufgeführten Textstellen wurden über Stichwörter gefunden. Gleichgeschlechtliches Sexualverhalten wird vermutlich noch an weiteren Stellen behandelt]. (1845: [1. Aufl.]: U.d.T: Historische Denkmale der Christlichen Fanatismus. Erlaubnis von Sixtus IV zu Sodomiterei in den Sommermonaten S. 105. Sodomiterei von Papst Johannes XXIII. S. 188. Johann de la Casa nimmt Sodomiterei in Schutz S. 207. Über Knabenschändungen auf dem Concil zu Neu-Cäsarea S. 268. Ratherius von Verona bezeichnet alle Geistlichen als Sodomiten S. 274/75. Damiani und sein Buch liber Gomorrhianus S. 276. Concil von 1212 mit Verbot für Mönche und Canoniker sich das Bett zu teilen. In Augsburg wurden 1409 vier Priester und ein Laie in einem Käfig aufgehängt bis sie verhungerten S. 284.  Pater Berchthold aus dem Kloster Fischingen und P. Joseph, die beide später versetzt wurden, in der Schweiz wurde 1835 Prof. Schär und Caplan Eisenring verurteilt. Anklage gegen den Prior der Karthause zu Ittlingen S. 356-358. [Beim Scan gibt es beim zweiten Teil des Buches eine separate Seitenzählungen). (1847: [2. Aufl.?]: Identisch mit Ausg. 1845). (1870: 3. Aufl.: U.d.T: Der Pfaffenspiegel. Historische Denkmale des Fanatismus in der römisch-katholischen Kirche. Offenbar ident. mit Ausg. 1845, aber auf anderen Seiten. Sixtus IV. S. 127. Bonifaz. VIII. missbrauchte seine Pagen S. 200. Johannes XXIII. S. 206. Casa S. 224. Das Concil zu Neu-Cäsarea S. 286. Ratherius S. 293. Damiani S. 294. Concil S. 300-301. Missbrauch S. 388-389). (1885: Pfaffenspiegel. Neu gesetzt. [5.] 3. Kap.: Sixtus VI. [gemeint ist Sixtus IV.] erlaubt Sodomiterei in den heißesten drei Monaten des Jahres. [6.] 4. Kap.: Johann a Casa nimmt in einem Buch 1552 Sodomiterei in Schutz. [7.] 5. Kap.: Sodom und Gmorrah über Ratherius von Verona [Ratsherr von Verona, 884-974] hält alle Kleriker für Ehebrecher oder Sodomiten. Damiani in Liber Gomorrhianus handelt insb. von Sodomiterei und Unzucht mit Jünglingen und Knaben. Im Jahre 1212 wurde auf einem Konzil den Mönchen und regulierten Kanonikern verboten, zusammen in einem Bett zu liegen und Sodomiterei zu treiben. Im Jahre 1409 wurden zu Augsburg auf Befehl des Rats vier Priester und ein Laie wegen Knabenschändung am Perlachturme mit gebundenen Händen und Füßen in einem hölzernen Käfig aufgehängt, bis sie verhungerten. – Im nächsten Kapitel von den Klöstern werde ich zeigen, daß Sodomiterei bis auf die neueste Zeit als Folge des Zölibats unter den Pfaffen gebräuchlich ist. [8.] 6. Kap.: Die Möncherei lesbische Anspielungen wie Nur mit großem Widerwillen löste die schamhafte Jungfrau den Gürtel und entblößte den untadelhaften, wunderschönen Körper, an welchem sich die lüsternen Blicke der alten Klosterkatzen und der Äbtissin weideten. Ab dem Satz Im Kloster Fischingen trieb ein gewisser Pater Berchthold sein Wesen angaben über sexuelen Missbrauch von Männern, auch durch den Nachfolgern P. Joseph aus Freiburg, der nie bestraft, sondern nur versetzt wurde. In einem weiteren Fall wurden 1835 die Professor Schär und Kaplan Eisenring im Städtchen Wyl wegen Sodomiterei zur Untersuchung gezogen und später zum Zuchthause verurteilt). (1927: Nach der 43. zum Teil wegen Gotteslästerung zensierten Ausgabe neu gesetzt. Zensierte Textstellen sind hervorgehoben. Mit Word-Suche Sodomit kommt man auf Fundstellen auf den S. 100, 161, 174, 222, 227, 229, 233/234, 302). [Hier allg. Infos zu dem Schriftsteller Otto von Corvin (1812-1886) und seinem Werk Pfaffenspiegel. Das Buch erschien auch 1934 und 2010. Ausführliche Hinweise zu Sixtus IV. siehe oben Fischart, 1576. Zu Giovanni Della Casa (1503-1556) s.a. Invertito 4.2002, S. 117-139. Zu Augsburg siehe oben Chronica, 1595. Zu Augsburg siehe oben Pfister, 1810 und Allgemeine.., 1788. Zu Damian siehe oben Bayle, 1742. S.a. Herzer 119. Zu Augsburg s.a. Mann für Mann, S. 722-723, s.a. Die sünde, S. 72; s.a. Brall, S. 369-370. Zu Papst Bonifatius VIII. s.a. Randgruppen, S. 322].

Germanus, Sigismund: Die Ultramontanen in Hildesheim und ihr Treiben, 1845. (Kritik, wie in einem Schulbuch die sodomitische Sünde dargestellt wird S. 44-45). [Schlagwort: Pädagogik. Zu Sigismund Germanus sind keine weiteren Angaben bekannt].

Gervinus, G. G.: Shakespeare, 1845. (2. Bd.: Aus dem Beitrag. Shakespeares Sonnette S. 357-420. Shakespeare geriet wegen den Sonetten in einen Verdacht, von dem auch andere Dichter der Zeit nicht frei ausgingen, Anrede mit Liebling und süssesten Knaben S. 360. Shakespeares Verhältnis zu Southamptan war genauso außergewöhnlich, wie auch andere, auf das die Sonette hinblicken lassen S. 371-372. Liebe zum edeln Jünglings bzw. schönen Freunde S. 380-381. Seine an einen Mann gerichtete Sonett S. 382-400, 414). [Zu den Sonneten siehe unten Shakespeare, 1869. Hier allg. Infos zu Georg Gottfried Gervinus (1805-1871)].

Grossherzoglich-Badisches Regierungs-Blatt.., 1845. (Gesetzestext von § 371 über widernatürliche Unzucht S. 43-44. Rückfall S. 91). [Hier allg. Infos zu dem Großherzogtum Baden (1806-1871)].

Haeberlin, C. F.: Grundsätze des Criminalrechts, 1845. (Auf dem Scan befindet sich der 2. und 3. Bd. mit zwei separaten Seitenzählungen. Die relevanten Beiträge befinden sich auf den 2. Band. Nöthigung im Sinne von Vergewaltigung von Frauen und Männern S. 266-268. Missbrauch von Kindern bezieht sich in einigen Ländern nur auf Mädchen S. 268-283. Verführung zur Unzucht S. 283-290. Blutschande im Sinne von Inzest auch im Kontext wiedernatürlicher Unzucht S. 290. Widernatürliche Unzucht mit der Formulierung: Die Handlungen sind zu ekelerregend […] als das eine Angabe derselben zulässig und möglich erschiene S. 299-302). [Das Buch gibt guten Überblick über die Rechtssituation in den einzelnen Ländern S.a. Herzer 121. Hier allg. Infos zu Karl Franz Häberlin (1813-1898)].

Haeser, Heinrich: Lehrbuch der Geschichte der Medicin und der Volkskrankheiten, 1845. (Jacob Berengar von Carpi verteidigt die Päderastie S. 353). Heinrich Haeser (1811-1885) und zu Jacob Berengar von Carpi (1480-1550)].

Harless, Gottlieb C. von: Christliche Ethik. (1845: Über das grauenhafte und die Tiefe heidnischer Gottverlassenheit bei widernatürlicher Unzucht S. 185). (1853: 5. Aufl.: identischer Text, aber S. 209). [Hier allg. Infos zu dem protestantischen Theologen Gottlieb Christoph Adolf von Harless (1806-1879)].

Heffter, Moritz W.: Die Religion der Griechen und Römer.., 1845. (Im Kap. Eros über den Gott Eros und die Männerliebe bei den Griechen S. 193-200). [Hier allg. Infos zu dem Historiker Moritz Wilhelm Heffter (1792-1873)].

Historisches Taschenbuch.., 1845. (Aus Prozessen gegen die Templer: Bruderküsse bei den Templern und den Katharern, Verbindung von Päderasten, Tribaden und Teufelsunzucht, lebenslange Kerker als Strafe für Sodomie S. 439-440). [Schlagwort: lesbisch].

Isensee, Emil: Die Geschichte der Medizin und ihrer Hülfswissenschaften, 1845. (Über Hypokrates und den Zusammenhang zwischen der Krankheit der Skythen, das Unvermögen des Koitus mit einer Frau und Päderastie S. 1217-1218). [Zu der Skythenkrankheit gibt es zwei historische Quellen, siehe oben Herodot, 1783 und siehe oben Hippokrates, 1837. Zu Emil Isensee sind kaum weitere Angaben bekannt].

Der Jurist. Eine Zeitschrift vorzüglich für die Praxis des gesammten österreichischen Rechtes, 1845. (14. Bd.: Großer Beitrag über die Frage, ob die Befriedigung unnatürlicher Wollust an Knaben als Verbrechen der Unzucht oder auch als Verbrechen der Nothzucht gewertet werden kann S. 471-483).

Krehl, August L.: Der Brief an die Römer, 1845. (Über widernatürliche Unzucht in dem Kap. Römer 1/24-27 der Bibel S. 46-51). [Über August Ludwig G. Krehl liegen keine weiteren Angaben vor].

Neue Jahrbücher für sächsisches Strafrecht, 1845. (3. Bd.: Anonyme Zuschrift über Verbrechen der widernatürlichen Unzucht in Sachsen, dass nicht nur Päderastie, sondern auch Onanie und [gegenseitige?] Mastupration strafbar sind S. 123-126).

Die neue Strafgesetzebung und Gerichtsverfassung des Groszherzogthums Baden.., 1845. (Gesetzestext § 371 über widernatürliche Unzucht S. 93). [Hier allg. Infos zum Großherzogtum Baden (1806-1871)].

[Plautus / Ladewig, Th. (Komment.): Casina]: Rheinisches Museum für Philologie, 1845. (3. Bd. Mit dem Beitrag: Einleitungen und Anmerkungen zu Plautinischen Lustspielen. Zur Casina S. 179-205. Kommentar: Chalinus hält Stalino in den Versen 24-28 für einen Päderasten und spricht dies offen aus S. 202). [Die Texte von Plautus sind hier nur im Original abgedruckt. Hier allg. Infos zu Titus Maccius Plautus (254-184 v.Chr.) und Theodor Ladewig (1812-1878)].

Plautus: Curculio / Der Curculio des Plautus. (1836: Übers: Rost / Lipsius. U.d.T.: Curculio. Zitat: Auf der tuskischen Gasse trifft man, die für Geld zu haben sind S. 295). (1845: Übers.: Geppert. U.d.T.: Der Curculio des Plautus. Zitat: In dem Tuscusviertel [sind] solche, die für Geld zu haben sind S. 57). [In dem Wikipedia-Artikel Homosexualität im Römischen Reich werden die Verse 482-484 als Beleg für die Beschreibung einer homosexuellen Subkultur, in Form einer bestimmten Straße als Treffpunkt, aufgeführt, die sich nur auf den oben genannten Vers 481 beziehen kann. Hier allg. Infos zu Titus Maccius Plautus (254-184 v.Chr.) und den Übersetzern Friedrich Wilhelm Ehrenfried Rost (1768-1835), Karl Heinrich Adalbert Lipsius (1805-1861) und Carl Eduard Geppert (1811-1881)].

Regierungsblatt für das Königreich Württemberg. (1845: Verurteilungsstatistik: Keine Verurteilung. Beilage D). (1847: Verurteilungsstatistik: Ein Fall im Neckarkreis. Beilage D).

Scheible, Johann: Das Kloster: Weltlich und geistlich. (1845: 2. Bd.: Erwähnungen der sodomitischen Sünde S. 98, 327, 336, 644, 651, 694). (1847: 8. Bd.: Ein Satz über das verbrennen der Florentzer. S. 293). (1849: 11. Bd.: Erwähnungen der sodomitischen Sünde S. 338, 450, 470, 504). [Hier allg. Infos über Johann Scheible (1809-1866). Der Text aus dem 8. Bd. ist identisch mit siehe oben Rabelais, 1631].

Scheible, Johann: Volksprediger, Moralisten und frommer Unsinn: Sebastian Brandt's Narrenschiff.., 1845. (Zitat von Brant: Es stürben Frauwen, Viech vnd Kind, Da der von Gomorren sünd, Vnd Sodomiten kam jr ziel, Hierusalem zu bodem fiel S. 356). [Hier allg. Infos über Johann Scheible (1809-1866). Zum vollständigen Werk siehe oben Brant, 1494].

Seiters, Johann C.: Bonifacius, der Apostel der Deutschen.., 1845 (Ein Satz: Die Bußzeit für sodomitische Sünden beträgt sieben Jahre S. 571). [Hier allg. Infos zu Johann Christoph Anton Seiters (1806-1866)].

Schmidt's Jahrbücher der in- und ausländischen gesammten Medizin, 1845. (45. Bd.: Bei der Skythenkrankheit handelt es sich evt. einfach nur um Päderastie S. 257). [Zu der Skythenkrankheit gibt es zwei historische Quellen, siehe oben Herodot, 1783 und Hippokrates, 1837].

Thilo, Wilhelm: Die Strafgesetzgebung des Grossherzogthums Baden.., 1845. (Gesetzestext und Kommentar S. 318-319). [Hier allg. Infos zu Wilhelm Thilo (1802-1870) und zum Großherzogtum Baden (1806-1871)].

von Hufnagel, C. F.: Das Strafgesetzbuch für das Königreich Württemberg.., 1845. (Gesetzestext und Kommentar S. 298-300). [Hier allg. Infos zu Carl Friedrich von Hufnagel (1788-1848) und zum Königreich Württemberg (1806-1870/71)].

1846

Ammann, Fritz: Im Styl der römischen Curie.., 1846. (2. Aufl. Des Papstes Nuntius Johann von Florenz, Erzbischof von Benevent [Giovanni Della Casa, 1503-1556], soll in einem Buch von 1552 die Sodomiterei verteidigt haben S. 34-35). [Zu Casa s.a. Invertito 4.2002, S. 117-139. Zu Fritz Ammann liegen keine weiteren Angaben vor].

Barthold, Friedrich, W.: Die geschichtlichen Persönlichkeiten in Jacob Casanova's Memoiren, 1846. (1. Bd. Über unnatürliche Sünden, die im Süden nie ausgerottet waren S. 39). [Hier allg. Infos zu Friedrich Wilhelm Barthold (1799-1858). Zu den Memoiren siehe oben Casanova, 1822].

Bergmann, Carl: Lehrbuch der medicina forensis für Juristen, 1846. (Hermaphroditismus S. 248- 259. Nothzucht und unnatürliche Befriedigung auch in Bezug auf den männlichen Körper S. 368-376). (1846: Gleicher Scan eines anderen Anbieters). [S.a. Herzer 123. S.a. Mildenberger, S. 36. Zu Carl Bergmann liegen keine weiteren Angaben vor].

Canisius, Petrus / Haid, Herenäus (Übers.): Kurzer Inbegriff der christlichen Lehre.., 1846. (Sodomitische Sünde S. 188-189). [Hier allg. Infos zu Petrus Canisius (1521-1597) und Herenäus Haid (1784-1873)].

Düntzer, Heinrich: Die römischen Satiriker, 1846. (Die Gier nach Knaben kommt bei Horaz vor, aber den Vorwurf der Knabenliebe verdiente er nicht S. 146). [Hier allg. Infos zu dem Kölner Altphilologen Heinrich Düntzer (1813-1901)].

Encyclopädisches Wörterbuch, 1846. (35. Bd.: Zusammenhang zwischen großer Klitoris und Tribadie. Tisso wird zitiert, dass Tribaden genauso leidenschaftlich wie Männer und auch eifersüchtig sein können S. 333). [Schlagwort: lesbisch. Zu Simon-Auguste Tissot (1728-1797) siehe oben Tisso, 1773].

Groß-Hoffinger, Anton J.: Das galante Wien, Sittengemälde, 1846. (1. Bd.: Kaiser Joseph [II., 1741-1790] ging davon aus, dass Keuschheitssünden nicht vor Gericht gehörten ! Also selbst ein […] Sodomit waren nicht straffällig! Welche Ansichten! Es wurde bei diesen Verbrechen nur auf Beschädigungen Strafe gesetzt S. 5, 10). [Schlagwort: Österreich. Hier allg. Infos zu Anton Johann Groß-Hoffinger (1808-1875)].

Hafis / Gaumer, G. Fr. (Übers.): Eine Sammlung persischer Gedichte, 1846. (Gedichte über Knabenliebe). [Zu G. Fr. Gaumer liegen keine weiteren Angaben vor. Hier allg. Infos zu dem persischen Dichter Hafis (1320-1389). Siehe oben Hafis, 1812].

Havemann, Wilhelm: Geschichte des Ausgangs des Tempelherrenordens, 1846. (Anklage gegen Papst Bonifatius, Sodomiterei bei den Templern und strengere Gesetze auf dem Landtag von 1120, S. 365). [Zu Papst Bonifatius VIII. s.a. Randgruppen, S. 322. Hier allg. Infos zu Wilhelm Havemann (1800-1869) und zu Papst Bonifatius VIII. (1235-1303)].

Historisch-geographisch-statistisches Gemälde der Schweiz, 1846. (2. Bd.: Durch Zürerischen Rath wurden von 1501-1600 insgesamt 572 Todesurteile ausgesprochen, davon 11 wegen Sodomiterei. Ein Fall davon: Ein Dieb, Bestiarius und Sodomit an eine kleine Leiter gebunden, dieselbe an einen Galgen angenagelt, dann in das Feuer gestoßen und die Asche dem fließenden Waffer anbefohlen S. 155-156). (1846: Der Canton Zürich. Ident. Text und gleicher Satz).

Hölderlin, Friedrich: Sämtliche Werke, 1846. (Gedicht: Griechenland mit der Widmung An St. S. 6-7). [S.a. Lieblingminne, S. 128-129. Hier allg. Infos zu Friedrich Hölderlin (1770-1843)].

Jürgens, Karl H.: Luther, von seiner Geburt bis zum Ablassstreite: 1483-1517, 1846. (2. Bd. mit dem Luther-Zitat: daß eitel "Hundehochzeit (und wollt' Gott, dass eitel Hundehochzeit wären), ja eitel wälsche Hochzeit und florenzische Bräute" bei ihnen wären S. 329). [Zu Luther s.a. Puff. Zu diesem Luther-Zitat siehe oben Luther, 1816, wo abweichend von Jürgens von welche Hochzeit und florentinische Bräute die Rede ist. Hier allg. Infos zu Karl Heinrich Jürgens (1801-1860)].

Koch, Karl H.: Wanderungen im Oriente, 1846. (Türkei: Sodomie in Konstantinopel [Istanbul]; Prostitution von männlichen Buhldirnen und die Unnatur von Tänzerknaben (Kötschek) S. 209-210). [Hier allg. Infos zu Karl Heinrich Emil Koch (1809-1879)].

Köhler, Ludwig: Johannes Huss und seine Zeit, 1846. (3. Bd.: In einem romanhaft historischen Zeitgemälde geht es um Papst Johann XXIII. als Sodomit S. 325). [Schlagwort: Belletristik. Hier allg. Infos über Johannes Huss (1369-1415). Zu Ludwig Köhler liegen keine weiteren Angaben vor].

Königsdorfer, Martin: Katholische Christenlehre: Nach dem Schulkatechismus bearbeitet.., 1846. (2. Bd.: Kap. Die stummen oder sodomitischen Sünden S. 344-345). [Hier allg. Infos zu Martin Königsdorfer (1752-1835)].

Kronau, Gerold M. von: Der Kanton Zürich.., 1846. (2. Bd.: Todesurteile wegen Sodomiterei in Zürich: Im 15. Jahrhundert: 5 Todesurteile S. 139. Im 17. Jahrhundert: 32 Todesurteile S. 169.  Im Zeitraum 1701-1798: 6 Todesurteile S. 187). [Schlagwort: Schweiz. Hier allg. Infos zu dem Schweizer Historiker Gerold Meyer von Knonau (1804-1858)].

Luther, Martin / Johannes Lapäus (Bearb.): Dr. Martin Luthers äusserst merkwürdige Weissagungen: gesammelt dreissig Jahre nach seinem Tode.., 1846. (Über Sodom S. 81-85. Die Sodomiter Fressen und Saufen S. 82. Über die Sodomitische Sünde, die nicht heimlich getrieben wird und die aus Gewohnheit entschuldigt wird S. 83). [Zu Johannes Lapäus liegen keine weiteren Angaben vor. Zu Luther s.a. Puff. Die Äußerungen sind als Zitate von Martin Luther nicht zuzuordnen].

Philologus. Zeitschrift für das klassische Alterthum, 1846. (1. Bd.: Wie der römische Dichter Horaz bzw. Horatius von seinem Vater vor einem lasterhaften Mann und offenbar vor der Päderastie gewarnt wurde. Bei dem Mann handelt es sich offenbar um den als Päderasten bekannten Scantinius, dessen Prozess im Jahre Roms 527 Veranlassung zu der Lex Scantinia gab S. 167-168).

Die Prosaisten des hellenischen Alterthums in einer organischen Auswahl, 1846. (Plutarch: Über die heilige Schaar, die nur aus Liebhabern und ihren Lieblingen bestand S. 350. Plutarch: Männerliebe bei den Thebanern und die Leidenschaft von Laios S. 351). [Schlagwort: Mythologie. Hier allg. Infos zur Heiligen Schar und zu Laios, der Chrysippos liebte und ihn gewaltsam entführte].

Rademacher, Johann G.: Rechtfertigung der von den gelehrten misskannten.., 1846. (Zu Paracelsus, der davon ausging, dass sich bei Sodomiten nach dem Schlucken von Sperma im Magen auch ein Gewächs daraus bildet. Kommentar, dass der Homunkulus bei Paracelsus ein Aftermensch ist, dem die Seele fehlt. Vor der widernatürliche Befriedigung wird gewarnt S. 77). [Hier allg. Infos zu dem Arzt Johann Gottfried Rademacher (1772-1850). Zu den Werken von Paracelsus siehe oben 1567 und 1606].

Rheinisches Museum für Philologie. (1846: 4. Bd.: L. Preller: Studien zur griechischen Literatur mit dem Kap. Phanokles und die Mythologie der Knabenliebe S. 399-405). (1846: Die gleiche Publikation als PDF von der Uni Köln, ohne dass allerdings ersichtlich ist, aus welcher Zeitschrift dieser Beitrag entnommen wurde). [Hier allg. Infos zu Ludwig Preller (1809-1861)].

Saalschütz, Joseph L.: Das mosaische Recht. (1846: 32. Kap. Päderastie wird bestraft und Männer sollen nicht Frauenkleider tragen S. 275-276. 41. Kap.: Hundegeld darf nicht in Gottes Haus gebracht werden S. 352-353. 82. Kap.: Unnatürliche Laster, Blutschande, Unzucht S. 585-587). (1848: offenbar identisch). [Schlagwort: Prostitution. Hier allg. Infos zu Joseph Lewin Saalschütz (1801-1863)].

Der Schatzgräber in den literarischen und bildlichen Seltenheiten.., (1846: 5. Bd.: Widmann hält es in seinem Faust wie Martin Luther: Sodomitische Sünde bei den Klerikern S. 119-120). (1848: 7. Bd.: Das Papsthum wird mit der Grundsuppe aller sodomitischer Greuel verglichen S. 58. Widman in seinen Erinnrungen zur Faust-Sage zur Sodomie S. 60, 92). [Zu Luther s.a. Puff. Hier allg. Infos zum Fauststoff].

Scheible, Johann: Doctor Johann Faust, 1846. (Sodomitische Aufführung der Pfaffen S. 98. Sodomitischen Mördergruben S. 327. Sodomitischen Unzucht S. 336. Rom ist eine Grundsuppe aller sodomitischen Grewel S. 651). [Mit einer Zeichnung von Faust nach Rembrandt. Siehe oben Widmann: Das ärgerliche Leben [des] Johannis Fausti, 1674. Hier allg. Infos über Johann Scheible (1809-1866)].

Scheible, Johann: Das Schaltjahr.., 1846. (1. Bd.: Sodomie in diversen Aufzählungen, das Essen von Austern und Schnecken im Kontext von Unzucht mit Hure und Edelmann, um seine Lust zu erwecken S. 510-514). [Schlagwort: Sprache. Hier allg. Infos über Johann Scheible (1809-1866)].

Schregel, Friedrich von: Sämmtliche Werke, 1846. (4. Bd. In dem Beitrag Ueber Diotima 1795 von geht es um Platos Gastmahl, die Rolle der Diotima und um die Männerliebe bei den Griechen S. 71-115, hier S. 90-91). [Hier allg. Infos zu Friedrich Schregel (1772-1829)].

Simon, Friedr. Alex.: Versuch einer kritischen Geschichte, 1846. (Über Rosenbaum: Die Lustseuchen. Unmässige Päderasten können sie u.a. wegen dem Klima nicht gewesen sein S. 102). [Siehe oben Rosenbaum, 1839. Hier allg. Infos zu dem Arzt Friedrich Alexander Simon (1793-1869)]

Stieber, Wilhelm: Die Prostitution in Berlin und ihre Opfer, 1846. (Die unnatürlichen Sünden S. 8, 208-210). (1846: Gleicher Scan der BSB). [S.a. Herzer 125. Hier allg. Infos zu Wilhelm Stieber (1818-1882)].

Strahl, Philipp C. / Herrmann, Ernst: Geschichte des russischen Staates, 1846. (Boris Feodorowitsch schaffte ab alle heidnische und sodomitische Grobheit und Sünde, so im Lande gebrauchlich waren S. 448). [Schlagwort: Russland. Hier allg. Infos zu Boris Fjodorowitsch Godunow (1552-1605). Zu Philipp Carl Strahl und Ernst Herrmann liegen keine weiteren Angaben vor].

1847

Aebli, Johann P.: Die Gesinnungs- und Handlungsweise der Jesuiten geschichtlich beleuchtet.., 1847. (Ein Satz: Die Jesuiten haben sich, insb. der Jesuit Ribera, der Knabenschändung schuldig gemacht S. 196). [Zu Ribera siehe oben Wolf, 1789].

Blätter für literarische Unterhaltung, 12.2.1847. (Sodomiterei bei den Tempelherren bzw. Templern und die Aussage von Bertrand Arnaud S. 169).

Lesetipp! Bluntschli, Johann C.: / Hottinger, Johann J.: Geschichte der Republik Zürich.. (1847: [1. Aufl.]: 2. Bd.: Die unnatürliche Wollust von Ritter Richard von Hohenburg. S. 10-15, insb. die Verbrennung von ihm und seinem Knecht S. 14-15. ). (1856: 2. Ausg.: 2. Bd.: Gleicher Text und Satz). (1870: Neue Ausg.: 2. Bd.: Gleicher Text und Satz). [Schlagwort. Schweiz. Siehe oben Stettler, 1626. Hier allg. Infos zu Johann Caspar Bluntschli (1808-1881) und Johann Jakob Hottinger (1783-1860)].

Carrière, Moriz: Die philosophische Weltanschauung der Reformationszeit, 1847. (Mit dem Hölderlin-Gedicht Sokrates und Alcibiades S. 729). [S.a. Derks, S. 74-75. S.a. Lieblingminne, S. 129. Hier allg. Infos zu Moriz Carrière (1817-1895) und Friedrich Hölderlin (1770-1843)].

Corvin-Wiersbitzki, Otto J. von: Historische denkmale des christlichen fanatismus.., 1847. (Petrus Damiani beklagt sich in seinem liber Gomorrhianus u.a. über die Unzucht mit Jünglingen und Knaben der Pfaffen S. 276). [Siehe oben Bayle, 1742. Hier allg. Infos zu Otto von Corvin (1812-1886)].

Entwurf des Strafgesetzbuchs für die preussischen Staaten.., 1847. (Gesetzestext § 183: Widernatürliche Unzucht S. 28).

Hacker, Heinrich A.: Praktisches Handbuch der syphilitischen Krankheiten, 1847. (1. Teil: Erwähnung von Päderastie. Sein Kollegen Ricord, dem auch dieser Band gewidmet ist, hat darauf aufmerksam gemacht, dass etwa vorhandene Einrisse bei Päderastie nicht wie bei anderen Anlässen in die Länge, sondern der Quere des Afters nach verlaufen. Wegen schwieriger Diagnose von Päderastie ist dies ein wichtiges Kennzeichen. Hacker hat keinen Grund daran zu zweifeln S. 144). [Hier allg. Infos zu Heinrich August Hacker (1801-1865). Rezension in siehe unten Hannoversche Annalen, 1847].

Hannoversche Annalen für die gesammte Heilkunde, 1847. (7. Bd.: Im Rahmen der Besprechung zu A. H. Hacker [sic]: Praktisches Handbuch der syphilitischen Krankheiten von 1847: Ricord hat auf die besonderen Einrisse im After bei Päderastie aufmerksam gemacht. Dies gäbe in gerichtlicher Beziehung ein nicht unwichtiges diagnostisches Merkmal [ab], wenn es weiter bestätigt würde S. 469). [Siehe oben Hacker, 1847].

Hitzig's Annalen der deutschen und ausländischen Criminal-Rechtspflege.., 1847. (8. Bd.: Definitionen zu Das Verbrechen der widernatürlichen Unzucht und ob Masturbation und Onanie dazu gehören S. 109-112).

Lesetipp! Hyrtl, Joseph: Handbuch der topographischen Anatomie, 1847. (2. Bd.: Wegen zwei Sätzen: Bei den Opfern der Päderastie gesellt sich zu dieser Erweiterung noch Atonie [Erschlaffung] und Lähmung der Schließmuskel hinzu. Cazenave [Pierre Louis Alphée Cazenave? 1802-1877] berichtet über einen Fall, wo die Erweiterung des Afters so bedeutend war, daß eine 11 Zoll im Umfang [ca. 26,5-32 cm] haltende Kürbisflasche mit Leichtigkeit eingeführt werden konnte, und die ganze Hand im Mastdarme Platz hatte S. 90). [Der hier genannte Beitrag wurde in Gazette médicale de Paris 1838 mars Nr. 12. S. 177-192 nicht gefunden. Hier allg. Infos zu Joseph Hyrtl (1810-1894)].

 

Siehe voriger Eintrag

Eine Kürbisflasche - Symbolbild

Weiter mit 1847

Jahn, Otto: Archäologische Beiträge, 1847. (Ganymed und Zeus in der Kunst in der traurigsten Verirrung eine für uns fremdartige Erscheinung. Leidenschaft in der Kunst wurde nicht gemieden, sondern gesucht. Über den Hahn in der Kunst mit seiner erotischen Bedeutung S. 24-31). [Hier allg. Infos zu Otto Jahn (1813-1869)].

Jahrbücher der Literatur. (1847: 117. Bd.: Innerhalb einer Rez. zu Gustav Klemm: Allgemeine Kulturgeschichte der Menschheit im 5. Bd. über Todesstrafe für Unnatürliche Laster S. 268). (1848: 124. Bd.: Innerhalb der religiösen Bedeutung der Zahl 7 wird betont, dass Gott sieben Menschen nicht angucken wird, wenn sie sich nicht vorher zu ihm wenden, u.a. 2. der thätige und 3. der leidende Sodomit S. 12). [Schlagwort: Travestie. Zum rezensierten Werk aus dem ersten Beitrag siehe oben Klemm, 1843].

Junghuhn, Franz W.: Die Battaländer auf Sumatra, 1847. (1. und 2. Bd. mit separater Seitenzählung). [S.a. Herzer 126. Die Aufnahme in die Bibliographie von Herzer wurde offenbar veranlasst durch das JfsZ 3.1901, S. 105-106. Hier wird zwar aus dem 2. Bd. von Junghuhn aus den S. 140, 237 und 240 zitiert – allerdings ohne Zusammenhang mit Homosexualität]).

Jürgens, Karl H.: Luther. Von seiner Geburt bis zu Ablassstreite, 1847. (Wegen dem Satz, dass nach Johann Tetzels [Ablassprediger, um 1460-1519] Sündentaxe um das Jahr 1517 Sodomiterei zwölf Dukaten kostete S. 453-454). [Hier allg. Infos zu Karl Heinrich Jürgens (1801-1860). Hinweis in JfsZ 7.1905, S. 303 auf einen Bußgeldkatalog].

Juristische Abhandlungen und Rechtsfälle mit besonderer Rücksicht.., 1847. (1. Bd.: Definition von Unzucht im Strafrecht S. 318).

Luden, Heinrich: Handbuch des teutschen gemeinen und particularen Strafrechts, 1847. (1. Bd.: Über das Kirchenrecht und die Androhung der Kastration und Einsperrung in ein Kloster nach der lex visigoth aus dem 6. Jahrhundert S. 73). [Hier allg. Infos zu Heinrich Luden (1778-1841) und zum Visigothik code bzw. zur lex visigoth, die offenbar nicht als deutsche Übersetzung online angeboten wird].

Maßl, Franz X.: Erklärung der heiligen Schriften des Neuen Testamentes.., 1847. (Sodom und Gomorrha: Bibeltext Brief des Judas 7-8 und Kommentar mit Bezug auf jene hier mit zeitlichem Feuer gestraften auch das ewige Feuer erleiden S. 180, 184-185). [Schlagwort: Bibel. Hier allg. Infos zu Franz Xaver Maßl (1800-1852)].

[Mejer, Otto]: Eine römische Criminalakte aus dem Jahre 1842. Zur Sittengeschichte des Cölibats, 1847. (Einleitung über Gerichtsverfahren in Italien, das Cölibat und geschlechtliche Verirrungen S. 1-22, hier S. 20. In einer Einleitung zur Akte wird der Fall vorgestellt. Der 38-jährigen Priester Domenico Abbo soll seinem 7-8-jährigen Neffen misshandelt haben, der später an den Verletzungen starb. Darüber hinaus soll er die 30-jährige Francesca anal vergewaltigt haben. Am Rande geht es auch um sodomitischen Missbrauch von Domenico an seinem Neffen S. 22-30, hier 27-28. Der Aufsatz Römische Sache. Inzestuose Päderastie, Mord, Nothzucht mit Schwängerung und violente Päderastie mit den genauen Hintergründen: Bei dem Jungen wurde zunächst nur bemerkt, dass sein Mastdarm nach außen trat. Als der Junge aus ungeklärten Ursachen stirbt, wird auch seine Vorhaut und sein After untersucht. Danach äußern sich Zeugen über den häufigen Durchfall des Jungen, Probleme mit dem herausragenden Mastdarm und die gegen ihn gerichtete u.a. sexuelle Gewalt S. 31-126, hier S. 31, 35-39, 42-45, 74, 107, 109, 117-120). (1847: Gleiche Schrift). [Hier allg. Infos zu Otto Mejer (1818-1893). Der Fall wird auf der ital. Seite von wikipink behandelt].

Nitzsch, Karl W.: Die Gracchen und ihre nächsten Vorgänger…, 1847. (Knabenliebe im alten Rom. Die Stücke von Terenz und Plautus, der jüngere Africanus und Afranius [um 150 v.Chr.] S. 180). [Hier allg. Infos zu Karl Wilhelm Nitzsch (1818-1880)].

Osiander, Johann E.: Commentar über den ersten Brief Pauli an die Korinthier, 1847. (Äußerungen zur widernatürlichen Unzucht in Korinther 6/9-10. S. 247). [Schlagwort: Bibel. Hier allg. Infos zu Johann Ernst Osiander (1792-1870)].

Piper, Ferdinand: Mythologie und Symbolik der christlichen Kunst.., 1847. (Als Beispiel unnatürlicher Wollust wird neben Sodom und Gomorrha die Pasiphae genannt S. 146). [In der griechischen Mythologie vereinigte sich Pasiphae, die Tochter des Sonnengottes, mit einem Stier. Hier allg. Infos zu Ferdinand Piper (1811-1889)].

Prutz, Robert E.: Vorlesungen über die Geschichte des deutschen Theaters, 1847. (Fastnachtsspiele des Niclas Manuel [Niklaus Manuel, 1484-1530]: Gedichtzeile über die Sünd der Sodomiten S. 73). [Schlagwort: Belletristik. Hier allg. Infos zu Robert Eduard Prutz (1816-1872)].

Reinsfeld-Düringsfeld, Ida von: Margarethe von Valois und ihre Zeit, 1847. [Zum Inhalt: Ein kulturgeschichtlicher Roman basierend auf ihren Reiseeindrücken und aufgrund von Studien französischer Memoiren]. (1. Bd.: Karl zu Graf von Reetz: Du Knabenschänder, verräthst meine Geheimnisse S. 191). [Schlagwort: Belletristik. Hier allg. Infos zu Ida von Reinsberg-Düringsfeld (1815-1876)

Scheible, Johann: Das Schaltjahr; welches ist der teutsch Kalender mit den Figuren.., 1847. (3. Bd.: In Stuttgart wurde 1659 ein Fall von Sodomiterey entdeckt. Dem Verführer wurde zuerst die Hand und dann der Kopf abgehauen. Zwei weitere Männer wurden in Cannstatt enthauptet S. 445-446). [S. oben Steinhofer, 1744. Hier allg. Infos über Johann Scheible (1809-1866)].

Schuselka, Franz: Oesterreichische Vor- und Rückschritte, 1847. (Fall von Knabenschändung mit Verwandtenmord. Nur der Diener als Kuppler wurde hingerichtet S. 89-90). [Schlagwort: Österreich. Hier allg. Infos zu Franz Schuselka (1811-1886)].

Schwenck, Konrad: Literarische Charakteristiken und Kritiken, 1847. (Männerliebe bei den Griechen sollte dazu führen, uns im Urteil bescheiden zu mäßigen S. 475). [Hier allg. Infos zu Konrad Schwenck (1793-1864)].

Siebold, Eduard C. von: Lehrbuch der gerichtlichen Medizin, 1847. (Untersuchung der Geschlechtstheile nach Päderastie und Sodomie S. 105-106. Päderastie mit Spuren am After, lesbische Liebe, Verwendung von Priape [Dildos] im Altertum S. 111-113). [Hier allg. Infos zu Caspar von Siebold (1801-1861)].

Sugenheim, Samuel: Geschichte der Jesuiten in Deutschland.., 1847. (Beitrag mit Literaturhinweisen über Päderastie bei den Jesuiten. Es geht um die Fall Maximilian Gill, den Fall Pater Jakob Marell u.a. S. 355-360). [Hier allg. Infos zu dem Historiker Samuel Sugenheim (1811-1877)].

Theiner, Anton: Das Seligkeits-Dogma.., 1847. (Verordnung von Papst Leo X. 1541 gegen Sodomiterei. Papst Pius V. wiederholt sie und erlässt 1568 ein eigenes Edict gegen Sodomie. Jeweils mit Quellenangabe. S. 648-649). [Hier allg. Infos zu Augustin Theiner (1804-1874)].

Vischer, Friedrich T.: Aestethik.., 1847. (Ein Satz: Die griechische Knabenliebe ist eine durch Zurückgezogenheit des Weibes veranlaßte Verirrung des Geschlechtsreizes in die Freundschaft; die pädagogische Liebe, zu der sie Plato umdeutet, ist nicht mehr Freundschaft. S. 201). [Hier allg. Infos zu Friedrich Theodor Vischer (1807-1887)].

1848

Allgemeine Realencyclopädie, 1848. (7. Bd.: Einige Sätze zu Sodomiterei und Päderastie zu dem Fall Marc Antoine Muret [Marcus Antonius Muretus, 1526-1585] S. 413-414).

Cretineau-Joly, Jacques: Geschichte der Gesellschaft Jesu.., 1848. (5. Bd.: Die Geschichte des 1601 in Antwerpen verbrannten Jesuiten P. Heinrich soll eine Erfindung sein S. 238-239. [Zum Kontext mit Sodomie s. oben Sauvage, 1793. Hier allg. Infos zu Jacques Cretineau-Joly (1803-1875)].

Deutsche Allgemeine Zeitung, 22.02.1848. (Strafbarkeit der widernatürlichen Unzucht S. 518). [Schlagwort: Anno, Österreich].

de Valenti, Ernst J.: Die Bergpredigt des Herrn.., 1848. (2. Bd.: Über das Hundgeld S. 147). [Schlagwort: Prostitution, Bibel. Hier allg. Infos zu Ernst Josef Gustav de Valenti (1794-1871)].

Erman, Adolf: Reise um die Erde.., 1848. (3. Bd.: Über die Kojektschutschi, den männlichen Beischläfern, die zum Teil Frauenkleider trugen und Frauenarbeit verrichteten. Verfasser kritisiert eine Buchausgabe, wo die Kojektschutschi aus übertriebener Verschämtheit und fälschlicherweise als Frauen bezeichnet werden S. 249-250). [S.a. Herzer 95, der alle Bände des Werkes von 1833–1848 aufzählt. Der Eintrag bei Herzer beruht aber offenbar nur auf dem Beitrag im JfsZ 3.1903, wo auf den S. 164 und 168 die oben aufgeführten Seiten erwähnt werden. Hier allg. Infos zu Georg Adolf Erman (1806-1877)].

Friedrich, Johannes B.: Zur Bibel. Naturhistorische, anthroplogische und medizinische Fragmente, 1848. (1. Bd. Kap. Ueber Päderastie und Sodomie S. 153-155). [Hier allg. Infos über Johann Baptist Friedreich (1796-1866). Zur Bewerbung des Buches mit dem Kap. siehe unten Wiener Zeitung, 1849].

Grässe, Johann G.: Geschichte der Poesie Europas und der bedeutendsten aussereuropäischen Länder, 1848. (Männerliebe bei Mihr und Muschteri und von Hilali: Der Schah und Derwisch S. 1085. [Schlagwort: Persien, Belletristik. Siehe unten Stimmen, 1850. Hier allg. Infos zu Johann Georg Theodor Grässe (1814-1885)].

Haeberlin, Carl F.: Grundsätze des Criminalrechts.., 1848. (3. Bd.: Kap. Gewaltsame Widernatürliche Unzucht S. 266-268. Unzucht mit Kindern S. 272-283. Verführung zur Unzucht S. 283-290. Widernatürliche Unzucht mit der rechtlichen Situation in den unterschiedlichen Ländern. Autor betont, dass die Handlugen zu Ekel erregend sind, dass eine nähere Angabe weder zulässig noch möglich sei S. 299-302). [Hier allg. Infos zu Karl Franz Häberlin (1813-1898)].

Hasse, Friedrich R.: Anselm von Canterbury, 1848. (Einige Sätze über die Behandlung von Sodomiterei als Anathema, einem Ausschluss aus der Gemeinschaft, womit bekanntlich die bürgerlich Acht verbunden war S. 486). [Hier allg. Infos zu Friedrich Rudolf Hasse (1808-1862)].

Heidelberger Jahrbücher der Literatur, 1848. (41. Bd.: d’Ewes geht auf die unnatürliche Wollust von Franz Bacon ein S. 84-85). [Hier allg. Infos zu Simonds D'Ewes (1602-1650) und Francis Bacon (1561-1626) einschl. der homosexuellen Gerüchte].

Held, G. F. / Siebdrat, G. A.: Criminalgesetzbuch für das Königreich Sachsen, das Grossherzogthum Sachsen, 1848. (Gesetzestext und Kommentar S. 394-395). [Zu G. F. Held und G. A. Siebdrat liegen keine weiteren Angaben vor. Hier allg. Infos zum Königreich Sachsen (1806-1918)].

Kettenacker, J. von: Die Verbrechen des neuen Strafgesetzbuches für das Großherzogthum Baden.., 1848. (Gesetzestext und Kommentar S. 177-178). [Hier allg. Infos zu Johann von Kettenacker (1783-1855) und zum Großherzogtum Baden (1806-1871)].

Kritische Jahrbücher für deutsche Rechtswissenschaft, 1848. (12./13. Jg.: 24. Bd.: Dr. Heyne im Rahmen der Rez. von August E. Lengnick: Der sächsische Eheprocess auch über Sodomie als Scheidungsgrund S. 986-1006, hier S. 992-993, 995). [Schlagwort: Sachsen, Eherecht. Das rezensierte Buch wird nicht als Scan angeboten].

Lesetipp! Kombst, Gustaf: Erinnerungen aus meinem Leben, 1848. (Kap. XI über die Bekanntschaft mit Georg L..dorff, der wegen einer unerlaubten Hinneigung zu griechischen Sitten verurteilt wurde S. 78-86. Die Liebe zu Knaben schien zu zehren. Er wurde wahnsinnig, starb 1838 und hatte vorher eine Novelle - wahrscheinlich über Knabenliebe geschrieben S. 98-99. Ein anderer Freund war Friedrich Redepenning. Weil dieser eine Neigung für hübsche Knaben hatte, hat er ihn um 1832 mit Georg L..dorff bekannt gemacht. L. und R. fühlten sich gegenseitig angezogen S. 94, 97-98). [S.a. Herzer 127a. Hier allg. Infos zu Gustaf Kombst (1806-1846). Zu Friedrich Redepenning und L..dorff liegen keine weiteren Angaben vor].

Langenschwarz, von Maximilian L: Der gesetzgebende Schurke Justinian, 1848. (Nach Theophanes hat Justinian den Bischöfen Esaias von Rhodus und der Bischof Alexander von Diospolis zuerst Knabenschändungsbewilligungen ausgestellt. Später wurden sie jedoch auf frischer That ertappt und gefoltert S. 29-30). [Nach Wikipedia sind die einzigen namentlich bekannten Opfer der Sodomiterverfolgung von Justinian I. (482-565) Isaiah von Rhodos und Alexander von Diospolis in Thrakien. Hier allg. Infos zu Maximilian Leopold Langenschwarz (1801-1852)].

Lippert, H.: Die Prostitution in Hamburg, 1848. (Ein Satz, dass in Hamburg die Päderastie nur selten und Sodomie gar nicht vorkommt S. 46). [Zu dem Hamburger Arzt H. Lippert liegen keine weiteren Angaben vor].

Neue Jahrbücher für sächsisches Strafrecht, 1848. (4. Bd.: Fall von einem Gerichtsurteil über zwei Monate Gefängnis wegen widernatürlicher Unzucht mit ausführlicher Begründung und Verweis auf allg. Ausführungen von Wächter S. 485. Am Beispiel von einem Gerichtsurteil über widernatürlicher Unzucht mit einem Mädchen auch ein Kommentar zu Männern S. 490-493). [Siehe oben Wächter, 1835].

Probst, Ferdinand: Katholische Moraltheologie, 1848. (1. Bd.: Kap. Widernatürliche Unzucht mit moralischer Bewertung S. 355-356). [Hier allg. Infos zu Ferdinand Probst (1816-1899)].

Reichlin-Meldegg (Freiherr von), Karl A.: Die deutschen Volksbücher von Johann Faust, dem Schwarzkünstler, 1848. (Äußerungen von Widman zur sodomitischen Sünde S. 58, 60, 92). [Hier allg. Infos zu Karl Alexander Freiherr von Reichlin-Meldegg (1801-1877) und zum Fausstoff].

Rettberg, Friedrich W.: Kirchengeschichte Deutschlands.., 1848. (2. Bd.: Fragen an Mönche, ob sie mit Knaben Schande verübt haben S. 659). [Hier allg. Infos zu dem Kirchenhistoriker Friedrich Wilhelm Rettberg (1805-1849)].

Temme, Jodocus D.: Zur Kritik des Entwurfs des Strafgesetzbuchs für die Preußischen Staaten, 1848. (Kritik am Entwurf des geplanten § 183 des Gesetzestextes S. 98). [Siehe oben Temme: Critik, 1843. Hier allg. Infos zu Jodocus Temme (1791-1881)].

Verhandlungen des im Jahre 1848 zusammenberufenen Vereinigten ständischen Ausschusses. (1848: 1. Bd.: Antrag, die Bestimmungen zur widernatürlichen Unzucht umzuformulieren in Unzucht gegen die Natur S. 270-271). (1848: 3. Bd.: Äußerungen des Abgeordneten Freiherr von Gudenau über eine dezente Sprache im Gesetzestext bzgl. der widernatürlichen Unzucht S. 378. Gesetzestext für Preußisches Strafrecht, strafbar nur unter Männern S. 429-430. Gesetzestext des § 183 und dem Hinweis, dass die Streichung des ersten Satzes mit 12 gegen 2 Stimmen zurückgewiesen wurde S. 485-486. Über Cassation bzw. Amtsenthebung S. 699-700). [Schlagwort: Preussen. Hier allg. Infos zur Preussischen Verfassung (1848)].

Weisse, Christian E.: Criminalgesetzbuch für das Königreich Sachsen: Mit erläuternden Bemerkungen.., 1848. (Gesetzestext und Kommentar S. 807-808). [Hier allg. Infos zu Christian Ernst Weisse (1766-1832) und zum Königreich Sachsen (1806-1918)].

Werne, Ferdinand: Expedition zur Entdeckung der Quellen des Weissen Nil (1840-1841), 1848. (Februar 1841: Über griechische Liebe und dem russischen Hauptmann Selim Aga, Selim Kaptan und Soliman Kaschef. Auch Achmed Bascha war ein Weiberfeind. Frage nach Todesstrafe S. 383). [Schlagwort: Afrika. Hier Infos zu Ferdinand Werne (1800-1874) und zu dem Lyriker Achmed Bascha bzw. Ahmed Pascha (1426–1497). Siehe oben Latifi, 1800].

1849

Abhandlungen der Preussischen Akademie der Wissenschaften, 1849. Griechische Männerliebe wurde unter dem Schutz von Eros gepflogen S. 265, 292). [Schlagwort: Griechische Mythologie].

Damianitsch, Martin: Handbuch der Strafgesetze für die K.K. österreichische Armee.., 1849. (Kommentare zur Theresiana: 74., 81. und 82. Art. Nach Art. 84, § 1 ist die Todesstrafe durch das Schwert verpönt. Bei mildernden Umständen kann Strafverschärfung wegbleiben und Leibesstrafe verhängt werden S. 148). [Hier allg. Infos zu dem Militärjuristen Martin Damianitsch (1807-1899)  und zur Theresiana bzw. Constitutio Criminalis Theresiana (1768/69-1787)].

Frühwald, Wilh. T.: Entwurf eines Gesetzes über Verbrechen und deren Bestrafung für das Kaiserthum Oesterreich, 1849. (Grundlage Strafgesetzbuch 1803. Gesetzestext Widernatürliche Unzucht S. 72-73). [Schlagwort: Österreich. Hier allg. Infos zu Wilhelm Theodor Frühwald (1816-1883)].

Gieseler, Johann K.: Lehrbuch der Kirchengeschichte, 1849. (7. Bd.: Ein Satz über Sodomiterei bei den Templern und die schmutzigen Küsse S. 18). [Hier allg. Infos zu Johann Karl Ludwig Gieseler (1793-1854)].

Graff, Heinrich: Ergänzungen und Erläuterungen der preussischen Rechtsbücher.., 1849. (Rechtsprechung Sodomie S. 451-453). [Zu Heinrich Graff liegen keine weiteren Angaben vor].

Guericke, Heinrich E.: Handbuch der Kirchengeschichte.., (1849: 7. Aufl.: 1. Bd.: Über die Verfolgung der Christen in Lugdunum und Vienna im Jahre 1077. Fußnotentext: Die Sklaven der Christen machten Aussagen über deren widernatürliche Unzucht, die der böswillige heidnische Pöbel natürlich gern glaubte S. 128). (1854: 8. Aufl.: 1. Bd.: Identischer Text, aber S. 133-134). (1866: 9. Aufl. 1. Bd.). [Hier allg. Infos zu Ferdinand Guericke (1803-1878). In den ersten Aufl. ist die Fußnote nicht enthalten. Untersucht wurden die jeweils ersten Bände der folgenden Jahrgänge: 1833: 1. Aufl.; 1837: 2. Aufl.; 1838: 3. Aufl. und 1843: 5. Aufl.].

Hasskarl, Justus K.: Australien und seine Kolonien Süd-Australien, 1849. (2. Bd.: Andeutung unnatürlicher Sinnlichkeit S. 82). [S.a. Herzer 130. Weil sich der Text hier auf Frauen in Bezug zu Männer bezieht, gibt es vermutlich noch weitere Textstellen des noch nicht systematisch ausgewerteten Buches, die eine Aufnahme in Herzers Bibliographie veranlasst haben. Hier allg. Infos zu Justus Karl Haßkarl (1811-1894)].

Hermann, Karl F.: Gesammelte Abhandlungen.., 1849. (Wegen dem Satz: Leomachos hat den Chaldidensern den Sieg gesichert und den Anlass zu der Knabenliebe gegeben, die Chalkis vor allen übrigen Griechen pflegte S. 195). [Hier allg. Infos zu Karl Friedrich Hermann (1804-1855)].

Phillips, Georg: Ueber den Ursprung der Katzenmusiken…, 1849. (Im Kontext von Aberglauben: Wenn sich Männer als Frauen verkleiden, machen sie die männliche Kraft weibisch S. 40). [Schlagwort: Travestie. Hier allg. Infos zu Georg Phillips (1804-1872)].

Scheible, Johann / Reichlin-Meldegg, Karl A.: Die Geschichte vom Faust in Reimen: nach dem einzigen bekannten Exemplar.., 1849. (Die Behandlung von Sodomie in Widmanns Faust S. 254, 470). [Hier allg. Infos über Johann Scheible (1809-1866), zu Karl Alexander Freiherr von Reichlin-Meldegg (1801-1877) und zum Fausstoff].

Verordnungsblatt des Herzogtums Nassau, 1849. (41. Bd.: Gesetzestext Widernatürliche Unzucht S. 250). [Schlagwort: Hessen, Rheinland Pfalz. Hier allg. Infos über Herzogtum Nassau (1806-1866)].

Wiegand, Otto: Wigand's Conversations-Lexikon für alle Stände, 1849. (Misogynie und Sodomiten S. 96). [Hier allg. Infos zu Otto Wiegand (1795-1870)].

Wiener Zeitung, 13.11.1849. (Der Inhalt der neuen Schrift von J. B. Friedreich: Die Bibel umfasst auch ein Kap. Ueber Päderastie und Sodomie S. 11). [Schlagwort: Anno, Österreich. Zum beworbenen Buch siehe oben Friedreich, 1848].

1850

Lesetipp! Andersen, Hans C.: Märchen. [Zum Inhalt: Andersen Märchen erschienen ab 1840 in deutschen Übersetzungen und gehören mittlerweile zur Weltliteratur. Seit dem 19. Jahrhundert wird eine mögliche Homosexualität von Anderesen diskutiert und wurde 1901 mit dem Artikel Hans Christian Andersen: Beweis seiner Homosexualität im JfsZ 1901. S. 203-230 vertieft. Jüngere Untersuchungen haben versucht, in Andersens Märchen und Romanen insbesondere das Thema der homoerotischen Maskierung herauszuarbeiten. So geht es in der kleinen Meerjungfrau darum, seinen Schmerz und seine Liebe nicht aussprechen zu können, in Des Kaisers neue Kleider um Demaskierung und in Das hässliche Entlein um einen Ausschluss aus der Gesellschaft. Seine Tagebücher werden als deutsche Übersetzungen nicht als Scan angeboten]. (1850: 3. Aufl.: U.d.T.: Gesammelte Märchen: Des Kaisers neue Kleider S. 22-27. Die kleine Seejungfrau [auch bekannt als Die kleine Meerjungfrau] S. 147-175. Das hässliche Entlein S. 203-215). (1872: 7. Aufl.: U.d.T.: Sämmtliche Märchen: Das hässliche Entlein S. 97-109 mit vier Zeichnungen. Des Kaisers neue Kleider S. 262-267 mit zwei Zeichnungen und Die kleine Seejungfrau S. 325-353 mit drei Zeichnungen). [Hier allg. Infos zu Hans Christian Andersen (1805-1875). Schlagwort: Belletristik. S.a. Bibliothek von Sodom, S.10-11. S.a. Capri Heft 19/1995, S. 19-25 und Heft 20/1995, S. 24-25. Das Märchen Der Freundschaftsbund – siehe unten JfsZ 3.1901, S. 508 – wurde in diesen Ausgaben nicht gefunden. S.a. Detering, S. 175-232. S.a. Registereinträge in Keilson-Lauritz].

 

Siehe voriger Eintrag

Jüngere Untersuchungen arbeiten in Andersens Märchen das Thema der homoerotischen Maskierung heraus. So geht es in der kleinen Meerjungfrau (Zeichnung aus der Publikation von 1872) darum, seinen Schmerz und seine Liebe nicht aussprechen zu können, in Des Kaisers neue Kleider um Demaskierung und in Das hässliche Entlein um einen Ausschluss aus der Gesellschaft.

Weiter mit 1850

Brach, Bernhard: Lehrbuch der gerichtlichen Medicin, 1850. (Hier 2. Ausgabe. Nothzucht [= Vergewaltigung], kann auch an Männern begangen werden S. 630. Knabenschändung und Lesbische Liebe, bei der als Folge sogar der Tod genannt wird. Andeutung sozialer Umgangsformen S. 639-641). [S.a. Herzer 124, der sich auf Ausgabe von 1846 bezieht, die jedoch nicht als Scan angeboten wird. S.a. Mildenberger, S. 35. Hier allg. Infos zu Bernhard Brach (1828-?)].

Dumas, Alexander: Ludwig der fünzehnte, 1850. (4. Bd.: Mitteilung vom 11. Juli 1774 wie das Laster der Tribaden in Mode kommt. Demoiselle Arnould gewährt sich dieses Vergnügen mit Virginie, die sich deshalb von Marquis von Bièvre [1747-1789] getrennt hat S. 92). [Schlagwort: lesbisch. Zum Autor liegen keine weiteren Angaben vor. Er ist nicht einer der beiden franz. Schriftstellern Alexandre Dumas. Hier allg. Infos zu Ludwig XV. (1710-1774)].

Greverus, Johann P.: Zur Würdigung, Erklärung und Kritik der Idyllen Theokrits.., 1850. (2. Aufl. Knabenliebe in dem Gedicht Idyll XII. Knabenliebe in der Antike. Folgen von passiver Päderastie sind Krankheiten im Mastdarm, Anschwellung des Gesässes und der Hüften wie bei Frauen. Päderastie bei den Türken und im Orient wie bei Ibrahim Pascha [1789-1848] S. 91-95). [Schlagwort: Türkei. S.a. Herzer 120, der sich auf Ausgabe 1845 bezieht, die nicht als Scan angeboten wird. Zu den Werken von Theokritos (um 270 v.Chr.) siehe oben Theokritos, 1808. Zu Greverus siehe kurzer Hinweis von Magnus Hirschfeld  (1914)].

Handbuch der allgemeinen Literaturgeschichte aller bekannten Völker.., 1850. (4. Bd.: Über die Schrift von Thomas Sanchez [um 1550-1610]: De Sacramento matrimonii von 1592, die als Noth- und Hilfsbüchlein für Sodomiten und warme Brüder wie geschaffen ist S. 194). [Schlagwort: Sprache].          

Panofka, Theodor: Die griechischen Eigennamen mit Kalos.., 1850. (Eine Trinkschale mit Scenen von Männerliebe geschmückt S. 25. Männerliebe der Griechen mit Verweise aus Böttiger: Griechische Vasengemälde S. 72-76. Bildbeschreibung Achilles auf Tafel 3, Nr. 10 S. 88. Zeichnung [S. 93]). [Schlagwort: Bildende Kunst. Siehe oben Böttiger, 1797. Hier allg. Infos zu Theodor Panofka (1800-1858)].

Stimmen aus dem Morgenlande, 1850. (Hrsg. C. R. S. Peiper. Kap. Über den Inhalt des Buchs Mihr und Muschteri [evt. vollständig] S. 266-310. Zwischen den beiden Männern eine feurige, aber höchst reine und verschiegene Liebe. Wegen dieser Liebe wurden sie verklagt S. 275). [Schlagwort: Persien, Belletristik. Mihr und Muschteri bzw. Sol und Jupiter stammt von Chodscha Mohammed Aßar]).

Unger, Joseph: Die Ehe in ihrer Welthistorischen Entwicklung, 1850. (Knabenliebe bei den Griechen S. 63-64). [Hier allg. Infos zu Joseph Unger (1828-1913)].

Vereinte deutsche Zeitschrift für die Staatsarzneikunde, 1850. (7. Bd.: Kap.: Einige Beiträge […] von der naturwidrigen Befriedigung des Geschlechtstriebes von Dr. Im-Thurn zu Bargen. Drei Fälle: 1. Der Dichter M. aus dem Kanton Waard hat einen entsprechenden Antrag eines Mannes mit Maulschellen beantwortet. 2. Im Frühjahr 1844 wurde ein Mann wegen Kontakt mit 13-Jährigen angeklagt. 3. Fall von einem 10-11-jährigen in einem Kinderhospital zu Paris, der sowohl Mund als After gegen einige Sous zur Unzucht an Männer hergeliehen hatte. Folgen am After bei Nothzucht und Verführung. Oralverkehr ist bei Franzosen gewöhnlich, auch Frauen mit Frauen S. 371-374). [Schlagwort: lesbisch, Prostitution. Zum Autor liegen keine weiteren Angaben vor].

Goethe, Johann W. von / Reinhard, Karl: Briefwechsel zwischen Goethe und Reinhard in den Jahren 1807 bis 1832, 1850. (Reinhard an Goethe am 3. Juli 1810, dass der erste Band von Johannes von Müllers allgemeiner Geschichte einen roten Faden der Männerliebe hat. Müller will weder gestehen noch leugnen S. 86). [Hier allg. Infos zu  Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), Karl Friedrich Reinhard (1761-1837) und Johannes von Müller (1752-1809). Siehe oben Müller, 1810].

1851

Das Ausland: Wochenschrift für Länder- u. Völkerkunde, 1851. (24. Bd.: Statistik über England und Wales mit 99 Fällen von Unnatürliche Wollust im Jahre 1849 S. 412).

Bemerkungen über den Entwurf eines Strafgesetzbuchs für die preussischen Staaten, 1851. (Als Zitat von Feuerbach wird betont, dass man den Päderasten für strafbarer erklärt als den Bestialen S. 11). [Hier allg. Infos zu Paul Johann Anselm von Feuerbach (1775-1833)].

Beseler, Georg: Kommentar über das Strafgesetzbuch für die Preußischen Staaten.., 1851. (Kommentar S. 310-311). [Schlagwort: Preußen. Wikipedia: 1851: In Preußen, dem mächtigsten der Staaten, die später Deutschland bilden werden, wird ein Vorläufer zum späteren Paragraph 175 erlassen, der sexuelle Mann-Mann-Handlungen unter Strafe stellt. Obwohl weniger streng gefasst als der spätere Paragraph, läuft er dem allgemeinen deutschen Trend, die gleichgeschlechtliche Sexualität zu entkriminalisieren, entgegen. Hier allg. Infos zu dem Juristen Georg Beseler (1809-1888)].

Das Buch des Weltweisheit.., 1851. (2. Bd.: Fall des Vanini [Lucilio Vanini, 1585-1619]: Er wurde zwei Mal als Päderast ertappt und wegen Ketzerei zum Tode verurteilt S. 51). [Zu diesem Fall siehe unten Noack, 1852].

Clemens, Richard: Die Sibyllinischen Orakel.., 1851 (Knabenliebe in Griechenland S. 93-94). [Zu dem Autor Dr. Richard Clemens liegen keine weiteren Angaben vor].

Commentar über das Criminal-Gesetzbuch für das Königreich Hannover, 1851. (2. Bd.: Gesetzestext und Kommentar S. 298-299). [Zum 1840 eingeführten neuen Strafgesetzbuch s. oben Allgemeines Criminal-Gesetzbuch, 1840. Hier allg. Infos zum Königreich Hannover (1814-1866)].

Deutsch-böhmisches Wörterbuch, 1851. (3. Bd.: In der böhmischen Sprache gibt es ein Wort für Sodomit und Männerwürger S. 384). [Schlagwort: Sprache, Böhmen].

Dunlop, John C. / Liebrecht, Felix (Übers.): Geschichte der Prosadichtungen oder Geschichte der Romane.., 1851. (Im Hirtenroman Daphnis und Chloe gibt es Gnatho, der für den Hirten Daphnis eine Freundschaft a la Grecque fasst S. 22). [Zum Roman siehe oben Longus, 1765. Schlagwort: Belletristik. Hier allg. Infos zu dem schottischen Historiker John Colin Dunlop (um 1785-1842) und Felix Liebrecht (1812-1890)].

Friedreich, Johann B.: Die Realien in der Iliade und Odyssee. (1851. [1. Aufl.] Die Gedichte von Homer [gemeint ist Ilias] enthalten keine Hinweise auf eine entartete Sinnenlust der Freundschaft zwischen Achilles und Patroklos S. 230. Ganymed und Zeus S. 570-572). (1856. 2. verm. Ausgabe. Ident. mit 1851, aber mit zusätzlicher Beitrag über Ganymed, Zeus und Männerliebe S. 755-756). [Der Passus über Homer ist nahezu wortgleich wie in siehe oben Helbig, 1839. Hier allg. Infos über Johann Baptist Friedreich (1796-1866), Homer (?-?) und dessen Werke Ilias und Odyssee].

Gumposch, Victor G.: Die philosophische Literatur der Deutschen, 1851. (Halbsatz über Johann von Müller: Und sollte es auch unwahr sein, daß er Knabenschänder gewesen.. S. 207). [Hier allg. Infos zu dem Literaturhistoriker Philipp Victor Gumposch (1817-1853) und Johannes von Müller (1752-1809)].

Güntner, Franz X.: Handbuch der gerichtlichen Medizin, 1851. (Untersuchungen über das zweifelhafte Geschlecht über Zwitter wie Marie Rosine Göttlich S. 37-43). [Schlagwort: Transsexualität. Zu Göttlich s. oben Wochenschrift.. 1833. Hier allg. Infos zum Mediziner Franz Güntner (1812-1887)].

Hefele, Carl J.: Der Cardinal Ximenes und die kirchlichen Zustände Spaniens am Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts, 1851. (2. Auflage. Nach der Carolina soll der Päderast und Sodomit mit dem Feuer gerichtet werden §. LXVI. S. 290). [Hier allg. Infos zu dem Kirchenhistoriker Karl Joseph Hefele (1809-1893). Zur Carolina siehe oben CCC, 1532].

Jüdisches Athenäum: Gallerie berühmter Männer jüdischer Abstammung.., 1851. (Ein Satz über den Gustav Pfizer [1807-1890], der im Verdachte der sokratischen Liebe steht S. 78). [Siehe oben Heine, 1840].

Juristische Zeitung für das Königreich Hannover, 1851. (26. Bd.: Statistik über Widernatürliche Unzucht u.a. Straftaten, hier aber ohne Einträge S. 234). [Hier allg. Infos zum Königreich Hannover (1814-1866)].

Klopstock in Zürich im Jahre 1750-1751, 1851. (Bodmer über das Verhältnis von Friedrich Gottlieb Klopstock und Hartmann Rahn: Es ist für mich noch ein Geheimnis, von welcher Natur diese Verbindung sey S. 90. [Zu Klopstock siehe unten Muncker, 1893. S.a. Mann für Mann, S. 431-433, 570, der auch auf S. 52ff. verweist]).

Knebel, Johannes / Buxtorf-Falkeisen, Karl: Chronik des Kaplans Johannes Knebel.., 1851. (Ende 1474 wurden in Basel 18 Lombarden bzw. Edelleute, die u.a. Verbrechen an Knaben ausgeübt haben, auf einem Scheiterhaufen verbrannt S. 106-107. Johannes Stocker, Kaplan in Basel, wurde [1475] bei einem sodomitischen Vergehen an zwei Scholaren [fahrenden Schülern] ertappt und vom Dekan gefangengenommen S. 150-151). [Zu den Lombarden s.a. Mann für Mann, S. 95. S.a. Die sünde, S. 69-70, wo auf S. 70 eine Illustration aus Schilling: Die große Burgunderchronik von S. 225 abgebildet ist, wobei weder die Chronik noch die Illustration als Scan angeboten werden. Zu Stocker s.a. Mann für Mann, S. 680 und s.a. Die sünde, S. 79. Zu den Lombarden s.a. Spreitzer, S. 64-65. Hier allg. Infos zu dem Basler Chronisten Johannes Knebel (um 1414- um 1482). Zu Karl Buxtorf-Falkeisen liegen keine weiteren Angaben vor].

Krause, Johann H.: Geschichte de Erziehung, des Unterrichts, und der Bildung bei den Griechen, 1851. (Kap. Der Knaben-Eros der Hellenen. Kretische Knabenliebe kam in Verruf und kretische Sitte wurde sprüchwörtlich genommen S. 411-417). [Schlagwort: Pädagogik, Sprache. Hier allg. Infos zu Johann Heinrich Krause (1800-1882)].

Leonhardt, Gerhard A.: Commentar über das Criminalgesetzbuch für das Königreich Hannover, 1851. (2. Bd. Gesetzestext Widernatürliche Wollust mit Kommentar S. 298-299). [Zum 1840 eingeführten neuen Strafgesetzbuch s. oben Allgemeines Criminal-Gesetzbuch, 1840. Hier allg. Infos zu Adolf Leonhardt (1815-1880) und zum Königreich Hannover (1814-1866)].

Lesetipp! Die Materialien zum Strafgesetzbuche [für Preussen], 1851. (1. Bd.: Strafgesetzbuch für die Preußischen Staaten mit Gesetzestext und Kommentar. Der § 143 besagte: Die widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts oder von Menschen mit Thieren verübt wird, ist mit Gefängniß von sechs Monaten bis zu vier Jahren, sowie mit zeitiger Untersagung der Ausübung der bürgerlichen Ehrenrechte zu bestrafen. Zusätzliche Kommentare zum vorherigen Landrecht, dass dieser nur erhebliche Fälle von gleichgeschlechtlichen Sex, aber nicht die Onanie bestrafen wollte. S. 293-295. Die Nothzucht [Vergewaltigung] nach § 144 schließt nun auch Männer als Opfer ein. Bei der Diskussion über Entführung eine Frauensperson nach § 207 war dies noch nicht einmal nur Sprache gekommen S. 295-302, 443). [Mit Wirkung vom 1. Juli 1851 ersetzte dieses Strafgesetzbuch für Preußen den strafrechtlichen Teil von Allgemeines Landrechts von 1794. An die Stelle von Verbannung war damit die vorübergehende Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte getreten. S.a. Derks, S. 55 mit Hinweisen auf die Entwürfe von 1843, 1846 und 1847 und dem Hinweis, dass mit dem Gesetz von 1851 erstmals nur männliche Homosexualität unter Strafe gestellt wurde. S.a. Bleibtreu-Ehrenberg, S. 312].

Mehler, Ludwig: Reihe: Beispiele zur gesammten christkatholischen Lehre...  (1851: 5. Bd.: 2. Aufl. U.d.T.: Der Katholik in seinem Thun und lassen. Kap.: Die stumme oder sodomistische Sünde mit drei Beispielen. 1. Sodom in der Bibel. 2. Während einer Predigt des heiligen Vinzencius Ferrerius sind zwei lasterhafte Jünglinge in dem Augenblick der Begehung der Weichlichkeit gestorben und brannten bis zur Asche aus. 3. Nach Plutarch wollte König Demetrius den Knaben Damocles, der sich ins Bad begab, gewaltsam verleiten. Dieser sprang in siedendes Wasser um lieber zu sterben als eine so abscheuliche Sünde zu begehen S. 207-209). (1851: 3. Bd.: 3. Aufl.: Missbrauch des gleichen Geschlechtes mit Beispielen: Bibelstellen, Die Predigt des hl. Chrysostomus und Der adelige Jüngling Pelagius S. 634-637). (1855: 3. Bd.: 4. Aufl.: Die Struktur der Texte in dieser Auflage wurde verändert. Die Texte über Die stumme oder sodomistische Sünde sind identisch mit dem oben aufgeführten 5. Bd. der 2. Auflage, hier auf S. 385-386). [Hier allg. Infos zu dem Theologen Ludwig Mehler (1816-1872), dem Prediger Vinzenz Ferrer (1350-1419) und zu Demetrios von Phaleron bzw. Demetrios Phalereus (um 350-um 280 v.Chr.). Die Reihen- und Band-Bezeichnung wirkt bei Mehler uneinheitlich. S.a. Herzer 128, der auf die 3. Aufl. von Der Katholik in seinem Glauben hinweist. Dieser Eintrag fusst offenbar nur auf dem Hinweis im JfsZ 3.1901, S. 501, das auf Beiträge über Homosexualität in Der Katholik in seinem Glauben 3. Bd. S. 634 und in Beispiele zur gesammten christkatholischen Lehre, 1861, 3. Bd. S. 386 hinweist. Beide Bände werden nicht als Scan angeboten. Zu den sexuellen Hintergründen von Plutarch siehe oben Plutarch, 1747 und siehe unten Hans Licht in Liebe und Ehe in Griechenland auf S. 146. Zu Pelagius siehe unten Vollständiges.., 1875 mit Ill.].

Neue Jahrbücher für Philologie und Paedagogik, 1851. (63. Bd.: Eros als Gott der Männerliebe S. 155). [Schlagwort: Griechische Mythologie].

Der österreichische Zuschauer, 1.3.1851. (Über den wegen Knabenschändung gesuchten Rektor und Jesuitenpater Bäder S. 274). [Zu diesem Fall siehe unten Die Volksbötin, 1851 und siehe unten Deutsche Allgemeine Zeitung, 1852].

Pahl, Gottfried von: Denkwürdigkeiten aus meinem Leben, 1851. (Die Lieblinge, die den König Friedrich I. [1754-1816] umgaben S. 390-391). [S.a. Capri Heft 6 bzw. 4/1988, S. 3-22. S.a. Mann für Mann, S. 251-253. Hier allg. Infos zu Johann Gottfried Pahl (1768-1839)].

Pape, H. M.: Bemerkungen über den Entwurf eines Strafgesetzbuchs für die preussischen Staaten, 1851. (Als Zitat von Feuerbach heißt es dort u.a.: Wer Verbrechen auf den Staatszweck und nicht auf die Moral bezieht, wird den Päderasten als strafbarer erklären als den Bestialen S. 11). [Über H. M. M. Pape liegen keine weiteren Angaben vor].

Philologus, 1851. (6. Bd.: Knabenliebe in Griechenland, Phädrus S. 686-691).

Reinke, Laurenz: Beiträge zur Erklärung des alten Testamentes.., 1851. (Sodom und Gomorrha, Phalluskult S. 358-359). [Hier allg. Infos zu Laurenz Reinke (1797-1879)].

Sporschil, Johann: Die Geschichte der Deutschen, 1851. (1851: 1. Aufl.: 3. Bd.: Ein Satz, dass König Wilhelm I. [1688-1740] auch nur den Versuch von Sodomiterei mit dem Feuertode bestrafen ließ S. 387). (1859: 2. Aufl.: identisch). [Hier allg. Infos zu Johann Chrysostomus Sporschil (1800-1863)].

Stieber, Wilhelm: Die Gesetzgebung des Preußischen Staats, 1851. (Gesetzestext für Preußen S. 22). [Hier allg. Infos zu Wilhelm Stieber (1818-1882)].

Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. [Zum Inhalt: Das Lexikon von Heinrich A. Pierer (†1850) wird als das erste voll ausgeformte moderne allgemeine Lexikon bezeichnet. Es erschien u.a. in der 1. Aufl. von 1824-1836; in der 2. Aufl. von 1840–1846; in der 3. Aufl. 1849–1852; in der 4. Aufl. 1857–1865 bis zur 7. Aufl. am Ende des 19. Jh.]. (1835: [1. Aufl.]: 15. Bd. Beitrag: Päderastie S. 565-566). (1835: [1. Aufl.]: 21. Bd.: Beitrag: Sodom S. 265. Beitrag: Sodomie insb. zu den Ursachen, die einzelne Menschen dazu verleiten können S. 265-266). (1851: 3. Aufl.: 8. Bd.: Beitrag: incubus = u.a. Päderast S. 126). (1857: 4. Aufl.: 1. Bd.: Beitrag: Afterfissur als Folge von Päderastie S. 171). (1858: 4. Aufl.: 4. Bd.: Beitrag: Cinaedus. Das griechische Wort steht für Knabenschänder und für Balletttänzer in unzüchtigen Stellungen u. Bewegungen S. 145). (1857-1865: 4. Aufl.: Neu gesetzte digitale Volltextversion, bei der u.a. mit folgenden Begriffen eine Recherche möglich ist: Päderastie und Päderast (Verweise von Knabenliebe und Knabenschänderei hierhin), Cinaedus, Razzi mit Hinweis auf Verdacht der Knabenschänderei [Heute eher bekannt als Il Sodoma bzw. Giovanni Antonio Bazzi), Sodomie und Incubus (das u.a. mit Päderast erklärt wird). [Schlagwort: Sprache. Hier allg. Infos zum Universal-Lexikon].

Verhandlungen [des preussischen Landtages], 1851. (Über diverse Begriffe wie Unzucht und widernatürliche Unzucht S. 633. Der § 132 bleibt unverändert S. 666. Aus dem Entwurf des Strafgesetzbuches für die Preußischen Staaten der Wortlaut des § 143 S. 705). [Schlagwort: Preußen].

Verhandlungen der Ersten Kammer, [des preussischen Landtages], 1851. (Kommentar S. 22).

Vogel, Ernst G.: Bibliotheca biographica Lutherana: Uebersicht der gedruckten Mart. Luther, 1851. (Wegen dem Satz, dass Joh. Müller in einer genannten Schrift im Jahre 1658 bestätigt, dass Luther kein Sodomit gewesen sei S. 32). [Zu Luther s.a. Puff. Hier allg. Infos zu dem Bibliothekar Ernst Gustav Vogel (1797-1874)].

Die Volksbötin, 1851. (Fall: Der wegen entdeckter Knabenschändung aus Graubündten entflohene Rektor, Jesuitenpater Bäder, soll auf dem Wege nach Innsbruck seyn S. 204).

Wochenschrift für die gesamte Heilkunde, 1851. (Kritik, dass Sodomiterei und Päderastie nach dem neuen Strafgesetzbuch nicht mehr mit Zuchthaus und Entzug bürgerlicher Rechte, sondern nur noch mit Gefängnis bestraft werden soll S. 461).

Wolzogen, Ludwig von: Memoiren des königlich preußischen Generals der Infanterie, 1851. (General von Dillen. Friedrich I. [1754-1816] hatte eine ihm inne wohnende Neigung zu Männern S. 31).  (1851: gleicher Scan). [S.a. Capri Heft [6 bzw.] 4/1988 S. 3-22. S.a. Herzer 132. S.a. Mann für Mann, S. 251-253. Hier allg. Infos zu Ludwig von Wolzogen (1774-1845)].

Zu der öffentlichen Prüfung.., 1851. (Ein Vortrag von Dr. Sievers über Tacitus und Tiberius. Dabei geht es um einen Brief von Tiberius, in dem sich dieser im Jahre 29 über die Unzüchtigkeit von Nero beschwert S. 25). [Zur Quelle siehe oben Nr. 5/3 Tacitus: Annalen/Jahrbücher, 1535].

1852

Bernhardy, Gottfried: Grundriss der griechischen Litteratur, 1852. (Männerliebe in Griechenland S. 46-52). [Hier allg. Infos zu dem Philologen Gottfried Bernhardy (1800-1875)]

Bunsen, Christian C.: Hippolytus und seine Zeit: Anfänge und Aussichten des Christenthums.., 1852. (1. Bd.: Erwähnung, dass es in dem Buch: Anhang über die apostolischen Constitutionen und Canones Capitel 8-10 [=Traditio Apostolica aus den Jahren 210 bis 235] im Kap. 28 von De Schismaticis. Ueber Reinheit und eheliches Leben auch um Knabenschändung geht S. 463). [Hippolyt wird dem konservativen Flügel der Kirche zugeordnet. Hier allg. Infos zu Christian Carl Josias Bunsen (1791-1860) und Hippolyt von Rom (um 170-235) und sein Werk Die apostolische Überlieferung bzw. Die Canones Hippolyti bzw. Traditio Apostolica, dass weder in deutsch noch in englisch als Scan angeboten wird].

Blätter für literarische Unterhaltung, 1852. (2. Bd.: Über Georgius Sabellicus, der sich auch den jüngern Faust nannte und auf Fürsprache des berühmten Franz von Sickingen 1507 eine Stelle an der Schule in Kreuznach erhielt, aber bald entfliehen mußte, weil er der Knabenschändung bezüchtigt wurde. Daneben geht es um einen Johannes Faust, der um 1540 vom Teufel getötet wurde S. 844). [Zu Faust s. oben Halle, 1790, der von einem Georg Faust berichtet].

Deutsche Allgemeine Zeitung, 26.03.1852. (Zur Verurteilung des Schulrektors Fr. Bäder wegen Päderastie und die Frage, ob er als Geistlicher die kirchliche Unbelangbarkeit genießt S. 590). [Schlagwort: Anno, Österreich].

Drumann, Wilhelm: Geschichte Bonifacius des Achten, 1852. (Bonifacisu gab sich in seiner Jugend anderen hin und hatte Lustknaben. Dazu gehörte auch Jacob von Pisa S. 237). [Zu Papst Bonifatius VIII. (1235-1403) s.a. Randgruppen, S. 322. Hier allg. Infos zu Wilhelm Karl August Drumann (1786-1861)].

Entwurf eines Strafgesetzbuchs für das Königreich Sachsen.., 1852. (Gesetzestext S. 112). [Hier allg. Infos zum Königreich Sachsen (1806-1918)].

Feuerbach, Paul J. von / Feuerbach, Ludwig: Leben und Wirken aus seinen ungedruckten Briefen und Tagebüchern ..., 1852. (2. Bd.: Unsittliche Handlungen wie Päderastie S. 353-354). [S.a. Derks, S. 164-165, 614 mit dem Abdruck der gesamten Textpassage. Hier allg. Infos zu Paul Johann Anselm von Feuerbach (1775-1833) und zu Ludwig Feuerbach (1804-1872)].

Goltdammer, Theodor: Die Materialien zum Straf-Gesetzbuche für die preußischen Staaten.., 1852. (2. Bd.: Gesetzestext und Kommentar S. 293-295. Das franz. Strafrecht Code pénal und ob sich widernatürliche Unzucht auch auf das andere Geschlecht beziehen kann S. 307). [Hier allg. Infos zu Theodor Goltdammer (1801-1872)].

Gräße: Lehrbuch einer allgemeinen Literärgeschichte.., 1852. (Pietro Bembo soll nach Scaliger ein Gedicht auf das männliche Glied verfertigt haben S. 399. Der Päderast Benedetto Varchi S. 400. Hilali aus Astrabad hat in [der Verform des] Mesnewi [misnevi] eine romantische Apologie der Männerliebe geliefert, die die Verherrlichung der Päderastie bei Mihr und Muschteri bei weitem übertrifft S. 668). [Schlagwort: Belletristik, Persien. Zu Mihr und Muschteri siehe oben Stimmen, 1850. Siehe oben Gräße, 1848. Hier allg. Infos zu Johann Georg Theodor Grässe (1814-1885), Pietro Bembo (1470-1547), Benedetto Varchi (1502-1565) mit einem Absatz über Homosexuality und Halali aus Astrabad (?-1530). Nach diesem Eintrag über Halali heißen die beiden Mesnewis Eigenschaften der Liebenden und König und Derwisch. Zu König und Derwisch siehe unten Ethé, 1870].

Hammer-Purgstall, Joseph von: Literaturgeschichte der Araber, ab 1852. [Zum Inhalt: Erschien von 1850-1856 in sieben Bd.]. (1852: 1. Bd.: Von Ibn Challikán: Der Richter straft die Hurerei, Doch lässt er frei die Sodomei S. 631). (1852: 3. Bd.: Von Sängerin Befl [?] aus Medina: Kennst du süssere Honigfladen Als die Reize der Tribaden! S. 799). (1853: 4. Bd.: Jahja Ben Ektem (? gest. 861) war der Sodomie verdächtig und soll seine Stelle päderastischen Verse willen verloren haben. Mit dieen Versen hatte er die beiden schönen Söhne Mesadet's [?] angeredet. Ähnliche Verse richtett er an Hasan B. Wehb und an seinen Sekretär, der ihn verließ, als er ihn liebkoste. Die  Verse: Der Richter straft die Hurerei, Doch lässt er durch die Sodomei S. 137-138. Ebul Abbas B. Sewabe [Ebü'l-Abbas Seffah?] wirft dem Dichter Said Ben Hamid [?] Knabenliebe vor. Auch die Dichterin Fadhl [?] hatte ihn wegen Knabenliebe im Verdacht S. 577-579). (1856: 7. Bd.: Von Mahmud Ben Waschkenah [?] von Ifsfahan; eine Ueberlieferung von einem erschlagenen Sodomiten S. 1319). [Schlagwort: Persien, Belletristik. Hier allg. Infos zu Joseph von Hammer-Purgstall (1774-1856) und zu Ibn Challikán (1211-1282) ].

Handbuch der Bibelerklärung für Schule und Haus. (1852: 2. Aufl.; 2. Bd.: Die griechische Liebe nach 1. Korinther 6/9. S. 355-356). (1855: 3. Aufl.: 1. Bd.: Sodom und Gommorah nach 1. Moses 19. S. 68-69). (1856: 3. Aufl.: 2. Bd.: Ident. mit 1852). (1862: 4. Aufl.: 2. Bd.: Ident. mit 1852).

Handbuch der Criminalgesetzgebung für das Grossherzogthum Hessen.., 1852. (Gesetzestext mit vielen Literaturangaben. Urteile über widernatürliche Unzucht [evt. Tierkontakt] mit den Namen von fünf Verurteilen aus den Jahren 1843 und 1844: Johannes Oestreich, Friedrich Becht, Wirt R.R., H. B. Volz und Georg Leicht S. 142-143). [Einzige Quelle für diese fünf Namen. Hier allg. Infos zum Großherzogtum Hessen (1806-1919)].

Hermann, Karl F.: Lehrbuch der Griechischen Antiquitäten. (1852: [1. Aufl.] 3. Bd.: Männerliebe der Griechen S. 139, 142-143). (1870: 2. Aufl.: 3. Bd.: wie 1852, aber mit Ergänzungen zur lesbischen Liebe. Die Mädchenfreundschaft einer Sappho war von Entartungen frei S. 223, 227-230). [Hier allg. Infos zu dem Altertumsforscher Karl Friedrich Hermann (1804-1855)].

Jahrbücher der römischen Geschichte.., 1852. (Elagabal hat ein Harem von Liebhabern S. 558). [Hier allg. Infos zu dem römischen Kaiser Elagabal (204-222)].

Lippert, Heinrich (nach Philippe Ricord): Die Pathologie und Therapie der venerischen Krankheiten, 1852. (2. Aufl. Für die Päderastie ist die trichterförmige Gestalt des Afters nicht charakteristisch S. 20). [Siehe unten Bloch, 1911, S. 419. Von dem Mediziner Heinrich Lippert liegen kaum weitere angaben vor. Es handelt sich nicht um den Beamten Heinrich Lippert (1882-1943). Hier allg. infos zu Philippe Ricord (1800-1889). Zu trichterförmig siehe unten Tardieu, 1860].

Nitzsch, Gregor W.: Die Sagenpoesie der Griechen.., 1852. (Männerliebe der Griechen u.a. bei Achill bei Aschylos bzw. Homer S. 406. Die Hybris der Männerliebe S. 467. Aschylos und Sophokles über Ganymed, Achilles und Patroklos. Für Ibykus [=Ibykos] ist der Raub des Ganymeds wie bei Tithonos ein Sieg der Männer- über die Frauenliebe und machte Talos zum Liebhaber des Rhadamanthys. Für Pindar ist Pelops von Poseidon entführt worden. Chrysippos ist nicht von Laios, sondern von Zeus geraubt worden S. 506-507. Ursache, Werke Phädrus und Symposium S. 508-510). [Hier allg. Infos zu dem Philologen Gregor Wilhelm Nitzsch (1790-1861)].

Noack, Ludwig: Geschichte der Philosophie in gedrängter Uebersicht.., 1852. (Vanini [Lucilio Vanini, 1585-1619] wird als Päderast vor Gericht gestellt und [wegen Ketzerei] auf dem Scheiterhaufen verbrannt S. 205). [Hier allg. Infos zu Ludwig Noack (1819-1885). Zu diesem Fall siehe oben Das Buch., 1851].

Petri, Friedrich E.: Gedrängtes Handbuch der Fremdwörter in deutscher Schrift- und Umgangsprache, 1852. (Hiemanten = in der alten christlichen Kirche die vom Teufel Besessenen; auch Päderasten und Sodomiten S. 397). [Die Weinenden (lat. flentes, hiemantes) bildeten die erste Klasse im Bereich der Kirchenbußen und mussten vor den Türen der Kirche im Büßergewand weinend und auf der Erde liegend die Eintretenden um Wiederaufnahme anflehen. Hier allg. Infos zu Friedrich Erdmann Petri (1776-1850)].

Staudenmaier, Franz A.: Die christliche Dogmatik.., 1852. (Knabenliebe in Griechenland S. 212). [Hier allg. Infos zu Franz Anton Staudenmaier (1800-1856)].

Theiner, Augustin: Zustände der katholischen Kirche in Schlesien von 1740-1758, 1852. (Ausführliche Fallschilderung: 1743 wurde der Franziskaner Eusebius angeklagt, einen jungen Soldaten zur Sodomie aufgefordert zu haben und zum Tode verurteilt S. 250-252). [S.a. Mann für Mann, S. 215. Hier allg. Infos zu Augustin Theiner (1804-1874)].

Verhandlungen der Kammer der Abgeordneten des Bayerischen Landtages.., 1852. (Kommentare zu § 216-217 S. 203-204). [In Bayern gab es eine Straffreiheit von Homosexualität zwischen 1813-Ende 1871].

Lesetipp! Vierteljahresschrift für gerichtliche und öffentliche Medizin, 1852. (1. Bd.: Sehr großer Beitrag Casper, Johann L.: Ueber Nothzucht und Päderastie und deren Ermittelung Seitens des Gerichtsarztes. Nach eigenen Beobachtungen. Zunächst betont er seinen Ekel an der Bearbeitung des Themas. Nach 60 Fällen von heterosexuellen Vergewaltigungen geht er auf Päderastie ein und betont das neue niedrige Strafmass, dass Gefängnis von sechs Monate bis vier Jahre vorsieht. Wenn diese Milderung sich steigert, so werden solche Gräuel vielleicht zur Zeit unserer Urenkel schon gar nicht mehr gesetzlich geahndet werden. Die Hinneigung ist bei vielen Unglücklichen – er vermutet bei einer Minderheit – angeboren. Sie sind weibisch eitel in ihrem Anzuge, die Haare in Locken gekräuselt, Ringe bedecken die Finger und Riechwässer werden reichlich verbraucht. Er geht auf 11 Fälle von Päderastie ein. Ein verstorbener, in der Kunstgeschichte sehr berühmter Mann, der gleichfalls in üblem Geruch stand, war ernst, gesetzt, stets aber nachlässig gekleidet, durch nichts in seinem Aeußern auffallend, er erschrekct mich aber einst fast, indem er sich verrieth, und mir sagte: keine ihrer Arzneien lindert meine Schmerzen in der Seite so sicher, als wenn ich – meinen Bedienten sich neben mich auf den Sopha legen lasse S. 64). Erkennungszeichen verdienen keine Beachtung, das sie fehlen können und meistens fehlen. Eine dutenförmige Einsenkung am After wird jedoch als beachtenswertes diagnostisches Zeichen für passiven Analverkehr gesehen und die faltenlose Beschaffenheit der Haut am After ist von allen unsicheren noch das sicherste Kennzeichen. S. 21-78, insb. 21-23, 57-78). [Heute gilt es als sicher, dass sich die Äußerung auf S. 64 auf den Kunsthistoriker Carl Friedrich Ruhmor bezieht. Äußerungen von Heinrich Heine gehen in die gleiche Richtung. S.a. Mann für Mann, S. 600-601. S.a. Derks, S. 108. Zu dem Beitrag im allgemeinen: S.a. Herzer 133. S.a. Andere Lieben, S. 184-185. S.a. Goodbye to Berlin?, S. 31-32. S.a. Derks, S. 530. S.a. Müller, S. 99-102, 183. S.a. Mildenberger, S. 9, 36-37. S.a. Guldin, S. 41. S.a. Weber, S. 44-57. Hier allg. Infos zu Johann Ludwig Casper (1796-1864) und Carl Friedrich von Ruhmor (1785-1843)].

Wegele, Franz X.: Dante's Leben und Werke: Kulturgeschichtlich dargestellt.., 1852. (Die Sünder der unnatürlichen Wollust aus Dantes Göttliche Komödie: Brunetto Latini, der Grammatiker Priscinus [Priscian], der Jurist Franz Acursius [Franz von Accorso], Andrea de' Mozzi [1295–1296. S. oben Jagemann, 1780], Guido Guerra [1220-1272], Tegghiajo Aldobrandini und Jakob Rustici [Jacob Rusticucci] S. 407-408).  [Hier allg. Infos zu Franz Xaver von Wegele (1823-1897)].

1853

Allgemeines … Fremdwörterbuch, 1853. (Lesbisch und lesbische Liebe hat auch die Bedeutung von unnatürliche Unzucht der Frauen. S. 499. Luti oder Lotti = (einer von den Leuten des Loth, ein Sodomit?) ein pers. Spaßmacher. Possenreißer. Taschenspieler, Gaukler S. 516). [Schlagwort: Sprache. Sodomit ist hier evt. nur eine Art von Ortsangabe. In Dr. Joh. Christ. Aug. Heyse's allgemeines verdeutschendes und erklärendes Fremdwörterbuch. 12. Ausg. von 1859 ist auf S. 539  ein ähnlicher Text ohne Fragezeichen abgedruckt].

Beck, Carl: Platons Philosophie im Abriß ihrer genetischen Entwicklung, 1853. (Über Georgias ab S. 29. Über Phaidros ab S. 113. Über Gastmahl ab S. 125. Über Der Staat ab S. 161. Knabenliebe zumindest bei Phaidros S. 113). [Das Werk wurde noch nicht inhaltlich erschlossen. Zum Autor liegen keine weiteren Angaben vor]

Choulant, Ludw.: Auswahl von Gutachten medicinisch-forensischen u. medicinal-polizeilichen.., 1853. (Neigung zur Wollust hängt mit Hang zur Grausamkeit zusammen S. 292). [Hier allg. Infos zu dem Mediziner Johann Ludwig Choulant (1791-1861)].

Friedreich, Johannes B.: Compendium der gerichtlichen Anthropologie.., 1853. (Artikel: Unzucht zwischen zwei Individuen männlichen Geschlechtes. Äußere Anzeichen bei Männern S. 59-61. Lesbische Frauen. Äußere Anzeichen S. 61-62). [Ähnlicher Text wie siehe oben Friedreich: Handbuch, 1843. Hier allg. Infos zu Johannes Baptist Friedreich (1796-1862)].

Göttingische gelehrte Anzeigen, 20.08.1853. (Letzter Teil über die Sodomie bei den Templern und zwei Reitern auf einem Pferd mit vielen lat. Zitaten S. 1321-1328, insb. S. 1324-1326).

Hertzberg, Gustav F.: Alkibiades der Staatsmann und Feldherr, 1853. (Männerliebe u.a. S. 26-29, 65-69). [Hier allg. Infos zu Gustav Hertzberg (1826-1907)].

Medicinische Zeitung [bzw. Medizinische Zeitung], 1853. (Fränkel, Hieronimus: Homo mollis über den Fall Süsskind Blank S. 102-103). [S.a. Herzer 134. S.a. Mann für Mann, S. 126-127. Artikel wurde in Capri Heft Nr. [9 bzw.] 3/1990 auf S. 27-29 vollständig abgedruckt. Zu Hieronimus Fränkel (1849-1881) liegen kaum weitere Angaben vor].

Neue Jahrbücher, 1853. (Knabenliebe in Griechenland für den Schulunterricht. Im Rahmen der Besprechung eines Schulprogramms weist Fr. Susemihl den Vorwurf eines anderen zurück, dass in der Empfehlung der sinnlichen Knabenliebe der eigentliche Zweck des Vortrags gewesen sein soll S. 687-689). [Schlagwort: Pädagogik. Hier allg. Infos zu Franz Susemihl (1826-1901)].

Rinck, Wilhelm F.: Die Religion der Hellenen, 1853. (Einige Sätze über Knabenliebe bei den Griechen und die Gesetze zum Schutz der Gymnasiasten S. 216). [Hier allg. Infos zu Wilhelm Friedrich Rinck (1793-1854)].

Schmidts Jahrbücher der in- und ausländischen gesamten Medizin, 1853. (77. Bd.: Rez.: Sonnenkalb über Casper, Johann L.: Ueber Nothzucht und Päderastie S. 244-248). [s. oben Vierteljahresschrift, 1852].

Real-Schul-Lexikon. (1853: Artikel über Paiderastia bzw. griechische Knabenliebe S. 416-417). (1864: Neue wohlfeile Ausgabe, im relevanten Passus identisch mit 1853). [Schlagwort: Pädagogik].

Temme, Jodocus D.: Lehrbuch des preussischen Strafrechts.., 1853. (Erwähnung im Kontext von Inzest S. 713. Erwähnung im Kontext von Nothzucht S. 731. Widernatürliche Unzucht im Rechtsvergleich S. 738-741). [Hier allg. Infos zu Jodocus Temme (1791-1881)]

Trusen, Johann G.: Die Sitten, Gebräuche und Krankheiten der alten Hebräer.., 1853. (2. Aufl. Von der Sodomie, Päderastie, Onanie und dem Laster der Tribaden S. 150-152). [Schlagwort: lesbisch. 2012 ist ein Nachdruck erschienen. Hier allg. Infos zu Johann Gottlieb Peter Trusen (1797-1857)].

Vehse, Eduard: Geschichte der deutsche Höfe, 1853. (26. Bd. Schmeichelei gegen den ersten Mignon S. 9. Sehr geliebter Offizier S. 20. einer unnatürlichen Leidenschaft dienend S. 25. Günstling, Busenfreund und unzertrennlicher Gefährte S. 28. Lieblinge des Königs S. 50. jenem unatürlichen, aber annennbaren Laster, das ich schon oben angedeutet habe S. 59. Lieblinge und Günstlinge S. 66. Neigung zu den Männern S. 67). [Nach dem JfsZ 2.1900, S. 438 geht es in diesem Buch u.a. über Friedrich I. [1797-1816] und Prinz Eugen, und deren Verkehr mit jungen Männern, der die Homosexualität dieser Personen wahrscheinlich macht. Diese Äußerungen können sich nur auf die oben wiedergegebenen Andeutungen auf S. 1-96 beziehen. Hier allg. Infos zu Karl Eduard Vehse (1802-1870)].

Zeitschrift für deutsches Altertum und deutsche Geschichte, 1853. (Hans Vindler schreibt in dem Gedicht Blume der Tugend (1411): Die hat yetzgar fast iren lauff - Vuntz die vier. Mit vier meint er die vier Hauptsünden und damit u.a. die Sodomiterei S. 79). [Schlagwort: Belletristik. Hier allg. Infos zu Blume der Tugend. Zu Hans Vindler liegen keine weiteren Angaben vor].

1854

Bisping, August: Exegetisches Handbuch zu den Briefen des Apostels Paulus, 1854. (1. Bd.: Paulus über Päderastie S. 105-106). [Schlagwort: lesbisch. Hier allg. Infos zu August Bisping (1811-1884)].

Bluntschli: Privatrechtliches Gesetzbuch für den Kanton Zürich.., 1854. (1. Bd.: Unnatürliche Wollust berechtigt zur Scheidungsklage S. 165). [Hier allg. Infos zu Johann Caspar Bluntschli (1808-1881)].

Criminallexikon, 1854. (Begriff: Unzucht, widernatürliche u.a. mit Bezug auf Feuerbach, Gesetzen in anderen Ländern und über Tribaden S. 632). [Schlagwort: lesbisch].

Lesetipp! Entscheidungen des Königlichen Geheimen Ober-Tribunals.., 1854. (26. Bd.: Im Tiergarten hatten am 22.12.1852 zwei Männer ihre Geschlechtsteile aneinander gerieben. Das Obertribunal erkennt in seinem Gerichtsurteil vom 1. Juli 1853 auf Freispruch und hebt das Urteil vom Stadtgericht Berlin vom 19.02.1853 auf S. 403-406). (Dieses Urteil wird auch aufgegriffen in: Gräff, Heinrich: Ergänzungen und Erläuterungen der Preussischen Rechtsbücher.., 1855. 15. Bd. S. 428). [Das Preußische Obertribunal war ein oberster Gerichtshof in Berlin für Preußen von 1782 bis 1879 und unterstand direkt dem Justizministerium. Mit diesem Urteil betonte es die bisherige Rechtsauffassung, dass gegenseitige Onanie zwischen zwei Männern nicht strafbar ist].

Entwurf des Gesetzbuches […] für das Königreich Bayern, 1854. (Kommentar zu Art. 116-117 S. 393-394). [In Bayern gab es eine Straffreiheit von Homosexualität zwischen 1813-Ende 1871].

Gesangbuch für die Herzogthümer Bremen und Verden, 1854. (Liedstrophe: Lob sei Dir, Du Herr der Welten, Der du in der Höhe wohnst, Und durch Dein gerechtes Schelten Frevler nach Verdienst belohnst! Rächen wirst du Menschenblut, Rächen das entwandte Gut, Rächen die gedrückten Kinder, Rächen sodomit’sche Sünder S. 74).

Gollmann, Wilhelm: Der homoeopathische Rathgeber, 1854. (Kap.: Ausschweifungen in der Geschlechtsliebe. Zitat von Karl dem Grossen, verdächtige Päpste, Zwei Fälle von Todesstrafen in Paris 1750, Prostitution in europäischen Großstädten, gesundheitliche Folgen für den Passiven, lesbische Liebe, Sappho, lesbische Gesellschaft in Paris mit dem Namen Zunft der Vestalinnen S. 162-167). [Zu dem österreichischem Arzt Wilhelm Gollmann (1822-?) liegen kaum weitere Angaben vor].

Grässe, Johann G.: Handbuch der alten Numismatik.., 1854. (Durch der Tötung von einem Knabenschänder macht sich Arsakis [I.] um 254 v. Chr. zum König des Landes. Diese Tötung soll auf einer Kupfermünze dargestellt worden sein S. 144). [Nach freundlicher Auskunft von Thorsten Fleck vom Institut für Altertumskunde, Abt. Numismatik, der Universität zu Köln sind diese Angaben nicht richtig. Der Verfasser verwechselt zudem Avers und Revers. Hier allg. Infos zu Johann Georg Theodor Grässe (1814-1885)].

Hahn, Johann G. von: Albanesische Studien, 1854. (3 Hefte mit sep. Seitenzählung. Aus Heft I: Andeutung Knabenraub S. 97. Ein Absatz über die Brüderschaft zwischen Männern, die in einer Kirche geschlossen wurde S. 145). [S.a. Herzer 135. Die Äußerungen über Homosexualität nach dem JfsZ 1.1899, S. 149, wurden in keinem dieser drei Hefte gefunden. Hier allg. Infos zu Johann Georg von Hahn (1811-1869)].

Heffter, August W.: Lehrbuch des gemeinen deutschen Strafrechtes mit Rücksicht auf ältere und neuere Gesetze, 1854. (5. Aufl.: Kommentar zur widernatürlichen Unzucht im Sinne von Benutzung lebloser Gegenstände [Dildos?] S. 348-349). [Hier allg. Infos zu August Wilhelm Heffter (1796-1880)].

Herberger, Valerius: Das erste Buch Mose, 1854. (Die Geschichte von Sodom und Gomorrah S. 310-315). [Hier allg. Infos zu dem polnischen Theologen Valerius Herberger (1562-1627)].

Herder [bzw. Herder Conversations-Lexikon], 1854-1857 (1. Aufl.: Neu gesetzt. Kleiner Beiträge zu: Päderastie, Kinäd und Sodomiterei). [Kein Eintrag unter Knabenliebe. Hier allg. Infos über das Herder Conversations-Lexikon (ab 1854)].

Julius, G.: Die Jesuiten: Geschichte der Gründung, Ausbreitung und Entwickelung.., 1854. (Der Jesuit Ribera hat sich einer Knabenschändung schuldig gemacht S. 81). [Zu Ribera siehe oben Wolf, 1789. Zu Gustav Julius liegen keine weiteren Angaben vor].

Koch, Christian F.: Allgemeines Landrecht für die preußischen Staaten.., 1854. (2. Bd.: Gesetzestext und Kommentar über Rechtsgeschichte. S. 991). [Hier allg. Infos zu Christian Friedrich Koch (1798-1872)].

Lessing, Gotthold E.: Rettungen des Horaz. (1854: u.d.T. Sammtliche Schriften. 4. Bd. Hrsg. Karl Lachmann. Rettungen des Horaz S. 7-45.). (1867: u.d.T. Lessings Werke..., 8. Bd. Rettungen des Horaz S. 1-41). [Die Rettungen…sind eine Serie von fünf Texten, in denen Lessing andere Autoren verteidigt, die wegen ihrer Schriften den Ruf eines Ketzers hatten. Bei Horaz geht es konkret um den Vorwurf der Knabenliebe. Hier allg. Infos zu Gotthold E. Lessing (1729-1781)].

Maßl, Franz X.: Unterweisung in der christkatholischen Religion.., 1854. (5. Bd.: Die stumme oder sodomitische Sünde S. 227). [Hier allg. Infos zu Franz Xaver Maßl (1800-1852)].

Mehler, Ludwig: Praktische Katechese oder die christkatholische Lehre in Beispielen.., 1854. (Die stumme oder sodomitische Sünde als zweite himmelschreiende Sünde mit dem Beispiel Der adelige Jüngling Pelagius S. 385-386). [Ähnlich wie in siehe oben Mehler, 1851. Hier allg. Infos zu dem Theologen Ludwig Mehler (1816-1872). Zu Pelagius siehe unten Vollständiges.., 1875 mit Ill.].

Müller, Philipp: Die römischen Päpste.., 1854. (14. Bd.: Über die Templer und Jean de Torteville, der sein Geständnis zur Sodomiterei mehrfach widerrufen hatte S. 491-492, s. S. 500). [Zu Philipp Müller liegen keine weiteren angaben vor].

Olshausen, Hermann: Biblischer Commentar über sämmtliche Schriften des Neuen Testaments.., 1854. (6. Bd.: Sünde von Sodom und Gomorrha S. 200-212). [Hier allg. Infos zu Hermann Olshausen (1796-1839)].

Preller, Ludwig: Griechische Mythologie. [Zum Inhalt: In den ersten drei Aufl. bis 1872 wurden im 1. Bd. jeweils drei relevante Fundstellen gefunden. Im 2. Bd. wurden keine gefunden. Spätere Ausgaben werden nicht als Scan angeboten. Wikipedia zu diesem Werk: Seine Griechische Mythologie erschien in drei Auflagen, ihre echte Bedeutung erlangte sie allerdings erst in der Bearbeitung von Carl Robert ab 1884]. (1854: [1. Aufl.]: 1. Bd.: Zeus als ersten Urheber der Knabenliebe S. 90. Zeus und Ganymed und ein Gedicht von Phanokles S. 290-291. [Bei Dionysos fehlt auf S. 434 ein Hinweis auf Knabenliebe wie in den späteren Auflagen]). (1854: [1. Aufl.]: 1. Bd.: [Scan der BSB. In Bearbeitung und noch nicht abrufbar]). (1860: 2. Aufl.: 1. Bd.: Zeus als ersten Urheber der Knabenliebe S. 108. Zeus und Ganymed und ein Gedicht von Phanokles [ähnlich wie 1. Aufl.] S. 392-393. Dionysos als Pathicus S. 547-548.).  (1860: [2. Aufl.?]: Neu gesetzt. Suche über Word: Knabenliebe). (1872: 3. Aufl.: 1. Bd.:  Zeus S. 110. Ganymed S. 411-413. Dionysos S. 575). [Die 2. und 3. Auflage sind in den drei relevanten Textpassagen offenbar identisch. Hier allg. Infos zu Ludwig Preller (1809-1861).

Real-Encyklopädie für protestantische Theologie und Kirche. [Zum Inhalt: Ein lexikalisches Großprojekt in der protestantischen Theologie, die ab 1854, 1877 und 1913 in drei Auflagen erschien]. (1854: [1. Aufl.]: 1. Bd.: Im Kap. Baal über die männlichen Baal geweihten Kadeschen, die sich ihrem Gott zu ehren preisgaben S. 639). (1855: [1. Aufl.]: 3. Bd.: Erwähnung von Sodomie als Scheidungsgrund S. 706). (1855: [1. Aufl.]: 4. Bd.: Im Kap. Gelübde bei den Hebräern über Hundegeld in der Bibel = Geld für männliche Prostitution, an dem Sünde und Schande haftet S. 789). (1857: [1. Aufl.]: 8. Bd.: Erwähnung von Sdomie bei Leo IX. S. 319. Im Kap. Lot über Lot und die Sodomiter S. 493-494). (1857: [1. Aufl.]: 8. Bd.: Gleicher Scan von Archive org. S. 318/319 fehlt. Lot und Sodom S. 493-495. (1859: [1. Aufl.]: 11. Bd.: Sodom und Gomorrha S. 11-12. Sodomsapfel S. 18). (1868: [1. Aufl.]: 16. Bd.: Registerband mit Verweisen. Von Hundegeld auf 4. Bd. S. 789. Von Päderastie auf [das 16.] Conc. v. Toledo [Konzil von Toledo] im Jahre 693 im 16. Bd. [sic] S. 200. Von Sodom auf 5. Bd. S. 245; 11. Bd. S. 11-12; 20. Bd. S. 373; 21. Bd. S. 573; 8. Bd. S. 493-495 und 18. Bd. S. 434, 439. Von Sodomie auf 3. Bd. S. 706 und 8. Bd. S. 319. Von Sodomsapfel auf 11. Bd. S. 18. (1864: [1. Aufl.]: 18. Bd.: [sic] Im Kap. Zehnten auch über Hundegeld S. 409-410. Datierung der Zerstörung von Sodom und Gomorrha auf das Jahr 2854 v. Chr. S. 434, 439). (1864: [1. Aufl.]: 18. Bd.: Gleicher Scan der UB Karlsruhe). (1866: [1. Aufl.]: 20. Bd.: Erwähung von Sodom S. 373). (1866: [1. Aufl.]: 21. Bd.: Die Stadt Zoar und Sodom S. 573). [Hier allg. Infos zur Real-Encyklopädie (1854-1913)].

Richers, Johannes: Die Schöpfungs-, Paradieses- und Sündfluthgeschichte: Genesis Cap. I-IX., 1854. (Die Engel und die sodomitische Sünde S. 387-389). [Zu Johannes Richers liegen keine weiteren Angaben vor].

Rosenkranz, Karl: Aus einem Tagebuch.., 1854. (Zitat aus einem Gutachten eines hiesigen Arztes: Er habe N. N am After und den übrigen Geschlechtstheilen gesund gefunden S. 347). [S.a. Derks, S. 530, 644. Danach ärgerte oder auch amüsierte es Rosenkranz, dass der Arzt Casper in seinem Beitrag Ueber Nothzucht und Päderastie den After unter die Genitalien subsummierte. Hier allg. Infos zu Karl Rosenkranz (1805-1879)].

Schäfer, Heinrich: Geschichte von Portugal, 1854. (Wegen dem Satz, dass der Ordenaçõesliv. 5, tit. 13, 25, 32 – u.a. wegen Sodomie die Confiscation der Güter verlangt S. 139-140). [Hier allg. Infos zu Heinrich Schäfer (1794-1869)].

Segesser, Anton P. von: Rechtsgeschichte der Stadt und Republik Lucern.., 1854. (2. Bd.: Ketzerei heißt nicht mehr Abfall vom Glauben, sondern Sodomie in dreifacher Form: 1. im Sinne gegenseitige Handleistung, mit einem Strafrechtsfall wohl aus dem Jahr 1400; 2. Pulscherunen – bzw. er ist ein Pulscherun hier im Sinne gleichgeschlechtlicher sexueller Handlungen mit zwei Strafrechtsfällen wohl aus dem Jahr 1414 – und 3. Handlungen mit Tieren S. 648). [Schlagwort: Pulscheron, Fall, Sprache, Luzern, Schweiz. Hier allg. Infos zu Anton Philipp Anton von Segesser (1817-1888)].

Vollständiges … Wörterbuch, 1854. (Bedeutung von Ketzer S. 477). [Schlagwort: Sprache].

Wiener Zeitung, 04.09.1854. (Ein Absatz über die Bestrafung der sodomitischen Sünde S. 5). [Schlagwort: Anno, Österreich].

Zeitschrift für Staatsarzeikunde, 1854. (45. Bd.: Rez.: Trusen: Die Sitten.. mit zwei Sätzen über Päderastie und Tribaden S. 305-306). [Schlagwort: lesbisch. Siehe oben Trusen, 1853].  

1855

Allgemeine Schulzeitung, 1855. (32. Bd.: Für die Schulzeitung ist der Beitrag über Knabenliebe im neuen Reallexikon eine anziehende Erörterung und wird deshalb als Beispiel einer tüchtigen Sachbehandlung vollständig abgedruckt S. 510-511). [Schlagwort: Pädagogik. S. unten Reallexikon, 1855].

Archäologische Zeitung, 1855. (13.-14. Bd.: Ein Satz über eine Vasenabbildung: Ein palästrisches Innenbild von fünf Figuren ist als 'les erastes rivaux' treffend bezeichnet: einem von zwei bärtigen Männern umworbenen Epheben wird linkerseits ein Häschen, rechts eine Henne geboten Spalte 44). [Schlagwort: Prostitution].

Die Bibel, 1855. (Aus Der Prophet Daniel 11/37 wird Frauenliebe kommentiert, dass es sich dabei um ein unnatürliches Laster handelt. Das man heisset Welsche hochzeit und stummen sünde S. 530).

Bittner, Franz: Lehrbuch der katholischen Moraltheologie, 1855. (Über die widernatürliche Unzucht als die grauenhaftetste Verdunklung des göttlichen Ebenbildes S. 229). [Zu Franz Bittner liegen keine weiteren Angaben vor].

Blätter für gerichtliche Anthropologie: Für Ärzte u. Juristen, 1855. (6. Bd.: Zur Lehre von der gerichtlichen Untersuchung über Päderastie über Caspers und die Fälle von Dohrn S. 65-72). [S. unten Vierteljahresschrift.., 1855].

Bremer, Fredrika / Fink, G. [Übers.): Streit und Friede, oder Scenen aus Norwegen: Erzählung, 1855. (Nach einer Sage wurden mehrere Ortschaften mit sodomitischen Sitten unter einem Leichentuch begraben. Früher glaubte man, dass Vögel die Seelen der gottlosen Bewohner sind S. 36). [Hier allg. Infos zu Fredrika Bremer (1801-1865)].

Lesetipp! [Canz, Wilhelmine F.:] Eritis sicut Deus: Ein anonymer Roman, 1855. (1855: 2. Aufl.: 1. Bd.: Die Anziehung des Ganymed S. 275-278, 364-366). (1855: 2. Aufl.: 2. Bd.: inhaltliche Erschließung noch offen). [Siehe unten Schmidt, 1858. Schlagwort: Belletristik. Hier allg. Infos zu Wilhelmine Friederike Canz (1815-1901)].

Gerhard, Eduard: Griechische Mythologie, 1855. (2. Bd.: Wegen dem Halbsatz: ausserdem ist des Minos Männerliebe für Atymnios den Morgenstern, ferner für die Jugendblüthe des ganymedes Miletos [Meletus] und Theseus bezeugt. S. 89). [Hier allg. Infos zu Eduard Gerhard (1795-1867)].

Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen, 1855. (Gesetzestext Strafgesetzbuch für das Königreich Sachsen Art. 357 Widernatürliche Unzucht S. 275). [Hier allg. Infos zum Königreich Sachsen (1806 bis 1918)].

Glossarium diplomaticum zur Erläuterung schwieriger […] lateinischer […] Wörter [des] deutschen Mittelalters.., 1855. (Die Begriffe Maendlaer und Mannler bzw. Männler als Begriff für Sodomit und ihre Verwendung in deutschen Rechtsbüchern S. 115). [Schlagwort: Sprache].

Graesse, Johann G.: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, 1855. (Maria- Wallfahrten der Geißler im Jahre 1261 nach Meißen und Freiberg. Als man erfahren hat, dass dabei sodomitisches Leben getrieben wurden, wurden sie durch ein fürstliches Edikt abgeschafft S. 192). [Hier allg. Infos zu Johann Georg Theodor Graesse (1814-1885), dem Königreich Sachsen (1806 bis 1918) und zum Wallfahrtsort Gränitz bei Freiberg].

Hackländer, Friedrich W.: Reise in den Orient, 1855. (Neu gesetzt. Bäder in Konstantinopel [Istanbul] für Knabenliebhaber o.S.). [Hier allg. Infos zu Friedrich Wilhelm Hackländer (1816-1877)].

Krug, Aug. O.: Commentar zu dem Strafgesetzbuche für das Königreich Sachsen v. 11.08.1855, 1855. (1855: 1. Bd.: Umwandlung einer Gefängnisstrafe in körperliche Züchtigung S. 54-55). (1855: 2. Bd.: Kommentar, ob die widernatürliche Unzucht einen Ehebruch darstellt S. 194). (1855: 3. Bd.: Kommentar zum Gesetz S. 131-133, 104). [Hier allg. Infos zu dem Juristen August Otto Krug (1805-1867)].

Nuwas, Abu (d.i. al-Ḥasan ibn Hāniʾ al- Ḥakamī Abū Nuwās): Diwan des Abu-Nuwâs, 1855. (1855: Übers.: Alfred Freiherr von Kremer. Kommentar über Wüstling und moralische Entartung S. 7, 13. Liebesgedicht S. 17. I: Wein und Trinkgedichte S. 49, 51, 53-54, 56. V. Minnelieder S. 94, 96, 103-104. VIII. Klagelieder. Auf den geliebten Kalifen Emin S. 127). (1861: Hrsg. Wilhelm Ahlwardt. Die meisten Gedichte sind nicht übersetzt, sondern nur im Original wiedergegeben. Teil I: Die Weinlieder. Kommentar Knabenliebe S. 6. Kritik an der teilweisen Übersetzung von 1855. S. 7. Von seinen Lieblingen S. 11). [Schlagwort: Arabische Belletristik. Die geschlechtsneutralen Liebesgedichte wurden nicht berücksichtigt. Hier allg. Infos zu Abu Nuwas (757-815) auch zu seinen Gedichten überwiegend in homoerotischer Form].

Röhrich, Timotheus W.: Mittheilungen aus der Geschichte der evangelischen Kirche des Elsasses, 1855. (2. Bd.: Innerhalb der Straßburger Kirche wird Dr. Schmidten 1657 unterdrückter Sodomiterey fälschlich beschuldigt S. 266). [Zu diesem Fall liegen keine weiteren Angaben vor. Hier allg. Infos zu Timotheus Wilhelm Röhrich (1802-1860)].

Morstadt, Carl E.: Ausführlicher kritischer Commentar zu Feuerbach's Lehrbuch des gemeinen in Deutschland gültigen peinlichen Rechts, 1855. (Kap.: § 468 über Sodomie S. 760-762). [Siehe oben Feuerbach, 1801. S.a. Herzer 137].

Neues vollständiges Fremdwörterbuch, 1855. (Ein Satz, dass lesbisch und lesbische Liebe auch die Bedeutung von unnatürliche Unzucht zwischen Frauenzimmern hat S. 333). [Schlagwort: Sprache].

Platon / L. Georgii (Übers.) / Fr. Susemihl (Anmerk.): Protagoras. [Zum Inhalt: Ein fiktives Gespräch von Sokrates mit dem Sophisten Protagoras]. (1855: Anmerkung zur Knabenliebe S. 123). [Hier allg. Infos zu dem griech. Philosophen Platon (um 427-um 347 v.Chr.) und Franz Susemihl (1826-1901)].

Reallexikon des classischen Alterthums für Gymnasien, 1855. (Über Pädagogos bzw. Knabenliebe S. 681-682). [S. oben Allgemeine Schulzeitung, 1855].

Rosenkranz, Karl: Die Poesie und ihre Geschichte, 1855. (In einer Rez. zu dem Hirten- und Liebesroman Daphnis und Cloe von Longos auch wie ein Wüstling Gnotho ihm nachstellt, mit ihm Päderastie zu treiben S. 222. Analus ab Insulis [1120-1202] eiferte in seinem Gedicht Planctus naturae gegen die Sodomiterei S. 443). [Siehe oben Rosenkranz, 1832. Siehe oben Longus, 1765. Schlagwort: Belletristik. Hier allg. Infos zu dem Philologen Karl Rosenkranz (1805-1879)].

Schoemann, G. F.: Griechische Alterthümer. (1855: [1. Aufl.]: 1. Bd.: Knabenliebe in Griechenland. S. 108, 154, 262, 306-307, vor allem S. 511-512 [S.a. Herzer 139]). (1861: 2. Aufl.: 1. Bd. [mit dem 2. Bd. auf einem Scan] Knabenliebe in Griechenland mit offenbar ident. Texten, aber auf den S. 108, 159, 270, 316 und vor allem S. 526-527). (1871: 3. Aufl.: 1. Bd.: Knabenliebe in Griechenland mit offenbar ident. Texten, aber auf den S. 113, 162, 276, 322-323, und vor allem S. 540-541). [Hier allg. Infos zu Georg Friedrich Schömann (1793-1879)].

Schwenck, Konrad: Mythologie der Griechen, Römer, Ägypter, Semiten, Perser ..., 1855. (5. Bd.: Über Sodomisten im Zoroastrismus S. 124). [Nahezu identisch mit s. oben Eckard, 1789. Hier allg. Infos zu Konrad Schwenck (1793-1864)].

Seetzen, Ulrich J.: Reisen durch Syrien, Palästina, Phönecien.., 1855. (3. Bd.: Tribaden und Päderastie in Tunis. Der jetzige Pascha ist besonders dieser Sitte geneigt S. 293). (Rez. in Reich, Eduard: Geschichte, Natur- und Gesundheitslehre.., 1864 mit Hinweis auf Tribaden und Päderastie S. 295). [Schlagwort: lesbisch, S. unten Reich, 1864. Ulrich Jasper Seetzen (1767-1811)].

Sontheim, Friedrich von: Geschichte der Liebe, 1855. (Neu gesetzt. Absatz über die griechische Knabenliebe, die nur auf geistige und sentimentale Befriedigung ausgerichtet ist o.S.). [Zum Autor liegen keine weiteren Angaben vor].

Stahmann, Friedrich: Krankheitslehre und Heilart der Geschlechtsverirrungen…, 1855. (Widernatürliche Wollust und ihre Ursachen, Tribaden und Päderasten in Berlin S. 7, 11-12, 43, 68-69). [Schlagwort: lesbisch. Hier allg. Infos zu Friedrich Stahmann (1796-1862)].

Stahr, Adolf W.: Torso, 1855 (Knabenliebe in der bildenden Kunst der Antike S. 114-115). [Hier allg. Infos zu dem Historiker Adolf Stahr (1805-1876)].

Suckow, Friedrich W.: Die wissenschaftliche und künstlerische Form der Platonischen Schriften, 1855. (Knabenliebe bei Plato, Ganymed und Zeus S. 319). [Hier allg. Infos zu Friedrich Wilhelm Suckow (1770-1838)].

Susemihl, Franz: Die genetische Entwickelung der platonischen Philosophie, 1855. (1. Bd.: Charmides S. 25-33. Gorgias S. 91-114. Phädros S. 211-286. Gastmahl S. 362-409. Kommentare  von Susemihl über Pausanius ab S. 374, Aristophanes ab S. 382 und Alcibiades ab S. 400). [Es handelt sich nicht um Übersetzungen, sondern nur um Beiträge über Platon. Hier allg. Infos zu Franz Susemihl (1826-1901)].

Temme, Jodocus D.: Lehrbuch des Schweizerischen Strafrechts nach den Strafgesetzbüchern der Schweiz, 1855. (Rechtsgeschichte; Verurteilung von einem Ketzer im Jahre 1400 in Luzern zum Feuertode; Zürich und Schaffhausen S. 474-476). [Hier allg. Infos zu Jodocus Temme (1791-1881)]

Venedey, Jacob: Geschichte des deutschen Volkes.., 1855. (Damianis Buch beweist die Laster in Italien. Entsprechende Anklagen gegen Heinrich [Heinrich IV.] in Deutschland S. 342). [Hier allg. Infos zu Jacob Venedey (1805-1871) und Petrus Damiani (1006-1072)].

Lesetipp! Vierteljahrsschrift für gerichtliche und öffentliche Medicin.., 1855. (Hrsg. Johann L. Casper, 7. Bd.: Großer Beitrag von F. Dohrn: Zur Lehre von der Päderastie S. 193-252. Mit einer Nachschrift von Casper S. 246-252). [S.a. Herzer 136. Hier allg. Infos zu Johann Ludwig Casper (1796-1864). Zu F. Dohrn liegen keine weiteren Angaben vor].

Völter, Ludwig: Das heilige Land und das Land der israelitischen Wanderung: Für Bibelfreunde.., 1855. (Über das Tal Siddim, in welchem die sodomitische Pentapolis lag S. 46). [Damit sind die fünf biblischen Städte gemeint, nämlich Sodom, Gomorra, Adma, Zebojim und Bela, die der Bibel nach bis auf Bela vollständig zerstört wurden. Zu Ludwig Völter liegen keine weiteren Angaben vor].

Wörterbuch der deutschen Sprache.., 1855. (Soden = u.a. Sodomiterey, abgeleitet von den Bewohnern Sodoms S. 618).

Württembergische Jahrbücher…1855. (Statistik aus den Jahren 1846-1852. S. 73). [Hier allg. Infos zum Königreich Würtemberg (1806-1918)].  

1856

Aristoteles: Nikomachische Ethik. [Zum Inhalt: Es ist die bedeutendste seiner drei überlieferten ethischen Schriften. Die erste vollständige dt. Übersetzung erschien 1791, wird jedoch nicht als Scan angeboten. Mit einigen Sätzen geht Aristoteles auf die Ursache von Päderastie ein. Dazu werden im Folgenden sechs Übersetzungen aufgeführt, die den Beitrag meistens mit dem 6. Kap. des 7. Buches wiedergeben]. (1856: Übers.: J. Rieckher. 7. Buch: Aristoteles: Dahin gehört auch die Männerliebe: diese Dinge haften dem Einen von Natur, dem Anderen aus Gewohnheit an, wie denen, die von Jugend aus zu unnatürlicher Wollust mißbraucht worden sind S. 207. Rieckher mit einem Verweis auf die bei den Spartanern erlaubten Männerliebe s. Pseudo-Xenophon vom Staat de Lakonier 3. S. 419). (1874: Übers.: Hermann Rassow, der im Rahmen einer freien Übersetzung schreibt: Die unnatürliche Lust kann nach Aristoteles ihren Grund haben in einer Störung  des Organismus durch eine Krankheit [...] in Angewöhnung oder in einer bösen Naturanlage S. 79). (1876: Übers.: J. H. v. Kirchmann. Aristoteles: Männerliebe. Die Einen verfallen in sie durch ihre Natur, die anderen durch Gewohnheit, z.B. die, welche von Kindheit zu unnatürlicher Wollust missbraucht worden sind S. 147). (1863: Übers.: Stahr Aristoteles: wenn nicht ein natürlicher Erbfehler, oder eine Krankheit daran Schuld ist, wie z.B. bei den Königen der Skythen wie Weichlichkeit ein Erbfehler sein soll. Kommentar über die Skythenkrankheit S. 252). (1909: Übers.: Adolf Lasson. Neu gesetzt von Zenor.org. Aristoteles: so ist auch tierische Roheit bei Menschen eine seltene Erscheinung. Am häufigsten kommt sie noch bei auswärtigen, nichthellenischen Völkern vor; doch nehmen die Menschen zuweilen auch infolge von Krankheiten und von Entartung solche Eigenschaften an. Mit diesem schimpflichen Ausdruck belegen wir Menschen, die durch einen besonders hohen Grad von Bosheit es anderen zuvortun S. 140). (1911: Übers.: Eugen Rolfes.  Aristoteles: Auch die Päderastie gehört hierher, zu der den einen die Neigung von Natur anhaftet, den anderen, z. B. solchen, die von Jugend auf mißbraucht worden sind, in Folge der Gewohnheit S. 144. Kommentar Rolfes: Es scheint so, als wenn Aristoteles nicht gut auf Päderastie zu sprechen ist S. 262). (1911: Übers.: Eugen Rolfes. Neu gesetzt. Siehe vorigen Eintrag o.S.). [Hier allg. Infos zu Aristoteles (384-322), seinem Werk Nikomachische Ethik und zu den Übersetzern Julius Rieckher (1819-1878), Hermann Rassow (1819–1907), Julius Hermann von Kirchmann (1802-1884), Adolf Stahr (1805-1876), Adolf Lasson (1832-1917) und Eugen Rolfes (1852-1932)].

Atlantis: Eine Monatsschrift für Wissenschaft, Politik und Poesie, 1856. (5. Bd.: Erwähnung griechischer Liebe S. 285).

Bayer, Josef: Aesthetik in Umrissen: Zur allgemeineren philosophischen Orientierung auf dem Gebiete der Kunst, 1856. (1. Bd. Männerliebe bei den Griechen und Römern wie Mark Anton [Marcus Antonius, um 85-30 v.Chr.] S. 98-99). [Zu Josef Bayer liegen keine weiteren Angaben vor].

Blätter für gerichtliche Anthropologie.., 1856. (7. Bd.: Kommentar zum Strafrecht in Preußen S. 71-72).

Eisenlohr, Theodor: Das Volk Israel unter der Herrschaft der Könige.., 1856. (2. Bd.: Über die Tempelhurer, die Geheiligten und Kedeschim nach: 5 Mose 23/18-19; 1. Könige 14/24, 15/12, 22/47; 2. Könige 23/7; Römer 1/27. Sie bildeten die Cinäden-Banden S. 41). [Hier allg. Infos zu Theodor Eisenlohr (1805-1869)].

Historisch-Politische Blätter für das Katholische Deutschland, 1856. (38. Bd.: Mit Bezug auf Das Ausland Nr. 174 von 1849, S. 694 wird darauf verwiesen, dass ein Wesleyaner Missionar sogar unter einer Anklage von griechischer Liebe stand, die Sache jedoch vertuscht wurde S. 63). [Die genannte Ausgabe der Zeitung wird nicht als Scan angeboten].

Hofmann, Eduard von: Lehrbuch der gerichtlichen Medicin. (1878: [1. Aufl.]: Päderastie S. 187-195). (1884: 3. Aufl.: Päderastie S. 170-179). (1895: 7. Aufl.: Päderastie S. 168-177). [S.a. Müller, S. 108-110. Hier allg. Infos zu Eduard von Hofmann (1837-1879)].

Hofmann, Joseph: Gerichtlich-anthropologische Bemerkungen zum Entwurfe des neuen Strafgesetzbuchs für das Königreich Sachsen, 1856. (Widernatürliche Wollust im allgemeinen S. 42. Gesetzestext mit kurzem Kommentar S. 43).

[Müller von Königswinter, Wolfgang]: Höllenfahrt von Heinrich Heine, 1856. (2. Aufl.). [S.a. Derks S. 606-609, der allerdings angibt, dass der Gegenstand der Angriffe und Auseinandersetzungen um August Graf von Platen hier nicht zur Sprache gebracht wird. Hier allg. Infos zu Wolfgang Müller von Königswinter (1816-1873)].

Münch, M. C.: Bilder-Bibel für die katholische Jugend, 1856 (Mit einer kleinen Zeichnung von der Zerstörung von Sodom zwischen S. 8 und 9). [Zu Matthias C. Münch liegen keine weiteren Angaben vor].

Rosenkranz, Karl: Göthe und seine Werke, 1856. (2. Aufl.: Goethe hatte den Schenken ein Buch gewidmet und bei Platen degenerierte das Element der Jungenliebelei in eine päderastische Minnesingerei S. 442). [S.a. Derks, S. 272-274. Hier allg. Infos zu Karl Rosenkranz (1805-1879)].

Schmidt's Jahrbücher der in- und ausländischen gesammten Medicin, 1856. (89. Bd.: Knabenschändung in dem Buch von Friedrich Müller: Compendium zur Staatsarzneikunde mit Bezug auf Casper über äußere Anzeichen S. 139). [Das Buch von Müller wird nicht als Scan angeboten].

Steinheim, Salomon L.: Die Glaubenslehre der Synagoge.., 1856. (Juden können nicht wie in der Antike ihre Sünden rechtfertigen, mit zwei Epigrammen als Beispiel S. 296-297. Griechische Liebe: Todesstrafe im altem Testament und Akzeptanz in der Antike. Kritik, dass die Muse von Weimar [Goethe?] dem unnatürlichen Laster eine gewinnende Seite abzugewinnen weiß S. 464-465). [Schlagwort: Judentum. Hier allg. Infos zu Salomon Ludwig Steinheim (1789-1866)].

Das Strafgesetzbuch f. d. Preuss. Staaten, 1856. (widernatürliche Unzucht S. 186-189).

Teucher, G.: Erläuterung der Bestimmungen über die Disciplinargewalt in der König. Sächs. Armee.., 1856. (Disziplinarrrechtliche Konsequenzen S. 14-15, 35-36). [Schlagwort: Sachsen. Zu dem Kriegsrath G. Teucher liegen keine weiteren Angaben vor].

Verhandlung des Gesetzgebungsausschusses der Kammer der Abgeordneten des Königreichs Bayern im Jahre 1856/1857, 1856 (2./3. Bd. Protokoll vom 27.06.1856 über Verbrechen und Vergehen gegen die Sittlichkeit über die Entwürfe von Artikel 216 und 217 über Straffreiheit von Päderastie in Gegenüberstellung des § 143 des preußischen Strafgesetzbuches S. 27-30). [In Bayern gab es eine Straffreiheit von Homosexualität zwischen 1813-Ende 1871].

Vierteljahrsschrift für gerichtliche und öffentliche Medizin, 1856. (10. Bd: Tourtual: Ein als Weib verehelichter Adrogynus im kirchlichen Forum S. 18-40). [Herzer 142. Die Zeitschrift erschien teilweise auch unter dem Titel: Vierteljahrsschrift für gerichtliche und öffentliche Sanitätswesen. Sie ist in der Bibliographie von Herzer ab 1856 relevant. Die Zeitschrift wurde in mehreren Bänden pro Jahrgang herausgegeben. Weil die Beiträge bei Archive.org sehr unübersichtlich sind, hier eine Übersicht der dort als Scan angebotenen Bände zur weiteren Forschung. Innerhalb eines Jahres sind die nachfolgenden Bände nicht sortiert. 1852, 1852, 1852, 1853, 1853, 185418541855, 1855, 18551856, 1856, 1856, 1857, 1857, 1857, 1858, 18581859, 1860, 1860, 1860, 1861, 1861, 1862,186218621863, 1863, 1864, 1864, 1864, 18641865, 1865, 1865, 18661867, 18671867, 1868, 1868, 1868, 1869, 18701870, 1871, 1871, 1871, 1872, 1872, 1873, 1873, 1873, 18731874, 1874, 1874, 1875, 1876,  1876,  1876, 1877, 18781879, 1879, 1880, 1880,  1880188118811882, 1882, 1883, 1884, 18851885, 1885, 1887].

Zeitschrift für die gesammte lutherische Theologie und Kirche, 1856. (17. Jg.: Dr. Keil: Der Fall der Engel zur sodomitischen Unzucht der Engel in der Bibel S. 21-37, insb. S. 24-27).

1857

Allgemeine Weltgeschichte: Allgemeine Geschichte der neueren Zeit, 1857. (9. Bd.: Männerliebe bei den Griechen über Plutarch und Epaminoudas [Epaminondas, 418-362 v.Chr.] S. 28).

Archiv für preußisches Strafrecht.., 1857. (5. Bd.: Kommentar S. 266-269). [Schlagwort: Preußen].

Barth, Heinrich: Reisen und Entdeckungen, 1857. [S.a. Herzer 143. Aufnahme in Herzers Bibliographie offenbar nur wegen der Nennung im JfsZ auf S. 182, wo es jedoch nur als Literaturhinweis ohne besonderen Zusammenhang mit Homosexualität erwähnt. Hier allg. Infos zu Heinrich Barth (1821-1865)].

Berner, Albert F.: Lehrbuch des deutschen Strafrechtes. (1857: [1. Aufl.]: Kap. Naturwidrige Unzucht mit Rechtsgeschichte S. 378-380). (1866: 3. Aufl.: Kap. Naturwidrige Unzucht S. 420-422). (1868: 4. Aufl.: offenbar identisch mit 1866, aber S. 425-427). (1871: 5. Aufl.: Kap. Naturwidrige Unzucht S. 467-469). (1898: 18. Aufl.: Kap. Naturwidrige Unzucht S. 460-461. Mit dem Bildniss des Verfassers). [S.a. Herzer 201, der sich auf 8. Aufl. von 1876 bezieht. Weitere Ausgaben von diesem Lehrbuch erschienen 1863 und in mind. sieben weiteren Aufl. von 1879-1898. Hier allg. Infos zu dem bedeutenden Strafrechtswissenschaftler Albert Friedrich Berner (1818-1907)].

Besser, Wilhelm F.: Die Briefe St. Petri: in Bibelstunden für die Gemeinde ausgelegt, 1857. (Die Bibel über Sodom, wo es 21 Textstellen dazu gibt S. 504-507). [Hier allg. Infos zu Wilhelm Friedrich Besser (1816-1884)].

Biblisches Wörterbuch, 1857 (Unter Knabenschänder: Mosaisches Strafrecht straft mit dem Tod durch Steinigung, das Christentum mit Ausschluss. Der Koran ist sehr milde, denn: Wenn sie aber bereuen und sich bessern, dann lasst ab von ihnen S. 59). [Schlagwort: Bibel].

Blätter für gerichtliche Anthropologie: Für Ärzte u. Juristen, 1857. (8. Bd.: Kap. Ueber Unzucht und Nothzucht in Bezug auf das Preußische Strafgesetzbuch S. 64-72. Kurzer Hinweis auf Lesben S. 64-65). [Schlagwort. lesbisch].

Böcker, Friedrich W.: Lehrbuch der gerichtlichen Medizin, 1857. (Über Anzeichen von Männerschändung und Weiberschändung S. 268). (1857: Gleicher Scan der BSB). [Herzer 144. Hier allg. Infos zu Friedrich Wilhelm Böcker (1818-1861)].

Döllinger, Joh. J. [d.i. Ignaz von Döllinger]: Heidentum und Judenthum. Vorhalle zur Geschichte des Christenthums, 1857. (Knabenliebe bei den Persern und in Hyrkanien [antike Landschaft, heute Iran bzw. Turkmenistan] S. 376. Päderastie, Ursache, Wirkungen, Sokrates und Platon S. 684-691). [S.a. Herzer 145. Hier allg. Infos zu Ignaz von Döllinger (1799-1890)].

Düntzer, Heinrich: Goethe's Faust: erster und zweiter Theil, 1857. (Magister Georgius, der jüngere Faustus, ist 1507 in Kreuznach. er erhielt daselbst auf Fürsprache des edeln Franz von Tickingen eine Stelle an der Schule, mußte aber, weil er der Knabenschändung bezüchtigt ward, bald entfliehen S. 9. Ausführliche Rez. zu Faust II S. 769-775). [Zu Faust s. oben Halle, 1790. Zur Rez. s.a. Derks, S. 291. Hier allg. Infos zu dem Kölner Altphilologen Heinrich Düntzer (1813-1901)].

Gaume, Jean J.: Die Revolution: Historische Untersuchungen über den Ursprung.., 1857. (5. Bd.: Über Solon, der in der griechischen Liebe im Allgemeinen nichts unsittliches sah S. 199). [Hier allg. Infos zu Jean Joseph Gaume (1802-1879)].

Der Gerichtssaal: Zeitschrift für zivil- und militär-Strafrecht.., 1857. (9. Bd.: Statistiken: Drei Fälle von Verurteilungen zwischen 1847 und 1855 S. 419-421). [Schlagwort: Militärrecht].

Heinse, Wilhelm: Laidion oder die Eleusinischen Geheimnisse, 1857. (2. Aufl.: U.d.T.: Sämtliche Schriften 3. Bd. Im 18. Kap.: Wiederlegegung eines göttlichen Satzes.. berichtet Sokrates geschlechtsneutral von schönen Körpern und geliebten Personen S. 130. Die Griechen haben die Mittel der Vereinigung verfielfacht um den Nektar aller Art von Wollust zur höchsten Süssigkeit aufzuschäumen S. 126-133, insb. S. 132). [S.a. Derks, S. 39-40. Danach werden hier Sokrates mit Alkibiades und Anakreon mit Bathyll als Liebespaare vorgestellt. Bei Wiki-Books werden Ausgaben von 1774 und 1838 angeboten, aber nur vom ersten und nicht vom relevanten zweiten Band. Zu Heinse und diesem Roman s.a. Mann für Mann, S. 338-340. Hier allg. Infos zu Wilhelm Heinse (1746-1803)].

Hermann, Karl F. / Schmidt, Karl G.: Karl Friedrich Hermann's Culturgeschichte der Griechen und Römer.., 1857. (2 Bd. mit separater Seitenzählung. 1. Bd.: Männerliebe bei den Griechen mit Verweis auf Jacobs S. 118). [Hier allg. Infos zu Karl Friedrich Hermann (1804-1855) und Karl Gustav Schmidt (1829-1892)].

Hofmann, Johann von: Der Schriftbeweis.., 1857. (1. Bd. Vergleich der Sodomiten mit den Engeln in der Bibel S. 428-29). [Hier allg. Infos zu Johann von Hofmann (1810-1877)].

Hurter, Friedrich E. von: Geschichte Kaiser Ferdinands II. Und seiner Eltern, bis zu dessen Krönung.., 1857. (Sodomitische Taten im Jahre 1622 in der Öffentlichkeit S. 327). [Hier allg. Infos zu Friedrich E. von Hurter (1787-1865)].

Medizinische Neuigkeiten für praktische Ärzte: Centralblatt, 1857. (7. Bd. [Tardieu:] Kennzeichen der stattgehabten Verführung zur Unzucht, der Nothzucht. Hier auch über heftige Päderastie. Als Quelle von dieser Wiedergabe eines Artikels wird Wiener allgemeine medizinischen Zeitung von Aug. 1857 angegeben S. 277-278). [Die Wiener.. wird nicht als Scan angeboten. Der Verfassername ergibt sich aus siehe unten Medicinisch-chirurgische Monatshefte, 1858].

Nagelsbach, Karl F.: Die nachhomerische Theologie des griechischen Volksglaubens.., 1857. (Unzucht bei den Griechen, mit Hinweis auf Becker. Charikles S. 236-237). [S. oben Becker, 1840. Hier allg. Infos zu Karl Friedrich Nägelsbach (1806-1859)].

Neues Conversations-Lexikon... (Hrsg. Hermann J. Meyer). (1857: 6. Bd.: Über Männerliebe S. 26). (1859: 12. Bd.: Über Päderastie S. 32-33. Über Phanocles [Phanokles, erste Hälfte des 3. Jh.], dessen Gedicht von der Knabenliebe in Bruchstücken von Ruhnken, [Nic.] Bach [1829] und Schneidewin herausgegeben wurde S. 617). [Von Phanokles wird kein Werk in dt. Sprache als Scan angeboten]). 

Lesetipp! Rheinisches Museum für Philologie, 1857. (11. Bd.: Über die beiden Oden der Sappho über die Mädchenliebe der Sappho S. 226-259 insb. S. 229-259. Männerliebe S. 236-237. Ovid über Mädchenliebe S. 248).

Sammlung der Entscheidungen des Großherzoglichen Hessischen Cassationshofs in Civil- und Strafsachen.., 1857. (Verurteilung im Fall des Choristen Franz Steinius aus Mainz, der wegen widernatürlicher Unzucht mit einem 15-jährigen vom Bezirksgericht am 25.6.1857 verurteilt, aber in zweiter Instanz am 25.7.1857 freigesprochen wurde. Der Cassationshof betont in einem Gerichtsurteil vom 28.09.1857, dass nach § 338 Strafgesetzbuch nur der Beischlaf strafbar ist S. 163-166). [Schlagwort: Hessen. Es ist der einzige Hinweis auf diesen Kriminalfall].

Schmidt, Charles: Die bürgerliche Gesellschaft in der altrömischen Welt.., 1857. (Männerliebe bei den Griechen, Lex Scantinia S. 94-94). [Hier allg. Infos zu Charles Schmidt (1812-1895)].

Schmidt's Jahrbücher der in- und ausländischen gesammten Medicin, 1857. (95. Bd.: Rez. von Johannes B. Friedreich: Memoranda der gerichtlichen Anatomie von 1857, der dort ausführt, das viele der Päderastie fröhnen, ohne dass ihr Aussehen darauf hindeutet S. 274). [Das Buch selbst wird nicht als Scan angeboten].

Seeger, Hermann: Abhandlungen aus dem Strafrechte, 1858. (1. Bd.: Über Feuerbach, der einen Staat von lauter Sodomisten für denkbar hält S. XXVIII f.). [Hier allg. Infos zu dem Juristen Hermann Seeger (1829-1903)].

Sighart, Joachim: Albertus Magnus.., 1857. (Ein Satz von Albertus Magnus über die Bewachung von Epheben: Diese Weise wird heute noch in den Staaten des Orientes beobachtet, die immer unrein waren und schlechte Sodomiten und Ketzer gegen die Natur S. 364). [Von Albertus Magnus liegen keine relevanten Veröffentlichungen in deutscher Sprache vor. Zu ihm s.a. Spreitzer, S. 36-39. Hier allg. Infos zu Joachim Sighart (1824-1867)].

Ungern-Sternberg, Alexander von: Erinnerungsblätter. (1855: 1. Bd.: Auswertung noch offen). (1855: 2. Bd. Auswertung noch offen). (1857: 3. Bd.: Hermann von Pückler-Muskau schloss intime Freundschaft mit Mehmed-Ali S. 2-4). (1858: 4. Bd.: Auswertung noch offen) (1859: 5. Bd.: Noch nicht ausgewertet). (1860: 6. Bd.: Über den Maler Genelli [Bonaventura Genelli, 1798-1868], der in einem antiken Sinn wieder nackte Gestalten in ihrer Schönheit und in ihrem mächtigen Zauber zeichnen wollte. Er verweist auf Arbeiten zu Ganymed und Juno bzw. zu Winckelmann. Auf Blätter, die Liebesabenteuer darstellen ist eines besonders schön, wo er auf dem Boden sich wälzt, voll Schmerz und innerer Zerrüttung, und Amor ihn mit dem Fuße zurückstoßend zürnend entflieht S. 163-167). [Hier allg. Infos zu Alexander von Ungern-Sternberg (1806-1868) und Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871). Zum 3. Bd. s.a. Mann für Mann, S. 563-564. Zum 6. Bd. s.a. Mann für Mann, S. 268. Nach Mann für Mann, S. 701-702 werden in den ersten sechs Bänden der Architekt Schinkel, der Bildhauer Bonaventure Genelli sowie Fürst Pückler […] eindeutig-zweideutig als Männer- und Jünglingsliebhaber „geoutet“. Die Textstellen zu Schinkel wurden noch nicht gefunden].

Vierteljahrsschrift für gerichtliche und öffentliche Medicin, 1857. (Dr. Zeissing: Über Unzucht und Nothzucht im Sinne des preußischen Strafrechts S. 135-144). [S.a. Herzer 146].

1858

Abhandlungen der philosph.-philologischen Classe dr königlich bayerischen Akademie der Wissenschaften, 1858. (8. Bd.: Otto Jahn über Das Wandgemälde des Columbariums in der Villa Pamsili mit Erläuterungen S. 229-284. Der schlafende nackte Endymion mit Verweis auf Tafel VI, Nr. 18 S. 244-245. Tänze von Kinaiden. Cinaedi, die mit Tänzen und Gedichten ein Gewerbe machen und als pathicus gebrandmarkt sind. Kinaidologen verfassten Gedichte mit Verweis auf Tafel IV, Nr. 10 S. 254-259. Hinter S. 284 sind die 21 Kupfertafeln auf 7 Seiten ohne Seitenzählung abgedruckt). [Hier allg. Infos zu dem Philologen Otto Jahn (1813-1869)].

Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie und psychisch-gerichtliche Medicin, 1858. (15. Bd.: A. Krauss: Der Sinn im Wahnsinn. Eine psychiatrische Untersuchung u.a. über einen lesbischen Medizinfall S. 661-662, insb. 617-671). [Das ist der erste Eintrag zu dieser Zeitschrift. Hier wurden in den Bänden von 1858, 1877, 1880, 1882, 1883, 1892, 1893, 1902, 1904 (Registerband) und 1908 relevante Beiträge gefunden, die bei den jeweiligen Jahren aufgelistet sind].

Blumer, J. J.: Staats- und Rechtsgeschichte der schweizerischen Demokratien. (1858: 2. Bd.: Rechtsfall: In Rapperschwyl wurde 1563 ein Sodomit enthauptet, dann aber sein Leichnam zu Asche verbrannt und diese 3 Fuß tief unter die Erde vergraben. Mit Quellenangabe S. 33). (1859: 2. Bd.: identischer Text). [In der Schweiz gibt es eine Gemeinde Rapperswil im Kanton Bern und in St. Gallen. Hier allg. Infos zu Johann Jakob Blumer (1819-1875)].

Bunsen, Christian K. von: Vollständiges Bibelwerk für die Gemeinde.., 1858. (1. Bd.: Eine Bibelübersetzung mit Bubengeld statt Hundegeld, denn die feilen Buben heißen Hunde S. 321). [Schlagwort: Prostitution. Hier allg. Infos zu Christian Karl Josias von Bunsen (1791-1860)].

Lesetipp! Casper, Johann L.: Practisches Handbuch der gerichtlichen Medicin. [Zum Inhalt: Casper war Rechtsmediziner und ging in seinem Handbuch auch auf mehr als 25 Fallbeispiele über Homosexualität ein. In späteren Auflagen wurden sie ergänzt, z.B. ab 1871 um den Sexualmörder Zastrow von 1869. Die 1. Aufl. des Handbuches von 1856 wird nicht als Scan angeboten. Die 6.-9. Aufl. erschien unter anderen Titeln und z.T. von anderen Verantwortlichen, u.a. durch Carl Liman neubearb. und vermehrt. Die Beiträge enthalten auch kleinere Kap. über Tribaden]. (1858: [2. Aufl.]: 2. Bd.: Widern. Unzucht S. 171-189). (1860: 3. Aufl.: 1. Bd.: Widern. Unzucht S. 180-200). (1864: 4. Aufl.: 1. Bd.: Widern. Unzucht S. 161-180). (1871: 5. Aufl.: 1. Bd.: Widern. Unzucht S. 177-212. Zastrow S. 490-500). (1876: 6. Aufl.: 1. Bd.: Widern. Unzucht S. 179-211. Zastrow S. 509-519). (1881: 7. Aufl.: 1. Bd.: Widern. Unzucht S. 166-198. Zastrow S. 487-496). (1859: Rez. von diesem Handbuch in: Allgemeines Repertorium der neuesten in- und ausländischen Litteratur von 1859 mit dem Hinweis auf die Äußerungen eines Päderasten zu dem Umstand, dasss sich viele Gleichgesinnte am Blick erkennen können S. 147-148). [Schlagwort: lesbische Liebe. S.a. Herzer 140. S.a. Müller, S. 136-137, 182-188, 341-347. Zu Zastrow weitere Quellen siehe unten Augsburger Abendzeitung, 1869. Casper schreibt, u.a. in der 5. Aufl. auf S. 182, dass es sich bei einem Fall um den Graf Cajus handeln soll. Nach Karl Heinrich Ulrichs soll es sich bei Cajus um den Reichsfreiherrn Heinrich von Maltzan handeln – siehe oben Ulrichs, 1864, in Critische Pfeile S. 89. S.a. Mann für Mann, S. 95, 483-484, wo verdeutlicht wird, dass es sich bei Graf Cajus wegen dem Lebensalter nicht um Heinrich von Maltzan, sondern allenfalls um seinen Vater handeln kann. S.a. Capri Heft 37/2005, S. 2-4 und Capri Heft 46/2012, S. 31-33. In Invertito 11.2009, S. 76-90 wird Alfred Reichsgraf von Malzan-Wedell mit den Lebensdaten 1792-1858 als Person hinter dem Pseudonym Graf Cajus angegeben. S.a. Bleibtreu-Ehrenberg, S. 336. S.a. Weber, S. 47-57. Hier allg. Infos zu Johann Ludwig Casper (1796-1864)].

Düntzer, Heinrich: Goethe’s Lyrische Gedichte, 1858. (2. Bd.: Ein Satz zu Goethe: Aber der Dichter eignete sich nur das aus der morgenländischen Dichtung an, was nicht in zu schroffem Gegensatz zu unseren Anschauungen steht, wie er z.B. die Knabenliebe in keuschester Weise behandelte... S. 139-140). [Keine Texte von, sondern nur über Goethe. Düntzer bezieht sich auf siehe oben Goethe: West-östlicher Divan, 1819. Hier allg. Infos zu Heinrich Düntzer (1813-1901)].

Gerhard, Eduard F.: Auserlesene Griechische Vasenbilder.., 1858. (Knabenliebe auf Vase, Häschen als Geschenk für einen abwesenden Liebling mit zahlr. Ill. S. 50). [Schlagwort: Bildende Kunst. Hier allg. Infos zu Eduard Friedrich Wilhelm Gerhard (1795-1867)].

Gerichtliche Medizin, 1858. (2. Kap.: Sodomiterei u.a. über die Veröffentlichungen von Dohrn und Johann L. Casper S. 229-231).

Goltdammer's Archiv für Strafrecht, 1858. (5. Bd.: Widernatürliche Unzucht S. 266-269).

Gutzkow, Karl: Der Zauberer von Rom. (1858: 1. Bd.). (1859: 2. Bd.). (1858: 3. Bd.). (1859: 4. Bd.). (1859: 5. Bd.). (1859: 6. Bd.). (1860: 7. Bd.). (1860: 8. Bd.). (1861: 9. Bd.). [Hier allg. Infos zu Karl Gutzkow (1811-1878).  Das 9-bändige Werk erschien von 1858-1861 und wurde noch nicht inhaltlich erschlossen. Nach dem JfsZ 3.1901, S. 512 spricht der Autor gelegentlich vom homosexuellem Verkehr der römischen Geistlichkeit und weist auf Horaz, Shakespeare und Platen als Dichter der Männerliebe hin. Schlagwort: Belletristik].

Hefele, Carl J. von: Conciliengeschichte. (1858: [1. Aufl.]: 3. Bd.: Zur Synode von Tours im Jahr 567: Regel Nr. 14 zur Verhinderung homosexueller Handlungen: Priester und Mönche dürfen nicht mit einem andern Mann in einem Bett schlafen, um allen bösen Verdacht zu verhüten. Sie dürfen auch nicht einzeln oder zu zweit in besonderen Zellen. Sie müssen gemeinsam in einer schola unter Aufsicht schlafen. Zur Synode [in Toledo] in Spanien im Jahr 693 Nr. 3: Als kirchliche Strafe für Sodomie gelten weiterhin die alten Strafen, u.a. die, schmählich des Haares beraubt zu werden S. 321. Zur Synode zu Aachen im Jahr 789: Alle Bischöfe und Priester sollen auf alle Weise die unnatürliche Wollust ausrotten. S. 625). (1860: [1. Aufl.] 4. Bd.: Zur Synode von Paris im Jahr 829: Nr. 34: Geistliche, welche die Sünden gegen die Natur nicht mit den durch die Canonen […] vorgeschriebenen Strafen belegen, sollen besser unterrichtet und angehalten werden, ihre Pönitentialbücher […] zu beseitigen S. 59. Zur Synode zu Rheims [Synode in Reims bzw. Konzil zu Reims] im Jahre 1049: Es wird über die Sodomiten und […] Allen, die von ihnen ein Amt oder einen Dienst annehmen oder sie vertheidigen würden, die Excommunikation ausgesprochen S. 693). (1873: 2. Aufl.: 1. Bd.: Zur Synode von Elvira im Jahre 306: Can. LXXI: De Stupratoribus puerorum […] Päderasten werden auch auf dem Todbette nicht mehr zur Communion zugelassen S. 187). (1886: 2. Aufl.: 5. Bd.: Zur Synode von London im Jahre 1102: Nr. 28: Sodomie wird mit Exkommunikation etc. bestraft S. 269). [S.a. Bleibtreu-Ehrenberg S. 204-206, 244, die zum Teil aus anderen Aufl. und daher von anderen Seiten zitiert. Hier allg. Infos zu Carl Joseph Hefele (1809-1893)].

Helfferich, Adolf: Entstehung und Geschichte des Westgothen-Rechts, 1858. (Über die verhängten Strafen für Sodomie: Verbannung, Hiebe, Haarausraufung und Kastration S. 208). [Hier allg. Infos zu Adolf Helfferich (1813-1894)].

Heubner, Heinrich L. / Hahn, August: Praktische Erklärung des Neuen Testaments.., 1858. (3. Bd.: Unnatürliche Wollust nach Römer 1 bzw. Paulus mit Verweisen auf Meiners und Plato S. 20). [Hier allg. Infos zu August Hahn (1792-1863). Zu Heinrich L. Heubner liegen keine weiteren Angaben vor].

Die Kirche Christi, 1858. (Wegen dem Satz: übt Justiz gegen jene unnatürliche Sodomiterei, Päderastie, die Florenz in ganz Italien in bösen Ruf gebracht S. 853). [Schlagwort: Sprache, florenzen].

König, Heinrich: Gesammelte Schriften: Georg Forster's Leben in Haus und Welt, 1858. (10. Bd. Mauvillon [Jakob Mauvillon?] erzählt von Georg Forster [oder von Johannes von Müller?], dass man ihm die sokratische Liebe schuldgibt. S. 113). [Hier allg. Infos zu Georg Forster (1754-1794). Bei dem Autor handelt es sich evt. um Heinrich Johann Otto König (1748-1820)].

Medicinisch-chirurgische Monatshefte, 1858. (Rez. über Tardieu: Kennzeichen der stattgehabten Verführung zur Unzucht, der Nothzucht und Päderastie bzw. gerichtlich medicinische Studien über die Vergehen gegen die Sittlichkeit S. 267-273). [In dieser Rez. wird nicht auf Tardieus Äußerungen zu Päderastie eingegangen! Siehe oben Medizinische Neuigkeiten, 1857].

Rumpf, Johann, W.: Bibel und Christus: Beleuchtung der Gründe für den Kirchenglauben, 1858. (Es steht geschrieben, Du sollst keine Hyäne essen. Das will sagen, du sollst kein Ehebrecher oder Päderast sein, noch ihnen dich beigesellen. Warum? Weil die Hyäne jährlich ihr Geschlecht ändert, und aus einem Männchen ein Weibchen wird S. 237). [Zu Johann Wilhelm Rumpf liegen keine weiteren Angaben vor].

Sammlung der deutschen Strafgesetzbücher, 1858. (2. Bd.: Gesetzestext vom Strafrecht Großherzogthum Baden [1806-1871] S. 122 und vom Strafrecht im Herzogthum Nassau S. 120). (3. Bd.: Gesetzestext: Preußen S. 89).

Schmidt, Julian: Geschichte der deutschen Literatur.., 1858. (3. Bd.: In dem anonym verfassten Roman Eritis sicut Deus ist der Held in einen Maler päderastisch verliebt S. 328). [Siehe oben Canz, 1855].

Temme, Jodocus D.: Archiv für die strafrechtlichen Entscheidungen der obersten Gerichtshöfe Deutschlands, 1858. (5. Bd. Definition von widernatürlicher Unzucht und Beischlaf S. 172-174). [Hier allg. Infos zu Jodocus D. H. Temme (1798-1881)].

Wald, Hermann W. / Taylor, Alfred S. (Grundlage): Gerichtliche Medicin. Ein Handbuch für Gerichtsärzte und Juristen.., 1858. (2. Bd.: Gesetzestext Preußen und Österreich, Erkennungszeichen von aktiver und passiver Päderastie, Knabenliebe und die Galanterien in Berlin, Veröffentlichungen von Casper und Dohrn. Die lesbische Liebe kommt wohl überhaupt nicht vor S. 229-230). [Hier allg. Infos zu Hermann Wald (1820-1868) und Alfred Swaine Taylor (1806-1880)].

1859

Die Deutschen Mundarten: Eine Zeitschrift für Dichtung, Forschung.., 1859. (6. Bd.: Reinhold Köhler macht [in Bezug auf C. Rümpler: Satiren und Pasquille aus der Reformationszeit] darauf aufmerksam, dass sich Caracciolus, genant Pedico auf Päderast bezieht S. 67). [Hier allg. Infos zu  Reinhold Köhler (1830-1892)].

Entwürfe betreffend des Strafgesetzbuch […] für den Kanton Appenzell.., 1859. (Gesetzestext S. 37-38). [Schlagwort: Schweiz].

Goltz, Alexander von der: Thomas Wizenmann, der Freund Friedrich Heinrich Jacobis. (1851: 1. Bd.: Wizenmann wurde mit 12 Jahren zu geheimen Sünden verführt S. 19-20. Liebesbrief an Gottlieb Hausleutner: Er will ihn umarmen, Sie küssen, empfinden ihre Liebe S. 26). (1859: 2. Bd.: Er hat in jüngeren Jahren hat seinen Samen zu all diesem Uebel ausgestreut S. 59).  [S.a. Mann für Mann, S. 746-748, wo bei den Sünden im ersten Band mutuelle Onanie oder homoerotische Aktivitäten vermutet werden. Hier allg. Infos zu Thomas Wizenmann (1759-1787) und Alexander von der Goltz (1739-1818)].

Heine, Heinrich: Der Doktor Faust: ein Tanzpoem.., 1851. (Hexensabatt im 3. Akt. Sie verbeugen sich vor der Rückseite des Bocks, knieen davor nieder und leisten das Homagium des Kusses S. 32). [S.a. Derks, S. 642-647, der dies als eine neue Variante der analen Fixierung bezeichnet. Er verweist darauf, dass Heine nach dem Erscheinen von Goethes Faust II. eine päderastische Szene wegen der inhaltlichen Nähe zu seinem eigenen Werk fallen ließ. Hier allg. Infos zu Heinrich Heine (1797-1856) und seinem Werk Der Doktor Faust].

Lesetipp! Jahresbericht über die Fortschritte der gesammten Medizin, 1859. (Sigmund A. J. Schneider über zweifelhafte Geschlechterverhältnisse, gesetzwiderigen und unnatürlichen Beischlaf, Schwangerschaft und Geburt S. 17-23, vor allem zu Tardieu S. 18 und über Päderastie S. 22). [Hier allg. Infos zu Sigmund Schneider (1819-1891)].

Menzel, Wolfgang: Deutsche Dichtung von der ältesten bis auf die neueste Zeit.., 1859. (Friedrich Jacobs gibt sich ganz weibischen Gefühlen hin und schrieb für Weiber wie ein Weib. Bezug auf Verführung zur griechischen Liebe S. 116. [S. oben Jacobs, 1829. Hier allg. Infos zu Wolfgang Menzel (1798-1873)].

Rudorff, Adolf A.: Römische Rechtsgeschichte. (1859: 1. Bd.: Über die Lex Scantinia [149 v.Chr.] und Lex Iulia [Lex Julia, 18 v.Chr.], die u.a. Unkeuschheit mit dem eigenen Geschlecht umfasst S. 87-88. Die Lex Scantinia ist aus dem Jahre 228 v.Chr. [sic] S. 368). (1859: 2. Bd.: Wegen dem Satz: Die strafbarere Unzucht mit dem eigenen Geschlechte bekämpften die Hausgerichte, die Censoren und Comitien, dann die Lex Scantinia und Julia (I. §. 36, 7, 27), die Extraor dinarjurisdiction und Justinian umsonst mit den schwersten Strafen. Mit Fußnoten S. 385). [Hier allg. Infos zu Adolf August Friedrich Rudorff (1803-1877)].

Sanders, Daniel: Wörterbuch der deutschen Sprache: Mit Belegen von Luther bis auf die Gegenwart. (1859/1860: Bd. 1: A-K: Paukarsch, der Prügel bekommt und Arschpauker, der austeilt = beides auch von Päderasten S. 46. Florenzen= Päderastie treiben (veraltet) S. 467. Griech-isch lieben = (als Päderast) S. 626. Ketzer = in der ältern Sprache auch Sodomit, Einer, der unnatürliche Unzucht treibt S. 903). (1859/1860: Bd. 1: A-K: Identisch). (1863: Bd. 2/1: L-R: [Ohne lesbisch auf S. 113]. Päderast = Knabenschänder; mit derberem Volksausdr.[uck]: Arschficker, Deichselvergolder; veraltete Begriffe sind: Florenzer; [...] Puseronen, [...] griechische Liebe S. 492 [Ohne platonische Liebe S. 558]). (1863: Bd. 2/2. S-Z. Schwül, Schwulitäten mit Textstellen bei Platen, Schwulibus [alles ohne homosexuellen Kontext] S. 1055). [Ohne Tribade auf S. 1375].  [Hier allg. Infos zu Daniel Sanders (1819-1897) und seinem Wörterbuch in insgesamt drei physischen Bänden. In der Ausgabe von 1863 findet sich die erste Erwähnung von Arschficker. Von der 2. Auflage wird nur der Bd. 2/2 von 1876 als Scan angeboten. Durch einen Hinweis auf diesem Cover wird deutlich, dass sich die zweite nicht von der ersten Auflage unterscheidet. Zu Sanders siehe unten sein Handwörterbuch, 1869 und sein Fremdwörterbuch, 1871].

Siehe vorigen Eintrag

Die älteste bekannte Erwähnung des heute noch gebräuchlichen Schimpfwortes Arschficker aus dem Wörterbuch von Daniel Sanders.

Weiter mit 1859

Lesetipp! Schopenhauer, Arthur: Die Welt als Wille und Vorstellung, 1859. [Zum Inhalt: Das Werk erschien erstmals 1819, aber erst in der 3. Auflage von 1859 hat der Autor in einem 2. Bd. eine umfangreiche Ergänzung veröffentlicht]. (1859: 2. Bd.: 3. Aufl.: Anhang zum vorstehenden Kapitel über Päderastie (Der Schönheitssinn wird irre geführt, wenn er in Hang zur Päderastie ausartet S. 618. Im 44. Kap. zur Metaphysik der Geschlechtsliebe findet sich dort ein Anhang zum vorstehenden Kapitel ein Beitrag über Päderastie, wo u.a. zu lesen ist: An sich selbst betrachtet nämlich stellt die Päderastie sich dar als eine nicht bloß widernatürliche, sondern auch im höchsten Grade widerwärtige und Abscheu erregende Monstrosität. […] Nämlich die gänzliche Allgemeinheit und beharrliche Unausrottbarkeit der Sache beweist, daß sie irgendwie aus der menschlichen Natur selbst hervorgeht. […] Endlich habe ich auch, durch Darlegung dieser paradoxen Gedanken, den […] Philosophieprofessoren eine kleine Wohlthat zufließen lassen wollen, indem ich ihnen Gelegenheit eröffnete zu der Verläumdung, daß ich die Päderastie in Schutz genommen und anempfohlen hätte S. 641-649). (1977: 4. Bd.. Neu gesetzt. U.d.T. Werke in zehn Bänden. Anhang zum vorstehenden Kapitel über Päderastie S. 657-664). [S.a. Herzer 147. S.a. Andere Lieben, S. 181. S.a. Derks, S. 636-642. S.a. Capri Heft [5 bzw.] 3/1988, S. 3-23 mit einem Abdruck des oben genannten Anhang. S.a. Weber, S. 96. Hier allg. Infos zu dem Werk Die Welt als Wille und Vorstellung und zu Arthur Schopenhauer (1788-1860).

 

Siehe voriger Eintrag

Schopenhauer: An sich selbst betrachtet nämlich stellt die Päderastie sich dar als eine nicht bloß widernatürliche, sondern auch im höchsten Grade widerwärtige und Abscheu erregende Monstrosität [obwohl] sie irgendwie aus der menschlichen Natur selbst hervorgeht.

(Die Illustration ist nicht auf dem verlinkten Scan enthalten. Sie ist von 1859 und daher aus dem gleichen Jahr wie die Publikation)

Weiter mit 1859

Ségur, Louis G. de: Vertrauliche Unterhaltungen über den heutigen Protestantismus. (1859: [1. Aufl.]: Calvin war der widernatürlichen Unzucht überführt und deshalb vom Henker gebrandmarkt worden S. 52). (1864: 2. Aufl. identisch). [Zu Calvin siehe oben Bolsek, 1581 und siehe unten JfsZ 1905, S. 289-306. Hier allg. Infos zu Louis G. de Ségur (1753-1830)].

Sporschil, Johann: Geschichte der Deutschen.., 1859. (1. Bd.: Hinweis auf den Schwabenspiegel und dass Friedrich II. beschuldigt wurde, ein Sodomiter und Ketzer zu sein S. 693). [Hier allg. Infos zu Johann Sporschil (1800-1863)].

Stenographische Bericht über die Verhandlungen des Preußischen Hauses der Abgeordneten, 1859. (Ein Satz über Ehescheidungsgründe: §. 673. Sodomiterei und andere unnatürliche Laster dieser Art werden dem Ehebruche gleich geachtet S. 448). [Zur Geschichte des Allgemeinen Gesetzbuches S. unten Allgemeines Landrecht, 1794. Hier allg. Infos zu Allgemeines Landrecht].

Venedey, J.: Friedrich der Grosse und Voltaire, 1859. (Der Angriff von Voltaire gegen Friedrich II., die schmutzige Lüge der sodomitischen Sünde und die Verleumdung in der Pucelle S. 222-223). [Hier allg. Infos zu dem Kölner Publizisten Jacob Venedey (1805-1871)].

Wangemann: Sieben Bücher Preussischer Kirchengeschichte.., 1859. (1. Bd.: Aus den Mundzügen von Calvin kann sonnenklar bewiesen werden, dass dieser Päderastie getrieben habe S. 141). [Zu Calvin siehe oben Bolsek, 1581 und siehe unten JfsZ 1905, S. 289-306. Hier allg. Infos zu Hermann Theodor Wangemann (1818-1894)].

Waitz, Theodor: Anthropologie der Naturvölker. (1859: 1. Bd.: Vielweiberei und Päderastie S. 357). (1860: 2. Bd.: Sänger in Frauenkleidern S. 438). (1862: 3. Bd.: Mehrere Beiträge über Unnatürliche Laster und Männer in Frauenkleidern S. 23, 113, 313, 333, 383, 472, 506). (1864: 4. Bd.: Päderastie wird streng bestraft S. 131. Ritual des Blutziehens aus den Geschlechtsteilen S. 279. Unnatürliche Laster in Yucatan S. 307. Verbreitung Päderastie S. 350. Sodomie und Frauenkleider S. 361. unnatürliche Laster S. 376, 417). (1865: 5. Bd.: Erwähnung geschlechtliche Ausschweifungen S. 157). (1872: 6. Bd.: unnatürliche Laster S. 631). [S.a. Herzer 148. Hier allg. Infos zu Theodor Waitz (1821-1864)].

Welcker, F. G.: Griechische Götterlehre. (1859: [1. Aufl.]: 2. Bd.: Knabenliebe in Griechenland und bei den Göttern S. 383-384. Päderastie bei Faun, wie bei Zeus und Ganymed S. 665-666. Knabenliebe bei Plutarch und vorkommen in Venedig S. 715. Aphrodite und das Laster der Tribaden S. 716. Eros und Gymnasien S. 724-728). (1860: [2. Aufl.]: 2. Bd.: Offenbar identisch). [Schlagwort: lesbisch. Siehe oben Welcker, 1816. Hier allg. Infos zu Friedrich Gottlieb Welcker (1784-1868)].

Wiener Zeitung, 30.01.1859. (Die Sodomiten in Dantes Hölle aus Die göttliche Komödie nach einem Gemälde von Bonaventura Emler [1831-1862] S. 457-458). [Schlagwort: Anno, Österreich].

Zeitschrift für Medicin, Chirurgie und Geburtshilfe, 1859. (13. Bd.: Staatsarzneiliche Studien über Päderastie S. 71-73). [Rez. der Studie von Tardieu, die 1860 auch auf deutsch erschien. S. unten Tardieu, 1860].

Zeitschrift für Staatsarzneikunde, 1859. (78. Bd.: Tardieus Äußerungen über Erpressung stammen offenbar aus einer staatsarzneilichen Studie über Päderastie S. 105-106). [Siehe voriger Beitrag. Siehe unten Tardieu, 1860].

Zeller, Eduard: Die Philosophie der Griechen. [Alle folgenden Links beziehen sich auf die 2. Auflage]. (1856: Teil 1: Keine Einträge). (1859: Teil 2/1: Sokratische Liebe S. 57. Knabenliebe bei Plato S. 384-385, 568-569). (1859: Teil 2/1: Gleicher Scan von Google). (1862: Teil 2/2: Keine Einträge). (1865: Teil 3/1: Knabenliebe bei den Griechen S. 261-262). (1865: Teil 3/1: Gleicher Scan von Google). (1868: Teil 3/2: Kommentar in Verbindung mit Plotin, dass nur die päderastische Verirrung als etwas schändliches bezeichnet wird). (1868: Teil 4: Register. Knabenliebe S. 48). [Das Werk ist in mind. drei Auflagen seit 1844 erschienen. Die zweite Aufl. liegt in sechs physischen Bänden vollständig als Scan vor. S.a. Herzer 122, der sich auf die Ausgaben von 1845-1852 und damit offenbar auf die erste Aufl. bezieht. Hier allg. Infos zu Eduard Zeller (1814-1908)].

1860

Allgemeine Wiener medizinische Zeitung, 1860. (Rez. von Tardieu: Vergehen gegen die Sittlichkeit über Päderstie, Prostitution, Erpressung, Äußere Anzeichen S. 68-69) [s. unten Tardieu, 1860].

Archiv für preußisches Strafrecht.., 1860. (8. Bd.: Definition von Unzucht S. 414-415).

Archiv für die Praxis des gesammten im Grossherzogthum Oldenburg geltenden Rechts, 1860. (7. Bd.: Zur Frage, ob Widernatürliche Unzucht einem Ehebruch gleichkommt S. 372). [Schlagwort: Eherecht]

Bastian, Adolf: Politische Psychologie, 1860. (3. Bd.: Aus der Reihe: Der Mensch in der Geschichte. Zur Begründung einer psychologischen Weltanschauung. Das Fehlen von Frauen führte zu sodomistischen Verirrungen, die Balbao auf den Isthmus antraf und durch psychische Ansteckung auch bei anderen Völkern zu finden ist. Päderastie bei den Griechen S. 305. Über Sodomiterei unter Pariser Geistlichen, über lesbische Liebe in Afrika und bei Indianierinnen, Patici und Kinäden mit Erkennungszeichen. Mignonwesen der Tribaden am Hof von Heinrich III. und Knabenliebe bei den Galliern, in Albanien, Griechenland und anderen Ländern. Alcibiades und Socrates S. 309-312, 316).  (1860: Gleicher Band der BSB). [Schlagwort: Lesbisch. S.a. Herzer 149, der auf das ganze Kap. Geschlechtsverhältnisse S. 304-323 verweist. Hier allg. Infos zu Adolf Bastian (1826-1905)].

Bender, Hermann / Stahr Adolf W.: Aristoteles Werke, 1860. (Kap.: Ueber die Knabenliebe bei den Griechen anhand dem 2. und 7. Buch aus dem Werk Politik von Aristoteles S. 460-461). [Dies ist ein Werk über Aristoteles. Zur Übersetzung siehe oben Aristoteles, 1798. Hier allg. Infos zu Adolf Wilhelm Theodor Stahr (1805-1876). Zu Hermann Bender liegen keine weiteren Angaben vor].

Berichte und Mittheilungen des Alterthums-Vereines zu Wien, 1860. (4. Bd.: Die Zerstörung der sodomitischen Städte dargestellt in einem Fenster von Kloster Hirschau [Kloster Hirsau im Nordschwarzwald?] bzw. Stift Klosterneuburg S. 67-68. Im Anhang ist eine Zeichnung des Fensters zu sehen: Illustration Nr. LI auf Tafel XXVI o.S. ).

Biblia, das ist die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments, 1860. (1. Bd.: Übers.: Martin Luther. Klage um Jonathan von König David in 2. Buch Samuel 1/2 u.a. deine Liebe ist mir sonderlicher gewesen, denn Frauenliebe ist S. 415). [S.a. Lieblingminne, S. 19).

Lesetipp! Blätter für gerichtliche Anthropologie. Für Ärzte und Juristen, 1860. (11. Bd.: In einem Beitrag XXXIV. Die Vergehen gegen die Sittlichkeit in einem Unterkapitel über Päderastie ein Beispiel aus dem Jahr 1856 mit mehreren Knaben am Gerichtshof in Amien. Männliche Prostitution in Paris. Beschreibung eines typischen Sodomiten mit einem süsslichen Mund und Hüften wie ein spanischer Tänzer. Äußere Anzeichen von Päderastie im Analbereich und am Mund, Morde an Päderasten und der Missbrauch eines 19-Jährigen S. 353-363). [Schlagwort: Frankreich. Ohne Verfasserangabe].

Deutsches Wörterbuch, 1860. (2. Bd. Bei Sodomiterei scheint eine Form der Sodomiter statt Sodomit zu Grunde zu liegen S. 721). [Hier allg. Infos zu dem Hrsg. Friedrich Ludwig Karl Weigand (1804-1878)].

Erheiterungem, 1860. (Sodomiterei von Johann Basilowitz, [Iwan IV.; Iwan der Schreckliche 1530-1584], mit einem Edelknaben. Seinen Minister [Demetrius Occinius], der den Knaben abgemahnt hatte, ließ er ermorden S. 836). [S. oben Hübner, 1700].

Friedhoff, Franz: Allgemeine Moraltheologie, 1860. (Sodomistische Sünde S. 436-437).

Gesetzsammlung für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen.., 1860. (Gefängnisstrafe kann in körperliche Züchtigung verwandelt werden, wenn jemand wegen widernatürlicher Unzucht zweimal Freiheits- oder Handarbeitsstrafe erlitten hat S. 222).

Grimm, Jakob / Grimm, Wilhelm: Deutsches Wörterbuch. [Zum Inhalt: Die Erstausgabe des Wörterbuches erschien in 33 Bänden über einen Zeitraum von über 100 Jahren zwischen 1854 und 1971. Es ist nicht zu verwechseln mit Daniel Sanders: Das deutsche Wörterbuch von Jakob Grimm und Wilhelm Grimm]. (1860: 2. Bd.: Büberei in seiner Verwendung einige Mal als Päderastie, doch gewöhnlich in milderem Sinn, mit einigen Beispielen Spalte 465). (1860: 2. Bd. Gleicher Scan aber von der BSB). (1862: 3. Bd.: Florenzen=im Kontext Knaben; Florenzer=Päderast Spalte 1817). [Hier allg. Infos zu Deutsches Wörterbuch. Von Grimm werden nur wenige weitere Bände, die vermutlich keine Relevanz haben, ebenfalls online als Scan angeboten, wie 1854: 1. Bd.: (Hier wird Arschpauker im Gegensatz zu Sander ohne homosexuellen Bezug erklärt), 1864: 5. Bd. und 1899: 9. Bd.. Die Retrodigitalisierung der Uni Trier bietet die Möglichkeit der Volltextsuche in allen Ausgaben. Durch eine Suche in Wörterbuch gelangt man u.a. zu den erklärten Stichwörter Büberei, Knabenliebe und Sodomit. Durch eine Suche in Wörterbuchtext gelangt man z.B. bei der Eingabe Päderastie zu neun Erklärungen, in denen dieses Wort vorkommt, wie in den Beiträgen über Ketzerei, Pedasterei und Unmensch. Eine Suche mit Wortkombinationen wie homo mollis ist nicht möglich. Das Wörterbuch der Brüder Grimm soll das erste Wörterbuch gewesen sein, in dem auch Schimpfwörter und "unfeine" Wörter aufgenommen wurden. In Bezug auf Homosexualität und Umgangssprache ist das 1859 erstmals erschienene Wörterbuch von Daniel Sanders von höherem Interesse. Siehe oben Sanders, 1859].

Hofmann, Josef: Die gerichtsärztliche Sprache. Ein Versuch, die in gerichtsärztlicher Wissenschaft und Praxis vorkommenden Begriffe festzustellen, 1860. (Medizinische Definition von widernatürlicher Unzucht S. 179-182). [Zu Josef Hofmann liegen keine weiteren Angaben vor. Auf dem Scan befindet sich mit eigener Seitenzählung noch eine weitere Schrift von Hofmann: Gerichtsärztliche Bemerkungen. Diese wird auch als eigener Scan angeboten. Siehe nächster Eintrag].

Hofmann, [N.N.]: Gerichtsärztliche Bemerkungen zum Entwurfe eines Strafgesezbuchs für das Königreich Bayern, 1860. (Gesetzestext Art. 216 S. 47. Kommentar widernatürliche Unzucht S. 47-54). [Zu Josef Hofmann liegen keine weiteren Angaben vor. Siehe vorheriger Beitrag. In Bayern gab es eine Straffreiheit von Homosexualität zwischen 1813-Ende 1871].

Klopp, Onno: Der König Friedrich II. Von Preussen und die deutsche Nation, 1860. (Erwähnung: Voltaire schildert Friedrich II. als reif für Sodom und Gomorrha S. 187). [Nach dem JfsZ 2.1900 S. 426 nimmt der Verfasser die päderastischen Neigungen des Königs an. Hier allg. Infos zu Onno Klopp (1822-1903)].

Mittheilungen zur Statistik der Strafrechtspflege im Königreiche Hannover, 1860. (Widernatürliche Wollust im Rahmen der statistischen Erhebungen S. 94, 126, 133, 134, 142, 144, 147, 150, 166, 173, 184).

Osenbrüggen, Eduard: Das alamannische Strafrecht in deutschen Mittelalter, 1860. (Mit der Angabe einer Quelle: In Konstanz wurde 1493 einer, der mit der Anklage wegen Sodomie durchfiel, durch das Feuer hingerichtet S. 269. In Gonten bei Appenzell trieb 1584 ein Priester sodomitische Sachen mit einem Knaben. Ein Dr. Anton Leu klagt ihn an, wird aber, weil er aber die Tat nicht beweisen kann, selbst zum Tod durch das Schwert verurteilt S. 269-272. Die CCC Art. 116 über widernatürliche Unzucht S. 289. Das Augsburger Stadtrecht [von 1276] im Mittelalter über Ketzer bzw. Sodomie S. 376-377). [Schlagwort: Gonten, Schweiz. Zum 2. Fall aus Appenzell siehe oben Zellweger, 1838. Hier allg. Infos zu Eduard Osenbrüggen (1809-1879). Zur CCC siehe oben CCC, 1532].

Lesetipp! Platen, August Graf von: Tagebücher [Zum Inhalt: Die Homosexualität von August Graf von Platen wurde 1928 durch die sogenannten Platen-Affäre von 1828 durch Heinrich Heine zu einem öffentlichen Thema. Sie erschließt sich auch über seine Tagebücher, die jedoch noch nicht inhaltlich erschlossen sind]. (1860: In einem Band. Tagebücher 1796-1825). (1896: 1. Bd.: Tagebücher 1796-1817). (1900: 2. Bd.: Tagebücher 1818-1834, u.a. über eine gemeinsame Nacht mit Otto von Bülow in einem Gasthof 1821. Er drückte noch einen langen Kuß auf meine Lippen S. 485-486). ([1910]: Tagebücher 1796-1835. Hrsg. Erich Petzet). [Hier allg. Infos zu August Graf von Platen (1796-1835). S. unten Heine, 1834 und Heine, 1856. Siehe unten JfsZ 3.1901, S. 403-406. S.a. Andere Lieben, S. 173-175. S.a. Derks, S. 479-613. S.a. Mann für Mann über Platen S. 556-557, über Bülow S. 162-163 und über Joseph von Xylander S. 757. S.a. Guldin, S. 52-54, 102-105].

Psyche. Zeitschrift für die Kenntnis des menschlichen Seelen- und Gesiteslebens, 1860. (3. Bd.: Ludwig Noack: Die Meister Weiberfeind und Frauenlob. Die Äußerungen des päderastischen Problemes auch durch Erfahrungen, die er an sich selbst gemacht hat S. 129-169, insb. 139-144).  (1860: Gleicher Scan). [Herzer 150. Kritik an Schopenhauers Theorie der Päderastie in Form einer Verleumdung].

Richter, Wilhelm T.: Alphabetisches Repertorium zur Gesetzgebung des Königreichs Sachsen.., 1860. (2. Bd.: Verwandlung der Strafe auch bei dritter Verurteilung wegen widernatürlicher Unzucht S. 631). [Hier allg. Infos zu Wilhelm Theodor Richter (1806-?)].

Röggl, Alois / Lechthaler, Alois: Zusprüche im Beichtstuhle nebst Bußvorschriften... (1860: Die stumme Sünde S. 275-278). (1865: 3. Aufl. offenbar identisch, aber S. 294-297). [Der Nachdruck von 1913 wird nicht als Scan angeboten. Hier allg. Infos zu Alois Röggl (1782-1851). Zu Alois Lechthaler liegen keine weiteren Angaben vor].

Schmidt, Karl: Die Geschichte der Pädagogik, 1860. (1. Bd.: Die Knabenliebe als griechisches Erziehungsmittel S. 142-143). [Zu diesem Karl Schmidt liegen keine weiteren Angaben vor].

Sepp, Johann N.: Das Leben Jesu Christi, 1860. (5. Bd.: 2. Aufl.: Kap.: Vom Ärgernissgeben oder dem sodomitischen und griechischen Laster über Griechen, Islam, Albertus Magnus und Knabenliebe S. 305-311. Kap.: Vom Mühlsteine am Hals oder der Versenkung der Sodomiter über Todesstrafe auf See S. 311-315). (Rez. dieses Buches in: Literaturblatt, 28.11.1860. S. 378). [Hier allg. Infos zu Johann Nepomuk Sepp (1816-1919)].

Stieber, W.: Practisches Lehrbuch der Criminal-Polizei, 1860. (Über unsittliche Beziehungen zwischen Männern, die das Einschreiten der Polizei erfordern S. 85-87. [S.a. Herzer 151. Hier allg. Infos zu Wilhelm Stieber (1818-1882)].

Lesetipp! Tardieu, Ambroise: Die Vergehen gegen die Sittlichkeit in staatsärztlicher Beziehung, 1860. (Sehr großer Beitrag Päderastie und Sodomie S. 121-186, vor allem S. 143-156). [S.a. Herzer 152. Nach dritter franz. Auflage ins deutsche übertragen. WikipediaDer Franzose Dr. Ambroise Tardieu veröffentlicht 1857 in franz. und 1860 in deutsch eine sehr einflussreiche „medizinisch-gesetzliche Studie“, die eine Liste von Symptomen enthält, an denen man Männer erkennen kann, die eine Neigung zu widernatürlichen Praktiken haben; Darunter auch ein trichterförmiges Rektum, deformierte Lippen und kleine Zähne].

Wiser, Thomas: Vollständiges Lexikon für Prediger und Katecheten.., 1860. (15. Bd.: Stumme Sünde S. 369). [Zu Thomas Wiser liegen keine weiteren Angaben vor].

Zeitschrift für die österreichischen Gymnasien, 1860. (11. Bd.: Sokrates und die Knabenliebe in Griechenland S. 173-176).

Lesetipp! Zeitschrift für Hygiene, medicinische Statistik und Sanitätspolizei, 1860. (1. Bd.: Aus Tardieu's skandalösen Mittheilungen ist erkennbar, dass Frankreich das Erbe des classischen Alterthums übernommen hat. Über Genitalienbelecker; männliche Prostitution; Tanten [Tunten], die weibliche Kleidung anlegen, aktive wie passive Päderasten und Orgien. Aus Razzien wurden Tardieu 149 Personen zugeführt S. 664-668).  

1861

Allgemeine Gerichtszeitung für das Königreich Sachsen.., 1861. (4. Bd.: Definition Widernatürliche Unzucht S. 32-33 und die Vollendung des Vergehens S. 439).

Bachofen, Johann J.: Das Mutterrecht, 1861. (Im Kap. über Sappho S. 334-353 auch über Männerliebe und lesbische Liebe S. 336-337, 345). [S.a. Herzer 153. S.a. Derks, S. 44. Hier allg. Infos zu Johann Jakob Bachofen (1815-1887)].

Barth, Karl: Das Strafgesetzbuch für das Königreich Bayern vom 10. November 1861. Mit Auslegungsbehelfen, 1861. (Widernatürliche Wollust im Kontext von Abhängigkeitsverhältnissen S. 155-157). [In Bayern gab es eine Straffreiheit von Homosexualität zwischen 1813-Ende 1871. Über Karl Barth liegen keine weiteren Angaben vor].

Bartsch, Karl: Albrecht von Halberstadt und Ovid im Mittelalter, 1861. (Wegen dem Satz: Bestimmte Verse sind insofern modificiert, als die Beziehung auf die Knabenliebe weggelassen ist S. LVIII.). [Zu Karl Bartsch liegen keine weiteren Angaben vor].

Biblischer Commentar über Das Alte Testament, 1861. (1. Bd.: Knabenschändung in Sodom und Gomorrah S. 163-164). [Schlagwort: Bibel].

Entwurf eines Strafgesetzbuchs der freien Hansestadt Bremen, 1861. (2. Bd.: Widernatürliche Unzucht S. 143).

Freytag, Georg W.: Einleitung in das Studium der arabischen Sprache bis Mohammed.., 1861. (Über die unnatürliche Wollust in der Geschichte von Loth im Koran S. 485). [Hier allg. Infos zu Homosexualität im Islam und im Koran und zu Georg Wilhelm F. Freytag (1788-1861)].

Friedreich, J. B. / Barth, C. / Demme, W. L.: Die Grundbegriffe des Criminalrechts.., 1861. (Juristische Begriffe von A-Z mit Widernatürliche Unzucht S. 409-410. Erwähnungen im Kontext von Ehebruch S. 126, Inzest S. 197, Nothzucht S. 247, Sittlichkeit S. 305 und Unzucht, Zwang zur widerrechtlichen S. 411). [Hier allg. Infos zu Johann Baptist Friedreich (1796-1862), Carl Barth (1787-1853) und Wilhelm Ludwig Demme (1801-1878)].

Geib, Karl G.: Lehrbuch des deutschen Strafrechts, 1861. (1. Bd.: Bei der Lex Scantinia sind Inhalt und Zeit unbekannt. Man geht davon aus, dass nur das stuprum cum masculo [passiver Analverkehr] erfasst war und Geldstrafe vorgesehen war S. 24).

Gfrörer, August F.: Papst Gregorius VII.., 1861. (7. Bd.: Sodomiterie von König Heinrich IV. [1050-1106] um das Jahr 1080. S. 794). [Hier allg. Infos zu dem Historiker August F. Gfrörer (1803-1861)].

Heppe, Heinrich: Theodor von Beza, 1861. (Theodor von Beza [1519-1605] gilt wegen den Gedichten an seinen Freund German Audebert als Knabenschänder S. 17-18). [Schlagwort: Belletristik. Hier allg. Infos zu Heinrich Heppe (1820-1879)].

Homiletisches Real-Lexicon, 1861. (11. Bd.: Die vier himmelschreienden Sünden in Reimform: 1. Vorsätzlich tödten – ohne Pflicht und Gründe 2. Die stumme oder sodomit’sche Sünde... S. 275).

Knobel, August W.: Kurzgefasstes exegetisches Handbuch zum altem Testament, 1861. (Über Hundelohn und Mannhure S. 292).

Kortüm, Friedrich / Reichlin-Meldegg, Karl A.: Der politische Uebergang, 1861. (Ein Satz: Die rohen Spitznamen „Kühmäuler, Kühgeiher (d. i. Viehbuhler, Sodomiter), Kuhstall" kamen aus und liefen bald im Munde des Volks um S. 130). [Hier allg. Infos zu Friedrich Kortüm (1788-1858) und Karl Alexander Reichlin-Meldegg (1801-1877)].

Neus, H: Die Entwicklung des Menschengeschlechts, 1861. (Gleichgeschlechtliche Liebe bei Jugendlichen im Vergleich zu den Griechen S. 47). [Zum Verfasser liegen keine weiteren Angaben vor].

Oppenhoff, Friedrich C.: Das Strafgesetzbuch für die preussischen Staaten. (1861. 3. Aufl. Gesetzestext und Kommentar zu Die widernatürliche Unzucht in § 143 S. 235-236). (1867. 5. Aufl.; Gesetzestext und Kommentar zu Die widernatürliche Unzucht in § 143 mit einem veränderten Text S. 238). [Hier allg. Infos zu Friedrich Christian Oppenhoff (1811-1875)].

Pichler, Wilhelm: Die gerichtliche Medizin.., 1861. (Ärzte verstehen unter Päderastie das immisio penis in anum, dass sich auch auf Frauen bezieht. An Frauen verübt gelangt es nie an die Öffentlichkeit, da sie sich merkwürdigerweise am meisten in der Ehe ereignen. Der männliche Passive heißt Weichling, die weibliche Passive Weichlingin. Äußere Anzeichen von Päderastie nach Tardieu, die auch vom Volumen der Theile abhängig sind S. 28-30). [Schlagwort: Sprache. Zu diesem Wilhelm Pichler liegen keine weiteren Angaben vor].

Psyche. Zeitschrift.., 1861. (4. Bd.: Aus: Eros und Psyche. Ein Lucianisches Gespräch [offenbar kein Werk von Lukian] ein Gespräch u.a. über die Knabenliebe zwischen Psychopömen [?], Psycholipes [?] und Appulejus [Apuleius] u.a. S. 227, 245-246).

Die Rechtsprechung des Königlichen Ober-Tribunals in Strafsachen, 1861. (Urteil vom 2.10.1861: Die widernatürliche Unzucht ist auch für den Duldenden strafbar. Beide Personen werde bestraft S. 561). [Das